Sollte Deutschland die Anbindung des Fehmarnbelt-Tunnels schneller bauen?

Standpunkt

„Ein Tunnel ohne fertige Zufahrt ist wie ein Bahnsteig ohne Zug.“

Sollte Deutschland die Anbindung des Fehmarnbelt-Tunnels schneller bauen?

→ Ein Standpunkt zur Vogelfluglinie.

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Worum es geht

Ja, mit Nachdruck. Wenn der Tunnel unter der Ostsee fertig ist, darf die deutsche Seite nicht der Engpass sein.

Unter der Ostsee entsteht zwischen Fehmarn und Lolland ein Tunnel für Autos und Züge.

Er soll Hamburg und Kopenhagen näher zusammenbringen.

Doch auf deutscher Seite hinkt die Anbindung hinterher.

Femern infocenter
Foto: Lcl, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein Tunnel der Superlative

Der Fehmarnbelt-Tunnel wird 18,1 Kilometer lang.

Er verbindet die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland.

Er wird als Absenktunnel gebaut, in dieser Größe ist das bisher einmalig.

Fertig könnte er der längste kombinierte Straßen- und Eisenbahntunnel der Welt werden.

Fehmarnbelt Bohrinsel 2015
Foto: Holger.Ellgaard, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zehn Minuten statt 45

Heute bringt eine Fähre die Reisenden über den Fehmarnbelt.

Die Überfahrt dauert etwa 45 Minuten.

Durch den Tunnel soll die reine Fahrzeit nur noch rund zehn Minuten betragen.

Und das bei jedem Wetter.

Ein langer Weg zum Baurecht

Das dänische Parlament genehmigte den Bau am 28. April 2015.

In Deutschland gab es lange rechtliche Einwände.

Erst am 3. November 2020 entschied das Bundesverwaltungsgericht endgültig.

Seitdem gibt es auch auf deutscher Seite Baurecht.

Immer wieder verschoben

Ursprünglich sollte der Tunnel schon 2021 fertig sein.

Im Jahr 2023 ging man dann von 2029 aus.

Im Jahr 2026 war von 2031 die Rede.

Die Schienenanbindung wird jedoch nicht vor 2032 fertig.

Das Nadelöhr an Land

Auf deutscher Seite muss die Bahn durch Ostholstein ausgebaut werden.

Die Strecke nach Puttgarden braucht zwei Gleise und eine Oberleitung.

Auch die Querung des Fehmarnsunds muss neu gelöst werden.

Ohne diese Arbeiten nützt der schönste Tunnel wenig.

Gebaut für 120 Jahre

Der Tunnel ist auf eine Nutzungsdauer von 120 Jahren ausgelegt.

Er wird also noch unseren Urenkeln dienen.

Umso wichtiger ist, dass er von Anfang an gut angebunden ist.

Ein holpriger Start würde lange nachwirken.

Ein Stück Europa

Die Vogelfluglinie verbindet die Großräume Hamburg und Kopenhagen.

Sie ist Teil eines Korridors von Skandinavien bis ans Mittelmeer.

Viele Güter könnten künftig per Zug statt per Lkw fahren.

Dafür muss die Strecke aber durchgehend leistungsfähig sein.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Pro und Contra

Dafür

+  Die Fahrt zwischen Hamburg und Kopenhagen wird deutlich kürzer.

+  Güter können von der Straße auf die Schiene wechseln.

+  Deutschland hat den Ausbau gegenüber Dänemark fest zugesagt.

+  Ein fertiger Tunnel ohne Anbindung wäre Geldverschwendung.

+  Die Region Ostholstein bekommt bessere Verbindungen.

+  Europa rückt im Norden enger zusammen.

Dagegen

−  Anwohner in Ostholstein fürchten mehr Lärm durch Güterzüge.

−  Der Ausbau kostet viel Geld, das anderswo fehlen könnte.

−  Beim Bau an der Ostsee muss auf die Natur geachtet werden.

−  Zu viel Eile kann zu Fehlern in der Planung führen.

−  Andere Engpässe im Netz sind vielleicht dringender.

−  Die Verkehrsprognosen könnten zu optimistisch sein.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Unterm Strich

Der Tunnel wird gebaut, daran ändert keine Debatte mehr etwas.

Jetzt geht es nur noch darum, ob er von Anfang an gut genutzt wird.

Dafür muss die deutsche Seite zügig fertig werden, mit Rücksicht auf die Anwohner.

Ein Jahrhundertbauwerk verdient eine Anbindung, die nicht jahrelang hinterherhinkt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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