Wilischthal–Thum: die Wilischtalbahn im Erzgebirge

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Wilischthal–Thum: die Wilischtalbahn im Erzgebirge

Die Schmalspurbahn Wilischthal–Thum wurde 1886 eröffnet und bediente Papier- und Textilfabriken im Wilischtal. Am 28. Mai 1972 wurde sie stillgelegt, der Anschluss zur Papierfabrik blieb bis 1992.

99 1778-2 mit Personenzug zwischen Venusberg/Spinnerei und Gelenau am 27. Mai 1972.
99 1778-2 mit Personenzug zwischen Venusberg/Spinnerei und Gelenau am 27. Mai 1972. Foto: Lackmeier, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1886
Eröffnung am 14. Dezember
1906
Neue Strecke über Thum nach Geyer
1972
Stilllegung am 28. Mai
1992
Anschluss Papierfabrik endet

Lage: mittleres Erzgebirge, von Wilischthal durch das Wilischtal nach Thum. Status: 1972 stillgelegt, bis 1976 abgebaut, Anschlussgleis bis 1992 bedient. Heute: Auf der Trasse zwischen der Papierfabrik Wilischthal und Herold verläuft ein Geh- und Radweg.

Die Schmalspurbahn Wilischthal–Thum, auch Wilischtalbahn genannt, war eine sächsische Schmalspurbahn im mittleren Erzgebirge.

Sie begann im Bahnhof Wilischthal an der Strecke Annaberg-Buchholz–Flöha und führte entlang der Wilisch nach Ehrenfriedersdorf.

Eine Zweigbahn führte von Oberherold nach Thum, der Abschnitt Oberherold–Ehrenfriedersdorf wurde 1906 aufgegeben.

Der Schienenverkehr endete 1972, das Foto oben zeigt eine der letzten Fahrten.

Der Weg zur Wilischtalbahn

Seit 1855 sollte die Stadt Annaberg einen Bahnanschluss erhalten.

Ab 1858 untersuchte man dafür neben anderen Varianten auch einen Verlauf durch das Wilischtal über Thum und Ehrenfriedersdorf.

Umgesetzt wurde 1866 die Chemnitz-Annaberger Bahn durch das Zschopautal.

Damit schien ein Bahnanschluss für das Wilischtal lange unerreichbar.

Erst in den 1880er-Jahren beschäftigte sich der Sächsische Landtag wieder damit, auf Druck der zahlreichen Papier- und Textilfabrikanten.

1883 und 1884 wurde schließlich der Entwurf einer Schmalspurbahn von Wilischthal nach Thum und Ehrenfriedersdorf beschlossen.

Die Bauarbeiten begannen im September 1885, am 14. Dezember 1886 wurde die Wilischthalbahn feierlich eröffnet.

So sah es vorher aus: Fabriken, Kohle und Garn

Für die ab 1904 gebaute Verbindung mit der Schmalspurbahn Schönfeld-Wiesa–Geyer entstand in Thum ein neuer Bahnhof.

Ab dem 18. April 1906 nutzten die Züge der Wilischthalbahn schon ein vorläufiges Verbindungsgleis zum neuen Thumer Bahnhof.

Die Strecke nach Geyer wurde am 30. April 1906 eröffnet, mit dem regulären Verkehr am 1. Mai 1906 wurde die kurze Stichstrecke von Oberherold zum Bahnhof Ehrenfriedersdorf stillgelegt.

Denn an der neuen Strecke nach Geyer war ein neuer Bahnhof für Ehrenfriedersdorf eingerichtet worden.

1912 und 1913 wurde der Rollwagenverkehr eingeführt, dafür waren Umbauten für die nötige Profilfreiheit erforderlich.

Die Strecke trug zusammen mit der Verbindung Schönfeld-Wiesa–Meinersdorf wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei.

Der Güterverkehr nahm ständig zu und erreichte Anfang der 1960er-Jahre mit rund 300.000 Tonnen im gesamten Thumer Netz seinen Höhepunkt.

Transportiert wurden hauptsächlich Kohle und Baustoffe, dazu Baumwolle, Papier, Zellulose, Garn, Strümpfe, Schuhe und Holz.

Den größten Anteil am Güterumschlag hatte der Bahnhof Gelenau mit über 20 Prozent.

Wie viele Personen jährlich fuhren, schwankte stark.

Vereinfachtes Höhenprofil der Strecke Wilischthal–Thum.
Vereinfachtes Höhenprofil der Strecke Wilischthal–Thum. Foto: myself, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Niedergang und Stilllegung

Ab Mitte der 1960er-Jahre verlagerten sich Kohletransporte auf die Straße, der Güterverkehr ging deutlich zurück.

Zwischen Wilischthal und Gelenau bestand faktisch kein Bedarf an Personenverkehr mehr.

Wegen des vernachlässigten Oberbaus fuhren die Züge extrem langsam.

Die Wilischthalbahn wurde am 28. Mai 1972 stillgelegt und bis 1976 schrittweise von Thum bis zum Anschlussgleis der Papierfabrik Wilischthal abgebaut.

Nur der Anschluss zur Papierfabrik wurde bis 1992 von Wilischthal aus noch mit Rangierfahrten bedient.

Im Dezember 1991 fanden mit einer IV K, einem Gepäck- und einem Reisezugwagen letztmals einige Sonderfahrten statt, veranstaltet von der IG Preßnitztalbahn aus Jöhstadt.

Der letzte Personenzug nach Wilischthal zwischen dem Haltepunkt Mittelherold und Unterherold am 27. Mai 1972.
Der letzte Personenzug nach Wilischthal zwischen dem Haltepunkt Mittelherold und Unterherold am 27. Mai 1972. Foto: Lackmeier, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Das Reststück zur Papierfabrik

Nach der Stilllegung blieben etwa 1,5 Kilometer als Anschlussgleis zur Papierfabrik Wilischthal liegen.

Der Oberbau wurde jahrzehntelang nicht erneuert, das Länderbahnmaterial blieb bis zur Gesamtstilllegung 1992 erhalten.

Zwischen 1972 und 1992 blieb der Restabschnitt als Anschlussbahn erhalten.

Eine Werklokomotive vom Typ V 10 C der Papierfabrik überführte die Wagen einzeln und ohne durchgehende Bremse vom Bahnhof Wilischthal zum Betriebsgelände.

Der Anschluss zur Papierfabrik zweigte so ab, dass eine Spitzkehre entstand.

Richtung Thum: etwa 1,5 Kilometer blieben nach der Stilllegung als Anschlussgleis bis zur Papierfabrik liegen, April 1984.
Richtung Thum: etwa 1,5 Kilometer blieben nach der Stilllegung als Anschlussgleis bis zur Papierfabrik liegen, April 1984. Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Eine Werklokomotive der Papierfabrik überführt einen Güterwagen vom Bahnhof Wilischthal zum Betriebsgelände, April 1984.
Eine Werklokomotive der Papierfabrik überführt einen Güterwagen vom Bahnhof Wilischthal zum Betriebsgelände, April 1984. Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Richtung Thum: Nach rechts zweigt der Anschluss zur Papierfabrik Wilischthal ab, April 1984.
Richtung Thum: Nach rechts zweigt der Anschluss zur Papierfabrik Wilischthal ab, April 1984. Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Streckengleis endet hinter dem Güterwagenbodenrahmen im Hintergrund, April 1984.
Das Streckengleis endet hinter dem Güterwagenbodenrahmen im Hintergrund, April 1984. Foto: Falk2, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Ende des gekürzten Netzes in Wilischthal, links die Papierfabrik, 1991.
Das Ende des gekürzten Netzes in Wilischthal, links die Papierfabrik, 1991. Foto: Kevin Prince, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Wilischthal: Start an der Zschopautalbahn

Der Bahnhof Wilischthal wurde am 1. Dezember 1874 an der normalspurigen Strecke Annaberg–Flöha errichtet.

Der schmalspurige Teil des Bahnhofs wurde 1886 eröffnet.

Das Empfangsgebäude erhielt dabei einen Anbau, neu entstanden ein einständiger Lokschuppen, ein Kohleschuppen mit Aufenthaltsraum und Wasserstation mit einem Wasserkran sowie eine Verladerampe für Schmalspurfahrzeuge.

1887 kam eine Rollgrube hinzu, die 1913 für Rollfahrzeuge umgebaut wurde.

Ab 1906 diente der Lokschuppen im Winter nur noch für Wagenreparaturen.

Lokomotiv- und Kohleschuppen waren bei der Einstellung des Betriebs 1972 schon nicht mehr vorhanden.

Wilischau: Haltepunkt ohne Hochbauten

Die Station in der Nähe einer Spinnerei auf dem Gebiet der Gemeinde Grießbach wurde am 1. Juni 1888 als Haltepunkt Weißbach ohne Hochbauten eröffnet.

Ab 1915 hieß sie Haltepunkt Wilischau und erhielt später eine Wartehalle mit Nebenraum.

Von 1925 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie Bedarfshalt.

Mit dem Sommerfahrplan 1966 wurde sie mangels Bedarfs als Betriebsstelle aufgegeben.

Von der Station sind keine Überreste mehr vorhanden.

Grießbach (Wilischthal): zwei Kilometer vom Ort

Die Haltestelle Grießbach wurde am 25. Dezember 1886 eröffnet, 1905 wurde sie zum Bahnhof erhoben und 1910 in Grießbach (Wilischthal) umbenannt.

Sie lag jeweils zwei Kilometer von den Orten Weißbach und Grießbach entfernt.

Zunächst gab es keine Hochbauten, ab 1912 und 1913 entstanden eine Wartehalle mit einem Raum für den Güteragenten und ein Nebengebäude mit Freiabort.

Hinter der Straßenkreuzung in Richtung Thum stand das Bahnhofsrestaurant.

1933 wurde die Station zur Haltestelle herabgestuft, die Nebengleise bestanden bis 1946/47.

Danach diente der Haltepunkt nur noch dem Personenverkehr.

In Richtung Thum folgte nach der Ausfahrt eine etwa 20 Meter lange geländerlose Brücke über die Wilisch.

Von der Station existieren nur noch Fundamentreste der Wartehalle, in der Nähe befindet sich eine Bushaltestelle.

Gelenau: wichtigster Güterbahnhof

Die Haltestelle Gelenau ging 1886 mit Wartehäuschen, Güterschuppen und Freiabtritt in Betrieb.

Zum Bestand zählte ein Anschlussgleis für das Textil-Syndikat.

Wegen des steigenden Verkehrs wurde sie 1905 zum Bahnhof erhoben, in dem nun auch Züge kreuzen konnten.

Das Wartehäuschen wurde durch ein massives Gebäude ersetzt, dessen spitze Hausecke durch eine angrenzende Straße bedingt war.

Ende der 1920er-Jahre kam ein zweites Ladestraßengleis hinzu.

Am 29. Mai 1972 ging der Bahnhof außer Betrieb.

Das charakteristische spitze Bahnhofsgebäude ist erhalten geblieben.

Venusberg und Venusberg-Spinnerei

Der Haltepunkt Venusberg wurde 1888 auf Wunsch der Firma Gebr. Schüller eingerichtet, um für die Arbeiter der Spinnerei Venusberg I eine Haltestelle zu schaffen.

1902 wurde er auf Antrag derselben Firma einen Kilometer nach Süden in den Ort Spinnerei verlegt.

Das Anschlussgleis dort bestand bis in die 1930er-Jahre.

Der Haltepunkt Venusberg-Spinnerei entstand 1902 bei der Spinnerei Venusberg II und besaß einen Fabrikanschluss.

1956 und 1957 wurde der Anschluss zum umfangreichsten des Thumer Netzes erweitert.

Der Anschlusskunde bediente ihn mit einer eigenen Diesellok vom Typ Ns 4, die heute der IG Preßnitztalbahn gehört.

Beim Umbau wurden Wartehäuschen und der 1912 erbaute Freiabort in Richtung Thum versetzt und ein Lokschuppen errichtet.

Im Norden von Spinnerei befindet sich heute ein Parkplatz, der frühere Lokschuppen der Anschlussbahn dient als Garage.

Unterherold und Mittelherold

Die Haltestelle Unterherold wurde am 15. Dezember 1886 eröffnet.

1910 wurde sie abgebaut und etwa 70 Meter in Richtung Thum hinter die Straßenkreuzung verschoben, der Bahnsteig war 130 Meter lang.

Zwischen 1925 und 1928 war die Station geschlossen.

Berühmt war sie für das angeblich kleinste Empfangsgebäude der Deutschen Reichsbahn, als Unterstellmöglichkeit diente ein zweiachsiger Wagenkasten ohne Schiebetür.

Erst Anfang der 1990er-Jahre wurde er abgerissen.

Am Haltepunkt Mittelherold gab es zunächst keine Hochbauten.

Ab 1927 und 1928 stand dort ein Wartehäuschen mit einem Nebengebäude mit Freiabort.

Das Nebengebäude wurde später abgerissen, die hölzerne Wartehalle 2005.

Herold: der erste schmalspurige Knoten im Erzgebirge

Die ursprüngliche Haltestelle Oberherold bestand seit der Streckeneröffnung.

An Hochbauten gab es einen Warteraum mit Güteragentur, ein Nebengebäude mit Freiabtritt und einen zweiständigen Lokschuppen.

Sie war der erste Knotenpunkt des Thumer Netzes und der erste schmalspurige Knotenpunkt im Erzgebirge.

Aus Richtung Wilischthal fuhren die Züge zum alten Bahnhof nach Ehrenfriedersdorf, in Oberherold zweigte die Strecke nach Thum ab.

1905 wurde die Station zum Bahnhof erhoben.

Mit der Stilllegung der Strecke nach Ehrenfriedersdorf 1906 verlor der Lokschuppen mit Wasserstation seine Bedeutung, der Knoten verlagerte sich nach Thum.

Seit dem Sommerfahrplan 1942 heißt die Station Herold (Erzgebirge).

Empfangsgebäude, hölzerner Abort und Lokschuppen sind in restauriertem Zustand erhalten.

Nach der Stilllegung der Station am 29. Mai 1972 übernahmen die Herolder Heimatfreunde die Gebäude.

Nach der Gründung der Herolder Eisenbahnfreunde 1997 werden sie schrittweise saniert und von diesen genutzt.

Im September 1999 wurde ein einflügeliges Gittermastformsignal von der aufgelassenen Station Königswalde (Erzgebirge) ob Bf nach Herold umgesetzt.

Der Bahnhof ist Station der Dampfbahn-Route Sachsen.

Ehrenfriedersdorf und Thum bis 1906

Von 1886 bis 1906 war Ehrenfriedersdorf der Endbahnhof der Strecke und Sitz der Bahnverwaltung.

Es gab ein Bahnhofsgebäude mit Güterschuppen, einen Freiabort, einen zweiständigen Lokschuppen und eine Gleisbrückenwaage.

Nach 1906 wurden die Gebäude vermietet und die Gleise bis 1909 abgebaut.

Das Empfangsgebäude in der Wettinstraße beherbergt heute eine Kindertagesstätte.

In Thum bestand als Endpunkt des Streckenasts von Oberherold ab 1886 auf Höhe des Postamtes zunächst nur eine Haltestelle mit Wartehäuschen.

Sie lag kurz hinter dem Bahnübergang der heutigen Bundesstraße 95 und hatte vier Gleise mit neun Weichen.

Auf ein Empfangsgebäude hatte man verzichtet, seine Aufgabe übernahm der Güterschuppen mit angebautem Dienstraum.

Am 1. Mai 1905 wurde die Station zum Bahnhof erhoben, 1906 wurde sie aufgelassen und alle Hochbauten abgerissen.

Der Bahnhof Thum ab 1906

1906 entstand im Zusammenhang mit dem Bau der Strecke Geyer–Thum ein neuer Bahnhof, der Betriebsmittelpunkt des Thumer Netzes wurde.

Er war von Mai 1906 bis zur Schließung 1975 der betriebliche Mittelpunkt der Schmalspurstrecken nach Schönfeld-Wiesa, Meinersdorf und Wilischthal.

Auf dem Gelände standen Empfangsgebäude, Nebengebäude mit Freiabtritt, Wagenschuppen, Güterschuppen, Lademaß, Gleisbrückenwaage und Seitenladerampe mit Ladestraße.

Der Lokschuppen mit vier Doppelständen von 1934 war der größte Lokomotivschuppen der Sächsischen Schmalspurbahnen.

Im Oktober 2013 wurde das Gebäude für einen Pflegeheimneubau abgerissen.

Die Fahrzeuge

Auf der Wilischthalbahn waren ab 1886 die Lokomotiven Nr. 25, 26 und 27 der Gattung I K im Einsatz.

Im Tal der Wilisch gab es Kurven mit einem Mindestradius von 50 Metern, bei den fünffachgekuppelten Maschinen der Baureihe 99.77–79 führte das zu großer Spurkranzabnutzung.

Das Bw Thum entwickelte eine neuartige Steuerung, die sich so gut bewährte, dass das RAW Görlitz alle Lokomotiven dieser Baureihe damit ausrüstete.

So sieht es jetzt aus

Vom ehemaligen Anschluss der Papierfabrik in Wilischthal bis Herold besteht auf der Eisenbahntrasse ein Geh- und Radweg.

Das Gebäude des 1886 gebauten Bahnhofs in Ehrenfriedersdorf besteht noch und wird als Kindertagesstätte genutzt.

Von der Zschopaubrücke in Wilischthal existiert noch das Tragwerk, die tunnelartige Straßenüberführung an der ehemaligen Papierfabrik ist ebenfalls erhalten.

Vom Bahnübergang der Straße nach Gelenau in Wilischthal lagen die Gleise noch auf mehreren hundert Metern, Stand Anfang 2014.

Auf dem Reststück von der Brücke bis zum Bahnübergang wurden sie erst Anfang Juni 2009 zurückgebaut.

Die ehemalige Trasse An der Schlösselmühle in Wilischthal, das Gleis war damals noch vorhanden, Blick Richtung Wilischthal, 2000.
Die ehemalige Trasse An der Schlösselmühle in Wilischthal, das Gleis war damals noch vorhanden, Blick Richtung Wilischthal, 2000. Foto: de:Benutzer:ch ivk, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Noch vorhandene Gleisanlagen hinter dem Bahnübergang Gelenauer Straße in Wilischthal, Blick Richtung Thum, 2014.
Noch vorhandene Gleisanlagen hinter dem Bahnübergang Gelenauer Straße in Wilischthal, Blick Richtung Thum, 2014. Foto: de:Benutzer:ch ivk, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Zeichnung der Zschopaubrücke bei Station 0+84 der Strecke Wilischthal–Thum, 1911.
Zeichnung der Zschopaubrücke bei Station 0+84 der Strecke Wilischthal–Thum, 1911. Foto: Königlich Sächsische Staatseisenbahnen, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Vorher und nachher: Herold

Früher war Oberherold die erste Abzweigstation des Thumer Netzes mit Warteraum, Güteragentur, Nebengebäude und zweiständigem Lokschuppen.

Heute sind Empfangsgebäude, Abort und Lokschuppen restauriert, die Herolder Eisenbahnfreunde nutzen sie.

Seit 1999 steht dort ein Gittermastformsignal von der Station Königswalde.

1855: Die Stadt Annaberg soll einen Bahnanschluss erhalten.

1858: Planungen untersuchen auch einen Verlauf durch das Wilischtal.

1866: Die Chemnitz-Annaberger Bahn wird durch das Zschopautal eröffnet.

1874: Der Bahnhof Wilischthal wird am 1. Dezember an der Normalspurstrecke errichtet.

1885: Die Bauarbeiten beginnen im September.

1886: Die Wilischthalbahn wird am 14. Dezember feierlich eröffnet.

1906: Die Strecke nach Geyer geht am 30. April in Betrieb, am 1. Mai wird Oberherold–Ehrenfriedersdorf stillgelegt.

1912: Der Rollwagenverkehr wird eingeführt.

1966: Wilischau wird mit dem Sommerfahrplan aufgegeben.

1972: Die Wilischthalbahn wird am 28. Mai stillgelegt.

1976: Der Abbau von Thum bis zum Anschlussgleis der Papierfabrik ist abgeschlossen.

1991: Im Dezember fahren letzte Sonderzüge mit einer IV K.

1992: Der Anschluss zur Papierfabrik Wilischthal wird zuletzt bedient.

2009: Im Juni werden Gleise am Bahnübergang Gelenauer Straße zurückgebaut.

2013: Der Lokschuppen in Thum wird im Oktober abgerissen.

Wann wurde die Wilischthalbahn eröffnet?
Am 14. Dezember 1886 wurde sie feierlich eröffnet.
Wann wurde sie stillgelegt?
Die Wilischthalbahn wurde am 28. Mai 1972 stillgelegt.
Was blieb nach 1972 in Betrieb?
Der Anschluss zur Papierfabrik Wilischthal wurde bis 1992 von Wilischthal aus noch mit Rangierfahrten bedient.
Warum wurde die Strecke nach Ehrenfriedersdorf aufgegeben?
Mit der neuen Strecke von Geyer nach Thum bekam Ehrenfriedersdorf dort einen neuen Bahnhof, deshalb wurde die Stichstrecke von Oberherold am 1. Mai 1906 stillgelegt.
Was ist heute auf der Trasse?
Vom ehemaligen Anschluss der Papierfabrik in Wilischthal bis Herold besteht ein Geh- und Radweg.

Die Wilischtalbahn lief 86 Jahre durch das Wilischtal, vom ersten Zug 1886 bis zur Stilllegung 1972.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Schmalspurbahn Wilischthal–Thum · Wikimedia Commons: Fotos der Strecke

Alle Fotos stammen von Wikimedia Commons und sind gemeinfrei oder stehen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz. Urheber, Lizenz und Quelle stehen direkt am Bild.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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