Sollte die Berliner Siemensbahn wieder in Betrieb gehen?

Standpunkt

„Auf diesem Viadukt wächst seit 1980 Gras, und bald sollen hier wieder Züge fahren.“

Sollte die Berliner Siemensbahn wieder in Betrieb gehen?

→ Ein Standpunkt zur Berliner S-Bahn.

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Worum es geht

Ja. Eine fertige Trasse in einen wachsenden Stadtteil zu reaktivieren, ist eines der sinnvollsten Bahnprojekte Berlins.

Im Westen Berlins steht eine S-Bahn-Strecke, auf der seit Jahrzehnten kein Zug mehr fährt.

Die Siemensbahn wurde einst von einem Unternehmen gebaut, um seine Werke anzubinden.

Nun soll sie wieder zum Leben erweckt werden, und das ist eine gute Nachricht.

Straße am Schaltwerk (Berlin Siemensstadt) Unterführung Siemensbahn 2
Foto: Alexrk2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Bahn von Siemens

Die Siemensbahn führt vom Bahnhof Jungfernheide über knapp viereinhalb Kilometer nach Gartenfeld.

Gebaut hat sie die Firma Siemens & Halske zwischen 1927 und 1929 auf eigene Kosten.

Ziel war es, die Werke in der Siemensstadt besser an das S-Bahn-Netz anzubinden.

Tausende Beschäftigte fuhren so jeden Tag mit der Bahn zur Arbeit.

Siemensbahn am Popitzweg
Foto: Alexrk2, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Drei Stationen

Auf der Strecke liegen die Stationen Wernerwerk, Siemensstadt und Gartenfeld.

Nach Wernerwerk macht die Bahn eine weite Kurve von 90 Grad.

Der Endbahnhof Gartenfeld liegt ebenerdig und hatte ein eigenes Stellwerk und eine Abstellanlage.

Die Stationen sind Zeugen der Architektur der späten 1920er Jahre.

Ein Viadukt über die Spree

Von der Spreebrücke bis hinter den Bahnhof Wernerwerk verläuft die Strecke auf 800 Metern als Viadukt.

Danach führt sie etwa zwei Kilometer auf einem Damm.

So entstand eine Hochbahn mitten durch das Industriegebiet.

Bis heute prägt das Bauwerk das Stadtbild in Siemensstadt.

Stillgelegt seit 1980

Nach dem Streik der Reichsbahner im Jahr 1980 wurde der S-Bahn-Verkehr eingestellt.

Damals betrieb die ostdeutsche Reichsbahn auch die S-Bahn in West-Berlin.

Viele Strecken im Westen der Stadt lagen danach jahrelang still.

Die Siemensbahn gehört zu denen, die nie wieder in Betrieb gingen.

Reaktivierung bis 2029

Heute ist die Reaktivierung beschlossen.

Nach aktueller Planung sollen die Züge im Herbst 2029 wieder fahren.

Dafür müssen Brücken, Gleise und Stationen gründlich erneuert werden.

Die alten Bauwerke stehen dabei teilweise unter Denkmalschutz.

Ein neuer Stadtteil entsteht

In Siemensstadt entsteht auf dem alten Werksgelände ein großer neuer Stadtteil mit Arbeitsplätzen und Wohnungen.

Auch Gartenfeld wird zu einem Wohnquartier entwickelt.

Ohne gute Schienenanbindung würde der Autoverkehr stark wachsen.

Die Siemensbahn ist deshalb die logische Verkehrslösung für das Gebiet.

Über Gartenfeld hinaus

Diskutiert wird auch, die Strecke später über Gartenfeld hinaus zu verlängern.

Damit könnten weitere Teile von Spandau angebunden werden.

Das wäre ein zusätzlicher Nutzen für den stark wachsenden Bezirk.

Zunächst geht es aber darum, die bestehende Strecke wieder zu nutzen.

Kosten und Nutzen

Die Sanierung einer fast hundert Jahre alten Strecke ist teuer.

Viele Bauwerke haben jahrzehntelang ohne Pflege gestanden.

Dem steht gegenüber, dass eine neue Trasse durch dicht bebautes Gebiet kaum möglich wäre.

Die vorhandene Siemensbahn ist deshalb ein großer Glücksfall.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Pro und Contra

Dafür

+  Die Trasse existiert bereits, eine neue wäre kaum zu bauen.

+  Der neue Stadtteil in Siemensstadt braucht eine schnelle Schienenverbindung.

+  Viele Arbeitsplätze und Wohnungen entstehen direkt an der Strecke.

+  Die Straßen im Berliner Westen würden entlastet.

+  Ein Stück Berliner Verkehrsgeschichte würde wiederbelebt.

+  Eine spätere Verlängerung könnte weitere Stadtteile anbinden.

Dagegen

−  Die Sanierung der alten Bauwerke ist teuer und aufwendig.

−  Denkmalschutz kann die Bauarbeiten erschweren.

−  Eine Strecke von nur viereinhalb Kilometern nützt anfangs wenigen Menschen.

−  Das Geld könnte in andere Engpässe der Berliner S-Bahn fließen.

−  Der Termin 2029 könnte sich weiter verschieben.

−  Anwohner, die an die Ruhe gewöhnt sind, bekommen wieder Zuglärm.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Unterm Strich

Die Siemensbahn ist ein Paradebeispiel für eine Reaktivierung, die sich lohnt.

Eine fertige Trasse führt direkt in ein Gebiet, das gerade neu entsteht.

Dass die Züge ab 2029 wieder fahren sollen, ist richtig und längst überfällig.

Wichtig ist jetzt, dass der Termin hält und die Verlängerung ernsthaft geplant wird.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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