Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Herne-Wanne-Eickel Hauptbahnhof, früher Wanne-Eickel Hauptbahnhof, die Stadt dazu steigt bitte in Herne um.“
Stimmt es, dass Wanne-Eickel einen Hauptbahnhof hat, obwohl es keine Stadt mehr ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt teilweise. Wanne-Eickel ist seit dem 1. Januar 1975 ein Teil von Herne, sein Hauptbahnhof behielt den alten Namen aber fast 50 Jahre lang und heißt erst seit dem 14. Dezember 2025 Herne-Wanne-Eickel Hauptbahnhof.
Ein Hauptbahnhof gehört normalerweise zu einer Stadt, so wie ein Rathaus.
Im Ruhrgebiet gab es aber jahrzehntelang einen Hauptbahnhof, dessen Stadt es gar nicht mehr gab.
Was es mit dem Hauptbahnhof von Wanne-Eickel auf sich hat, zeigt dieser Mythos-Check.

Die Fakten in Zahlen
1.1.1975
Gebietsreform
Zusammenschluss von Wanne-Eickel mit Herne
14.12.2025
Fahrplanwechsel
Umbenennung in Herne-Wanne-Eickel Hauptbahnhof
120 km
Gleislänge
hatte der Rangierbahnhof in seiner größten Zeit
Der Rangierbahnhof war bis zu 70 Gleise breit und 4 Kilometer lang.
Eine Stadt, die es nicht mehr gibt
Wanne-Eickel war eine kreisfreie Stadt im nördlichen Ruhrgebiet.
In dieser Form bestand sie von 1926 bis 1974, von 1955 bis 1970 war sie sogar eine Großstadt.
Bis zum Schluss hatte sie die höchste Bevölkerungsdichte aller deutschen Städte, im Dezember 1965 waren es etwa 5100 Einwohner je Quadratkilometer.
Am 1. Januar 1975 wurde Wanne-Eickel mit der kreisfreien Stadt Herne zusammengeschlossen.
Seitdem ist Wanne-Eickel ein Teil von Herne.

Der Name blieb am Bahnhof
Nach dem Zusammenschluss behielt der Bahnhof seinen Namen Wanne-Eickel Hauptbahnhof unverändert bei.
Er liegt im Stadtteil Herne-Wanne, einem Teil der ehemaligen Stadt Wanne-Eickel.
Er war nun der größte Bahnhof der Stadt Herne, trug aber den Namen einer Stadt, die es nicht mehr gab.
Der Bahnhof in der Herner Innenstadt heißt dagegen bis heute einfach Bahnhof Herne.
Er liegt an der Strecke von Duisburg nach Dortmund und wurde schon 1847 mit der Köln-Mindener Eisenbahn eröffnet.
Fast 50 Jahre lang trug Hernes größter Bahnhof damit den Namen der früheren Nachbarstadt.
Gut zu wissen
Das alte Kfz-Kennzeichen WAN darf seit Dezember 2012 wieder vergeben werden. Auch das Wappen von Wanne-Eickel lebt in leicht veränderter Form im Wappen der Stadt Herne weiter.
Zum Gebiet von Wanne-Eickel gehört auch Crange, die Heimat der überregional bekannten Cranger Kirmes. Die Bahnhofsmission am Gleis 3/4 des Bahnhofs wurde Ende der 1980er Jahre geschlossen.
Vom Güterbahnhof zum Bahnknoten
Der Bahnhof entstand aus dem Güterbahnhof Pluto-Thies, der 1856 für den Gleisanschluss der Zeche Pluto an die Köln-Mindener Eisenbahn gebaut wurde.
Im Jahr 1864 kam ein Haltepunkt für den Personenverkehr hinzu.
Weil sich die umliegenden Orte nicht auf einen Namen einigen konnten, nannte die Bahnverwaltung die neue Anlage 1867 nach einer Flurbezeichnung einfach Wanne.
Dieser Name ging später auf das Amt Wanne und schließlich auf die Stadt Wanne-Eickel über.
Mit der Strecke nach Münster wurde der Bahnhof am 1. Januar 1870 zum Eisenbahnknotenpunkt.
Ein Riese im Ruhrgebiet
Als 1926 die Stadt Wanne-Eickel entstand, wurde auch der Bahnhof in Wanne-Eickel Hauptbahnhof umbenannt.
Schon 1913 waren das Bahnhofsgebäude und das Betriebswerk umgebaut und erweitert worden.
Er entwickelte sich zum größten Rangierbahnhof des mittleren Ruhrgebiets.
Die Gleise waren zusammen 120 Kilometer lang, die Anlage bis zu 70 Gleise breit und 4 Kilometer lang.
Über 300 Lokomotiven und Triebfahrzeuge hatten hier ihre Heimat.
Als einziger Bahnhof im Ruhrgebiet vereinte er Rangierbahnhof, Betriebswerk, Güterverkehr und Personenverkehr.
Das Drei-Männer-Eck
Beim Umbau des Bahnhofs entstand eine Stützmauer am Bahndamm mit drei Säulen.
Darauf standen lebensgroße Skulpturen eines Bergmanns, eines Binnenschiffers und eines Eisenbahners.
Sie standen für die Wirtschaft von Wanne-Eickel, im Volksmund hieß die Stelle Drei-Männer-Eck.
Im Jahr 1970 wurden die beschädigten Figuren abgebaut, heute stehen sie restauriert am Heimatmuseum Unser Fritz.
Auf dem Bahnhofsvorplatz erinnert eine Nachbildung an das Denkmal.
Der lange Streit um den Namen
Im Jahr 2003 wollte die Deutsche Bahn den Bahnhof in Herne-Wanne oder Herne Hauptbahnhof umbenennen.
Vor allem im Gebiet der früheren Stadt Wanne-Eickel stieß das auf großen Widerstand.
Im Jahr 2023 wurde bekannt, dass der Bahnhof im Zuge von Modernisierungsarbeiten einen neuen Namen bekommen sollte.
Zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 war es dann so weit.
Seitdem heißt er Herne-Wanne-Eickel Hauptbahnhof und trägt beide Namen in einem.
Weniger Fernzüge als früher
Heute hat der Bahnhof vor allem regionale Bedeutung.
Hier kreuzen sich die Verbindungen von Dortmund nach Duisburg und von Münster nach Essen.
Außerdem beginnt in Wanne-Eickel die Rollbahn in Richtung Hamburg, dazu kommen die Emschertalbahn und die Glückauf-Bahn.
Der Fernverkehr nutzt meist die parallele Strecke über Bochum und Essen, deshalb halten nur wenige Fernzüge.
Für die Züge des Personenverkehrs gibt es acht Gleise an vier Bahnsteigen, seit 2015 mit Aufzügen.
Der Bahnhof heute
Es halten unter anderem die S-Bahn-Linie S 2 und die Regional-Express-Linien RE 2, RE 3 und RE 42.
Regionalbahnen fahren nach Dortmund, Dorsten, Bochum und Gelsenkirchen.
Das Reisezentrum wurde 2019 geschlossen, seitdem gibt es die Fahrkarten in der Bahnhofsbuchhandlung.
Vom großen Rangierbahnhof ist noch das Rangiersystem in Richtung Westen nach Osten mit Ablaufberg in Betrieb.
Der Güterbahnhof bleibt für den Standort trotzdem wichtig.
Das Fazit
Der Mythos stimmt teilweise.
Wanne-Eickel ist seit dem 1. Januar 1975 keine eigene Stadt mehr, sondern ein Teil von Herne.
Sein Hauptbahnhof hieß trotzdem fast 50 Jahre lang weiter Wanne-Eickel Hauptbahnhof.
Seit dem 14. Dezember 2025 trägt er den Namen Herne-Wanne-Eickel Hauptbahnhof.
Den Hauptbahnhof gibt es also noch, doch der Name verrät jetzt auch, zu welcher Stadt er gehört.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
