Lautertalbahn: die aufgelassenen Halte zwischen Kaiserslautern und Lauterecken
Die Lautertalbahn fährt noch, doch mehrere ihrer Halte sind verschwunden. Kaisersmühle, Sambach und Oberweiler-Tiefenbach verloren 1912 ihren Halt, Kreimbach folgte im Jahr 2000.


Lage: Kaiserslautern bis Lauterecken, 34,5 Kilometer. Status: Die Strecke ist in Betrieb, einzelne Halte sind aufgelassen. Heute: Kaisersmühle, Sambach und Oberweiler-Tiefenbach werden nicht mehr bedient, das Kreimbacher Empfangsgebäude wurde zum Restaurant umgebaut.
Die Lautertalbahn führt von Kaiserslautern nach Lauterecken und ist in Betrieb.
Aufgelassen sind einzelne Halte an der 34,5 Kilometer langen Strecke.
Es geht um Kaisersmühle, Sambach, Oberweiler-Tiefenbach und Kreimbach, dazu um weitere Stationen, die an derselben Linie ihren Verkehr verloren.
Von Kaisersmühle, Sambach und Oberweiler-Tiefenbach liegen keine freien Fotos vor, deshalb zeigen die Bilder Kreimbach und den früheren Westbahnhof in Kaiserslautern.
Entstehung: ein Komitee in Wolfstein
Um 1860 bildete sich in Wolfstein ein Komitee, das eine Bahn durch das Lauter- und das untere Glantal forderte.
Die Strecke sollte in Kaiserslautern von der Pfälzischen Ludwigsbahn abzweigen und in Staudernheim auf die Rhein-Nahe-Bahn treffen.
Eine Petition der Gemeinden von 1877 scheiterte zunächst an der schlechten Finanzlage der Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen.
Deshalb sollte die Lautertalbahn als Sekundärbahn gebaut werden, was die veranschlagten Kosten auf 4,3 Millionen Mark senkte.
Am 9. Mai 1880 erhielten die Nordbahnen die Konzession.
Der erste Spatenstich fiel am 18. Februar 1882 auf das Gelände des späteren Westbahnhofs in Kaiserslautern.
Am 15. November 1883 wurde die Strecke eröffnet.

Zur Eröffnung verkehrten drei Zugpaare zwischen Kaiserslautern und Lauterecken.
Lauterecken blieb zunächst Endbahnhof und erhielt 1887 ein massives Gebäude.
1896 ging der Abschnitt nach Odernheim in Betrieb, 1897 folgte die Verbindung bis Staudernheim.
Mit der Glantalbahn kam 1904 der Bahnhof Lauterecken-Grumbach als neue Verknüpfungsstation hinzu.
Kaiserslautern West: der Kopfbahnhof
Der Westbahnhof war ein Kopfbahnhof und hieß bis 1915 Kaiserslautern Westbahnhof.
Seine Stichfahrt hatte eine eigene Kilometrierung, die am Abzweig bei Kilometer 3,3 begann.
In den ersten Jahrzehnten war der Personenteil als Kopfbahnhof angelegt, weshalb Züge nach Lauterecken am Bahnhof vorbeifuhren und anschließend zurückgedrückt wurden.
Aus der Gegenrichtung fuhren die Züge erst in den Bahnhof, drückten dann auf die freie Strecke zurück und fuhren vorwärts zum Hauptbahnhof.
Das zweistöckige Empfangsgebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Vor allem im Güterverkehr war der Westbahnhof wichtig, zu den Kunden zählten der Städtische Schlachthof und die Kammgarnspinnerei Kaiserslautern.
Ab 1969 ersetzte ein gleichnamiger Haltepunkt westlich des Streckenabzweigs den Bahnhof im Personenverkehr.
Mitte der 1980er Jahre verlor der Bahnhof an Bedeutung.
Ende der 1980er Jahre wurde der Kopfbahnhof als Gütertarifpunkt geschlossen und diente noch einige Jahre als Anschlussgleis.
Das Empfangsgebäude wurde im Jahr 2000 im Rahmen der ersten Landesgartenschau in Rheinland-Pfalz in der ursprünglichen Form wiederaufgebaut und steht auf deren Gelände.
Kaisersmühle: ein reiner Personenhalt
Der Halt Kaisersmühle lag in der Nähe der Kaisermühle auf Kaiserslauterer Gebiet.
Er diente ausschließlich dem Personenverkehr und war bei den Bayerischen Staatseisenbahnen als Stationstyp 1 geführt.
In unmittelbarer Nähe entstanden Vorarbeiterwohnungen.
Mangels Rentabilität wurde der Halt 1912 aufgelassen.
Weitere Angaben zu Kaisersmühle sind nicht belegt.
Sambach: die unrentabelste Betriebsstelle
Auch der Haltepunkt Sambach diente nur dem Personenverkehr und war als Stationstyp 1 eingestuft.
Er hatte sich zusammen mit dem Bahnhof Erbach an der Glantalbahn als unrentabelste Betriebsstelle im Netz der Pfalzbahn erwiesen.
1912 wurde er aufgegeben.
Die Strecke berührt nördlich des Bahnhofs Lampertsmühle-Otterbach den westlichen Ortsrand von Sambach.
Seit den 2000er Jahren gibt es in Sambach Bestrebungen, wieder einen Haltepunkt einzurichten.
Oberweiler-Tiefenbach: erst Oberweiler
Bis 1898 hieß der Halt nur Oberweiler.
Wie Kaisersmühle und Sambach diente er ausschließlich dem Personenverkehr und war als Stationstyp 1 geführt.
1912 wurde er aufgegeben.
Die Strecke führt weiterhin durch das Gemeindegebiet von Oberweiler-Tiefenbach.
Mehr ist über diesen Halt nicht belegt.
Kreimbach: vom Schmeisbacher Bahnhof zum Restaurant
Der Bahnhof Kreimbach hatte anfangs Verladegleise, eine Verladerampe und zwei Weichen.
Die Nebengleise waren 212 Meter lang.
Bis 1912 trug er den Namen Schmeisbach-Kreimbach, nach der nahen Schmeisbacher Mühle, die zugleich ein bedeutender Güterkunde war.

Zeitweise führte vom Bahnhof eine Luftseilbahn zu einem benachbarten Steinbruch, der seit dem 25. Juli 1925 in Betrieb war.
Die Verladung von Schotter endete in den 1970er Jahren.
1990 wurde der Bahnhof als Gütertarifpunkt aufgegeben.
Danach blieb er als Haltepunkt bestehen, bis er im Jahr 2000 zugunsten des neuen Haltepunkts Kreimbach-Kaulbach aufgegeben wurde.
Das frühere Empfangsgebäude wurde renoviert und in ein Restaurant umgewandelt.
In dieses ist ein ehemaliger Eisenbahnwagen integriert, den im Oktober 2004 ein Schwerlastkran neben die Gleise setzte.

Kaulbach: Proteste gegen die Schließung
Der Haltepunkt Kaulbach hatte ein Gleis mit Bahnsteig, zeitweise einen Güterschuppen und Vorarbeiterwohnungen.
Vom 1. November 1917 bis 1. Oktober 1918 musste er wegen Personalmangels im Ersten Weltkrieg vorübergehend aufgegeben werden.
1922 gab es Bestrebungen, den Halt mangels Rentabilität für den Personenverkehr aufzulassen.
Proteste in der Bevölkerung verhinderten das damals.
Im Jahr 2000 wurde er zugunsten des neuen Haltepunkts Kreimbach-Kaulbach doch aufgegeben.
Dieser gemeinsame Haltepunkt ersetzte die beiden bisherigen Halte der Gemeinde Kreimbach-Kaulbach, die aus Rationalisierungsgründen aufgelassen wurden.
Stahlhausen-Rutsweiler: ein Halt mit Schlüsselgleis
Der Haltepunkt Stahlhausen-Rutsweiler diente ausschließlich dem Personenverkehr und war als Stationstyp 1 geführt.
Die Westdeutschen Hartsteinwerke hatten am südlichen Ende des Bahnsteigs ein Anschlussgleis, das nur mit einem Schlüssel bedient werden konnte.
Ab 1911 hieß der Halt nur noch Stahlhausen.
Drei Jahre später wurde er mangels Rentabilität geschlossen.
Lauterecken: erst Endbahnhof, dann Haltepunkt
Der alte Bahnhof Lauterecken war bis 1896 der Endpunkt der Strecke.
Mit dem Bahnhof Lauterecken-Grumbach wurde er 1904 zum Haltepunkt zurückgebaut und 1912 mangels Rentabilität vollständig aufgelassen.
Das Empfangsgebäude ist noch vorhanden und steht unter Denkmalschutz.
Ein weiterer Haltepunkt war 1896 nördlich des Bahnhofs entstanden, um den Bewohnern des nördlichen Stadtgebiets und des mittleren Glantals den Zugang zu erleichtern.
Er bestand bis 1904 und wurde mit der Vollendung der durchgehenden Glantalbahn aufgegeben.
Das Jahr 1912 und die Folgen
Am 1. Januar 1909 ging die Lautertalbahn in das Eigentum der Bayerischen Staatseisenbahnen über.
Bereits 1912 wurden die Haltepunkte Kaisersmühle, Sambach, Oberweiler-Tiefenbach und Lauterecken mangels Rentabilität aufgegeben.
Ab Mai desselben Jahres wurden aus Rationalisierungsgründen an 42 Bahnübergängen die Schranken beseitigt.
Zwei Jahre später musste auch Stahlhausen-Rutsweiler wegen schwacher Nachfrage schließen.
1922 verhinderten Proteste vor Ort die geplante Schließung der Halte Kaulbach, Lohnweiler und Roßbach-Stahlhausen.
So sieht es jetzt aus
Die Lautertalbahn selbst blieb erhalten, obwohl die Bundesbahn sie in den 1980er Jahren stilllegen wollte.
Mit der Gründung der Deutschen Bahn und der Aufnahme in den Rheinland-Pfalz-Takt im Jahr 1994 wurde ihr Fortbestand gesichert.
Das Empfangsgebäude des früheren Westbahnhofs steht seit dem Wiederaufbau im Jahr 2000 auf dem Gelände der Landesgartenschau.
Das frühere Empfangsgebäude in Kreimbach wurde zum Restaurant umgebaut, dazu kam 2004 der Eisenbahnwagen.
In Sambach gibt es Bestrebungen, wieder einen Haltepunkt zu bauen.

Die Geschichte in Daten
Um 1860: In Wolfstein bildet sich ein Komitee für eine Bahn durch das Lauter- und das untere Glantal.
9. Mai 1880: Die Pfälzischen Nordbahnen erhalten die Konzession.
18. Februar 1882: Erster Spatenstich auf dem Gelände des späteren Westbahnhofs.
15. November 1883: Die Lautertalbahn wird eröffnet.
1896: Ein Haltepunkt nördlich des Bahnhofs Lauterecken geht in Betrieb.
1904: Lauterecken-Grumbach wird Verknüpfungsbahnhof, der Haltepunkt von 1896 wird aufgegeben.
1. Januar 1909: Die Bayerischen Staatseisenbahnen übernehmen die Strecke.
1912: Kaisersmühle, Sambach, Oberweiler-Tiefenbach und Lauterecken werden aufgegeben.
1914: Stahlhausen-Rutsweiler wird geschlossen.
1. November 1917: Kaulbach und Lohnweiler schließen für elf Monate.
1969: Ein Haltepunkt ersetzt den Westbahnhof im Personenverkehr.
1990: Kreimbach wird als Gütertarifpunkt aufgegeben.
2000: Kreimbach und Kaulbach werden aufgelassen, Kreimbach-Kaulbach ersetzt beide.
Oktober 2004: Ein Eisenbahnwagen wird neben die Gleise in Kreimbach gesetzt.
Häufige Fragen
Ist die Lautertalbahn stillgelegt?
Wann wurden Kaisersmühle, Sambach und Oberweiler-Tiefenbach aufgegeben?
Was wurde aus dem Bahnhof Kreimbach?
Seit wann gibt es den Haltepunkt Kreimbach-Kaulbach?
Soll Sambach wieder einen Halt bekommen?
Vier Halte wurden 1912 aufgegeben, Stahlhausen-Rutsweiler folgte 1914, Kreimbach und Kaulbach im Jahr 2000.
Die Strecke selbst fährt weiter.
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