Die Erzbergbahn: Museumsbahn mit stillen Halten am Präbichl

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Die Erzbergbahn: Museumsbahn mit stillen Halten am Präbichl

Die Erzbergbahn über den Präbichl ist die steilste Normalspurbahn Österreichs und heute eine Museumsbahn. Viele ihrer Halte haben den Regelverkehr verloren oder waren nie mehr als Wasserstellen und Ausweichen.

VORHER · 2004

Der Bahnhof Erzberg mit einem Schienenbus der Reihe 5081.

Der Bahnhof Erzberg mit einem Schienenbus der Reihe 5081. Foto: Herbert Ortner , Vienna, Austria, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
NACHHER · 2016

Ein ÖBB-Schienenbus 5081.564-6 im Bahnhof Erzberg.

Ein ÖBB-Schienenbus 5081.564-6 im Bahnhof Erzberg. Foto: TheRunnerUp, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1891
Eröffnung über den Präbichl
1978
Ende des Zahnradbetriebs
1988
Ende des Personenverkehrs
1990
Museumsbahn

Lage: Die Bergstrecke verbindet Vordernberg mit Eisenerz über den Präbichl (1.204 m). Status: Museumsbahn des Vereins Erzbergbahn; der Regelverkehr auf der Bergstrecke endete 1988. Heute: Seit dem Bescheid vom 17. August 2026 ist der Museumsbetrieb auf Vordernberg–Präbichl beschränkt.

Die Erzbergbahn führt über den Präbichl (1.204 m) und verbindet Vordernberg mit Eisenerz.

Sie ist die steilste Normalspurbahn Österreichs, mit Steigungen bis 71 Promille.

Bis 1978 fuhren hier Züge mit Zahnradantrieb nach dem System Abt.

Der reguläre Personenverkehr auf der Bergstrecke wurde 1988 eingestellt.

Seit 1990 betreibt der Verein Erzbergbahn auf der Bergstrecke eine Museumsbahn.

Die Bahn ist also nicht tot, doch viele ihrer Halte sind es.

Dieser Beitrag beschreibt die Halte der Bergstrecke und der Erzbachbahn nach Hieflau.

Mit dem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Leoben vom 17. August 2026 ist die Durchfahrt durch den Präbichltunnel und den Plattentunnel untersagt, der Museumsbetrieb beschränkt sich daher auf den Abschnitt Vordernberg–Präbichl.

Entstehung: erst zwei Stichbahnen, dann die Bergstrecke

Die Strecke entstand zunächst als zwei getrennte Stichbahnen.

Die Vordernberger Bahn von Leoben nach Vordernberg wurde am 18. Mai 1872 eröffnet.

Die Erzbachbahn von Hieflau nach Eisenerz folgte am 6. Jänner 1873.

1887 begann die Planung des Abschnitts über den Präbichl, von Beginn an als Zahnradbahn nach dem System Abt.

Am 10. Oktober 1888 wurde die Konzession erteilt.

Gebaut wurde die Strecke von der am 8. Mai 1889 gegründeten Aktiengesellschaft Localbahn Eisenerz–Vordernberg, die zur Österreichischen Alpine Montangesellschaft gehörte.

Das Ramsaubach-Viadukt im Bau, aufgenommen zwischen 1888 und 1891.
Das Ramsaubach-Viadukt im Bau, aufgenommen zwischen 1888 und 1891. Foto: Carl Weighart, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Am 25. Mai 1891 wurde die Strecke von Vordernberg zur Passhöhe eröffnet.

Zunächst ging es nur bis Glaslbremse, denn der Wasservorrat der Lokomotiven reichte nicht bis Präbichl.

Erst nach der Fertigstellung des Wasserkrans in Glaslbremse im Sommer 1891 konnten die Züge bis Präbichl fahren.

Am 15. September 1891 fuhr der erste offizielle Güterzug.

Der Personenverkehr begann 1892.

Eine Zahnrad-Lokomotive nach dem System Abt, Abbildung aus der Zeit zwischen 1889 und 1898.
Eine Zahnrad-Lokomotive nach dem System Abt, Abbildung aus der Zeit zwischen 1889 und 1898. Foto: Unknown author Unknown author, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

So sah es vorher aus: Zahnrad, Erz und Reisezüge

Die Strecke über den Präbichl wurde bis 1978 mit zweilamelliger Zahnstange nach System Abt auf 14,5 Kilometern betrieben.

Sie führt über sechs gemauerte Viadukte und durch fünf Tunnel.

Vorwiegend diente sie dem Abtransport des Eisenerzes vom steirischen Erzberg nach Leoben-Donawitz und Linz.

Eine Bergfahrt auf der Südrampe dauerte rund eine Stunde, dabei schaufelte der Heizer rund 1.500 Kilogramm Kohle in die Feuerbüchse.

Ab 1970 wurde der Betrieb schrittweise auf reinen Adhäsionsbetrieb mit Schienenbussen und Diesellokomotiven umgestellt.

Am 30. September 1978 fuhr der letzte Dampfzug über die Erzbergbahn.

Im September 1980 wurden die Zahnstangen vollständig entfernt.

Vordernberg und die Erzbergbahn, Abbildung aus dem Jahr 1897.
Vordernberg und die Erzbergbahn, Abbildung aus dem Jahr 1897. Foto: Carl Weighart, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Niedergang und Ende des Regelverkehrs

1986 wurde nach der Inbetriebnahme der neuen Erzverladestelle Krumpental der Güterzugverkehr über den Präbichl eingestellt.

Der Erztransport lief nun über die längere, aber flachere Strecke über Hieflau.

Am 16. März 1988 verlegte ein Lawinenabgang die Trasse in der Nähe des Bahnhofs Erzberg auf rund 300 Metern.

Er wurde zum Anlass genommen, den Personenverkehr zwischen Vordernberg Markt und Eisenerz mit dem Fahrplanwechsel am 28. Mai 1988 einzustellen.

Am 29. Mai 1999 endete der Personenverkehr zwischen Hieflau und Eisenerz.

2001 wurde der Personenverkehr zwischen Leoben und Vordernberg Markt eingestellt.

Die Museumsbahn

Der 1975 gegründete Verein Erzbergbahn pachtete die Bergstrecke zum 1. Jänner 1990.

Am 23. Juni 1990 wurde die Erzbergbahn als Museumsbahn wiedereröffnet.

Da zwei Pisten des Skigebiets Präbichl die Strecke kreuzen, ist ein Winterbetrieb nicht möglich.

Seit 2012 sind Anlagenteile der Bahn in Eisenerz und Vordernberg in den Denkmallisten des Bundesdenkmalamtes aufgeführt, vor allem Aufnahmsgebäude und Erzverladeanlagen.

Zum 1. Juni 2013 kündigten die ÖBB dem Verein die Benützung der Strecke vom Bahnhof Vordernberg bis Vordernberg Markt, der Museumsverkehr ruhte zwei Saisonen lang.

Ende 2014 erwarb der Verein den Abschnitt Vordernberg Süd–Vordernberg Markt, seit der Saison 2015 fahren wieder Züge.

2018 beschloss das Land Steiermark den Ankauf des stillgelegten Abschnitts von Trofaiach nach Vordernberg, den der Verein seit 2020 pachtet.

Vordernberg

Im Bahnhof Vordernberg auf 768 Metern Höhe beginnt die eigentliche Erzbergbahn.

Der Bahnhof Vordernberg Markt auf 844 Metern liegt 76 Meter höher, für diesen Anstieg waren zwei Zahnstangenabschnitte nötig.

1988 wurde der Abschnitt zwischen beiden Bahnhöfen elektrifiziert, um die Reisezüge aus Leoben weiterführen zu können.

Vordernberg Markt ist heute Ausgangs- und Endpunkt der Sonderzüge, im Aufnahmsgebäude befindet sich das Erzbergbahnmuseum.

Vor dem Gebäude ist die Zahnradlokomotive 297.401 ausgestellt.

Die Reihen 197 und 297 waren bei ihrem Erscheinen jeweils die stärksten Zahnradlokomotiven der Welt.

Schönauhalde

Schönauhalde war eine Betriebsstelle auf 896 Metern Höhe oberhalb von Vordernberg Markt.

Hier passiert die Bahn das alte Erzreservoir der Schönauhalde.

1970 verlor die Betriebsstelle ihre Weichen.

Glaslbremse

Glaslbremse war eine Betriebsausweiche auf 1.042 Metern Höhe, ungefähr auf halbem Weg zum Präbichl.

Bis Herbst 1970 hatte sie zwei Gleise für Zugkreuzungen.

Bis zum Ende der Dampftraktion diente sie als Wasserstation, weil die Vorräte der Lokomotiven für die gesamte Bergfahrt nicht ausreichten.

Hier endete im Mai 1891 zunächst die Eröffnungsfahrt.

Präbichl

Der Bahnhof Präbichl auf 1.204 Metern ist der Scheitelpunkt der Strecke und die höchstgelegene Bahnstation der Steiermark.

Hinter dem Bahnhof beginnt sofort der Präbichltunnel mit 590,8 Metern Länge.

Am 29. Juni 1929 entgleiste am Hohen Damm ein Erzzug auf der Talfahrt.

Am 5. November 1976 geriet eine Verschublokomotive der Reihe 2067 außer Kontrolle, rollte rund die halbe Strecke Richtung Vordernberg bergab und entgleiste.

Der Bahnhof Präbichl im September 2014.
Der Bahnhof Präbichl im September 2014. Foto: Richman185, CC BY-SA 3.0 at, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die südliche Bahnhofseinfahrt in Präbichl im Juli 2026.
Die südliche Bahnhofseinfahrt in Präbichl im Juli 2026. Foto: Linie29, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Schuppen und Südportal des Präbichltunnels am Bahnhof Präbichl, Juli 2026.
Schuppen und Südportal des Präbichltunnels am Bahnhof Präbichl, Juli 2026. Foto: Linie29, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Feistawiese

Feistawiese war eine Haltestelle auf 1.100 Metern Höhe zwischen Präbichl und Erzberg.

Zwischen den Stationen Erzberg und Feistawiese begann 1888 der Bau des Plattentunnels.

Der Plattentunnel ist 1.393,7 Meter lang.

Die Strecke bei Kilometer 10,2 bis 10,8, Abbildung aus dem Jahr 1897.
Die Strecke bei Kilometer 10,2 bis 10,8, Abbildung aus dem Jahr 1897. Foto: Carl Weighart, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Erzberg

Der Bahnhof Erzberg liegt auf 1.070 Metern Höhe in einer Kehrschleife um den Hintererzberg.

Hier befand sich der frühere Verladebahnhof, an dem das Erz auf die Erzwagen verladen wurde.

1986 wurde der Erzverkehr über den Präbichl eingestellt, die alten Verladeanlagen blieben stehen.

Zu den Denkmalobjekten der Bahn zählen auch Erzverladeanlagen.

Die Erzverladeanlage am Bahnhof Erzberg, September 2004.
Die Erzverladeanlage am Bahnhof Erzberg, September 2004. Foto: Herbert Ortner, Vienna, Austria, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Blumau

Blumau war eine Betriebsstelle auf 900 Metern Höhe im gleichnamigen Stadtteil von Eisenerz.

Hier befand sich die Wasserstelle Blumau, früher Horizontale Kressenberg genannt.

Die Strecke verläuft dort ein kurzes Stück in der Ebene, danach folgt der 151,3 Meter lange Kressenbergtunnel.

Huntslauf

Huntslauf ist kein Halt, sondern ein Kreuzungspunkt der Strecke zwischen dem Klammwaldtunnel und Krumpental.

Vom Huntslauf haben sich bei Krumpental die Widerlager einer ehemaligen Brücke über die Erzbergbahn erhalten.

Weitere Angaben zu diesem Ort sind nicht belegt.

Widerlager der ehemaligen Brücke des Huntslaufs über die Erzbergbahn in Krumpental.
Widerlager der ehemaligen Brücke des Huntslaufs über die Erzbergbahn in Krumpental. Foto: Linie29, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Münichtal

Münichtal war ein Bahnhof der Erzbachbahn zwischen Hieflau und Eisenerz, ein Ortsteil von Eisenerz.

Der Ort entstand als Bergarbeitersiedlung, die Österreichisch-Alpine Montangesellschaft betrieb hier bis in die 1980er Jahre mehrere Hochöfen und ein Gaskraftwerk.

Der Personenverkehr zwischen Hieflau und Eisenerz endete am 29. Mai 1999, seitdem fahren dort nur noch Erzzüge.

Erzbach

Der Erzbach gab der Erzbachbahn den Namen, die am 6. Jänner 1873 von der Kronprinz Rudolfs-Bahn zwischen Hieflau und Eisenerz eröffnet wurde.

Die Strecke folgt dem Bach mit einem Gefälle von bis zu 25 Promille und kreuzt ihn mehrmals.

Neben Münichtal lagen hier die ehemaligen Haltestellen Jassingau und Leopoldsteiner See.

Vorher und nachher: der Bahnhof Erzberg

Die Aufnahmen von 2004 und 2016 zeigen den Bahnhof Erzberg mit einem Schienenbus der Reihe 5081.

In beiden Fällen steht das Fahrzeug auf dem Bahnhofsgleis vor dem Aufnahmsgebäude.

Die Geschichte in Daten

18. Mai 1872: Eröffnung Leoben–Vordernberg.

6. Jänner 1873: Eröffnung Hieflau–Eisenerz.

10. Oktober 1888: Konzession für die Strecke über den Präbichl.

25. Mai 1891: Eröffnung von Vordernberg bis Glaslbremse.

15. September 1891: Erster offizieller Güterzug.

1978: Ende des Zahnradbetriebs.

1986: Ende des Erzverkehrs über den Präbichl.

16. März 1988: Lawine nahe dem Bahnhof Erzberg.

28. Mai 1988: Ende des Personenverkehrs zwischen Vordernberg Markt und Eisenerz.

23. Juni 1990: Wiedereröffnung als Museumsbahn.

29. Mai 1999: Ende des Personenverkehrs Hieflau–Eisenerz.

2012: Anlagenteile in den Denkmallisten.

17. August 2026: Bescheid zur Sperre von Präbichltunnel und Plattentunnel.

Häufige Fragen

Ist die Erzbergbahn stillgelegt?
Nein, die Bergstrecke wird vom Verein Erzbergbahn als Museumsbahn betrieben, der Regelverkehr endete 1988.
Wie steil ist die Strecke?
Die Steigung beträgt bis zu 71 Promille, damit ist sie die steilste Normalspurbahn Österreichs.
Wann endete der Zahnradbetrieb?
Die Zahnradstrecke wurde bis 1978 betrieben, die Zahnstangen wurden bis September 1980 entfernt.
Welcher Abschnitt wird derzeit befahren?
Seit dem Bescheid vom 17. August 2026 ist der Museumsbetrieb auf Vordernberg–Präbichl beschränkt.
Was ist mit dem Abschnitt Hieflau–Eisenerz?
Der Personenverkehr endete dort am 29. Mai 1999, es fahren nur noch Erzzüge.
Quellen und Bildrechte

Erzbergbahn – Wikipedia · Münichtal – Wikipedia · Verein Erzbergbahn · Streckenbeschreibung – Verein Erzbergbahn · Geschichte der Erzbergbahn – Verein Erzbergbahn

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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