Der Bahnhof Cloppenburg, wo im Westflügel die Kultur eingezogen ist

Ortstermin

„Nächster Halt Cloppenburg, Ausstieg zum Museumsdorf und zum Kulturbahnhof.“

Der Bahnhof Cloppenburg, wo im Westflügel die Kultur eingezogen ist

→ Ein Ortstermin im Oldenburger Münsterland.

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Kurz gesagt

Cloppenburg liegt an der Oldenburger Südbahn, deren erstes Teilstück von Oldenburg bis Quakenbrück am 15. Oktober 1875 eröffnet wurde. Im umgebauten Westflügel des Bahnhofs hat heute das Kulturzentrum Kulturbahnhof seinen Platz.

Cloppenburg ist die Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises und liegt im Oldenburger Münsterland zwischen Osnabrück und Oldenburg.

Bekannt ist die Stadt vor allem für ihr Museumsdorf, das zu den ältesten Freilichtmuseen Deutschlands gehört.

Wer mit dem Zug anreist, kommt über eine Strecke, die einst ein Großherzogtum baute und die bis heute überwiegend eingleisig ist.

Cloppenburg Kulturbahnhof
Foto: Corradox, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Südbahn des Großherzogtums

Die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück, auch Oldenburger Südbahn genannt, wurde von 1870 bis 1876 von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn gebaut.

Am 15. Oktober 1875 wurde das erste Teilstück von Oldenburg bis Quakenbrück eröffnet, und seitdem hält die Bahn in Cloppenburg.

Der Abschnitt von Quakenbrück nach Osnabrück führte damals über preußisches Gebiet und wurde am 15. November 1876 offiziell in Betrieb genommen.

Im Jahr 1918 übernahm die Reichsbahndirektion Oldenburg die Zuständigkeit für die Strecke, und die oldenburgische Bahngesellschaft wurde aufgelöst.

Bahnhof Cloppenburg Empfangsgebäude (2023)
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eingleisig und ohne Oberleitung

Die Südbahn ist bis heute eine größtenteils eingleisige Hauptbahn, über der keine Oberleitung hängt.

Bis etwa Mitte der 1990er Jahre gab es ein bescheidenes Fernverkehrsangebot, darunter ein tägliches Schnellzugpaar von Köln nach Wilhelmshaven.

Bis zum Jahr 2000 wurde die Strecke für Tempo 120 ausgebaut, und einige schwach genutzte Halte wurden dabei aufgegeben.

Ein zweigleisiger Ausbau mit Elektrifizierung wurde mehrfach diskutiert, im Bundesverkehrswegeplan 2030 im Herbst 2016 aber in allen drei eingereichten Varianten abgelehnt.

Diesel Triebzug der NordWestBahn hält in Cloppenburg (2023)
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Cloppenburg liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück, deren Abschnitt bis Quakenbrück am 15. Oktober 1875 eröffnet wurde. Seit dem 5. November 2000 fährt hier die NordWestBahn.

Die Nebenbahn nach Friesoythe und Ocholt verlor 1968 ihren Personenverkehr, seit 2006 gibt es mehrmals im Jahr Museumsbahnfahrten. Die Schmalspurbahn zur Landesgrenze wurde 1953 eingestellt.

Die NordWestBahn übernimmt

Die Linie Wilhelmshaven–Oldenburg–Osnabrück gehörte zum Netz Weser-Ems, dem ersten Netz, das die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen ausgeschrieben hat.

Den Zuschlag erhielt die NordWestBahn, die den Betrieb am 5. November 2000 mit Dieseltriebzügen vom Typ Lint aufnahm und die Ausschreibung im November 2014 erneut gewann.

Zwischen 2000 und 2008 verdoppelte sich die Nachfrage, und 2009 nutzten im Durchschnitt jeden Tag 11.800 Menschen die Züge zwischen Osnabrück und Wilhelmshaven.

Die Triebwagen vom Typ Lint 41 fahren im Stundentakt und werden je nach Andrang zu längeren Zügen gekuppelt, im Schnitt erreichen sie 73 Kilometer pro Stunde.

Bahnhof Cloppenburg Gleisseite (2023)
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Nebenbahn nach Friesoythe

Am 1. Oktober 1906 eröffneten die oldenburgischen Staatseisenbahnen eine Stichbahn von Cloppenburg nach Friesoythe.

Sie wurde 1907 bis Scharrel verlängert und am 1. September 1908 in Ocholt mit der Strecke Oldenburg–Leer verbunden.

Im Jahr 1950 fuhren täglich fünf Zugpaare über die ganze Strecke, doch am 29. September 1968 endete der Personenverkehr.

Seit 2006 finden mehrmals im Jahr Museumsbahnfahrten von Friesoythe nach Cloppenburg und zurück statt.

Museumsdorf Cloppenburg
Foto: Wittkowsky, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Schmalspurbahn zur Landesgrenze

Ab 1900 fuhr von Cloppenburg aus außerdem eine Schmalspurbahn mit 750 Millimetern Spurweite über Lastrup.

Die Strecke wurde in drei Abschnitten von 1900 bis 1903 eröffnet, und ihr Endbahnhof hieß schlicht Landesgrenze.

Der Name bezog sich auf die Grenze zwischen dem Großherzogtum Oldenburg und Preußen, denn der geplante Anschluss an die Hümmlinger Kreisbahn kam nie zustande.

Die Bahn beförderte vor allem landwirtschaftliche Produkte, 1953 wurde der Verkehr eingestellt und die Strecke anschließend abgebaut.

Cloppenburg Museumsdorf Fachwerkkirche
Foto: Corradox, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Kultur im Empfangsgebäude

Im umgebauten Westflügel des Cloppenburger Bahnhofs hat das Kulturzentrum Kulturbahnhof seinen Sitz.

So ist aus einem Teil des Empfangsgebäudes ein Ort für Kultur geworden, während auf der Gleisseite weiterhin die Züge halten.

Die Linie der NordWestBahn verbindet die drei Oberzentren Osnabrück, Oldenburg und Wilhelmshaven und wird wegen ihrer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit als Expresslinie geführt.

Die Strecke selbst gehört weiterhin der Deutschen Bahn.

Freilichtmuseum Cloppenburg Bockwindmühle 17RM3629
Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Burg, Weichbild und Stadtrecht

Die Grafen von Tecklenburg ließen an der Soeste die Burg Cloppenburg erbauen, um in dieser Gegend ihre Landeshoheit zu sichern.

Im Jahr 1393 belagerten die Bischöfe und Städte von Münster und Osnabrück die Burg und eroberten sie noch im selben Jahr.

Im März 1411 erhielt der Burgflecken vom Bischof von Münster das Weichbildrecht, und im Januar 1435 folgte das Stadtrecht mit einem Wappen, das den heiligen Paulus zeigt.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde Cloppenburg ein Teil des Herzogtums Oldenburg, und später wurde der benachbarte Flecken Krapendorf mit der Stadt vereinigt.

Hofanlage Haake im Museumsdorf Cloppenburg (2023)
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Museumsdorf

Das Museumsdorf Cloppenburg geht auf ein Heimatmuseum für das Oldenburger Münsterland zurück, das 1922 gegründet wurde.

Die Anlage wurde am Himmelfahrtstag 1936 eröffnet und gilt als eines der ältesten Freilichtmuseen Deutschlands.

Auf rund 20 Hektar stehen mehr als fünfzig historische Gebäude, darunter große Hofanlagen wie der Quatmannshof und die Wehlburg sowie drei Mühlen, ein Herrenhaus, eine Kirche und eine Schule.

Im Jahr 2023 kamen wieder rund 280.000 Besucher, so viele wie vor der Corona-Pandemie.

Rückwärtige Giebelseite der Wehlburg im Museumsdorf Cloppenburg
Foto: JoachimKohler-HB, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Cloppenburg

In der Fußgängerzone stehen die Bronzeskulpturen Dialog auf dem Platz Stadtmitte und am westlichen Ende der Eberborgbrunnen.

Im Stadtpark findet man das Amtsgericht, einen Bau im Jugendstil, und die Fundamente der alten Cloppenburg.

Auf dem höchsten Punkt der Stadt steht die barocke St.-Andreas-Kirche, deren Neubau im Jahr 1728 vollendet wurde.

Weithin sichtbar ist außerdem ein 76 Meter hoher Turm, der 1963 auf dem Gelände eines früheren Werks errichtet wurde.

St Andrew church in Cloppenburg (13)
Foto: Krzysztof Golik, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Seit wann hat Cloppenburg einen Bahnhof?
Seit dem 15. Oktober 1875, als der Abschnitt der Südbahn von Oldenburg nach Quakenbrück eröffnet wurde.
Welche Züge halten in Cloppenburg?
Die Züge der NordWestBahn auf der Linie zwischen Osnabrück, Oldenburg und Wilhelmshaven, im Stundentakt.
Ist die Strecke elektrifiziert?
Nein, die Südbahn ist größtenteils eingleisig und wird mit Dieseltriebwagen vom Typ Lint 41 befahren.
Was ist der Kulturbahnhof?
Ein Kulturzentrum im umgebauten Westflügel des Cloppenburger Bahnhofs.
Wie groß ist das Museumsdorf?
Es umfasst etwa 20 Hektar mit mehr als fünfzig historischen Gebäuden vom Bauernhof bis zur Mühle.

Weiterfahrt

→ Ortstermin: Oldenburg Hauptbahnhof – die Großstadt im Norden, Ausgangspunkt der Südbahn

→ Ortstermin: Der Bahnhof Vechta im Oldenburger Münsterland – die Nachbarkreisstadt im Oldenburger Münsterland

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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