Ahrtalbahn: die stillgelegten Halte im oberen Ahrtal von Marienthal bis Adenau
Die Ahrtalbahn endet heute in Ahrbrück, früher führte sie bis Adenau. Hönningen, Dümpelfeld und Adenau verloren 1985 den Zugverkehr, der Halt Marienthal schon um 1955.

Lage: oberes Ahrtal zwischen Ahrbrück und Adenau. Status: Der Abschnitt Ahrbrück–Adenau ist stillgelegt, Remagen–Ahrbrück ist in Betrieb. Heute: Die Züge fahren nach dem Wiederaufbau seit Dezember 2025 wieder bis Ahrbrück.
Die Ahrtalbahn führte ursprünglich von Remagen bis Adenau.
Der Abschnitt Hönningen–Adenau wurde 1985 stillgelegt, der Abschnitt Ahrbrück–Hönningen 1999.
Die Strecke von Remagen bis Ahrbrück ist in Betrieb, dieser Teil gehört nicht zum Thema.
Hier geht es um Marienthal, Hönningen, Dümpelfeld und Adenau, dazu um die Halte Niederadenau und Leimbach.
Fotos der Stationen Hönningen, Dümpelfeld und Adenau liegen nicht frei vor, deshalb zeigen die Bilder die Strecke bei Ahrbrück und bei Marienthal.
Entstehung: die Stichstrecke nach Adenau
Die Rheinische Eisenbahngesellschaft erhielt am 23. September 1879 eine Ministerialverfügung zum Bau einer Stichstrecke durch das Ahrtal.
Am 17. September 1880 eröffnete sie das erste Teilstück bis Ahrweiler.
Am 1. Dezember 1886 folgte die Verlängerung bis Altenahr, am 15. Juli 1888 bis Adenau.
Dümpelfeld erhielt mit dem Bahnbau zwischen 1886 und 1888 einen Bahnhof.
Der Kreis Adenau galt als einer der ärmsten Kreise in Preußen, die Regierung versuchte durch aufwendige Infrastrukturmaßnahmen gegenzusteuern.
So wurde Adenau 1888 durch die Ahrtalbahn über Dümpelfeld, Altenahr und Ahrweiler mit Remagen am Rhein verbunden.

So sah es vorher aus: Gleisdreieck und Pläne
1912 wurde die Strecke Dümpelfeld–Lissendorf eröffnet, wodurch Dümpelfeld an einem Gleisdreieck mit der Dümpelfelder Kurve lag.
Mit dieser Kurve zwischen den Abzweigen Liers und Insul wurden die Strecken nach Adenau und nach Hillesheim verbunden.
Die Beschäftigung bei der Bahn gab zahlreichen Einwohnern von Dümpelfeld eine stabile Lebensgrundlage.
1913 folgte die Strecke von Ahrdorf nach Blankenheim, parallel dazu entstand in Kreuzberg ein Bahnbetriebswerk.
Eine Strecke von Adenau nach Daun, von 1917 bis 1944 als Planung dargestellt, wurde nicht gebaut.
Um 1920 war eine eingleisige Weiterführung von Adenau über Kelberg nach Rengen an die Eifelquerbahn geplant.
Mit dem Westwallbau ab 1938 erhielt die Ahrtalbahn erneut strategische Bedeutung.
Marienthal: ein Halt von 1920 bis etwa 1955
Der Haltepunkt Marienthal lag bei Streckenkilometer 17,5 zwischen Walporzheim und Dernau.
Er bestand vom 1. April 1920 bis etwa 1955.
Marienthal selbst ist ein Weiler an der Ahr in der Ortsgemeinde Dernau.
Ein weiterer kurzlebiger Halt war der Haltepunkt Dernau Ort bei Kilometer 18,3, der vom 18. Mai 1952 bis ins Jahr 1960 existierte.

Hönningen: der Bahnhof bei Kilometer 31,4
Der Bahnhof Hönningen lag am Streckenkilometer 31,4.
Der Güterverkehr zwischen Hönningen und Adenau wurde am 31. Mai 1985 eingestellt.
Bis zum 31. Dezember 1996 gab es noch Güterverkehr im Abschnitt Ahrbrück–Hönningen.
Am 23. Dezember 1999 wurde dieser Abschnitt stillgelegt.
Im Bereich Hönningen wurde die Bahntrasse 2001 zugunsten einer Umgehungsstraße im Rahmen der Bundesstraße 257 zurückgebaut.
Die Gemeinde Hönningen liegt in einer Flussschleife der Ahr, etwa zwölf Kilometer von Adenau und dem Nürburgring entfernt.
Dümpelfeld: Knoten im Ahrtal
Der Bahnhof Dümpelfeld lag am Streckenkilometer 35,8.
Hier begann die Strecke nach Lissendorf, die Strecke nach Hillesheim wurde am 30. September 1973 stillgelegt.
Der Bahnverkehr nach Adenau endete am 31. Mai 1985.
Die beiden das Ortsbild prägenden, über 100 Jahre alten Eisenbahnbrücken über die Hauptstraße wurden im November 2010 abgerissen.

Niederadenau und Leimbach
Der Haltepunkt Niederadenau lag etwa bei Streckenkilometer 37,4 und existierte bis in die frühen 1930er Jahre.
Der ehemalige Haltepunkt Leimbach befand sich am Streckenkilometer 40,2.
Zu beiden Halten sind keine weiteren Angaben belegt.
Adenau: der Endpunkt
Der ehemalige Bahnhof Adenau war der Endpunkt der Ahrtalbahn und lag am Streckenkilometer 42,4.
In den 1920er Jahren folgte auf Initiative des damaligen Landrats der Bau des Nürburgrings, der 1927 eröffnet wurde.
Ab dem 2. Juni 1985 war der Personenverkehr auf den Abschnitt Remagen–Kreuzberg beschränkt.
Bis März 1986 durfte nach einem Sturm mit einer Sondergenehmigung noch Holz von Adenau auf der schon stillgelegten Strecke transportiert werden.

Die Flut im Juli 2021
Während der Flutkatastrophe am 14. und 15. Juli 2021 wurden sieben Brücken und 20 Kilometer Strecke zerstört.
Der obere Abschnitt ab Hönningen war da schon seit Jahren stillgelegt.
Der Betrieb wurde am 8. November 2021 zwischen Remagen und Ahrweiler wieder aufgenommen, seit dem 12. Dezember 2021 fuhren Züge wieder bis Walporzheim.
Die Trasse zwischen Walporzheim und Ahrbrück wurde neu gebaut, dabei wurden neun Brücken, fast alle Stützbauwerke und 14 Kilometer Oberbau erneuert.
Am 14. Dezember 2025 fuhren die Züge fahrplanmäßig wieder bis Ahrbrück.
So sieht es jetzt aus
Der Zweckverband SPNV Nord vergab 2025 eine Machbarkeitsstudie zur Verlängerung der Ahrtalbahn nach Adenau.
Die Kosten einer Verlängerung werden auf rund 100 Millionen Euro geschätzt.
Nach der Auffassung der Landrätin ist die Verlängerung aufgrund der Kosten und Probleme nicht zu verwirklichen.
Die Geschichte in Daten
23. September 1879: Ministerialverfügung für die Stichstrecke durch das Ahrtal.
17. September 1880: Das erste Teilstück bis Ahrweiler wird eröffnet.
1. Dezember 1886: Die Strecke erreicht Altenahr.
15. Juli 1888: Die Strecke erreicht Adenau.
1912: Die Strecke Dümpelfeld–Lissendorf wird eröffnet.
1. April 1920: Der Haltepunkt Marienthal geht in Betrieb.
Frühe 1930er Jahre: Der Haltepunkt Niederadenau besteht nicht mehr.
18. Mai 1952: Der Haltepunkt Dernau Ort geht in Betrieb.
Um 1955: Der Haltepunkt Marienthal wird aufgelassen.
30. September 1973: Die Strecke Dümpelfeld–Hillesheim wird stillgelegt.
31. Mai 1985: Der Verkehr nach Adenau endet.
23. Dezember 1999: Der Abschnitt Ahrbrück–Hönningen wird stillgelegt.
2001: Die Trasse bei Hönningen wird zurückgebaut.
November 2010: Die Eisenbahnbrücken in Dümpelfeld werden abgerissen.
14. und 15. Juli 2021: Die Flut zerstört sieben Brücken und 20 Kilometer Strecke.
14. Dezember 2025: Die Züge fahren wieder bis Ahrbrück.
Häufige Fragen
Fährt die Ahrtalbahn noch?
Wann wurde der Abschnitt nach Adenau stillgelegt?
Wann bestand der Halt Marienthal?
Was wurde aus der Trasse bei Hönningen?
Soll die Strecke nach Adenau verlängert werden?
Der obere Teil der Ahrtalbahn von Hönningen bis Adenau ist seit 1985 stillgelegt.
Die Strecke bis Ahrbrück wurde nach der Flut 2021 neu gebaut.
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