Die Korkenziehertrasse in Solingen: Südbahnhof, Nordbahnhof, Wald und Gräfrath

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Korkenziehertrasse in Solingen: Südbahnhof, Nordbahnhof, Wald und Gräfrath

Die Korkenzieherbahn verband Solingen über Wald und Gräfrath mit Vohwinkel. 1995 wurde sie stillgelegt, heute verläuft auf ihrer Trasse ein rund 15 Kilometer langer Rad- und Fußweg.

Das Empfangsgebäude des ehemaligen Walder Bahnhofs.
Das Empfangsgebäude des ehemaligen Walder Bahnhofs. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1887
Eröffnung Vohwinkel–Wald
1890
Solingen–Wald schließt die Lücke
1958
Wald–Gräfrath stillgelegt
1995
Gesamtstilllegung der Strecke

Lage: Solingen und Wuppertal-Vohwinkel, Bahnstrecke Solingen–Wuppertal-Vohwinkel. Status: Gesamtstilllegung 1995, Personenverkehr offiziell seit 1942 eingestellt. Heute: Die Korkenziehertrasse ist ein rund 15 Kilometer langer Rad- und Fußweg; das Empfangsgebäude Gräfrath wurde 2011 abgerissen.

Die Korkenzieherbahn verband den damaligen Solinger Hauptbahnhof über die Bahnhöfe Wald und Gräfrath mit Wuppertal-Vohwinkel.

Ihre Strecke war 15,8 Kilometer lang und verlief durch die nördlichen Ausläufer des Bergischen Landes.

Den Namen trägt sie wegen ihres S-förmigen Verlaufs, der an das Gewinde eines Korkenziehers erinnert.

1995 wurde die Strecke stillgelegt, auf der Trasse verläuft heute die Korkenziehertrasse.

Dieser Beitrag begleitet die Bahnhöfe Solingen Süd, Solingen Nord, Wald und Gräfrath.

Freie Fotos aus der Betriebszeit der Reisezüge liegen nicht vor, die Bilder zeigen den Zustand der 2010er und 2020er Jahre.

Wie die Korkenzieherbahn entstand

Am 25. September 1867 eröffnete die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eine Stichbahn zum Bahnhof am Weyersberg in einer Talmulde westlich der Solinger Altstadt.

Dieser Bahnhof lag an der tiefsten Stelle des Tals und war für Fuhrwerke und Reisende schwierig zu erreichen, besonders im Winter.

In den 1870er Jahren plante die Rheinische Bahngesellschaft eine Verbindung von Opladen über Solingen, Wald und Gräfrath nach Lüntenbeck.

Nach der Verstaatlichung der Gesellschaft zum 1. Januar 1880 zerschlugen sich diese Pläne.

Erst durch die Proteste des Solinger Landrats Karl Friedrich Melbeck sah der preußische Staat die Notwendigkeit einer Stichbahn zwischen Solingen und Vohwinkel.

1883 bewilligte der preußische Landtag dafür 2.840.000 Mark.

Der endgültige Streckenverlauf stand erst Ende 1885 fest.

Im April 1886 begannen die Bauarbeiten, durchschnittlich 900 Arbeiter waren mit den Erdarbeiten beschäftigt, die meisten mit Spitzhacke und Schaufel.

Der erste Abschnitt von Vohwinkel über Gräfrath nach Wald war 8,9 Kilometer lang.

Er wurde am 15. November 1887 eröffnet, in Wald und Gräfrath mit großen Feierlichkeiten.

Am 12. Februar 1890 schloss das Teilstück zwischen Wald und dem damaligen Solinger Hauptbahnhof die letzte Lücke.

So sah es vorher aus: Personenzüge und Fabrikgleise

Die Bahnhöfe der Strecke und ihre Güterhallen mussten anfangs vielfach erweitert werden, weil sie für die verfrachteten Güter zu klein waren.

In Wald und am Nordbahnhof profitierten die Bahnhöfe von der Nähe zu den angrenzenden Industriegebieten.

Mit dem Straßenbahnverkehr der Union-Elektricitäts-Gesellschaft, der am 30. Dezember 1896 begann, sank die Zahl der Fahrgäste auf der Korkenzieherbahn rasch.

Ab dem 13. Januar 1899 fuhr die Straßenbahnlinie 3 nach Vohwinkel, sie war preiswerter und schneller.

Auf den Güterverkehr wirkte sich das nicht aus, er wuchs weiter.

Der Personenverkehr wurde offiziell am 2. November 1942 eingestellt.

Danach gab es noch Jahre später Sonderzüge.

Solingen Süd: der Südbahnhof, später Hauptbahnhof

Der Bahnhof Solingen Süd wurde 1890 eröffnet und lag deutlich näher an der Altstadt als der Bahnhof Weyersberg.

Er entstand als zusammenhängender Komplex aus Wartehalle und Güterschuppen in Fachwerkbauweise.

Mit der Eröffnung der Strecke Remscheid–Solingen über die Müngstener Brücke 1896 und 1897 stieg seine Verkehrsbedeutung.

Zwischen 1908 und 1910 wurde das alte Gebäude abgerissen und durch ein repräsentatives Empfangsgebäude ersetzt.

Der Zugang zu den Gleisen führte nun über eine geschlossene stählerne Bahnsteigbrücke.

1913 erhielt der Bahnhof den Namen Solingen Hauptbahnhof.

Die Reste des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wartesaalgebäudes bilden den Kern des heutigen Empfangsgebäudes.

Zwischen 1953 und 1956 erhielt es eine verglaste Empfangshalle nach Plänen des Architekten Willmann von der Bundesbahndirektion Wuppertal.

Alte Güterhallen im Südpark Solingen.
Alte Güterhallen im Südpark Solingen. Foto: Nicola, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Im April 1993 wurde das Bahnhofsgebäude in die Denkmalliste der Stadt Solingen eingetragen.

Die Bahnsteigbrücke aus der Zeit von 1908 bis 1910 gilt im Rheinland als letzte erhaltene Bahnhofsüberführung der Vorkriegszeit.

Der Bahnhof wurde 2006 geschlossen.

Den Namen Solingen Hbf trägt seit Dezember 2006 der Bahnhof in Solingen-Ohligs.

Das Bahnhofsgelände wurde zum Südpark umgestaltet.

Im ehemaligen Empfangsgebäude hat seit 2006 das Forum Produktdesign Solingen seinen Sitz, ein Institut der Bergischen Universität Wuppertal.

Der ehemalige Bahnhof bildet den Startpunkt der Korkenziehertrasse.

Die alten Güterhallen im Südpark in Solingen.
Die alten Güterhallen im Südpark in Solingen. Foto: Nicola, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Solingen Nord: der kleinere Bahnhof im Industrienorden

Für Solingen waren von Anfang an zwei Bahnhöfe geplant, der Bahnhof Solingen Süd und der Bahnhof Solingen Nord im industriell geprägten Norden der Stadt.

Der Nordbahnhof lag in einer Talmulde zwischen dem städtischen Schlachthof, dem Ortsteil Potshaus und den Häuserzeilen an der Haumann- und der Van-Meenen-Straße östlich vom Schlagbaum-Tunnel.

Das Gelände gehörte bereits vor Baubeginn der Stadt Solingen, deshalb fielen keine Kosten für den Grunderwerb an.

Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude begannen im April 1888, die Gleise wurden im April 1889 verlegt.

Das Gebäude war ein zusammenhängender Komplex aus Wartehalle und Güterschuppen in Fachwerkbauweise und fiel etwa ein Drittel kleiner aus als beim Südbahnhof.

Der Nordbahnhof eröffnete mit der Fertigstellung der Strecke am 12. Februar 1890 ohne große Feierlichkeiten.

Die übrig gebliebenen Gebäude vom Bahnhof Solingen Nord.
Die übrig gebliebenen Gebäude vom Bahnhof Solingen Nord. Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Schon bei der Eröffnung gab es die Befürchtung, dass die Kapazitäten nicht ausreichen würden.

Der Güterschuppen wurde bereits 1891 auf die doppelte Länge vergrößert.

Die Wagenkapazität lag bei etwa 40 Wagen, der Bedarf bei etwa 60.

Ab dem 4. November 1914 bestand am Nordbahnhof Anschluss an die Straßenbahnlinie 5 der Barmer Bergbahn.

Ab dem 1. August 1927 beförderte die Barmer Bergbahn auch Güter zum Nordbahnhof für die Firma Rasspe, die dort einen eigenen Schuppen errichtete.

1953 wurden an diesem Schuppen noch 1.200 Tonnen umgeschlagen.

Am 1. Oktober 1958 wurde der Güterverkehr auf der Straßenbahn eingestellt, und der Nordbahnhof verlor einen wichtigen Kunden.

Den ehemaligen Anschluss an den Schlachthof nutzte ab 1964 ein Hersteller von Kisten und Holzpaletten, bis 1994.

Das Empfangsgebäude wurde 1979 abgebrochen, die Halle einer Spedition wurde bis zur Stilllegung der Strecke bedient.

Wald: der Bahnhof mit den Privatanschlüssen

Die 1807 gegründete Bürgermeisterei Wald hatte 1856 das Stadtrecht erhalten.

Die Gemeinde war mit Großfabriken der Stahlwaren- und der Schirmfurniturenindustrie früh industrialisiert, hatte aber zunächst keinen direkten Eisenbahnanschluss.

Der Bahnhof entstand etwa einen Kilometer östlich des alten Walder Ortskerns auf noch weitgehend unbebautem Gebiet.

Am 15. November 1887 befuhr der erste Personenzug die Strecke zwischen Vohwinkel und Wald.

Mit der Fertigstellung der Strecke nach Solingen 1890 wurde der Walder Bahnhof zum Durchgangsbahnhof.

Schon in den ersten Jahren zeigte sich, dass er zu klein war.

Der Wartesaal für die erste und zweite Klasse bot nur Platz für 16 Fahrgäste.

Erwartet worden waren 63.000 Fahrgäste pro Jahr, im ersten Jahr waren es 164.000.

1889 wurde der Bahnhof um zwei Freiladegleise und eine Ladestraße erweitert, 1893 folgte die Vergrößerung von Empfangsgebäude und Güterschuppen.

Das Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Solingen-Wald.
Das Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs Solingen-Wald. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Weil die Straßenkreuzungen nördlich und südlich des Bahnhofs zunächst ungesichert waren, war die Unfallgefahr hoch.

Auf der südlichen Kreuzung mit der Kaiserstraße, der heutigen Focher Straße, wurde 1890 eine Schrankenanlage installiert.

1910 wurde eine Unterführung freigegeben, die die Gefahrenstelle entschärfte.

Der Bahnhof war der Hauptgrund für die wirtschaftliche Blüte der Stadt Wald nach 1890.

Die Zahl der Fabriken stieg von 78 im Jahr 1888 auf 132 im Jahr 1899.

Die Einwohnerzahl wuchs im selben Zeitraum von etwa 11.000 auf 17.555.

Besonders waren die Privatanschließer, vor allem die Unternehmen Klein (Stahlbau) und C. Prinz (Töpfe und Pfannen).

Die Firma Klein hatte sogar eine Drehscheibe, mit der sich die Wagen auf die Hallengleise verteilen ließen.

1937 waren am Walder Bahnhof 17 Personen beschäftigt, die Bahnsteige wurden für Sonderzüge um 70 Meter verlängert.

Die Unterführung am Bahnhof Solingen-Wald.
Die Unterführung am Bahnhof Solingen-Wald. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Güter- und Expressgutabfertigung wurde zum 31. Dezember 1975 geschlossen.

Das Bahnhofsgelände gehörte bis Mai 1994 einer Schrotthandlung.

Bis März 1995 fuhren noch einzelne Bedarfszüge von Wald aus.

Bis Ende 1997 wurden die letzten Gleisanlagen abgebaut.

Heute sind im früheren Bahnhof unter anderem eine Gaststätte und der Kulturverein Waldmeister e. V. untergebracht, in den Lagerhallen ein Brennholzhandel.

Die Güterhallen des ehemaligen Walder Bahnhofs.
Die Güterhallen des ehemaligen Walder Bahnhofs. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Gräfrath: der kleinste Bahnhof der Strecke

Gräfrath hatte seit 1856 Stadtrecht und musste lange auf einen eigenen Eisenbahnanschluss warten.

Erste Pläne sahen den Bahnhof an der Bandesmühle vor, wogegen sich ein Bürgerkomitee wehrte.

Gewählt wurde ein Standort weiter südlich an der damaligen Freiheitstraße, der heutigen Wuppertaler Straße.

Dafür musste der Straßenverlauf geändert werden, die Straße wurde in einem Linksbogen über die Gleise geführt.

Die Stadtverordneten diskutierten 1886 mehrere Namen, etwa Bergisch-Gräfrath, Gräfrath-Solingen und Gräfrath-Elberfeld.

Man einigte sich auf Gräfrath mit dem Zusatz Kr. Solingen.

Aus Kostengründen wurde erwogen, ein Gebäude der Rheinischen Eisenbahn aus Opladen nach Gräfrath zu versetzen, das Ministerium untersagte dies.

So entstand 1887 ein eigener schlichter Entwurf unter dem Einfluss des Schweizer Landhausstils und des Bergischen Stils.

Die Baukosten betrugen rund 35.000 Mark.

Der Bahnhof war der kleinste an der gesamten Strecke, mit nur wenigen Güterzuggleisen und zwei Gleisen für den Personenverkehr.

Ein Stellwerk gab es in Gräfrath nie, Weichen und Signale wurden vom Fahrdienstleiterraum aus gesteuert.

1898 erhielt der Bahnhof ein separates Einfahrgleis für den Güterverkehr von und nach Vohwinkel.

1893 bekam die Ziegelei Flachsberg einen direkten Gleisanschluss an ihren Ringofen.

Der Personenverkehr wurde am 2. November 1942 eingestellt, die Güterabfertigung 1966.

Mit der Schließung des Wagenladungstarifpunktes am 31. Mai 1989 wurde der Bahnhof endgültig stillgelegt.

Die letzten Gleise wurden bis Ende 1996 abgebaut.

Das Empfangsgebäude mit angebautem Güterschuppen wurde 1988 in die Denkmalliste eingetragen.

Der Eigentümer wollte das verfallene Gebäude abbrechen lassen, die Stadt Solingen hielt es für denkmalwürdig.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf entschied am 5. November 2010, dass die Stadt das Gebäude aus der Denkmalliste streichen und die Abbruchgenehmigung erteilen müsse.

Die Abbrucharbeiten begannen Ende September 2011 und waren im Oktober 2011 abgeschlossen.

Das Gelände liegt heute brach, Nutzungskonzepte warten laut dem Stand von 2025 noch auf ihre Umsetzung.

Brachfläche am Bahnhof Solingen-Gräfrath.
Brachfläche am Bahnhof Solingen-Gräfrath. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Stilllegung der Strecke

Als immer mehr Kunden den Güterverkehr aufkündigten, wurde dieser schrittweise eingestellt.

1958 wurde der Abschnitt zwischen Wald und Gräfrath stillgelegt, die Strecke war damit unterbrochen.

Am 31. Mai 1989 wurde der Betrieb zwischen Gräfrath und Vohwinkel aufgegeben, zum 1. Dezember 1989 folgte die Stilllegung.

Am 31. März 1995 endete der Güterverkehr zwischen Solingen und Wald, damit war die gesamte Strecke stillgelegt.

Die letzten Gleisanlagen wurden Ende der 1990er Jahre entfernt.

So sieht es jetzt aus

Die Korkenziehertrasse ist ein umgebauter Radwanderweg mit rund 15 Kilometern Länge und insgesamt 42 Zugangspunkten.

Sie verbindet die Solinger Südstadt mit Gräfrath und den Nachbarstädten Haan und Wuppertal.

Realisiert wurde sie im Rahmen der Regionale 2006.

Die Stadt Solingen erwarb die Strecke 2002, die Bauarbeiten begannen im Sommer 2003.

Der Ausbau erfolgte in vier Bauabschnitten.

Bis Juni 2004 entstand das Stück bis zur Brücke Kasinostraße, im Sommer 2005 folgte der Abschnitt bis zur Brücke über die Carl-Ruß-Straße samt dem Tunnel Schlagbaum.

Im September 2006 wurde der Abschnitt bis zum Gräfrather Bahnhof fertiggestellt, die letzte Teilstrecke bis zur Stadtgrenze im August 2007.

Der 109 Meter lange Tunnel Schlagbaum ist der längste Tunnel der Trasse.

Der Rabbasol-Tunnel misst 35 Meter und unterquert das Firmengelände eines Reinigungsmittelherstellers.

Seit dem Sommer 2014 ist die Korkenziehertrasse mit der Nordbahntrasse in Wuppertal verbunden.

Die Eisenbahnbrücke der Korkenzieherbahn an der Dorper Straße.
Die Eisenbahnbrücke der Korkenzieherbahn an der Dorper Straße. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Korkenziehertrasse auf der Brücke Kasinostraße.
Die Korkenziehertrasse auf der Brücke Kasinostraße. Foto: Im Fokus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Im Februar 2020 wurde die baufällige historische Eisenbahnbrücke über die Gartenstraße abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Dabei kam ein Überbau aus glasfaserverstärktem Kunststoff auf der bestehenden Unterkonstruktion zum Einsatz, die Baukosten betrugen 75.000 Euro.

Die Korkenziehertrasse in Höhe der Hundewiese Fuhr.
Die Korkenziehertrasse in Höhe der Hundewiese Fuhr. Foto: SolingenFan95, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Vorher und nachher: der Südbahnhof

Am Südbahnhof, dem Hauptbahnhof bis 2006, endeten Reisezüge der Strecke nach Remscheid und der Korkenzieherbahn.

Heute liegt dort der Südpark, in dem das Empfangsgebäude das Forum Produktdesign beherbergt.

Auch die Bahnsteigbrücke, die letzte erhaltene Bahnhofsüberführung der Vorkriegszeit im Rheinland, gehört zum geschützten Bestand.

Die Geschichte in Daten

1867: Eröffnung der Stichbahn zum Bahnhof Weyersberg am 25. September.

1883: Der preußische Landtag bewilligt 2.840.000 Mark für die Strecke Solingen–Vohwinkel.

1887: Die Strecke zwischen Vohwinkel und Wald wird am 15. November eröffnet.

1890: Am 12. Februar wird das Teilstück Wald–Solingen eröffnet, der Südbahnhof und der Nordbahnhof gehen in Betrieb.

1913: Der Südbahnhof erhält den Namen Solingen Hauptbahnhof.

1942: Der Personenverkehr wird am 2. November offiziell eingestellt.

1958: Der Abschnitt zwischen Wald und Gräfrath wird stillgelegt.

1975: Die Güter- und Expressgutabfertigung in Wald wird geschlossen.

1979: Das Empfangsgebäude des Nordbahnhofs wird abgebrochen.

1989: Der Betrieb zwischen Gräfrath und Vohwinkel wird am 31. Mai aufgegeben.

1995: Mit der Einstellung des Güterverkehrs am 31. März ist die Strecke ganz stillgelegt.

2006: Der Südbahnhof wird geschlossen, die Korkenziehertrasse wird bis zum Gräfrather Bahnhof gebaut.

2007: Der letzte Abschnitt der Korkenziehertrasse wird im August eingeweiht.

2011: Das Empfangsgebäude in Gräfrath wird abgebrochen.

2014: Die Korkenziehertrasse wird mit der Nordbahntrasse verbunden.

Häufige Fragen

Wie lang war die Bahnstrecke Solingen–Wuppertal-Vohwinkel?
Die Strecke war 15,8 Kilometer lang.
Woher hat die Korkenziehertrasse ihren Namen?
Wegen ihres S-förmigen Verlaufs durch die Stadt, der an das Gewinde eines Korkenziehers erinnert.
Wann wurde die Strecke stillgelegt?
Die Gesamtstilllegung erfolgte am 31. März 1995, der Personenverkehr war offiziell schon am 2. November 1942 eingestellt worden.
Was ist aus dem Bahnhof Gräfrath geworden?
Das Empfangsgebäude wurde im Oktober 2011 abgebrochen, das Gelände liegt brach.
Was befindet sich im ehemaligen Südbahnhof?
Das Forum Produktdesign Solingen, ein Institut der Bergischen Universität Wuppertal.

Die Korkenzieherbahn ist heute ein Weg durch Solingen, an dem Brücken und Tunnel an die Eisenbahn erinnern.

Von den vier Bahnhöfen steht noch das Empfangsgebäude des Südbahnhofs, die Anlage in Wald wird anders genutzt, am Nordbahnhof stehen noch Gebäude und in Gräfrath liegt das Gelände brach.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Korkenziehertrasse · Wikipedia: Bahnstrecke Solingen–Wuppertal-Vohwinkel · Wikipedia: Bahnhof Solingen-Gräfrath · Wikipedia: Bahnhof Solingen Nord · Wikipedia: Bahnhof Solingen-Wald · Wikipedia: Solingen Hauptbahnhof (bis 2006)

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Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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