Stimmt es, dass Paddington Bär nach einem Bahnhof benannt ist?

Stimmt es, dass …?

„London Paddington, Gleis 1, bitte kümmern Sie sich um diesen Bären, danke schön.“

Stimmt es, dass Paddington Bär nach einem Bahnhof benannt ist?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Das stimmt. Im ersten Buch von 1958 findet die Familie Brown den Bären im Londoner Bahnhof Paddington und benennt ihn danach, und auch sein Erfinder Michael Bond wohnte damals ganz in der Nähe dieses Bahnhofs.

Ein kleiner Bär mit Hut, Dufflecoat und Koffer sitzt ganz allein auf einem Londoner Bahnsteig.

So beginnt eine der bekanntesten Kinderbuchgeschichten der Welt.

Ob der Bär wirklich nach einem Bahnhof benannt ist, zeigt dieser Mythos-Check.

Paddington station Paddington Bear statue
Foto: Sunil060902, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

13.10.1958

Erstausgabe

von A Bear Called Paddington in London

1854

Bahnhof Paddington

Eröffnung der großen Halle nach Plänen von Brunel

35,8 Mio.

2016

Bahnfahrgäste im Bahnhof Paddington, ohne U-Bahn

Seit dem Jahr 2000 steht im Bahnhof eine Bronzeskulptur des Bären von Marcus Cornish.

Ein Bär auf dem Bahnsteig

Im ersten Buch A Bear Called Paddington, auf Deutsch Ein Bär mit Namen Paddington, holen Henry und Mary Brown ihre Tochter Judy vom Zug ab.

Auf dem Bahnsteig entdecken sie einen kleinen Bären, der aus dem dunkelsten Peru stammt.

Um den Hals trägt er ein Schild mit der Bitte, sich um diesen Bären zu kümmern.

Mrs. Brown findet, man müsse ihn mitnehmen, weil sonst wer weiß was mit ihm passieren könne.

So landet der Bär bei den Browns und ihren Kindern Judy und Jonathan.

Paddington Bear Statue in new location at Paddington Station
Foto: Democoma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Name kommt vom Bahnhof

Der Bär hat natürlich auch einen eigenen Namen, und zwar in Bärensprache.

Dieser Name ist der Familie Brown aber viel zu kompliziert.

Deshalb nennen sie ihn nach dem Ort, an dem sie ihn getroffen haben.

Dieser Ort ist der Londoner Bahnhof Paddington.

Seitdem heißt der Bär aus Peru so wie einer der großen Londoner Kopfbahnhöfe.

Gut zu wissen

Paddington liebt Marmelade aus Bitterorangen und trägt einen dunkelblauen Dufflecoat mit Hut. Laut dem Buch stammt er aus dem dunkelsten Peru.

Bis 1974 illustrierte Peggy Fortnum alle Paddington-Bücher. Spätere Zeichner hielten sich eng an ihre Vorgaben.

Ein einsamer Teddy im Kaufhaus

Nach Angaben von Michael Bond begann die Geschichte an Heiligabend 1956.

Bond arbeitete damals als Kameramann für die BBC.

Auf dem Heimweg sah er in einem Londoner Kaufhaus einen Teddybären allein in einem Regal, der ihm einsam und verlassen vorkam.

Er kaufte den Bären und schenkte ihn seiner Frau.

Bald darauf begann er, eine Geschichte über diesen Bären zu schreiben.

Warum gerade Paddington

Den Namen wählte Bond nicht zufällig.

Er und seine Frau lebten damals in der Nähe des Bahnhofs Paddington.

Bond fand, dass dies ein guter Name für die Figur sei.

In seinem ersten Buch stellte er sich vor, wie ein echter Bär an diesem Bahnhof ankommt.

So wurde aus dem Bahnhof in seiner Nachbarschaft der Name einer weltbekannten Kinderbuchfigur.

Kinder mit Anhängern um den Hals

Auch das Schild um den Hals des Bären hat einen ernsten Hintergrund.

Bond dachte an die Kindertransporte, mit denen jüdische Kinder aus Deutschland nach Großbritannien gebracht wurden.

Er erinnerte sich außerdem an die Kinder, die im Zweiten Weltkrieg aus den Großstädten aufs Land gebracht wurden, um sie vor den Bomben zu schützen.

Sie alle trugen einen Anhänger mit Namen und Adresse und hatten nur einen kleinen Koffer dabei.

Wie diese Kinder landet auch Paddington ganz allein in einer fremden Umgebung, mit nichts als einem kleinen Koffer.

Vom Buch zur Weltfigur

Am 13. Oktober 1958 erschien A Bear Called Paddington im Verlag William Collins & Sons.

Der Erfolg war so groß, dass Bond seinen Beruf als Kameramann aufgeben und nur noch schreiben konnte.

Die Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche.

Die Hauptreihe umfasst 14 Bände, dazu kommen Bilderbücher und weitere Geschichten.

Später folgten Fernsehserien, Filme und Bühnenstücke.

Michael Bond starb am 27. Juni 2017 im Alter von 91 Jahren, sein letzter Paddington-Band erschien erst nach seinem Tod.

Ein Bahnhof von Brunel

Der Bahnhof Paddington dient seit 1838 als Londoner Endstation der Great Western Main Line.

Die heutige Anlage stammt zu einem großen Teil aus dem Jahr 1854 und geht auf einen Entwurf von Isambard Kingdom Brunel zurück.

Bei der Gestaltung half ihm der Architekt Matthew Digby Wyatt.

Vor allem bei den Glasdächern ließ sich Brunel vom Crystal Palace von Joseph Paxton anregen.

Unter den drei ursprünglichen Hallenbögen von 1854 liegen heute die Gleise 1 bis 8, ein vierter Bogen kam 1915 hinzu.

Der Bahnhof heute

Von Paddington fahren Züge der Great Western Railway nach Bristol, Südwestengland und Südwales.

Außerdem verkehren von hier der Heathrow Express und die Elizabeth Line zum Flughafen Heathrow.

Der Kopfbahnhof hat 13 Gleise, direkt daneben halten außerdem Züge der Londoner U-Bahn.

Im Jahr 2016 nutzten rund 35,8 Millionen Bahnfahrgäste den Bahnhof, dazu kamen 49,5 Millionen Fahrgäste der U-Bahn.

Seit dem Jahr 2000 steht im Bahnhof eine Bronzeskulptur des Bildhauers Marcus Cornish.

Sie zeigt den Bären an dem Ort, an dem er in der Geschichte gefunden wurde.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Paddington Bär ist nach dem Londoner Bahnhof Paddington benannt, an dem ihn die Familie Brown im ersten Buch findet.

Auch im echten Leben spielte der Bahnhof eine Rolle, denn Michael Bond wohnte damals in seiner Nähe.

Das Schild um den Hals erinnert an Kinder, die im Krieg allein in einer fremden Umgebung ankamen.

Heute steht der Bär als Bronzefigur in genau dem Bahnhof, dem er seinen Namen verdankt.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Häufige Fragen

Warum heißt Paddington Paddington?
Die Familie Brown findet den Bären im Londoner Bahnhof Paddington und benennt ihn nach diesem Bahnhof.
Wer hat Paddington erfunden?
Der britische Autor Michael Bond, dessen erstes Paddington-Buch 1958 erschien.
Hatte der Name einen echten Anlass?
Ja, Bond und seine Frau wohnten damals in der Nähe des Bahnhofs Paddington.
Kann man Paddington im Bahnhof besuchen?
Ja, seit dem Jahr 2000 steht dort eine Bronzeskulptur des Bären von Marcus Cornish.
Wohin fahren Züge ab Paddington?
Unter anderem nach Bristol, Südwestengland und Südwales sowie mit dem Heathrow Express und der Elizabeth Line zum Flughafen Heathrow.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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