Standpunkt
„Der längste Tunnel der Welt nützt wenig, wenn davor die Züge im Stau stehen.“
Sollte der Brenner-Nordzulauf durch das Inntal gebaut werden?
→ Ein Standpunkt zur Brennerachse.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Ja, aber mit viel Rücksicht. Ohne neue Gleise im Inntal bleibt der teure Brenner-Basistunnel ein Flaschenhals.
Unter dem Brenner entsteht ein gewaltiger Tunnel.
Doch auch die Strecken davor müssen mitwachsen.
Im Inntal wird deshalb heftig über neue Gleise gestritten.

Worum es geht
Der Brenner-Nordzulauf ist die nördliche Zufahrt zum Brenner-Basistunnel.
Er führt von München über Rosenheim und Kufstein nach Innsbruck.
In Tirol nennt man ihn auch neue Unterinntalbahn.
Er ist Teil der großen Achse von Berlin nach Palermo.

Österreich ist schon weiter
In Tirol ist ein erster Abschnitt bereits fertig.
Die Strecke von Kundl nach Baumkirchen wurde am 29. November 2012 eröffnet.
Dort fahren Züge mit bis zu 220 km/h.
Große Teile verlaufen in Tunneln und unter der Erde.
Zwei neue Gleise
Im Endausbau sollen zwei neue Gleise hinzukommen.
Sie ergänzen die bestehende Strecke von München über Rosenheim nach Innsbruck.
Auf dem schon viergleisigen Stück bei München ist nur eine dichtere Signaltechnik geplant.
Der größte Streit betrifft den Abschnitt in Bayern.
Deutlich schneller in den Süden
Zusammen mit dem Basistunnel soll die Fahrt viel kürzer werden.
München–Innsbruck könnte statt 1 Stunde 50 nur noch 55 Minuten dauern.
München–Verona soll von 5 Stunden 20 auf 2 Stunden 20 schrumpfen.
Das wäre eine echte Konkurrenz zu Auto und Flugzeug.
Vor allem für Güter
In erster Linie ist der Nordzulauf eine Strecke für Güterzüge.
Über den Brenner rollen jedes Jahr sehr viele Lastwagen.
Ein großer Teil davon soll künftig auf die Schiene.
Dafür braucht es genug Platz auf den Gleisen.
Streit im Inntal
Viele Anwohner im bayerischen Inntal lehnen neue Gleise ab.
Sie fürchten Baustellen, Lärm und den Verlust von Wiesen und Feldern.
Manche meinen, die alte Strecke habe noch genug Reserven.
Die Planer sehen das anders.
Der Tunnel wartet
Der Brenner-Basistunnel soll frühestens 2032 eröffnen.
Der Nordzulauf in Bayern wird deutlich später fertig.
Bis dahin müssen die Züge über die alten Gleise.
So droht ein Engpass direkt vor dem neuen Tunnel.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Pro und Contra
Dafür
+ Der Basistunnel kann nur mit starken Zufahrten seine Wirkung entfalten.
+ Mehr Güter könnten von der Straße auf die Schiene wechseln.
+ Die Fahrt von München nach Italien würde viel kürzer.
+ Österreich hat seinen Teil schon weitgehend gebaut.
+ Weniger Lastwagen würden das Inntal entlasten.
+ Die Strecke ist Teil eines wichtigen europäischen Korridors.
Dagegen
− Neue Gleise verbrauchen Fläche in einem engen Tal.
− Die Bauzeit bringt jahrelange Belastungen für Anwohner.
− Die Kosten sind sehr hoch.
− Kritiker halten die Verkehrsprognosen für zu hoch.
− Die bestehende Strecke könnte besser genutzt werden.
− Tunnelbau birgt Risiken für das Grundwasser.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Unterm Strich
Ein Tunnel unter dem Brenner ohne starke Zufahrt wäre eine halbe Sache.
Deshalb führt am Nordzulauf kaum ein Weg vorbei.
Wichtig ist, dass die Anwohner ernst genommen werden und viel unter die Erde kommt.
Dann kann das Inntal am Ende sogar ruhiger werden als heute.
Weiterfahrt
