Die Ostbahn und ihre Kleinbahnen: Rotes Luch, Müncheberg, Buckow und Altlandsberg
An der Preußischen Ostbahn östlich von Berlin zweigten Kleinbahnen ab, zwei davon sind verschwunden, eine fährt als Museumsbahn. Dazu kommt der aufgelassene Bahnhof Rotes Luch.


Lage: Märkisch-Oderland, an der Ostbahn Berlin–Kostrzyn. Status: Rotes Luch aufgelassen, Altlandsberg und Müncheberger Kleinbahn stillgelegt, Buckower Kleinbahn Museumsbahn. Heute: Museumsbetrieb in Buckow, Radweg und Straßen auf der Altlandsberger Trasse.
Die Preußische Ostbahn von Berlin nach Küstrin wurde 1867 eröffnet und führt bis heute durch Märkisch-Oderland.
An ihr liegen Müncheberg, wo die Buckower und die Müncheberger Kleinbahn abzweigten, der aufgelassene Bahnhof Rotes Luch und Hoppegarten, wo die Altlandsberger Kleinbahn begann.
Die Buckower Kleinbahn ist heute eine elektrisch betriebene Museumsbahn, ihren planmäßigen Linienverkehr stellte sie 1998 ein.
Die Müncheberger und die Altlandsberger Kleinbahn sind stillgelegt, der Bahnhof Rotes Luch ist aufgelassen.
Von den Kleinbahnen in Müncheberg und Altlandsberg gibt es keine freien Fotos aus der Betriebszeit.
Rotes Luch: ein Bahnhof ohne Ort
Der Bahnhof Rotes Luch lag im Roten Luch, einem Niedermoor in der Märkischen Schweiz, und gehörte zu keinem Ort.
Müncheberg und Waldsieversdorf liegen in der Nähe.
Das Rote Luch ist etwa 11 Kilometer lang und gut einen Kilometer breit, die Bahnstrecke kreuzt es im Scheitelbereich.
Der Bahnhof wurde am 15. April 1948 eröffnet.
Am 28. Mai 1994 wurde der Personenverkehr eingestellt, am 16. April 2000 wurde die Betriebsstelle aufgelassen.
1968 hatte der Bahnhof zwei Gleise.
Gleis 1 war 706 Meter lang, an ihm lag der 167 Meter lange und 30 Zentimeter hohe Bahnsteig.
Gleis 2 war ein durchgehendes Hauptgleis mit 774 Metern Nutzlänge.
Östlich kreuzten sich Bahnlinie und die Straße nach Waldsieversdorf und nach Fürstenwalde an einem Bahnübergang, dort standen ein weiteres Stellwerk und zwei Gebäude.
Westlich unterquert der Stöbber die Gleise.
Von 1956 bis 1993 war in der Nähe das Nachrichtenregiment 14 der Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee stationiert.
Über weitere Einzelheiten zum Zusammenhang mit der Bahn liegen keine belegten Angaben vor.

Müncheberg: Knotenpunkt der Kleinbahnen
Der Bahnhof Müncheberg (Mark) wurde am 1. Oktober 1867 eröffnet und hieß zunächst Dahmsdorf-Müncheberg.
Er liegt etwa 3 Kilometer nördlich des Ortskerns.
1897 wurde die schmalspurige Buckower Kleinbahn eröffnet, die nördlich des Staatsbahnhofs einen eigenen Bahnhof hatte, 1909 kam die Müncheberger Kleinbahn hinzu.
Die Bahnhofsanlage mit Empfangsgebäude, Inselbahnsteig, Stellwerk und Bahnarbeiterhäusern steht unter Denkmalschutz.
Der Bahnhof ist weiter in Betrieb, nur die Kleinbahnen sind verschwunden.




Die Müncheberger Kleinbahn: viereinhalb Kilometer
Die Müncheberger Kleinbahn verband den Stadtbahnhof mit der Station Dahmsdorf-Müncheberg.
Sie war viereinhalb Kilometer lang.
Der Personen- und Güterverkehr wurde am 23. November 1909 aufgenommen.
1913 wurden 86.071 Reisende gezählt und 33.109 Tonnen befördert, überwiegend landwirtschaftliche Produkte.
Ab dem 3. Juni 1911 schloss sich am Stadtbahnhof die Oderbruchbahn nach Fürstenwalde über Hasenfelde an, es gab durchlaufende Personenzüge.
Der Personenverkehr endete am 1. Februar 1965, der Güterverkehr am 31. Dezember 1971.
Die Buckower Kleinbahn: von der Schmalspur zur Museumsbahn
Die Bahn wurde von der Stadt, dem Kreis, dem Land, dem Staat und Privatinvestoren zu etwa gleichen Teilen bezahlt.
Die Firma Philipp Balke baute sie, am 26. Juli 1897 wurde sie dem Verkehr übergeben.
Sie war zunächst eine dampfbetriebene Schmalspurbahn mit 750 Millimetern Spurweite.
Waldsieversdorf erhielt im Juni 1906 einen eigenen Haltepunkt, der bis heute der einzige Zwischenhalt ist.
1925 beförderte die Bahn annähernd 180.000 Personen, die meisten davon Berliner auf dem Weg in die Sommerfrische.
1929 begann der Umbau auf Normalspur und die Elektrifizierung mit 800 Volt Gleichstrom, am 15. Mai 1930 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen.
Am 1. April 1949 wurde die Bahn verstaatlicht und in die Deutsche Reichsbahn integriert.
Am 30. Januar 1965 wurde der Güterverkehr eingestellt.
Zwischen 1980 und 1982 entstanden drei neue Züge, die Fahrspannung wurde von 800 auf 600 Volt gesenkt.


Niedergang und Museumsbetrieb
Die Reichsbahn stellte den elektrischen Betrieb am 22. Mai 1993 ein, danach fuhren dieselbetriebene Triebwagen.
Zum 1. Januar 1994 kam die Bahn zur Deutschen Bahn AG, die den Personenverkehr mit dem Ende des Sommerfahrplans 1995 beendete.
1996 und 1997 fuhr die Bahn nur noch im Sommer, der letzte Zug nach dem bisherigen Fahrplan verkehrte am 27. September 1997.
Am 27. September 1998 endete der planmäßige Nahverkehr endgültig.
Am 20. Juni 1999 richtete die Bahn auf Betreiben von Eisenbahnfreunden einen einmaligen Pendelverkehr ein.
Der Eisenbahnverein Märkische Schweiz übernahm die Strecke und baute das Unterwerk um.
Der erste Betriebstag der Museumsbahn war der 14. September 2002.
Von 2002 bis 2023 lief sie nach der Straßenbahn-Ordnung, seit 2023 wieder nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung.
Die Fahrleitung wurde mehrfach gestohlen, in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni 2010 auf 200 Metern, wenig später auf 1,5 Kilometern, der Schaden wurde auf 100.000 Euro geschätzt.
In der Nacht zum 19. Januar 2023 wurden erneut etwa 500 Meter Fahrleitung gestohlen, der Betrieb wurde bis Ende April 2023 wiederaufgenommen.

Die Altlandsberger Kleinbahn: eine Trasse unter Straßen
Die Altlandsberger Kleinbahn AG wurde am 1. Juli 1898 gegründet.
Am 4. Oktober 1898 eröffnete sie eine sechs Kilometer lange, normalspurige Kleinbahn von Altlandsberg zum Bahnhof Hoppegarten an der Ostbahn.
Der Personenverkehr war mit zehn bis zwölf täglichen Zugpaaren ziemlich stark, die Betriebsergebnisse befriedigten dennoch nicht.
Die Reichsbahn betrieb den Personenverkehr bis zum 29. Mai 1965, danach wurde die Strecke bis zum Bahnhof Altlandsberg abgetragen.
Bis 2003 wurde der Rest vom Umspannwerk Neuenhagen aus für Transformatoren genutzt, dann auch dieses Stück wegen des Ausbaus der Autobahn 10 abgebaut.
Seit Juni 2007 sind die Gleise des Kleinbahnhofs vollständig abgebaut.
Die Trasse ist rechtlich entwidmet, Straßen sowie Gewerbe- und Wohngebäude wurden darauf errichtet.
Die Gemeinde Neuenhagen plant auf ihrem Gebiet einen Radweg.
Vorher und nachher: Buckow
Am 12. Januar 1993 fuhr der Triebwagen 479.602 als Zug 5845 um 12.50 Uhr von Buckow nach Müncheberg.
Wenige Monate später endete der elektrische Betrieb.
Das Bahnhofsgebäude in Buckow ist als Ensemble mit Gebäuden, Bahnsteig und Bahnhofsvorplatz denkmalgeschützt.
Seit 2002 betreibt ein Verein die Strecke als Museumsbahn.
Die Geschichte in Daten
1867: Die Preußische Ostbahn und der Bahnhof Müncheberg werden eröffnet.
1897: Am 26. Juli wird die Buckower Kleinbahn eröffnet.
1898: Am 4. Oktober wird die Altlandsberger Kleinbahn eröffnet.
1909: Am 23. November wird die Müncheberger Kleinbahn eröffnet.
1930: Am 15. Mai beginnt der elektrische Betrieb in Buckow.
1948: Am 15. April wird der Bahnhof Rotes Luch eröffnet.
1965: Der Personenverkehr nach Altlandsberg und Müncheberg endet.
1994: Am 28. Mai endet der Personenverkehr in Rotes Luch.
1998: Am 27. September endet der planmäßige Verkehr nach Buckow.
2000: Am 16. April wird der Bahnhof Rotes Luch aufgelassen.
2002: Am 14. September beginnt der Museumsbetrieb in Buckow.
Häufige Fragen
Fährt die Buckower Kleinbahn noch?
Gibt es den Bahnhof Rotes Luch noch?
Was ist aus der Altlandsberger Kleinbahn geworden?
Wann endete die Müncheberger Kleinbahn?
Fährt in Müncheberg noch ein Zug?
Die Kleinbahnen an der Ostbahn wurden einst für Ausflügler und Bauern gebaut.
Nur in Buckow fahren noch Züge, als Museumsbahn.
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