Die stillen Halte der Bahn Güstrow–Neubrandenburg: von Nienhagen bis Blankenhof

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die stillen Halte der Bahn Güstrow–Neubrandenburg: von Nienhagen bis Blankenhof

Seit 1864 führt die Bahn von Güstrow nach Neubrandenburg, und sie fährt bis heute. Doch entlang der Strecke gibt es Halte, an denen keine Reisezüge mehr oder nie lange hielten.

Der denkmalgeschützte Bahnhof Hohen Mistorf, Einfahrt von Westen, 2021.
Der denkmalgeschützte Bahnhof Hohen Mistorf, Einfahrt von Westen, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1864
Eröffnung der Strecke
1996
Viele Unterwegshalte geschlossen
2015
Kleeth ohne Halt
2021
Foto aus Hohen Mistorf

Lage: zwischen Güstrow und Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Status: Die Strecke ist in Betrieb, an den beschriebenen Halten halten keine Reisezüge mehr. Heute: Der Bahnhof Hohen Mistorf ist denkmalgeschützt.

Die Bahnstrecke Güstrow–Neubrandenburg gehört zur Hauptbahn Bützow–Szczecin und ist bis heute in Betrieb.

Entlang der Strecke liegen jedoch Halte, an denen keine Reisezüge mehr halten oder nur kurz Züge hielten.

Dieser Beitrag behandelt Nienhagen, Hohen Mistorf, Remplin, Grischow, Kastorf, Kleeth und Blankenhof.

Entstehung: die Strecke von 1864

1850 eröffnete die Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft die Bahnstrecke Bützow–Güstrow.

Es fehlte noch eine Verlängerung in Richtung Osten, die auch das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz erschließen sollte.

Mangels finanzkräftiger Investoren wurde die Strecke von Güstrow nach Neubrandenburg auf Initiative von Großherzog Friedrich Franz II. als landesherrliches Eigentum gebaut.

Die Eröffnung erfolgte am 11. November 1864 im Bahnhof Teterow in Anwesenheit beider mecklenburgischer Großherzöge.

Als Betreibergesellschaft wurde die Friedrich-Franz-Eisenbahn gegründet, deren ursprünglicher Sitz Malchin war.

Deshalb bekam der Ort den repräsentativen Bahnhof Malchin.

Die Friedrich-Franz-Eisenbahn wurde 1875 privatisiert und 1890 erneut verstaatlicht.

1866/67 wurde die Strecke von Neubrandenburg nach Strasburg über die preußische Grenze verlängert.

So sah es vorher aus: Zugpaare und Betriebsbahnhöfe

1905 verkehrten je nach Abschnitt fünf bis sieben Zugpaare über die Strecke.

Darunter waren ein Schnell- und ein Personenzugpaar Hamburg–Stettin und eines, das zwischen Hamburg und Neubrandenburg pendelte.

Zwischen den Weltkriegen änderte sich das Angebot in seinen Grundzügen nur wenig.

Es gab einen durchgehenden D- und einen Eilzug Hamburg–Stettin und vier Personenzugpaare, zwischen Bützow und Güstrow fünf.

Wegen der Demontage der Bahnstrecke Neustrelitz–Warnemünde, der Lloydbahn, nach Neustrelitz fuhren die Züge Rostock–Berlin von 1945 bis 1961 über Güstrow–Neubrandenburg.

Das zweite Gleis, das westlich von Teterow existierte, wurde nach Kriegsende abgebaut und fehlt bis heute.

Um 1980 verkehrten je nach Streckenabschnitt sechs bis acht Personenzugpaare, zwischen Malchin und Teterow fünf.

Die Bedeutung für den Güterverkehr zeigte sich an der großen Zahl der Kreuzungsmöglichkeiten, darunter mehrere Betriebsbahnhöfe, die nicht dem Reisezugverkehr dienten.

Das Ende vieler Halte: der Fahrplan von 1996

1995 verkehrten Regionalexpresszüge mit Halt in Güstrow, Teterow, Malchin, Stavenhagen, Neubrandenburg und Strasburg im angenäherten Zweistundentakt.

Sie wurden durch überall haltende Regionalbahnen ergänzt.

1996 wurde der Fahrplan grundlegend geändert, eine Reihe von Unterwegshalten wurde geschlossen.

Seitdem fahren Regionalexpresszüge im Stundentakt mit Halt auf fast allen verbliebenen Stationen.

Seit dem 13. Dezember 2015 halten die Züge auch nicht mehr im Bahnhof Kleeth.

Nienhagen: ein Halt aus den 1940er Jahren

Der Haltepunkt Nienhagen lag bei Lalendorf an der Strecke.

Er wurde erst Anfang der 1940er Jahre eingeführt.

Nach Kriegsende war er wieder aus den Fahrplänen verschwunden.

Weitere Angaben zu diesem Halt sind nicht belegt.

Hohen Mistorf: ein denkmalgeschützter Bahnhof ohne Reisezüge

Hohen Mistorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Alt Sührkow.

Der Bahnhof liegt an der Bahnlinie Güstrow–Neubrandenburg.

Seit 1996 halten dort keine Reisezüge mehr.

Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz.

Zu ihm gehören ein Empfangsgebäude, Nebengebäude und ein Bahnarbeiterhaus.

Der Bahnhof Hohen Mistorf, denkmalgeschützt, Zufahrt, 2021.
Der Bahnhof Hohen Mistorf, denkmalgeschützt, Zufahrt, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der Vorplatz des Bahnhofs Hohen Mistorf mit Empfangs- und Nebengebäude, 2021.
Der Vorplatz des Bahnhofs Hohen Mistorf mit Empfangs- und Nebengebäude, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Westseite des Empfangsgebäudes in Hohen Mistorf, 2021.
Die Westseite des Empfangsgebäudes in Hohen Mistorf, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Empfangsgebäude in Hohen Mistorf mit Gleisresten einer Feldbahn, 2021.
Das Empfangsgebäude in Hohen Mistorf mit Gleisresten einer Feldbahn, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Bahnarbeiterhaus am Bahnhof Hohen Mistorf, 2021.
Das Bahnarbeiterhaus am Bahnhof Hohen Mistorf, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der Posten an der Westeinfahrt des Bahnhofs Hohen Mistorf, 2021.
Der Posten an der Westeinfahrt des Bahnhofs Hohen Mistorf, 2021. Foto: Global Fish, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Remplin: nur zwei Ausflugszüge

Remplin ist ein Ortsteil der Stadt Malchin.

Der Halt in Remplin war ein kurzzeitiges Intermezzo und wurde nur für zwei Ausflugszüge am Sonntag bedient.

Nach Kriegsende war er wieder aus den Fahrplänen verschwunden.

Weitere Angaben zu diesem Halt sind nicht belegt.

Grischow: ein ehemaliger Personenhalt

Grischow lag bei Kilometer 173,7 der Strecke und wird als ehemaliger Personenhalt geführt.

Der Ort liegt bei Ivenack.

Das Bahnhofsgebäude von Grischow bei Ivenack an der Strecke Bützow–Szczecin, 2014.
Das Bahnhofsgebäude von Grischow bei Ivenack an der Strecke Bützow–Szczecin, 2014. Foto: Jan Pešula, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.

Kastorf: ehemaliges Empfangsgebäude am Bahnübergang

Kastorf gehört zur Gemeinde Knorrendorf, die die Bahnstrecke Bützow–Szczecin durchquert.

Der Halt lag bei Kilometer 179,0 und wird als ehemaliger Personenhalt geführt.

Das ehemalige Empfangsgebäude und der Bahnübergang in Kastorf, Juli 2010.
Das ehemalige Empfangsgebäude und der Bahnübergang in Kastorf, Juli 2010. Foto: Niteshift, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Kleeth: Halt bis Dezember 2015

Kleeth gehört ebenfalls zur Gemeinde Knorrendorf und lag bei Kilometer 182,4.

Der Personenhalt bestand bis Dezember 2015.

Seit dem 13. Dezember 2015 halten die Züge dort nicht mehr.

Blankenhof: Bahnhof an der B 104

Blankenhof ist eine Gemeinde, an der die Bahnlinie von Neubrandenburg nach Güstrow vorbeiführt.

Der Bahnhof Blankenhof lag bei Kilometer 191,0 und wird als ehemaliger Personenhalt geführt.

Die Bahnlinie Bützow–Szczecin bei Blankenhof in Richtung Neubrandenburg, 2005.
Die Bahnlinie Bützow–Szczecin bei Blankenhof in Richtung Neubrandenburg, 2005. Foto: RaSlaMa, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

So sieht es jetzt aus

Die Strecke ist eine knapp 200 Kilometer lange, überwiegend nicht elektrifizierte eingleisige Hauptbahn, die größtenteils durch Mecklenburg-Vorpommern verläuft.

Seit 2002 verkehren Züge von Szczecin wieder durchgehend bis Bützow.

Seit dem 15. Dezember 2013 verkehren die Züge zwischen Bützow und Pasewalk in Regie von DB Regio.

Seit Oktober 2015 werden Dieseltriebwagen der Baureihe 623 eingesetzt.

Vorher und nachher

1995 hielten die Regionalexpresszüge in Güstrow, Teterow, Malchin, Stavenhagen, Neubrandenburg und Strasburg und die Regionalbahnen überall.

Seit 1996 und dem Fahrplan von Dezember 2015 fehlen Halte wie Hohen Mistorf und Kleeth im Reisezugverkehr.

Die Geschichte in Daten

1850: Die Strecke Bützow–Güstrow wird eröffnet.

11. November 1864: Die Strecke Güstrow–Neubrandenburg wird in Teterow eröffnet.

1866/67: Die Strecke wird von Neubrandenburg bis Strasburg verlängert.

1875: Die Friedrich-Franz-Eisenbahn wird privatisiert.

1890: Die Friedrich-Franz-Eisenbahn wird erneut verstaatlicht.

Anfang der 1940er Jahre: Ein Halt in Nienhagen wird eingeführt.

1945 bis 1961: Die Züge Rostock–Berlin fahren über Güstrow–Neubrandenburg.

1996: Der Fahrplan wird grundlegend geändert, eine Reihe von Unterwegshalten wird geschlossen.

13. Dezember 2015: Die Züge halten nicht mehr im Bahnhof Kleeth.

Häufige Fragen

Fahren auf der Strecke Güstrow–Neubrandenburg noch Züge?
Ja, die Strecke ist in Betrieb, Regionalexpresszüge fahren im Stundentakt mit Halt auf fast allen verbliebenen Stationen.
Seit wann halten in Hohen Mistorf keine Reisezüge mehr?
Seit 1996 halten dort keine Reisezüge mehr.
Wann hielten die Züge zuletzt in Kleeth?
Seit dem 13. Dezember 2015 halten die Züge dort nicht mehr.
Warum gab es Halte in Remplin und Nienhagen?
In Remplin hielten nur zwei Ausflugszüge am Sonntag, der Halt in Nienhagen wurde erst Anfang der 1940er Jahre eingeführt. Beide waren nach Kriegsende wieder aus den Fahrplänen verschwunden.
Steht der Bahnhof Hohen Mistorf unter Denkmalschutz?
Ja, der Bahnhof Hohen Mistorf ist denkmalgeschützt.

Die Bahn von Güstrow nach Neubrandenburg fährt damit weiter, nur an einigen Halten fahren die Reisezüge vorbei.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bahnstrecke Bützow–Szczecin · Wikipedia: Alt Sührkow · Wikipedia: Knorrendorf · Wikipedia: Blankenhof · Wikipedia: Remplin · Wikipedia: Lalendorf

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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