Der Bahnhof Delmenhorst, der 1970 auf einen Damm gehoben wurde

Ortstermin

„Nächster Halt Delmenhorst, Umstieg in die Hasenbahn nach Vechta und Osnabrück.“

Der Bahnhof Delmenhorst, der 1970 auf einen Damm gehoben wurde

→ Ein Ortstermin im Oldenburger Land.

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Kurz gesagt

Der Bahnhof Delmenhorst wurde 1867 mit der Strecke Bremen–Oldenburg eröffnet und 1970 in Dammlage verlegt, weil die Bahnübergänge den Verkehr in der Stadt behinderten. Täglich nutzen ihn 5.000 bis 10.000 Fahrgäste.

Delmenhorst ist eine kreisfreie Stadt im Oldenburger Land und gehört zu den zehn größten Städten Niedersachsens.

Mit der Eisenbahn kam die Industrie, und bis 1898 wurde Delmenhorst zur größten Industriestadt zwischen Weser und Ems.

Ihr Bahnhof liegt mitten im Zentrum und ist bis heute ein Knoten, an dem sich Fernzüge, Regio-S-Bahn und eine alte Nebenbahn begegnen.

Abzwg Delmenhorst nach Lemwerder
Foto: Billboa, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Eröffnet mit der Strecke von 1867

Der Bahnhof Delmenhorst wurde 1867 zusammen mit der Bahnstrecke von Bremen nach Oldenburg eröffnet.

Die 44,4 Kilometer lange Hauptstrecke verbindet Oldenburg und den Nordwesten Niedersachsens mit Bremen und wurde im Juli 1867 offiziell in Betrieb genommen.

Für Delmenhorst begann damit ein rasanter Aufstieg, denn es folgten Unternehmensgründungen in den Bereichen Jute, Kork, Wolle und Linoleum.

Bis 1898 entwickelte sich die Stadt so zur größten Industriestadt zwischen Weser und Ems.

Doppelstock Intercity (IC2) bei Ausfahrt aus Bahnhof Delmenhorst
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Hasenbahn nach Vechta

Am 1. Mai 1898 eröffnete die Großherzoglich Oldenburgische Eisenbahn die Strecke von Delmenhorst über Wildeshausen nach Vechta.

Die eingleisige Nebenbahn wird auch Hasenbahn oder Schusterbahn genannt und mündet in Hesepe in die Strecke von Oldenburg nach Osnabrück.

Die Hoffnung, sie könne eine Alternative zur Hauptstrecke zwischen Bremen und Osnabrück werden, erfüllte sich auch aus topographischen Gründen nicht.

Seit 2003 fahren die Züge unter der Woche stündlich zwischen Bremen und Osnabrück, und seit Dezember 2014 heißt die Linie RB 58.

Bahnhof Delmenhorst
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Delmenhorst wurde 1867 eröffnet und 1970 in Dammlage verlegt. Hier beginnt die Strecke nach Vechta und Osnabrück, auf der die Linie RB 58 fährt.

Die Kleinbahn nach Harpstedt wird heute für Güter- und Museumsverkehr genutzt, ihren Personenverkehr verlor sie 1967. Seit 2010 halten die Linien RS 3 und RS 4 der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen in Delmenhorst.

Kleinbahn nach Harpstedt, Strecke nach Lemwerder

Die Kleinbahn Delmenhorst–Harpstedt eröffnete ihre Stammstrecke am 6. Juni 1912 und wurde direkt in den Bahnhof Delmenhorst geführt.

Gegründet hatten sie die Länder Preußen und Oldenburg, die Provinz Hannover, die Stadt Delmenhorst und sechs Landgemeinden, und am 23. September 1967 endete ihr Personenverkehr.

Am 1. November 1922 eröffnete die Deutsche Reichsbahn außerdem eine Strecke von Delmenhorst nach Lemwerder in der Wesermarsch, auf der bis zum 27. Mai 1962 Personenzüge fuhren.

Als die Bundesbahn dort auch den Güterverkehr aufgeben wollte, kauften die Stadt Delmenhorst und die Gemeinde Lemwerder 1999 die Infrastruktur der Strecke.

Delmenhorst Nordwolle 2016
Foto: Arjen Rienks, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Hinauf auf den Damm

Wegen der Behinderungen durch die Bahnübergänge im Stadtgebiet wurde der Bahnhof 1970 in Dammlage verlegt und vollständig umgebaut.

Die Strecken nach Harpstedt und Lemwerder hatten ihren Personenverkehr zu diesem Zeitpunkt bereits verloren und wurden in den neuen Bahnhof nicht mehr eingefädelt.

Die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn bekam stattdessen eine neue Anschlusskurve nach Osten zum Güterbahnhof.

Zwei Stumpfgleise im Westkopf des Bahnhofs wurden später aufgegeben, nachdem seit 1997 alle Züge aus Richtung Vechta weiter nach Bremen fuhren.

Nordwolle Turbine Hall
Foto: Arjen Rienks, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Drei Gleise, zwei Bahnsteighöhen

Der Bahnhof besitzt drei Bahnsteiggleise, die über einen Nord- und einen Südeingang erreichbar sind.

Der Bahnsteig an Gleis 1 ist 56 Zentimeter hoch, damit Fahrgäste barrierefrei in die Züge der RB 58 steigen können.

An den Gleisen 2 und 3, wo alle anderen Linien halten, sind die Bahnsteige 76 Zentimeter hoch, und beide Bahnsteige haben einen Fahrstuhl.

Täglich nutzen zwischen 5.000 und 10.000 Menschen den Bahnhof.

Fabrikmuseum der Nordwolle Delmenhorst
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Intercity und Regio-S-Bahn

Im Fernverkehr hält alle zwei Stunden die Intercity-Linie 56, die zwischen Bremen und Norddeich oder Emden auch mit Nahverkehrstickets genutzt werden darf.

Am Tagesrand halten außerdem einzelne ICE-Züge in Delmenhorst.

Seit 2010 bedient die Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen die Stadt mit den Linien RS 3 und RS 4 jeweils im Stundentakt, die auch am Haltepunkt Heidkrug im Osten der Stadt halten.

Insgesamt fahren fünf Regionallinien den Bahnhof an, die auf den Knoten Bremen ausgerichtet sind, und am Omnibusbahnhof daneben treffen sich die Stadtbusse.

Dampfspeicherlok am Fabrikmuseum Nordwolle
Foto: Gerd Fahrenhorst, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Wasserburg an der Delme

Nach dem Ende der Stedingerkriege begann 1247 auf der Burginsel der Ausbau einer Wasserburg, die die von den Oldenburger Grafen unterworfenen Gebiete sichern sollte.

Der Name Delmenhorst wird 1254 erstmals in einer Urkunde genannt, und ab 1281 herrschte die ältere Linie der Grafen von Delmenhorst bis 1436.

Im Jahr 1371 erhielt Delmenhorst die Stadtrechte.

Heute erstrecken sich südlich der Innenstadt entlang der Delme die Graftanlagen mit der Burginsel.

Delmenhorst Graft
Foto: Charlie1965nrw at German Wikipedia, Public domain, via Wikimedia Commons

Wolle, Kork und Linoleum

Im Jahr 1884 wurde die Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei gegründet, die kurz Nordwolle genannt wurde.

Das Unternehmen ging 1931 in Konkurs, und nach dem Konkurs der Vereinigten Kammgarnspinnerei 1981 entstand ab 1986 auf dem Gelände ein neuer Stadtteil.

Dort verbinden sich denkmalgeschützte Fabrikbauten mit moderner Bebauung, und im Jahr 2000 war das Projekt der erste Außenstandort der Weltausstellung Expo 2000.

Auf dem Gelände zeigt das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur die Geschichte der Nordwolle, und im Alten Maschinenhaus hat das Stadtmuseum seinen Platz.

Delmenhorst Stadtpark Die Graft
Foto: Anaconda74, CC0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Delmenhorst

Vom Bahnhof im Zentrum geht es zum Marktplatz mit dem Rathauskomplex, der von 1910 bis 1914 im Jugendstil nach Plänen des Bremer Architekten Heinz Stoffregen entstand.

Zum Komplex gehört der 44 Meter hohe Wasserturm mit Aussichtsplattform, der 1910 fertig wurde, 500 Kubikmeter Wasser fasste und seit Februar 2011 außer Betrieb ist.

Ebenfalls am Marktplatz steht die Markthalle von 1919 und 1920, die derselbe Architekt entworfen hat.

Seit 1976 fahren Eisenbahnfreunde an mehreren Wochenenden im Sommerhalbjahr mit dem Museumszug Jan Harpstedt von Harpstedt nach Delmenhorst.

Markthalle Delmenhorst
Foto: JürnC, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Seit wann hat Delmenhorst einen Bahnhof?
Seit 1867, als die Strecke von Bremen nach Oldenburg eröffnet wurde.
Warum liegt der Bahnhof auf einem Damm?
Wegen der Behinderungen durch die Bahnübergänge im Stadtgebiet wurde er 1970 in Dammlage verlegt und vollständig umgebaut.
Was ist die Hasenbahn?
So heißt die Nebenbahn von Delmenhorst über Wildeshausen und Vechta nach Hesepe, auf der heute die RB 58 nach Osnabrück fährt.
Halten in Delmenhorst Fernzüge?
Ja, alle zwei Stunden die Intercity-Linie 56 und am Tagesrand einzelne ICE-Züge.
Was ist die Nordwolle?
Die 1884 gegründete Norddeutsche Wollkämmerei und Kammgarnspinnerei, auf deren Gelände heute ein Stadtteil und ein Museum für Industriekultur liegen.

Weiterfahrt

→ Ortstermin: Bremen Hauptbahnhof – die Hansestadt nebenan, erreichbar mit der Regio-S-Bahn

→ Ortstermin: Der Bahnhof Bremen – die Großstadt am anderen Ende der Strecke von 1867

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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