Stimmt es, dass …?
„Hinweis aus der Geschichte: Der Verein Deutscher Lokomotivführer wurde bereits im Jahr 1867 gegründet.“
Stimmt es, dass die Lokführergewerkschaft die älteste Gewerkschaft Deutschlands ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt nur teilweise. Die GDL beruft sich auf den 1867 gegründeten Verein Deutscher Lokomotivführer und sieht sich deshalb als älteste deutsche Gewerkschaft, als GDL entstand sie aber erst 1920, und andere Verbände haben noch ältere Vorläufer.
Wenn es um Tarifkonflikte bei der Bahn geht, fällt oft der Name GDL.
Dabei heißt es gelegentlich, die Gewerkschaft der Lokführer sei die älteste Gewerkschaft in Deutschland.
Dieser Mythos-Check zeigt, woher dieser Anspruch kommt und warum er nur zum Teil stimmt.

Die Fakten in Zahlen
1867
Gründung
des Vereins Deutscher Lokomotivführer
1920
Entstehung
der GDL aus dem Vorläuferverband
37.000
Mitglieder
zählte die GDL im Jahr 2020
Die GDL ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und von 53 weiteren privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Was die GDL ist
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, kurz GDL, ist eine deutsche Spartengewerkschaft für das Personal der Eisenbahnunternehmen.
Sie ist Mitglied im dbb beamtenbund und tarifunion.
Die GDL ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und von 53 weiteren privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Früher vertrat sie ausschließlich Lokomotivführer.
Im Jahr 2020 hatte sie 37.000 Mitglieder.

Die Wurzeln von 1867
Die Geschichte der GDL beginnt mit einem Vorläufer.
1867 wurde der Verein Deutscher Lokomotivführer gegründet.
Seine Satzung wurde 1904 vom Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung genehmigt.
Nach der Gründung der Preußisch-Hessischen Eisenbahngemeinschaft hieß er ab 1907 Verband preußisch-hessischer Lokomotivführer.
Zu seinen frühen Leistungen gehörten eine Unfallkasse, eine Rechtsschutzversicherung und die Unterstützung notleidender Lokführerfamilien.
Gut zu wissen
Die GDL ist eine sogenannte Spartengewerkschaft, die vor allem bestimmte Berufsgruppen vertritt. Im Juli 2002 verließ sie die Tarifgemeinschaft mit der GDBA und der Gewerkschaft Transnet, weil sie andere tarifpolitische Ziele verfolgte.
Im November 2002 scheiterte ein Ergänzungstarifvertrag mit bis zu 18 zusätzlichen unbezahlten Schichten pro Jahr bei DB Regio am Widerstand der GDL. Nach ihren Angaben traten daraufhin rund 3000 Beschäftigte des Zugbegleitdienstes ein.
Ein Verband von Beamten
Die Lokführer der Staatsbahnen hatten damals den Status von Unterbeamten.
Ein wichtiges Ziel des Verbands war es, davon wegzukommen und als Subalternbeamte im mittleren Beamtenrang anerkannt zu werden.
Erst die Weimarer Verfassung räumte auch Beamten die Koalitionsfreiheit ein.
Daraufhin entstand aus dem Verband im Jahr 1920 die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer.
Anfang der 1930er Jahre hatte die GDL über 70.000 Mitglieder.
Der Anspruch auf den Titel
Weil sie sich in der Tradition dieser Vorläufer sieht, betrachtet sich die GDL als älteste deutsche Gewerkschaft.
Ganz unumstritten ist das nicht.
Andere Verbände führen ihre Wurzeln noch weiter zurück.
Der Hamburger Landesverband der Bildungsgewerkschaft GEW feierte zum Beispiel im November 2005 sein 200-jähriges Bestehen.
Er sieht sich in der Nachfolge der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens, die bereits 1805 gegründet wurde.
Gleichgeschaltet und verfolgt
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nahm die GDL 1933 wieder den alten Namen Verein Deutscher Lokomotivführer an.
So wollte sie das politische Reizwort Gewerkschaft vermeiden.
Am 16. Dezember 1933 legte der Vorsitzende unter wachsendem politischem Druck sein Amt nieder, und die Organisation geriet unter die Kontrolle der Nationalsozialisten.
Am 12. November 1936 wurde der Verein in den Reichsbund der Deutschen Beamten eingegliedert.
Einige führende Mitglieder wurden verfolgt, zum Teil mehrfach inhaftiert und ermordet.
Neuanfang nach 1945
Erste Ortsverbände der GDL wurden 1946 wieder gegründet.
1949 fand die erste Generalversammlung nach dem Krieg statt.
Dabei beschloss die GDL den Beitritt zum Deutschen Beamtenbund.
In Westdeutschland waren bis Ende der 1980er Jahre etwa 98 Prozent ihrer Mitglieder Beamte, die nicht streiken durften.
Nach eigenen Angaben lag der Organisationsgrad unter den rund 25.000 Lokführern in Deutschland im Jahr 2010 bei mehr als 70 Prozent.
Neugründung im Osten
Am 24. Januar 1990 wurde im Bahnbetriebswerk Halle P die GDL-Ost gegründet.
Sie war die erste freie Gewerkschaft, die in der DDR wiedergegründet wurde.
Nach eigenen Angaben organisierte sie 1990 binnen neun Monaten rund 15.000 Lokführer in den neuen Bundesländern, etwa 90 Prozent von ihnen.
Im Juli 1990 setzte sie sich mit Warnstreiks dafür ein, die Löhne der Reichsbahn-Lokführer im Verhältnis eins zu eins umzurechnen.
Am 29. Januar 1991 schlossen sich GDL West und Ost in Kassel zu einer gesamtdeutschen Gewerkschaft zusammen.
Mehr als nur Lokführer
Lange vertrat die GDL ausschließlich Lokführer.
2002 öffnete sie sich für das gesamte Fahrpersonal der Deutschen Bahn und des öffentlichen Nahverkehrs.
Von den rund 11.000 Zugbegleitern der Deutschen Bahn waren nach Angaben der GDL im Jahr 2010 über 30 Prozent Mitglied.
Im November 2020 öffnete sie sich für das gesamte direkte Eisenbahnpersonal, etwa auch für Beschäftigte der Instandhaltung von Fahrzeugen und Fahrwegen.
Neben Lokführern vertritt sie heute mehr als 9000 Mitglieder anderer Berufsgruppen.
Ausflug in den Nahverkehr
Nach dem Streik bei der Deutschen Bahn in den Jahren 2007 und 2008 organisierte die GDL zunehmend auch U-Bahn-, Straßenbahn- und Busfahrer.
In Berlin, München, Nürnberg und Saarbrücken entstanden eigene Ortsgruppen im Nah- und Stadtverkehr.
Später beschloss die Generalversammlung, sich auf den Eisenbahnbereich zu beschränken.
Für die Beschäftigten im Nahverkehr wurde deshalb 2012 im Beamtenbund die Nahverkehrsgewerkschaft gegründet.
Die GDL selbst blieb damit eine Gewerkschaft für die Eisenbahn.
Das Fazit
Der Mythos stimmt nur teilweise.
Die GDL führt ihre Tradition auf den 1867 gegründeten Verein Deutscher Lokomotivführer zurück und betrachtet sich deshalb als älteste deutsche Gewerkschaft.
Unter dem Namen GDL entstand sie jedoch erst 1920, als auch Beamte Gewerkschaften bilden durften.
Andere Verbände wie ein Landesverband der GEW sehen ihre Wurzeln sogar im Jahr 1805.
Alt ist die Lokführergewerkschaft also ohne Zweifel, ob sie die älteste ist, hängt aber davon ab, wie man zählt.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
