Die stillen Halte der Gottleubatalbahn zwischen Pirna und Bad Gottleuba

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die stillen Halte der Gottleubatalbahn zwischen Pirna und Bad Gottleuba

Die Gottleubatalbahn verband Pirna von 1880 an mit Berggießhübel und ab 1905 mit Bad Gottleuba. Der Beitrag geht die ehemaligen Halte von Pirna Solidarität bis Bad Gottleuba einzeln durch.

VORHER · um 1900

Der Bahnhof Berggießhübel um 1900.

Der Bahnhof Berggießhübel um 1900. Foto: unbekannter Fotograf, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.
NACHHER · 2025

Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Berggießhübel.

Das ehemalige Empfangsgebäude des Bahnhofs Berggießhübel. Foto: Singlespeedfahrer, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.
Kurz erklärt
1880
Eröffnung bis Berggießhübel
1905
Verlängerung bis Gottleuba
1970
Personenverkehr endet
1976
Letzter Güterverkehr der Gesamtstrecke

Lage: Gottleubatal in der Sächsischen Schweiz, von Pirna über Berggießhübel nach Bad Gottleuba. Status: Stillgelegt, der Abschnitt Pirna–Rottwerndorf förmlich 1999, die Gleise wurden 2002 abgebaut. Heute: Teile der Trasse sind Geh- und Radweg, mehrere Empfangsgebäude stehen noch.

Die Gottleubatalbahn führte durch das Gottleubatal von Pirna über Berggießhübel nach Bad Gottleuba.

Der erste Abschnitt bis Berggießhübel ging 1880 in Betrieb, die Verlängerung bis Gottleuba folgte 1905.

Der Personenverkehr endete am 24. August 1970, der Güterverkehr auf der Gesamtstrecke am 1. April 1976.

Der Abschnitt von Pirna-Neundorf bis Gottleuba wurde danach abgebaut, der Abschnitt im Stadtgebiet von Pirna blieb zunächst als Industriebahn erhalten.

Die förmliche Stilllegung von Pirna bis Pirna-Rottwerndorf wurde am 28. Februar 1999 vollzogen, die Gleise verschwanden 2002.

Dieser Beitrag geht die ehemaligen Halte einzeln durch, vom Haltepunkt Pirna Solidarität bis zum Endbahnhof Bad Gottleuba.

Der Bahnhof Pirna an der Elbtalbahn, an dem die Strecke begann, ist in Betrieb und gehört nicht zu den stillen Halten.

Entstehung: Sandstein, Erz und eine günstige Sekundärbahn

Im Gottleubatal und im Lohmgrund wurde im 19. Jahrhundert Sandstein gebrochen, 1875 waren hier über 60 Brüche in Betrieb.

Dazu kam ab 1870 der wieder aufgenommene Abbau von Magnetit bei Berggießhübel.

Die Städte Berggießhübel und Gottleuba beantragten 1877 den Bau einer Stichbahn von Pirna aus.

Am 29. März 1879 wurde das Gesetz über den Sekundärbahnbau Pirna–Berggießhübel erlassen.

Ende Mai 1879 begannen die Erdarbeiten, bis November 1879 lag der Oberbau auf knapp acht Kilometern bis Neundorf.

Am 19. Juli 1880 wurde die Strecke feierlich in Betrieb genommen.

Die Baukosten betrugen 760.688 Mark, das waren knapp 51.000 Mark je Kilometer.

Andere bis dahin in Sachsen gebaute eingleisige Strecken kosteten 123.000 bis 180.000 Mark je Kilometer.

Der erste Zug der Verlängerung bei der Ankunft im Bahnhof Gottleuba, 30. Juni 1905.
Der erste Zug der Verlängerung bei der Ankunft im Bahnhof Gottleuba, 30. Juni 1905. Foto: unbekannter Fotograf, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Die Strecke war vor allem für den Güterverkehr gedacht, vorgesehen waren zunächst nur der Endbahnhof Berggießhübel und ein Halt in Rottwerndorf.

Auf Antrag eines Gemeinderates und eines Gasthofbesitzers kamen Haltepunkte in Langenhennersdorf und Neundorf hinzu.

Gottleuba lag nach 1880 gut zweieinhalb Kilometer vom Streckenende entfernt und bemühte sich wiederholt um einen Anschluss.

Der Sächsische Landtag genehmigte die Verlängerung im Frühjahr 1900, am 14. Juli 1904 begannen die Bauarbeiten.

Für die knapp drei Kilometer lange Verlängerung entstanden drei Brücken über die Gottleuba und ein Betonviadukt in Berggießhübel.

Die Baukosten betrugen 585.000 Mark.

Die Einweihung fand 1905 statt, die Angaben nennen dafür den 30. Juni und den 1. Juli.

So sah es vorher aus: Kurgäste, Ausflügler und Sandstein

Im Sommer 1880 verkehrten vier Zugpaare als gemischte Züge, im Winter drei.

Die Fahrt von Pirna nach Berggießhübel dauerte im Sommerfahrplan 1881 zwischen 60 und 68 Minuten.

Im Eröffnungsjahr beförderte die Bahn in den fünfeinhalb Monaten 31.171 Fahrgäste, 1884 waren es 113.570.

Die Strecke war wirtschaftlich erfolgreich, 1884 war sie die profitabelste Strecke der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen.

Den Einnahmen von 138.660 Mark standen Ausgaben von nur 45.515 Mark gegenüber.

1889 wurden 100.424 Tonnen Fracht befördert, den größten Teil davon machte Sandstein aus.

Bis 1905 entstanden entlang der Strecke 17 Anschluss- und Zweiggleise, die meisten zwischen Pirna und Pirna Ost.

Zu den Fahrgästen zählten auch Kurgäste, denn Berggießhübel und Gottleuba waren Kurorte.

In den 1930er Jahren fuhren bis zu sechs Zugpaare am Tag, die Fahrt von Pirna nach Bad Gottleuba dauerte etwa 45 Minuten.

Typische Lokomotiven waren damals Dampflokomotiven der Baureihen 86 und 91.3.

In den 1950er Jahren beförderte die Bahn im Durchschnitt 400 bis 650 Fahrgäste am Tag.

Bad Gottleuba mit Bahnhof und Gondelteich, 1914.
Bad Gottleuba mit Bahnhof und Gondelteich, 1914. Foto: Brück & Sohn Kunstverlag, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.

Pirna Solidarität: Haltepunkt der Fabriken

Der Haltepunkt Pirna Solidarität an der heutigen Dresdner Straße entstand für den Berufsverkehr.

Die Angaben nennen als Jahr 1949 oder 1950.

Die umliegenden Fabriken bezahlten den Bau, daher der Name.

Zunächst bestand er nur aus einem Bahnsteig und einer Bude für den Streckenfernsprecher.

In den 1960er Jahren kam eine Wartehalle aus Betonfertigteilen hinzu.

Pirna Haltepunkt: Von 1881 bis 1894

Pirnaer Bürger hatten sich schon bei der Planung für einen Haltepunkt im Süden der Stadt nahe der Kohlmühle eingesetzt.

Das Gelände war damals unbebaut, der Haltepunkt kam zunächst nicht zustande.

Die nötigen Anlagen wurden später privat bezahlt, am 15. Mai 1881 eröffnete der Haltepunkt Pirna.

Mit der Einrichtung der neuen Haltestelle Pirna Süd wurde er 1894 wieder aufgegeben.

Pirna Süd: Abzweig nach Großcotta

Die Haltestelle Pirna Süd lag an der Abzweigstelle der Strecke nach Großcotta, die 1894 den Lohmgrund mit seinen Steinbrüchen anband.

Das Stationsgebäude stand im Keil zwischen den Gleisen beider Strecken.

Zum Jahr der Einrichtung gehen die Angaben auseinander, sie nennen 1894 und 1896.

Die Station wurde 1910 in Pirna Süd umbenannt.

Mit der Eröffnung der Strecke nach Großcotta verlegte die Staatsbahnverwaltung die Bahnverwalterei von Berggießhübel nach Pirna Süd.

Bis 1976 war Pirna Süd zur Sicherung der Abzweigstelle mit einem Fahrdienstleiter besetzt.

Pirna Ost: Zugang zur Südvorstadt

Der Haltepunkt Pirna Ost hieß bis 1945 Pirna von Richthofenstraße.

Wehrmachtssoldaten errichteten ihn 1940 als Zugangsstelle für die Pirnaer Südvorstadt.

Er bestand nur aus einem schmalen Bahnsteig zwischen Gleis und Rottwerndorfer Straße.

Bis 1965 wurden die Fahrkarten in einer Blockhütte auf der gegenüberliegenden Straßenseite verkauft.

Der Bahndamm der Gottleubatalbahn nahe Walkmühlenweg mit Blick auf die Rottwerndorfer Straße in Pirna, 1981.
Der Bahndamm der Gottleubatalbahn nahe Walkmühlenweg mit Blick auf die Rottwerndorfer Straße in Pirna, 1981. Foto: VSchagow, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Rottwerndorf: Vom Sandstein zum Uranerz

Rottwerndorf war der wichtigste Unterwegsbahnhof der Strecke.

In den Anfangsjahren wurde hier der im Lohmgrund gebrochene Sandstein verladen.

Der Bahnhof wurde im Lauf der Jahrzehnte mehrfach erweitert.

Ab 1967 entstand auf dem früheren Haldengelände der Sandsteinindustrie eine sechsgleisige Verladeanlage für Uranerz der Wismut.

Das Erz kam über eine 4,4 Kilometer lange Seilbahn mit 175 Gondeln vom Bergwerk in Königstein-Leupoldishain zum Bahnhof.

In den 1970er Jahren fuhren von hier täglich sieben Erz-Ganzzüge zu je 13 Wagen zu den Aufbereitungsbetrieben in Crossen und Seelingstädt.

Ab 1983 wurde der Bahnhof wegen einer Umstellung der Fördermethode dafür nicht mehr gebraucht, die Seilbahn wurde abgebaut.

Der Schienenbus VT 172 979 767 im Bahnhof Pirna-Rottwerndorf bei den letzten Fahrten am 30. Mai 1993.
Der Schienenbus VT 172 979 767 im Bahnhof Pirna-Rottwerndorf bei den letzten Fahrten am 30. Mai 1993. Foto: Bybbisch94, Christian Gebhardt, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Bis Mitte der 1990er Jahre wurden in Rottwerndorf noch Zement-Ganzzüge entladen.

Am 1. Januar 1997 endete der Güterverkehr.

Das Eisenbahn-Bundesamt genehmigte die Stilllegung des Abschnitts Pirna–Pirna-Rottwerndorf am 24. Februar 1999, vollzogen wurde sie am 28. Februar 1999.

2002 wurden die Gleise abgebaut.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Pirna-Rottwerndorf, 2008.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Pirna-Rottwerndorf, 2008. Foto: R.D. — Rolf-Dresden, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das ehemalige Befehlsstellwerk am Bahnhof Rottwerndorf, 2008.
Das ehemalige Befehlsstellwerk am Bahnhof Rottwerndorf, 2008. Foto: Norbert Kaiser on geo.hlipp.de, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Neundorf: Anschlüsse zu Gasthof und Steinsägen

Die Haltestelle Pirna-Neundorf bestand seit der Eröffnung der Strecke.

Anfangs gab es nur ein Zweiggleis zu einem Gasthof, später kamen zwei weitere zu den dortigen Steinsägen hinzu.

1917 wurde die Haltestelle zum Bahnhof erklärt.

Bis zuletzt bestand ein Anschlussgleis zur Textilchemie Agrotex GmbH.

Die Ortsdurchfahrt der Gottleubatalbahn in Pirna-Neundorf, 2003.
Die Ortsdurchfahrt der Gottleubatalbahn in Pirna-Neundorf, 2003. Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Langenhennersdorf: Bahnhof mit Papierfabrik

Langenhennersdorf bestand seit der Betriebseröffnung als Haltepunkt.

1883 wurde ein Ladegleis mit Vieh- und Holzrampe gebaut.

Gegenüber der Haltestelle entstand 1885 und 1886 eine Papier- und Pappenfabrik, die 1887 ein eigenes Anschlussgleis erhielt.

Ein weiteres Zweiggleis diente der Firma Schmidt & Co.

Vom 1. Januar 1905 bis in die 1960er Jahre galt Langenhennersdorf als Bahnhof.

Der Anschluss des Hartpappenwerks in Langenhennersdorf wurde noch bis 1977 bedient.

Das Empfangsgebäude ist bis heute original erhalten.

Es gehört seit 2004 dem Verein Bahnhof Langenhennersdorf e. V. und dient als Pension und Gaststätte.

Der Bahnhof Langenhennersdorf, 2008.
Der Bahnhof Langenhennersdorf, 2008. Foto: R.D. — Rolf-Dresden, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Brücken an der oberen Bahnhofsausfahrt in Langenhennersdorf, 2004.
Brücken an der oberen Bahnhofsausfahrt in Langenhennersdorf, 2004. Foto: Rainerhaufe at German Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Zwiesel: Haltepunkt am Gasthaus Zum Echo

Die Stadt Berggießhübel hatte sich schon kurz nach der Eröffnung um einen Haltepunkt in Zwiesel bemüht.

Das Gesuch wurde wegen des erwarteten geringen Verkehrs zunächst abgelehnt.

Erst 1910 hatte ein weiteres Gesuch Erfolg, der Haltepunkt Berggießhübel-Zwiesel wurde am 1. Mai 1911 eröffnet.

Fahrkarten gab es bis zum Schluss im nahen Gasthaus Zum Echo.

Ein Zug der Gottleubatalbahn in Berggießhübel-Zwiesel, um 1905.
Ein Zug der Gottleubatalbahn in Berggießhübel-Zwiesel, um 1905. Foto: unbekannter Fotograf, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Ab Zwiesel wurde die Trasse bis kurz vor Bad Gottleuba in den 1990er Jahren als überwiegend asphaltierter Fuß- und Radweg hergerichtet, als Terrainkurweg.

Der Berggießhübeler Heimatverein stellte zwischen Zwiesel und Berggießhübel einen Teil der historischen Beschilderung und der Signale wieder auf.

Der Haltepunkt Berggießhübel-Zwiesel, 2003.
Der Haltepunkt Berggießhübel-Zwiesel, 2003. Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Berggießhübel: Endbahnhof und Sitz der Bahnverwaltung

Der Bahnhof Berggießhübel ging 1880 als Endbahnhof und Sitz der Bahnverwalterei in Betrieb.

Die Baukosten lagen bei knapp 27.000 Mark.

Wegen des wachsenden Verkehrs wurde das Empfangsgebäude bereits 1887 um ein Stockwerk aufgestockt.

Als 1894 die Strecke nach Großcotta eröffnet wurde, verlegte die Staatsbahnverwaltung die Bahnverwalterei nach Pirna Süd.

Der zweiständige Lokschuppen wurde 1906 zum neuen Endbahnhof Gottleuba umgesetzt.

Danach arbeiteten in Berggießhübel nur noch vier Bahnmitarbeiter, in Bad Gottleuba waren es 18.

1968 wurden alle Nebengleise abgerissen, 1970 verlor der Bahnhof mit der Einstellung des Personenverkehrs seine Funktion.

Berggießhübel hatte die Weiterführung der Bahn zunächst abgelehnt, weil man Nachteile für das eigene Kurwesen befürchtete.

Das enge Tal ließ im Stadtgebiet nur eine Trasse unmittelbar neben dem Johann-Georgen-Bad und dem Kurhotel Sächsisches Haus zu.

Das Empfangsgebäude blieb erhalten und wird heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.

Der Bahnhof Berggießhübel mit Eisenbahnzug, 1915.
Der Bahnhof Berggießhübel mit Eisenbahnzug, 1915. Foto: Brück & Sohn Kunstverlag, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.
Die ehemalige Bahnbrücke der Gottleubatalbahn in Berggießhübel, 2003.
Die ehemalige Bahnbrücke der Gottleubatalbahn in Berggießhübel, 2003. Foto: Rainerhaufe, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Giesenstein: Haltepunkt für wenige Reisende

Der Haltepunkt Giesenstein wurde 1907 auf Kosten des Gutsbesitzers Arnold eingerichtet.

Er wurde nur in geringem Maß genutzt.

Im gesamten Jahr 1921 wurden dort 1.684 Fahrkarten verkauft, das waren durchschnittlich vier bis fünf Reisende am Tag.

Am 11. Dezember 1922 wurde der Haltepunkt aufgelassen.

Bad Gottleuba: Endbahnhof mit Option nach Böhmen

Der Bahnhof Gottleuba war der Endpunkt der Strecke und so angelegt, dass eine Verlängerung nach Böhmen ohne bauliche Veränderung möglich gewesen wäre.

Zu Beginn bestand er aus Bahnsteig-, Umfahr- und Ladegleis sowie einem Gleis zum zweiständigen Lokschuppen.

Der Bahnhof wurde mehrmals erweitert, zuletzt Ende der 1960er Jahre für die Baustofftransporte zur Talsperre Gottleuba.

1967 und 1969 wurden dafür insgesamt 400 Meter Bahnhofsgleise und drei Weichen neu verlegt, an der Ladestraße stand ein Bockkran.

Die Verlängerung nach Gottleuba hatte den Reiseverkehr belebt, größere Verkehrsleistungen als zuvor blieben aber aus.

Mehrere Entgleisungen führten schließlich zur Einstellung des Personenverkehrs am 24. August 1970.

Im Güterverkehr blieb die Gesamtstrecke noch bis zum 1. April 1976 in Betrieb.

Das Empfangsgebäude und das Wirtschaftsgebäude sind noch vorhanden, ein Teil des Bahnhofsareals gehört heute zu einer Parkanlage.

Das Empfangsgebäude wurde ab 2012 saniert und beherbergt seit April 2014 ein Café.

Das Empfangsgebäude in Bad Gottleuba, Januar 2026.
Das Empfangsgebäude in Bad Gottleuba, Januar 2026. Foto: Rigorius, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

So sieht es jetzt aus: Trasse als Weg

Weite Teile der alten Bahntrasse sind öffentlich zugänglich, unterliegen aber keiner geregelten Nachnutzung.

In Pirna wurde die Trasse zwischen der Dresdner Straße und dem ehemaligen Haltepunkt Pirna Ost weitgehend als Trampelpfad genutzt.

Im Bereich des Geibeltbads Pirna entstand auf etwa 500 Metern ein asphaltierter Radweg.

2019 erwarb die Stadt Pirna die Trasse zwischen der Bundesstraße 172 und kurz vor Neundorf.

Die Planung für einen gemeinsamen Geh- und Radweg begann 2022.

Ein erster, 1,7 Kilometer langer Teilabschnitt zwischen der Bundesstraße 172 und dem Geibeltbad wurde im August 2025 in Betrieb genommen.

Die Geschichte in Daten

29. März 1879: Gesetz über den Sekundärbahnbau Pirna–Berggießhübel.

19. Juli 1880: Feierliche Inbetriebnahme der Strecke bis Berggießhübel.

15. Mai 1881: Eröffnung des Haltepunkts Pirna.

1905: Einweihung der Verlängerung bis Gottleuba.

1. Mai 1911: Eröffnung des Haltepunkts Berggießhübel-Zwiesel.

11. Dezember 1922: Der Haltepunkt Giesenstein wird aufgelassen.

1967: Die Uranerzverladung in Rottwerndorf entsteht.

24. August 1970: Der Personenverkehr wird eingestellt.

1. April 1976: Der Güterverkehr auf der Gesamtstrecke endet.

1. Januar 1997: Der Güterverkehr auf dem Rest endet.

28. Februar 1999: Die Stilllegung von Pirna bis Rottwerndorf wird vollzogen.

2002: Die Gleise werden abgebaut.

August 2025: Ein 1,7 Kilometer langer Rad- und Gehweg auf der Trasse geht in Betrieb.

Häufige Fragen

Wann fuhr der letzte Personenzug auf der Gottleubatalbahn?
Der Personenverkehr wurde am 24. August 1970 eingestellt, nach mehreren Entgleisungen.
Wie lange fuhren noch Güterzüge?
Auf der Gesamtstrecke bis zum 1. April 1976, in Pirna bis zum 1. Januar 1997.
Welche Halte hatte die Strecke?
Pirna Solidarität, Pirna Süd, Pirna Ost, Rottwerndorf, Neundorf, Langenhennersdorf, Zwiesel, Berggießhübel, zeitweise Giesenstein und Endbahnhof Gottleuba.
Welche Empfangsgebäude stehen noch?
Erhalten sind unter anderem die Gebäude in Langenhennersdorf, Berggießhübel und Bad Gottleuba.
Kann man die Trasse heute nutzen?
Weite Teile sind öffentlich zugänglich, zwischen Zwiesel und kurz vor Bad Gottleuba verläuft ein Fuß- und Radweg.

Die Gottleubatalbahn begann als günstige Sekundärbahn für Sandstein und Erz.

Von ihr bleiben Empfangsgebäude, Brücken und eine Trasse, die in Teilen als Weg genutzt wird.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bahnstrecke Pirna–Gottleuba · Stadt Pirna: Die Gottleubatalbahn, Verlängerung nach Bad Gottleuba und Betrieb bis zur Stilllegung

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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