Werbung wird teurer, je länger die Fahrgäste warten müssen

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Werbung wird teurer, je länger die Fahrgäste warten müssen

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 2 Minuten (Aufschlag ab Minute 20)

Werbefläche Bahnhof Satire: Waschbär sitzt nachts vor einem leuchtenden leeren Werbekasten auf dem Bahnsteig

Fläche der Klasse A bei mittlerer Wartezeit. Der Aufschlag greift ab Minute zwanzig. Foto: wpa (Symbolbild)

Hamburg (wpa) – Die Bahn verkauft ihre Werbeflächen jetzt nach Wartezeit. Je länger die Fahrgäste stehen, desto teurer das Plakat.

Grundlage ist die mittlere Aufenthaltszeit am Standort. Erhoben quartalsweise, ganz genau.

Ab 20 Minuten mittlerer Wartezeit greift ein Aufschlag. Faktor 1,8, für die geballte Aufmerksamkeit der Gestrandeten.

Der Quadratmeterpreis steigt so auf 340 Euro. Ohne Aufschlag wären es 189.

„Wer länger steht, sieht mehr“, sagt Mediaverkaufsleiter Bernd Blickkontakt. Gesehen wird die Werbung, verpasst der Zug.

So wird die Verspätung zum Verkaufsargument. Je unpünktlicher der Bahnhof, desto wertvoller die Wand.

Ein Bahnhof, an dem alles klappt, ist billig. Ein Bahnhof, an dem man verzweifelt, ist Premium.

Der Konzern verdient also an der eigenen Panne. Einmal am Ticket, einmal am Warten, einmal an der Werbung.

Verbessern will man die Wartezeit nicht. Sie ist ja jetzt eine Einnahmequelle, sauber bepreist.

Der Vorstand nennt das datenbasierte Vermarktung. Die Daten sind die Minuten, die man dem Fahrgast stiehlt.

Gestohlene Zeit, verkauft als Reichweite. Ein Geschäftsmodell aus fremder Geduld.

Frau Nolte wartete 40 Minuten unter einem großen Plakat. Es warb für einen Kredit, sie las es dreimal.

Dreimal gelesen, weil ihr Zug nicht kam. Genau dafür zahlte der Werbekunde den Aufschlag.

Ihre Wartezeit war das Produkt. Verkauft an einen Dritten, ohne dass sie einen Cent sah.

Sie hätte lieber einen pünktlichen Zug gehabt. Der aber senkt die Verweildauer und damit den Preis.

Der Minister lobt die effiziente Nutzung der Bahnhofsflächen. Effizient genutzt wird die Not der Wartenden.

An besonders unpünktlichen Bahnhöfen steigt der Faktor weiter. Bald steht dort mehr Werbung als Bank.

Für nächstes Jahr ist ein Live-Faktor geplant. Je aktueller die Verspätung, desto höher der Preis, in Echtzeit.

So wird jede Ansage „ungeklärt“ zu barem Geld. Für den Konzern, nicht für den, der wartet.

Je länger Ihr Zug ausbleibt, desto teurer die Werbung über Ihnen. Ihre Geduld ist verkauft, Sie sehen davon nichts.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Verweildauer von elf auf 22 Minuten, Werbeerlöse plus 4,1 Millionen +++

+++ Im selben Bericht sind Verspätungen als Belastung ausgewiesen +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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