Stimmt es, dass es das Schönes-Wochenende-Ticket noch gibt?

Stimmt es, dass …?

„Wer mit dem Schönes-Wochenende-Ticket unterwegs ist, fährt leider ungültig, dieses Angebot hat den Bahnsteig schon 2019 verlassen.“

Stimmt es, dass es das Schönes-Wochenende-Ticket noch gibt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Nein, das stimmt nicht. Die Deutsche Bahn hat den Verkauf des Schönes-Wochenende-Tickets am 8. Juni 2019 eingestellt, bereits gekaufte Tickets galten nur noch bis zum 29. Dezember 2019.

Für eine ganze Generation war es der Inbegriff des günstigen Bahnausflugs.

Mit einem Ticket fuhren bis zu fünf Menschen einen Tag lang kreuz und quer durch Deutschland, solange sie nur Nahverkehrszüge nahmen.

Ob es das legendäre Wochenendticket heute noch gibt und was aus ihm geworden ist, klärt dieser Mythos-Check.

Bahnhof Waging Bahnsteig
Foto: Flummi-2011, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1995–2019

Verkaufszeitraum

eingestellt am 8. Juni 2019

15 DM

Startpreis

für bis zu fünf Personen

6,8 Mio.

verkaufte Tickets

bundesweit im Jahr 2000

Bereits gekaufte Tickets galten noch bis zum 29. Dezember 2019.

Ein Klassiker der Neunzigerjahre

Das Schönes-Wochenende-Ticket wurde ab dem 1. Februar 1995 verkauft, erster Geltungstag war Samstag, der 4. Februar 1995.

Für 15 D-Mark durften fünf Personen das ganze Wochenende über beliebig oft mit S-Bahnen, Regionalbahnen und Regional-Express-Zügen fahren.

Kinder zwischen vier und elf Jahren zählten dabei nur als halbe Personen.

Umgangssprachlich hieß das Angebot auch Wochenendticket oder zeitweise 15-Mark-Ticket und später 30-Mark-Ticket.

Alstom Coradia LINT Oberbergische Bahn
Foto: tohma, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Ansturm, mit dem keiner rechnete

Eingeführt wurde das Ticket, um die oft geringe Auslastung der Nahverkehrszüge am Wochenende zu verbessern.

Kurz nach der Bahnreform von 1994 gehörte es zu den ersten Versuchen der neuen Deutschen Bahn AG, ihre Züge nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten zu füllen.

Die günstigen Bedingungen führten schon bald zu teils massiv überfüllten Zügen.

Bis Mai 1995 wurde das Ticket mehr als eine Million Mal verkauft, und 40 Prozent der Nutzer waren Neukunden.

Durch die Verstärkung einiger Wochenendzüge auf das Niveau der Werktage entstanden rund 195.000 zusätzliche Sitzplätze.

Gut zu wissen

Das Schönes-Wochenende-Ticket war neben dem Guten-Abend-Ticket einer der ersten Versuche der 1994 gegründeten Deutschen Bahn AG, ihre Züge gezielt besser auszulasten. Es wurde bis Mai 1995 bereits mehr als eine Million Mal verkauft.

Ländertickets wurden ab März 1997 eingeführt, zunächst in Bayern. Heute gibt es entsprechende Angebote für alle Bundesländer.

Ausflugsticket für Fernreisen

Ursprünglich sollte das Angebot vor allem Familien und Ausflüglern günstige Kurzreisen ermöglichen.

Tatsächlich nutzten unerwartet viele Fahrgäste das Ticket aber auch für lange Reisen quer durch Deutschland.

Anfang 1997 verkaufte die Bahn nach eigenen Angaben pro Woche etwa 90.000 Tickets, in Spitzenzeiten weit mehr als 100.000.

Im Jahr 2000 wurden bundesweit 6,8 Millionen Schönes-Wochenende-Tickets abgesetzt, im Jahr 2001 waren es fast sieben Millionen.

Wo das Ticket galt und wo nicht

Gültig war das Ticket in den Zuggattungen Interregio-Express, Regional-Express, Regionalbahn und S-Bahn.

Fast alle nichtbundeseigenen Eisenbahnen erkannten es an, und in vielen Verkehrsverbünden galt es auch in Straßenbahnen, U-Bahnen und Bussen.

In Fernzügen war es dagegen nicht gültig, und ausgegeben wurde es nur für die zweite Klasse.

Ein Übergang in den Fernverkehr oder in die erste Klasse war selbst gegen Aufpreis nicht möglich.

Ausgenommen waren außerdem Sonderfälle wie die Wangerooger Inselbahn und die Fahrt zu den Bahnhöfen Jestetten und Lottstetten, die auf dem Schienenweg nur über Schweizer Gebiet erreichbar sind.

Von fünf Personen zur Familie und zurück

Zum 1. April 1998 änderte die Bahn die Bedingungen deutlich.

Statt fünf Personen beliebigen Alters galt das Ticket nur noch für zwei Erwachsene mit beliebig vielen eigenen Kindern oder für bis zu fünf allein reisende Jugendliche.

Nach massiven Protesten von Kunden und Fahrgastverbänden wurde diese Regel zum 1. April 1999 wieder zurückgenommen.

Im Gegenzug verkürzte die Bahn die Gültigkeit von 48 auf 27 Stunden, also von Mitternacht bis drei Uhr am Folgetag.

Als Grund nannte sie vor allem den Weiterverkauf gebrauchter Tickets auf den Bahnhöfen und die hohe Auslastung der Züge.

Ein Name auf der Fahrkarte

Seit dem 1. April 2005 war das Ticket personalisiert, um die Weitergabe nach der Nutzung zu unterbinden.

Zunächst musste der Reisende mit dem längsten Reiseweg seinen Namen in Blockschrift eintragen und sich bei der Kontrolle mit einem amtlichen Lichtbildausweis ausweisen.

Seit dem 13. Dezember 2015 mussten dann die Namen aller Mitreisenden auf der Fahrkarte stehen.

Stieg der Unterzeichnende vor den anderen aus, war das Ticket für die Übrigen anschließend ungültig.

Seit April 2010 durften übrigens auch Hunde mitfahren, und das Ticket ließ sich als Online-Ticket zum Selbstausdrucken buchen.

Vom Pauschalpreis zum Preis pro Kopf

Mit der Ausweitung auf erste Verkehrsverbünde stieg der Preis schon im Mai 1995 auf 30 D-Mark.

In den folgenden Jahren wurde er mehrfach erhöht, auch um die große Nachfrage zu bremsen.

Seit dem 14. Dezember 2014 galt das Ticket nicht mehr pauschal für fünf Personen, sondern der Preis stieg mit jedem Mitfahrer.

Zuletzt kostete es am Automaten und im Internet 44 Euro für die erste Person und je sechs Euro für jeden weiteren Mitreisenden.

Im Reisezentrum kamen zwei Euro Servicegebühr hinzu.

Das Ende im Jahr 2019

Schon 2001 wurde eine Abschaffung des Tickets diskutiert, Anfang 2002 gab die Bahn dann aber die Fortführung des Angebots bekannt.

Am 8. Juni 2019 stellte die Deutsche Bahn den Verkauf schließlich ein.

Bereits verkaufte Tickets konnten noch bis zum 29. Dezember 2019 genutzt werden.

Als Gründe nannte die Bahn rückläufige Verkaufszahlen und eine Vereinfachung der Tarifstruktur.

Fahrgastverbände kritisierten, dass das empfohlene Ersatzangebot anders als das Wochenendticket keine weiteren Verbundverkehrsmittel einschließt.

Was heute an seine Stelle tritt

Als Alternative verweist die Bahn auf das Quer-durchs-Land-Ticket, das es seit 2009 gibt und das an jedem beliebigen Wochentag für bundesweite Fahrten im Regionalverkehr gilt.

Seit 2022 gehört es zum sogenannten Deutschlandtarif.

Für Fahrten innerhalb eines Bundeslands oder in einigen zusammenhängenden Ländern gibt es zudem die Ländertickets, die ab März 1997 eingeführt wurden.

Wer regelmäßig im Nahverkehr unterwegs ist, nutzt heute oft das Deutschlandticket, das seit dem 1. Mai 2023 bundesweit gilt.

Es ist allerdings ausschließlich im monatlich kündbaren Abonnement erhältlich und kostet seit Januar 2026 63 Euro im Monat.

Das Fazit

Der Mythos stimmt nicht, denn das Schönes-Wochenende-Ticket gibt es seit 2019 nicht mehr.

Der Verkauf endete am 8. Juni 2019, und die letzten Tickets verloren am 29. Dezember 2019 ihre Gültigkeit.

In fast 25 Jahren hatte das Angebot die Nahverkehrszüge an den Wochenenden gefüllt und oft sogar überfüllt.

Wer heute einen günstigen Tagesausflug im Regionalverkehr plant, greift zum Quer-durchs-Land-Ticket, zu einem Länderticket oder zum Deutschlandticket.

Das Wort Wochenendticket lebt im Sprachgebrauch weiter, das Ticket selbst aber nur noch in der Erinnerung.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Gibt es das Schönes-Wochenende-Ticket noch?
Nein. Der Verkauf wurde am 8. Juni 2019 eingestellt, gekaufte Tickets galten bis zum 29. Dezember 2019.
Warum wurde das Ticket abgeschafft?
Die Deutsche Bahn nannte rückläufige Verkaufszahlen und eine Vereinfachung der Tarifstruktur.
Was kostete das Ticket zum Start?
Im Jahr 1995 kostete es 15 D-Mark für fünf Personen und galt das ganze Wochenende.
Welche Tickets gibt es heute stattdessen?
Zum Beispiel das Quer-durchs-Land-Ticket, die Ländertickets und das Deutschlandticket im Abonnement.
Galt das Ticket auch im ICE?
Nein. Es galt nur in Nahverkehrszügen der zweiten Klasse, ein Aufpreis für Fernzüge war nicht möglich.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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