Sollten ICE-Sprinter ohne Zwischenhalt Vorrang im Fahrplan haben?

Standpunkt

„Dieser Zug hält nicht in Ihrer Stadt, weil er schneller in einer anderen sein will.“

Sollten ICE-Sprinter ohne Zwischenhalt Vorrang im Fahrplan haben?

→ Ein Standpunkt zum Fernverkehr.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Nein. Sprinter sind ein gutes Angebot, aber im Fahrplan sollte der Takt für alle Vorrang haben, nicht die Rekordfahrt für wenige.

Zwischen deutschen Großstädten fahren ICE, die kaum oder gar nicht unterwegs halten.

Sie sind schnell und bei Geschäftsreisenden beliebt.

Doch auf vollen Strecken kostet jeder Sprinter Platz, den andere Züge brauchen.

ICE 3 Oberhaider Wald Tunnel
Foto: Sebastian Terfloth, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Seit 1992 unterwegs

Die ersten ICE Sprinter wurden im Jahr 1992 eingeführt.

Sie verkehren mit wenigen oder ganz ohne Zwischenhalte zwischen deutschen Großstädten.

Anfangs nannte man sie auch Shuttle-ICE.

Sie richteten sich vor allem an Geschäftsreisende.

Reflection ICE window in Freiburg
Foto: Peter Kappus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Aufpreis und Reservierungspflicht

Für die Sprinter wurden über viele Jahre verschiedene Aufpreise verlangt.

Seit 2002 bestand zudem eine Reservierungspflicht.

Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 fielen diese Einschränkungen weg.

Seitdem kann man die Sprinter wie normale ICE nutzen.

Früher nur morgens und abends

Lange fuhren die Sprinter vor allem zwischen 5 und 7 Uhr morgens und zwischen 17 und 19 Uhr am Abend.

Die Bahn sah Geschäftsreisende und Tagespendler als wichtigste Zielgruppe.

Seit 2015 gibt es Sprinter-Linien über den ganzen Tag.

Heute verbinden sie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart und das Ruhrgebiet.

Nicht jeder Sprinter war ein Erfolg

Auf der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main wurden alle Sprinter nach wenigen Jahren wieder eingestellt.

Der Aufpreis war hoch und die Zeitersparnis gegenüber den normalen Zügen gering.

Außerdem waren die Sprinter schlecht in das übrige Netz eingebunden.

Die Nachfrage blieb deshalb aus.

Zwölf Relationen im Jahr 2025

Im Jahresfahrplan 2025 fuhren Sprinter auf zwölf Relationen.

Besonders bekannt ist die Verbindung zwischen Berlin und München.

Dort sind Fahrzeiten von unter vier Stunden möglich.

Für viele Reisende ist das eine echte Alternative zum Flugzeug.

Was ein Sprinter im Fahrplan kostet

Ein Zug ohne Halt ist auf der Strecke schneller als ein Zug mit vielen Halten.

Auf einer vollen Strecke muss der langsamere Zug deshalb oft ausweichen oder warten.

Das kann Anschlüsse in anderen Bahnhöfen gefährden.

Jeder Sprinter verändert also den Fahrplan vieler anderer Züge.

Der Deutschlandtakt

Der Deutschlandtakt soll Züge so planen, dass sie in den großen Knoten zur gleichen Zeit ankommen.

So können Reisende ohne lange Wartezeiten umsteigen.

Sprinter passen in dieses System nur, wenn sie ihren eigenen Platz im Takt bekommen.

Sonst drängen sie andere Züge aus ihren Zeitfenstern.

Die Städte dazwischen

Mittelgroße Städte leiden oft darunter, wenn schnelle Züge durchfahren.

Für sie ist jeder ausgelassene Halt eine verpasste Verbindung.

Ein gutes Fernverkehrsnetz muss auch sie mitnehmen.

Sonst entsteht ein Netz, das nur die Metropolen verbindet.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Pro und Contra

Dafür

+  Sprinter machen die Bahn auf langen Strecken konkurrenzfähig zum Flugzeug.

+  Geschäftsreisende sparen wertvolle Zeit.

+  Schnelle Verbindungen zwischen Metropolen sind ein starkes Aushängeschild.

+  Volle Sprinter zeigen, dass es eine große Nachfrage gibt.

+  Weniger Halte bedeuten weniger Energieverbrauch pro Fahrt.

+  Ohne Vorrang verlieren Sprinter ihren Zeitvorteil.

Dagegen

−  Vorrang für Sprinter kann Anschlüsse im übrigen Netz zerstören.

−  Mittelgroße Städte würden weiter abgehängt.

−  Auf vollen Strecken nimmt jeder Sprinter anderen Zügen Platz weg.

−  Der Deutschlandtakt braucht verlässliche Knoten, keine Sonderzüge.

−  Die Zeitersparnis ist oft kleiner als gedacht.

−  Die Erfahrung auf Köln–Rhein/Main zeigt, dass Sprinter nicht immer funktionieren.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Unterm Strich

ICE-Sprinter sind ein gutes Produkt und sollten bleiben.

Einen generellen Vorrang im Fahrplan sollten sie aber nicht bekommen.

Wichtiger ist ein verlässlicher Takt, der viele Städte miteinander verbindet.

Wo Platz ist, dürfen die Sprinter gern schneller fahren.

Weiterfahrt

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →