Die Lumdatalbahn: stille Stationen zwischen Grünberg und Lollar

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Lumdatalbahn: stille Stationen zwischen Grünberg und Lollar

Im Tal der Lumda stehen die „Villen der Rabenau“ noch, doch Züge halten dort längst nicht mehr. Ein Streifzug durch die stillen Stationen von Beltershain bis Daubringen.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Londorf, 2015.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Londorf, 2015. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1896
Grünberg–Londorf eröffnet
1902
Londorf–Lollar eröffnet
1963
Ende Grünberg–Londorf
1981
Letzter Personenzug

Lage: Tal der Lumda zwischen Grünberg und Lollar in Mittelhessen. Status: kein regulärer Personenverkehr seit 1981, zwischen Lollar und Mainzlar weiter Güterverkehr. Heute: Reaktivierung für den Personenverkehr in Planung.

Die Lumdatalbahn führte von Grünberg durch das Tal der Lumda nach Lollar an der Main-Weser-Bahn.

Der reguläre Personenverkehr zwischen Grünberg und Londorf endete am 25. Mai 1963, zwischen Londorf und Lollar am 30. Mai 1981.

Auf dem Abschnitt zwischen Lollar und dem Werk der Didier-Werke in Mainzlar fahren weiterhin Güterzüge, alle Stationen weiter östlich liegen ohne Zugverkehr da.

Dieser Beitrag geht die Halte der Reihe nach durch: Beltershain, Lumda, Geilshausen, Odenhausen, Londorf, Allendorf, Treis und Daubringen, dazu Kesselbach und Mainzlar als Nachbarn an der Strecke.

Freie alte Fotos der einzelnen Stationen fehlen weitgehend, die Bilder stammen deshalb überwiegend aus den Jahren ab 2014, als altes Dokument dient ein Kursbuchauszug von 1959.

Entstehung: ein Bahnbau, den das Tal vorantrieb

Das Großherzogliche Kreisamt in Gießen beschäftigte sich seit 1881 mit dem Bau einer Bahn durch das Lumdatal.

1889 kamen Vertreter der Landgemeinden zusammen, um die Grundstücksfragen zu klären.

Die Buderusschen Eisenwerke in Lollar und die Familie des Freiherrn von Nordeck zur Rabenau stifteten jeweils 5.000 Mark.

Am 15. November 1890 wurde die Strecke von Lollar über Londorf nach Grünberg gesetzlich genehmigt.

Die Bauarbeiten begannen 1894.

1896 ging der Abschnitt von Grünberg bis Londorf in Betrieb, Londorf war damit zunächst Endpunkt.

Am 1. Juni 1902 folgte der Abschnitt von Londorf nach Lollar.

Er verknüpfte die Main-Weser-Bahn mit der Vogelsbergbahn, und seit 1902 liefen durchgehende Züge zwischen Gießen, Lollar und Grünberg.

So sah es vorher aus: Dampf, Basalt und Autobahnbau

Im Sommerfahrplan 1939 standen werktags acht Zugpaare im Fahrplan, sonntags fünf.

Sie fuhren jeweils von und nach Gießen durch, ein weiterer Zug pendelte nur zwischen Londorf und Gießen.

Die Fahrt von Grünberg nach Lollar dauerte zwischen 51 und 58 Minuten.

Die Empfangsgebäude entstanden als Einheitsbahnhöfe der Hessischen Staatsbahn, dreigeschossig, aus Backstein, mit den schmiedeeisernen Initialen „HS“.

Die Bevölkerung nannte sie früher die „Villen der Rabenau“.

Güter gaben der Strecke ihr Gewicht.

In Lumda wurde Eisenerz verladen, die Basaltsteinbrüche in Lollar und Kesselbach verluden Steine.

Seilbahnen verbanden die Steinbrüche mit den Umladestationen in Lollar und Lumda.

Beim Bau der Reichsautobahn in den 1930er Jahren wurde die Gleisanlage im Bahnhof Lumda deutlich vergrößert.

Gezogen wurden die Züge von Dampflokomotiven vieler Baureihen, später von Dieseltriebwagen und bis zum Fahrplanwechsel am 31. Mai 1980 von Akkumulatortriebwagen.

Im letzten Fahrplanjahr 1980/1981 kamen wieder Schienenbusse zum Einsatz.

Kursbuchauszug der Lumdatalbahn, Sommerfahrplan 1959.
Kursbuchauszug der Lumdatalbahn, Sommerfahrplan 1959. Foto: Deutsche Bundesbahn, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Beltershain: ein Holzunterstand am Streckenanfang

Beltershain war ein Haltepunkt zwischen Grünberg und Lumda.

Der hölzerne Unterstand wurde 1965 mit dem Rückbau der Gleise eingeebnet.

Seit dem 25. Mai 1963 fuhren hier keine Personenzüge mehr, eine Bahnbuslinie trat an ihre Stelle.

Weitere Angaben zu diesem Halt sind nicht belegt.

Lumda: Basalt, Erz und der Damm der Autobahn

Der Bahnhof Lumda liegt auf 270 Metern Höhe, rund 100 Meter höher als der Ausgangspunkt Lollar.

Er war Verladestelle für Basalt der Buderus-Werke.

Von 1935 bis 1938 wurde hier Baumaterial für die Autobahn zum Bahnhof gebracht, die das Tal auf einem Damm nahe der Station quert.

Die Unterführung unter der Autobahn bei Lumda dient heute als Verbindungsweg und ist als Bahnbau kaum noch zu erkennen.

Ende der 1950er Jahre wurden die Nebengleise abgebaut, bis auf das Streckengleis.

Seit dem 1. Januar 1960 war Lumda ein unbesetzter Haltepunkt.

Im Winter 1963/64 wurden in der Nähe der Station Schienen abgebaut.

Geilshausen: ein Haus im Privatbesitz

In Geilshausen wurden Ende der 1950er Jahre die Gleise zurückgebaut, Wagenladungsverkehr gab es danach nicht mehr.

Seit dem 1. Januar 1960 war der Halt unbesetzt.

Das frühere Stationsgebäude ging später in Privatbesitz über.

Es darf deshalb nicht ohne Erlaubnis betreten werden.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Geilshausen, 2014.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Geilshausen, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Odenhausen: ein Angriff im September 1944

Der Bahnhof Odenhausen liegt auf 250 Metern Höhe.

Am 9. September 1944 griffen vier amerikanische Jagdbomber bei Odenhausen einen Personenzug an, der in Richtung Gießen unterwegs war.

Nach den Angaben aus der örtlichen Chronik starben dabei 16 Menschen, rund 40 wurden verletzt, zum Teil schwer.

Der Halt blieb in der Folgezeit bestehen.

Das frühere Bahnhofsgebäude ist auf Fotos von 2014 erhalten.

Im Ort gab es damals außerdem eine Gaststätte mit dem Namen Gleis 1.

Der ehemalige Bahnhof Odenhausen, 2014.
Der ehemalige Bahnhof Odenhausen, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Gaststätte Gleis 1 in Odenhausen, 2014.
Die Gaststätte Gleis 1 in Odenhausen, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Kesselbach: Anschluss für den Basalt

Zwischen Odenhausen und Londorf lag der Bahnhof Kesselbach.

Das Basaltwerk Hertel besaß hier einen eigenen Gleisanschluss, und die Steinbrüche am Ort verluden ihre Steine auf die Bahn.

Das Bahnhofsgebäude ist in Privatbesitz übergegangen.

Auf einem Foto von 2014 steht es auf dem Betriebsgelände einer Firma.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Kesselbach, 2014.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude von Kesselbach, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Londorf: der Mittelpunkt der Strecke

Londorf war der betriebliche Mittelpunkt der Lumdatalbahn.

Der Bahnhof besaß einen zweiständigen Lokschuppen und einen Wasserturm.

Der Lokschuppen wurde 1958 stillgelegt und um 1963 abgerissen.

Bis zum Ende der Zugkreuzungen im Jahr 1963 trafen sich hier Züge aus beiden Richtungen.

Die Angaben zum Ende der Eigenständigkeit als Dienststelle gehen auseinander, genannt werden das Jahr 1954 und das Jahr 1963.

Seit dem 1. Juli 1977 war der Bahnhof unbesetzt.

Am 30. Mai 1981 endete der reguläre Personenverkehr.

Güterwagen mit Holz wurden bis zum September 1990 beladen.

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre kaufte die Gemeinde das Empfangsgebäude, das als Kulturdenkmal gilt.

Im Erdgeschoss war bis 2012 eine Rettungswache des Roten Kreuzes untergebracht.

An der Stelle des hölzernen Güterschuppens steht heute ein Bürgersaal mit rund 80 Plätzen.

Vier Gleise sind noch vorhanden, Gleis 1 wurde auf einem kurzen Stück verfüllt, weil dort eine Buswendeschleife angelegt wurde.

Ab dem 1. Juni 2012 zeigte das Museum der Rabenau in Londorf eine mehrmonatige Ausstellung zum 110-jährigen Jubiläum der Strecke.

Gleise im Bahnhof Londorf, 2015.
Gleise im Bahnhof Londorf, 2015. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Bewachsene Gleisanlagen im Bahnhof Londorf, 2015.
Bewachsene Gleisanlagen im Bahnhof Londorf, 2015. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Allendorf (Lumda): Kreuzung, Gasthaus und Vereinssitz

Der Bahnhof Allendorf liegt auf 201 Metern Höhe.

Hier kreuzten sich Züge bis 1963.

Seit dem 1. August 1968 war er unbesetzt.

In den 1970er Jahren wurde das Gleis 3 zurückgebaut, das als Kreuzungsgleis für den Personenverkehr gedient hatte.

In den 1980er Jahren wurde das Nebengleis für den Güterverkehr zum letzten Mal modernisiert.

Seit 2003 sind eine kleine Brücke über den Klingelbach und ein Bahnübergang der Kreisstraße nach Allertshausen abgebaut.

Selbst nach der förmlichen Stilllegung 1991 fuhren hier noch Sonderzüge, am 31. Oktober 1993 und am 21. Juli 1996.

Im Ort sitzt der Verein Lumdatalbahn e. V., der sich um das Kulturgut Eisenbahn im Lumdatal kümmert.

Einzelne Flächen am Bahnhof wurden an Dritte verkauft.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Allendorf (Lumda), 2014.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Allendorf (Lumda), 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Haus Am Bahnhof 1 in Allendorf (Lumda), 2018.
Das Haus Am Bahnhof 1 in Allendorf (Lumda), 2018. Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Staufenberg-Treis: Haltepunkt mit Protestgeschichte

Eine Postkarte von 1905 zeigt den damals neuen Bahnhof von Treis.

Seit dem 1. August 1968 war er unbesetzt.

1974 wurden die Nebengleise zurückgebaut, der Bahnhof wurde dadurch zum Haltepunkt.

Als Anfang 1981 die Stilllegung der Strecke drohte, bildete sich in Treis eine Arbeitsgruppe gegen die Streckenstilllegung.

Nach den Angaben der örtlichen Chronik sammelten Treiser Bürger 1.400 Unterschriften.

Auch hier wurden Flächen am Bahnhof an Dritte verkauft.

Der ehemalige Bahnhof von Treis, 2014.
Der ehemalige Bahnhof von Treis, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das frühere Bahnhofsgebäude von Treis, 2014.
Das frühere Bahnhofsgebäude von Treis, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Lumdatalbahn zwischen Treis und Mainzlar, 2014.
Die Lumdatalbahn zwischen Treis und Mainzlar, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Staufenberg-Mainzlar: der Bahnhof am Werk

Mainzlar trug anfangs den Doppelnamen Mainzlar-Daubringen.

Der Grund dafür ist nicht ganz klar, möglicherweise hing er mit den besseren Möglichkeiten für den Güterverkehr gegenüber dem Haltepunkt Daubringen zusammen.

1907 siedelte sich hier die Feuerfestfabrik Scheidhauer & Gießing an, die seit 1932 als Didier-Werke firmiert.

Ihr Gleisanschluss wird ununterbrochen bedient.

Bis 1972 verschob eine Seilzuganlage mit zwei Windentürmen die Wagen im Werk, dann übernahm eine kleine Diesellokomotive.

Seit dem 1. Oktober 1976 war der Bahnhof unbesetzt.

Bis 2016 gab es sporadische Sonderfahrten, etwa jährlich am ersten Sonntag im September zum Schmaadleckermarkt in Lollar.

Der Bahnhof Mainzlar, 2014.
Der Bahnhof Mainzlar, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Ein LINT 41 der Hessischen Landesbahn als Schmaadleckershuttle auf der Lumdatalbahn, 2014.
Ein LINT 41 der Hessischen Landesbahn als Schmaadleckershuttle auf der Lumdatalbahn, 2014. Foto: Gregor Atzbach, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Staufenberg-Daubringen: der Fachwerkbau, der verschwand

Daubringen hatte von Anfang an einen eigenen Haltepunkt an der Straße nach Staufenberg.

Sein Empfangsgebäude wich vom üblichen Stil ab, es war ein einstöckiger Fachwerkbau.

Ende der 1970er Jahre wurde es abgetragen.

Seit dem 30. Juni 1970 war der Haltepunkt unbesetzt.

Die Anlagen für den Personenverkehr in Daubringen mit 80 Metern Nutzlänge und in Mainzlar mit 100 Metern Nutzlänge entsprechen aktuellen Standards.

Zwei Bahnsteige für den Sonderverkehr entstanden mit Geld der Lumdatalbahn AG und durch ehrenamtliche Arbeit.

Eine V 60 der Hessischen Güterbahn mit einem Leerzug auf dem Weg von Mainzlar nach Lollar, 2009.
Eine V 60 der Hessischen Güterbahn mit einem Leerzug auf dem Weg von Mainzlar nach Lollar, 2009. Foto: Ferres at de.wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Brücke der Lumdatalbahn über die Lumda westlich von Mainzlar, 2014.
Brücke der Lumdatalbahn über die Lumda westlich von Mainzlar, 2014. Foto: Gerold Rosenberg, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Niedergang: Schritt für Schritt bis 1991

Zuerst verlor das Netz seine Besetzung, Lumda und Geilshausen waren seit 1960 unbesetzt, Allendorf und Treis seit 1968, Daubringen seit 1970.

Am 25. Mai 1963 endete der Personenverkehr zwischen Grünberg und Londorf, ein Bahnbus ersetzte ihn.

Die Gleise des östlichen Abschnitts wurden bis etwa 1965 abgebaut.

1976 wollte die Bundesbahn die Reststrecke stilllegen, Bürgerproteste verhinderten das zunächst.

Am 27. Mai 1978 lösten Triebwagen die lokbespannten Züge ab.

Anfang 1981 plante die Bundesbahndirektion Frankfurt, die Strecke wegen eines Defizits von 450.000 Mark im Jahr aufzugeben.

Am 30. Mai 1981 endete der reguläre Personenverkehr zwischen Lollar und Londorf, danach fuhr ein Bus.

Zum 1. April 1991 folgte die förmliche Stilllegung zwischen Londorf und dem Anschluss der Didier-Werke in Mainzlar.

So sieht es jetzt aus

Die Strecke ist heute bis Londorf noch vorhanden und rund 14 Kilometer lang.

Der Abschnitt von Lollar bis zum Anschluss der Didier-Werke wird weiter im Güterverkehr befahren.

Von Mai 2002 bis Dezember 2016 betreute ihn die Hessische Landesbahn, seit Juni 2023 gehört die gesamte Lumdatalbahn zu deren Netz.

Das Land Hessen sieht die noch vorhandene Strecke ab Londorf für eine Wiederinbetriebnahme im Reiseverkehr vor.

Im August 2023 erhielt die Landesbahn einen Zuschuss von 4,5 Millionen Euro für die Planungsphasen 3 und 4.

Eine Untersuchung von 2014 prognostizierte für die Gesamtstrecke bis Londorf 1.900 Fahrgäste pro Tag.

Ende 2023 fiel ein sauberer Rückschnitt der Vegetation entlang der Trasse auf.

Vorher und nachher: was aus den Gebäuden wurde

Der Unterstand von Beltershain und das Fachwerkgebäude von Daubringen sind verschwunden.

In Londorf stehen der Lokschuppen und der hölzerne Güterschuppen nicht mehr, dafür gibt es einen Bürgersaal und eine Buswendeschleife.

Die übrigen Empfangsgebäude sind mindestens teilweise erkennbar im Ursprungszustand erhalten, mehrere davon in Privatbesitz.

Das Londorfer Gebäude gehört der Gemeinde Rabenau und steht unter Denkmalschutz.

Die Geschichte in Daten

1881: Das Kreisamt Gießen beschäftigt sich mit dem Bau einer Bahn im Lumdatal.

1890: Am 15. November wird die Strecke Lollar–Londorf–Grünberg gesetzlich genehmigt.

1894: Beginn der Bauarbeiten.

1896: Eröffnung des Abschnitts Grünberg–Londorf.

1902: Am 1. Juni folgt der Abschnitt Londorf–Lollar.

1944: Am 9. September wird bei Odenhausen ein Personenzug aus der Luft angegriffen.

1960: Lumda und Geilshausen werden unbesetzte Haltepunkte.

1963: Am 25. Mai endet der Personenverkehr zwischen Grünberg und Londorf.

1965: Die östlichen Gleise sind abgebaut.

1981: Am 30. Mai endet der reguläre Personenverkehr zwischen Lollar und Londorf.

1991: Am 1. April wird die Strecke bis Mainzlar förmlich stillgelegt.

2023: Die Lumdatalbahn gehört zum Netz der Hessischen Landesbahn, im August folgt ein Planungszuschuss von 4,5 Millionen Euro.

Häufige Fragen

Fahren heute Züge im Lumdatal?
Zwischen Lollar und dem Anschluss der Didier-Werke in Mainzlar fahren Güterzüge, regulären Personenverkehr gibt es seit dem 30. Mai 1981 nicht mehr.
Wann endete der Verkehr zwischen Grünberg und Londorf?
Der Personenverkehr endete dort am 25. Mai 1963, die Gleise wurden bis etwa 1965 abgebaut.
Soll die Strecke wieder in Betrieb gehen?
Das Land Hessen sieht die noch vorhandene Strecke ab Londorf für eine Wiederinbetriebnahme im Personenverkehr vor, 2023 gab es einen Zuschuss für die Planung.
Welche Gebäude stehen noch?
Die meisten Empfangsgebäude stehen noch, der Unterstand in Beltershain und das Gebäude in Daubringen sind verschwunden.
Darf man die Stationsgebäude betreten?
Geilshausen und Kesselbach sind in Privatbesitz und nicht frei zugänglich, das Londorfer Gebäude gehört der Gemeinde.

Die Lumdatalbahn ist keine ganz tote Strecke, sondern eine, die auf ihre Zukunft wartet.

Ihre Stationen zeigen, wie eine Nebenbahn Stück für Stück stiller wurde.

Quellen und Bildrechte

Lumdatalbahn.de: 110 Jahre Schienen im Lumdatal · Lumdatalbahn.de: Die frühen Jahrzehnte der Lumdatalbahn bis 1963 · Wikipedia: Bahnstrecke Grünberg–Lollar · Wikipedia: Bahnhof Londorf

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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