Ortstermin
„Nächster Halt Diepholz, bitte beim Aussteigen auf die Kraniche über dem Moor achten.“
Der Bahnhof Diepholz, Tor zur Moorniederung der Kraniche
→ Ein Ortstermin in der Diepholzer Moorniederung.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Diepholz wurde am 15. Mai 1873 eröffnet, und sein historisierendes Empfangsgebäude ist bis heute in wesentlichen Teilen erhalten. Stündlich halten hier die Regional-Express-Züge zwischen Osnabrück und Bremen.
Diepholz ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und liegt nördlich des Dümmers in der Diepholzer Moorniederung.
Die Stadt geht auf eine Wasserburg der Edelherren von Diepholz zurück, und ihr Name erinnert an den schwankenden Moorboden der Umgebung.
Mit der Bahn kommt man auf einer der wichtigsten Strecken Nordwestdeutschlands hierher, der Verbindung vom Ruhrgebiet nach Hamburg.

Eröffnet im Mai 1873
Der Bahnhof Diepholz liegt an der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg zwischen Osnabrück und Bremen und ist der einzige Personenbahnhof der Kreisstadt.
Im Mai 1873 eröffnete die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft den Abschnitt von Osnabrück bis Hemelingen bei Bremen, und am 15. Mai 1873 wurde auch das Empfangsgebäude in Diepholz eröffnet.
Errichtet worden war das Empfangsgebäude bereits in den Jahren 1871 und 1872, also schon vor der Eröffnung der Strecke.
Zwischen 1881 und 1883 wurde die Strecke dann zweigleisig ausgebaut.

Ein Bahnhof aus der Gründerzeit
Das historisierende Bahnhofsgebäude entspricht wie das ehemalige Postgebäude Am Bahnhof 2 in wesentlichen Teilen noch dem Zustand aus der Bauzeit.
Zum Bahnhof gehörten früher auch ein Güterschuppen, ein Lokomotivschuppen, eine Wasserstation und ein Kohlenschuppen, die 1979 abgebrochen wurden.
Im Jahr 2016 wurden das Bahnhofsgebäude und seine Nebengebäude an mehrere örtliche Investoren verkauft.
Wer mit dem Zug ankommt, steigt also noch immer vor einem Empfangsgebäude aus dem 19. Jahrhundert aus.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Diepholz wurde am 15. Mai 1873 eröffnet, das Empfangsgebäude stammt aus den Jahren 1871 und 1872. Stündlich halten hier die Züge der Linie RE 9 zwischen Osnabrück, Bremen und Bremerhaven.
Die Nebenbahn nach Nienburg wurde 1923 eröffnet und dient heute bis Sulingen nur noch dem Güterverkehr. Seit 2010 unterquert ein Tunnel für Autos, Fußgänger und Radfahrer den Bahnhof.
Die Nebenbahn nach Nienburg
Im Jahr 1923 wurde die Bahnstrecke von Diepholz über Sulingen nach Nienburg an der Weser eröffnet.
In den Jahren 1966 und 1969 endete auf dieser Verbindung der Personenverkehr.
Heute fahren auf dem Abschnitt bis Sulingen nur noch Güterzüge, die Unternehmen in Barenburg und Rehden bedienen.
Der Abschnitt zwischen Sulingen und Nienburg ist seit 1997 stillgelegt.

Strom, Stellwerk und ein Tunnel
In den 1960er Jahren wurde die Strecke elektrifiziert, und auf der durchgehenden Verbindung, der sogenannten Rollbahn, begann der elektrische Zugbetrieb am 28. September 1968.
Im Jahr 1977 ersetzte in Diepholz ein Spurplanstellwerk drei ältere mechanische Stellwerke.
Seit 2010 führt ein Tunnel für Autos, Fußgänger und Radfahrer unter dem Bahnhof hindurch.
Anfang 2017 wurde die Fußgängerbrücke aus den 1960er Jahren abgerissen, und seitdem erreicht man den Mittelbahnsteig über den Tunnel per Treppe oder Aufzug.

Modernisiert für Niedersachsen
Ab 2017 wurden alle Bahnsteiganlagen im Rahmen des Programms Niedersachsen ist am Zug III umfassend modernisiert, und die Arbeiten sollten 2019 abgeschlossen sein.
Der Bahnhof besitzt einen Hausbahnsteig und einen Mittelbahnsteig mit insgesamt drei Bahnsteiggleisen.
Direkt neben dem Bahnhof liegt der Zentrale Omnibusbahnhof, ein Knotenpunkt des regionalen Busverkehrs.
Tarifisch gehört der Bahnhof zum Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen.

Regional-Express und ein paar Fernzüge
Im Stundentakt hält die Regional-Express-Linie RE 9 zwischen Osnabrück, Bremen und Bremerhaven in Diepholz.
Am Tagesrand halten außerdem einzelne Intercity-Express- und EuroCity-Züge.
Von Osnabrück kommend überquert die Strecke die Hunte, und ab Diepholz führt sie geradlinig nach Nordosten über Syke bis an die Weser.
Sie gilt als kürzeste Eisenbahnverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Metropolregion Hamburg und als eine der wichtigsten Bahnlinien Nordwestdeutschlands.

Burg, Grafen und Schloss
Der Ursprung der Stadt geht auf die Edelherren de Thefholte zurück, die im 10. oder 11. Jahrhundert in der Umgebung eine Wasserburg errichteten.
Der Name leitet sich vermutlich vom altsächsischen Wort devern für zittern und beben ab und beschreibt die schwankende Bewegung des mit Holz bestandenen Moorbodens.
Im Jahr 1380 verlieh Johann III. von Diepholz seinen Bürgern das Osnabrücker Stadtrecht, 1531 nahmen die Herren den Grafentitel an, und 1585 starb ihr Geschlecht aus.
Das Schloss Diepholz wird 1233 erstmals urkundlich erwähnt, beherbergt seit 1852 das Amtsgericht und im Schlossturm ein Museum.

Moor, Dümmer und Kraniche
Die Stadt liegt in der Diepholzer Moorniederung, einem großen Naturraum mit zahlreichen Moor- und Feuchtgebieten.
Westlich der Stadt umfasst das Naturschutzgebiet Diepholzer Moor rund 950 Hektar und ist über einen Moorerlebnispfad für Besucher erschlossen.
Seit 2000 hat sich die Moorniederung zu einem international bedeutenden Rastplatz für Kraniche und nordische Gänse entwickelt, und im Herbst rasten hier mitunter mehr als 40.000 Kraniche.
Knapp außerhalb der Stadtgrenze liegt der Dümmer, ein bedeutendes Vogelbiotop und ein beliebtes Revier für den Wassersport.

Ankommen in Diepholz
An der Bahnhofstraße steht die Villa Prinzhorn von um 1890, in der heute ein Hotel untergebracht ist.
Im Stadtkern teilt sich die Lohne in der Nähe des Rathauses in die Vorder- und die Hinterlohne.
Sehenswert sind außerdem der Burgmannshof in Fachwerk, der wohl auf die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurückgeht, und das klassizistische Geburtshaus der Sozialreformerin Frieda Duensing an der Langen Straße.
Im Ortsteil Heede zeigt ein Technikmuseum Bügeleisen, Radios und Uhren, und seit 1994 bildet Diepholz mit Damme, Lohne und Vechta das Städtequartett.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Diepholz eröffnet?
Welche Züge halten in Diepholz?
Fahren noch Züge nach Sulingen?
Wann kann man bei Diepholz Kraniche sehen?
Was befindet sich im Schloss Diepholz?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Osnabrück Hauptbahnhof – die Friedensstadt im Süden, Ausgangspunkt des RE 9
→ Ortstermin Osnabrück Hauptbahnhof: Turmbahnhof der Friedensstadt – die Hansestadt im Norden, mit dem RE 9 direkt erreichbar
