Leitsystem ergänzt: Die neuen Rillen am Bahnsteig führen zu einem Schild, auf dem steht, dass die Rillen enden

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Leitsystem ergänzt: Die neuen Rillen am Bahnsteig führen zu einem Schild, auf dem steht, dass die Rillen enden

Waschbär-Presseagentur · Lesezeit: 3 Minuten (ertastbar)

Waschbär steht auf einem Bahnsteig an einer Reihe geriffelter Bodenplatten

Der Chefredakteur folgt den Rillen. Sie hören auf. Foto: wpa (Symbolbild)

Dortmund (wpa) – Im Bahnhof Dortmund ist das taktile Leitsystem ergänzt worden. Verlegt wurden vier Meter.

Sie führen vom bisherigen Ende zu einem Hinweisschild. Auf dem Schild steht, dass das Leitsystem hier endet.

Das Schild ist in Schwarzschrift ausgeführt. Blindenschrift war nicht Teil der Ausschreibung.

Die Ergänzung kostete 11.000 Euro. Ausgeführt wurde sie im Juli.

„Wir informieren über den Zustand“, erklärt Bauleiterin Hannelore Auslegungsfrist. Informiert wird schriftlich.

Anlass war eine Beschwerde eines Blindenverbands. Sie datiert vom April.

Beanstandet worden war, dass das Leitsystem vor einem Bauzaun endet. Eine Ersatzführung fehlte.

Der Verband hatte eine temporäre Leitmarkierung angeregt. Sie kostet einige tausend Euro.

Angebracht wurde stattdessen das Schild. Es war schneller beschaffbar.

Die Antwort an den Verband kam im Juni. In ihr stand, man nehme den Hinweis auf.

Aufgenommen wurde er im Juli. Umgesetzt wurde er als Schild.

Die Baustelle am Nordausgang dauert bis 2027. Bis dahin bleibt die Lage unverändert.

Für Sehende gibt es Umleitungsschilder. Sie helfen genau der Gruppe, die auch ohne sie zurechtkäme.

Es gibt Vorschriften zur Barrierefreiheit auf Baustellen. Sie sind bekannt und werden geschult.

Kontrolliert wird ihre Einhaltung stichprobenhaft. Eine Stichprobe hat hier nicht stattgefunden.

Die Baubeschreibung wurde von Menschen geschrieben, die sehen. Es war keine Böswilligkeit.

Es war eine Selbstverständlichkeit. Genau daran erkennt man ein strukturelles Problem.

Wer sich in einem Bahnhof nicht orientieren kann, fährt nicht mehr. Das ist die eigentliche Folge.

Sie taucht in keiner Statistik auf. Wer nicht fährt, ist kein Fahrgast.

Damit sinkt der gemessene Bedarf. Mit dem Bedarf sinkt die Priorität.

Herr Delfs ist seit seiner Jugend blind und fährt seit 40 Jahren allein. Er kannte diesen Bahnhof auswendig.

Seit März nimmt er ein Taxi. Das kostet ihn 14 Euro je Fahrt.

Bei drei Fahrten in der Woche sind das rund 170 Euro im Monat. Das Schild kostete 11.000 einmalig.

Er hat es nicht gelesen. Er ist bis dorthin gekommen.

+++ MÜLLEIMER-TICKER +++

+++ Vier Meter Leitstreifen verlegt, sie enden am Hinweisschild +++

+++ Schild in Schwarzschrift ausgeführt, Blindenschrift war nicht ausgeschrieben +++

Achtung, Satire: Personen, Zitate und Pressestellen sind frei erfunden — im Gegensatz zu den Verspätungen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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