Die Ebrachtalbahn: stille Halte zwischen Frensdorf und Ebrach

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Ebrachtalbahn: stille Halte zwischen Frensdorf und Ebrach

Von Frensdorf führte die Nebenbahn durch das Tal der Ebrach bis nach Ebrach. 1961 endete der Reiseverkehr, 2003 wurde die Strecke stillgelegt, heute liegt ein Radweg auf der Trasse.

Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim an der Oberen Steigerwaldbahn, die Schienen sind entfernt.
Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim an der Oberen Steigerwaldbahn, die Schienen sind entfernt. Foto: Philipp Jost ( mascobado ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1904
Frensdorf–Ebrach eröffnet
1961
Personenverkehr endet
1999
Güterverkehr endet
2003
Stilllegung

Lage: Landkreis Bamberg und Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim, von Frensdorf nach Ebrach. Status: Frensdorf–Ebrach stillgelegt und abgebaut. Heute: Auf einem Großteil der Trasse liegt ein Radweg.

Die Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach zweigt in Strullendorf von der Strecke Nürnberg–Bamberg ab und führte über Frensdorf und Burgebrach nach Ebrach.

Der Abschnitt Strullendorf–Frensdorf ist weiterhin in Betrieb, ebenso die Stationen Pettstadt, Reundorf und Frensdorf, sie gehören nicht zu diesem Beitrag.

Stillgelegt ist die Ebrachtalbahn zwischen Frensdorf und Ebrach, 2003 wurde sie stillgelegt und 2006 abgebaut.

Behandelt werden die Halte Vorra, Stappenbach, Unterneuses, Burgebrach, Vollmannsdorf, Mönchsambach, Mönchherrnsdorf, Kappel, Burgwindheim, Untersteinach, Eberau und Ebrach.

Freie Fotos aus der Betriebszeit liegen nicht vor, die Bilder zeigen Gebäude und Reste der Strecke.

Entstehung: ein Komitee und viele Trassen

Bis 1886 hatte sich unter dem Vorsitz des Apothekers Barthel aus Burghaslach ein Eisenbahnkomitee gegründet.

Es setzte sich für eine Lokalbahn zur Erschließung des Reichen Ebrachgrundes ein.

Über die Streckenführung einer geplanten Steigerwaldbahn wurde lange diskutiert, unter anderem über Erlangen–Höchstadt–Geiselwind und über Frensdorf–Höchstadt.

Schließlich wurden die Kosten einer Lokalbahn von Hirschaid nach Geiselwind ermittelt.

Es gab auch Pläne, die Strecke von Ebrach über Gerolzhofen bis nach Volkach zu verlängern.

Am 26. September 1887 meldete der Vorsitzende Barthel, dass 55.000 Mark für Grunderwerbskosten im Bezirk Höchstadt aufgebracht seien.

Bis 1889 war eine Linie durch das Tal der Rauhen Ebrach von Bamberg über Frensdorf nach Ebrach in greifbare Nähe gerückt, dazu eine Flügelbahn Frensdorf–Schlüsselfeld.

Am 21. Februar 1896 genehmigte der Bayerische Landtag den Bau der Strecke Strullendorf–Schlüsselfeld einstimmig, der Abschnitt Frensdorf–Ebrach folgte später.

Der ehemalige Abzweig nach Ebrach in Frensdorf, rechts mit Prellbock.
Der ehemalige Abzweig nach Ebrach in Frensdorf, rechts mit Prellbock. Foto: Philipp Jost ( user:mascobado ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

So sah es vorher aus: vier Zugpaare nach Ebrach

Die Strecke nach Schlüsselfeld wurde am 29. September 1900 für den Personenverkehr eröffnet.

Die Strecke nach Ebrach folgte am 1. Mai 1904 von Frensdorf bis Burgebrach und am 21. Dezember 1904 bis Ebrach.

Im Sommerfahrplan 1939 fuhren vier Personenzugpaare zwischen Bamberg und Ebrach.

Bis Frensdorf liefen sie vereinigt mit den Zügen der Relation Bamberg–Strullendorf.

Die kürzeste Reisezeit zwischen Strullendorf und Ebrach betrug 48 Minuten.

Eingesetzt wurden zuerst Dampflokomotiven der Baureihe D XI, danach die 98.8 und 98.11.

Später folgten ETA 180, VT 98, VT 86 und V 80 mit dreiachsigen Umbauwagen.

Im Güterverkehr kamen ab 1977 die Baureihen 211, 260, 218 und 290 zum Einsatz.

Vorra und Stappenbach

Der Haltepunkt Vorra lag bei Kilometer 10,1 kurz hinter dem Abzweig in Frensdorf.

Stappenbach folgte bei Kilometer 12,6 und erhielt 1904 einen Bahnhof an der Strecke.

Wie viele Reisende hier zustiegen, ist nicht belegt.

Unterneuses

Unterneuses besaß bei Kilometer 14,15 einen Bahnhof an der Strecke nach Ebrach.

Heute ist die Strecke zwischen Frensdorf und Ebrach abgebaut.

Burgebrach

Der Bahnhof Burgebrach lag bei Kilometer 17,52 und war ab dem 1. Mai 1904 Endpunkt des ersten Abschnitts nach Ebrach.

Auf der ehemaligen Bahnstrecke wurde ein Radweg zwischen Frensdorf und Ebrach errichtet.

Vollmannsdorf und Mönchsambach

Der Haltepunkt Vollmannsdorf lag bei Kilometer 20,1.

Der Bahnhof Mönchsambach folgte bei Kilometer 22,29.

Weitere Einzelheiten zu beiden Stationen sind nicht belegt.

Mönchherrnsdorf

Mönchherrnsdorf lag bei Kilometer 24,71.

Die Strecke führte hier durch das Tal der Mittleren Ebrach.

Der Ort besaß einen Bahnhof, heute ist die Bahnlinie abgebaut.

Die stillgelegte Strecke Strullendorf–Ebrach bei Mönchherrnsdorf, Blick Richtung Ebrach.
Die stillgelegte Strecke Strullendorf–Ebrach bei Mönchherrnsdorf, Blick Richtung Ebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die stillgelegte Strecke Strullendorf–Ebrach bei Mönchherrnsdorf, Blick Richtung Strullendorf.
Die stillgelegte Strecke Strullendorf–Ebrach bei Mönchherrnsdorf, Blick Richtung Strullendorf. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Eisenbahnbrücke der stillgelegten Strecke Strullendorf–Ebrach über die Mittelebrach.
Eisenbahnbrücke der stillgelegten Strecke Strullendorf–Ebrach über die Mittelebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Eisenbahnbrücke der stillgelegten Strecke über die Mittelebrach.
Eisenbahnbrücke der stillgelegten Strecke über die Mittelebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Kappel

Der Haltepunkt Kappel lag bei Kilometer 26,8.

Er gehörte zum Gebiet von Burgwindheim.

Weitere Angaben zu diesem Halt sind nicht belegt.

Burgwindheim

Der Bahnhof Burgwindheim lag bei Kilometer 28,42 an der 2003 stillgelegten Strecke.

Auf der Trasse führt ein Radweg von Burgebrach nach Ebrach.

Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim der Oberen Steigerwaldbahn.
Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim der Oberen Steigerwaldbahn. Foto: Philipp Jost ( mascobado ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim.
Der ehemalige Bahnhof Burgwindheim. Foto: Siegmar S., CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Untersteinach und Eberau

Untersteinach lag bei Kilometer 30,2 als Haltepunkt, ebenfalls im Gebiet von Burgwindheim.

Eberau folgte bei Kilometer 33,8 als letzter Haltepunkt vor dem Endbahnhof.

Zu beiden Haltepunkten ist sonst nichts Belegtes bekannt.

Ebrach

Der Endbahnhof Ebrach lag bei Kilometer 36,51 am westlichen Rand des Ortes.

Östlich von Ebrach beschrieb die Strecke eine Doppelkurve, erst nach Norden und dann nach Westen.

Sie durchschnitt Ebrach fast genau in der Mitte.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Ebrach.
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Ebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der ehemalige Gepäckschuppen der Strecke Frensdorf–Ebrach in Ebrach.
Der ehemalige Gepäckschuppen der Strecke Frensdorf–Ebrach in Ebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Bahndamm und Brücke der 2003 stillgelegten Strecke Frensdorf–Ebrach in Ebrach.
Bahndamm und Brücke der 2003 stillgelegten Strecke Frensdorf–Ebrach in Ebrach. Foto: Ermell, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Niedergang und Ende

Am 28. Mai 1961 wurde der Personenverkehr nach Ebrach eingestellt.

Der Güterverkehr hielt sich bis zum 31. Dezember 1999.

Eine Übernahme des Abschnitts Frensdorf–Ebrach durch ein anderes Eisenbahninfrastrukturunternehmen scheiterte.

Am 23. Juni 2003 wurde die Strecke stillgelegt, 2006 wurde sie abgebaut.

Auf dem Abschnitt Strullendorf–Frensdorf läuft Güterverkehr weiter, am 28. November 2007 übernahm die Bayerische Regionaleisenbahn den verbliebenen Abschnitt bis Frensdorf.

So sieht es jetzt aus

Auf einem Großteil der Trasse wurde ein Radweg eingerichtet.

Bahnhofsgebäude stehen noch in Ebrach und Burgwindheim.

Die Geschichte in Daten

1886: Ein Eisenbahnkomitee gründet sich unter dem Vorsitz von Apotheker Barthel.

1887: Am 26. September sind 55.000 Mark für den Grunderwerb aufgebracht.

1896: Am 21. Februar genehmigt der Landtag den Bau der Strecke Strullendorf–Schlüsselfeld.

1900: Am 29. September beginnt der Personenverkehr nach Schlüsselfeld.

1904: Am 1. Mai wird Frensdorf–Burgebrach eröffnet, am 21. Dezember die Strecke bis Ebrach.

1939: Im Sommer fahren vier Personenzugpaare zwischen Bamberg und Ebrach.

1961: Am 28. Mai endet der Personenverkehr nach Ebrach.

1999: Am 31. Dezember endet der Güterverkehr nach Ebrach.

2003: Am 23. Juni wird die Strecke stillgelegt.

2006: Die Strecke wird abgebaut.

2007: Am 28. November übernimmt die Bayerische Regionaleisenbahn den Abschnitt bis Frensdorf.

Häufige Fragen

Fährt auf der Ebrachtalbahn noch ein Zug?
Nur zwischen Strullendorf und Frensdorf, der Abschnitt Frensdorf–Ebrach ist stillgelegt und abgebaut.
Wann endete der Personenverkehr nach Ebrach?
Am 28. Mai 1961.
Wann wurde die Strecke stillgelegt?
Am 23. Juni 2003, 2006 wurde sie abgebaut.
Wie lang war die Strecke?
Der Endbahnhof Ebrach lag bei Kilometer 36,51 von Strullendorf aus.
Gibt es einen Radweg?
Ja, auf einem Großteil der Trasse.

Von der Ebrachtalbahn bleiben zwischen Frensdorf und Ebrach vor allem Bahnhofsgebäude, Brücken und der Radweg.

Quellen und Bildrechte

Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach (Wikipedia) · Burgebrach (Wikipedia) · Burgwindheim (Wikipedia) · Stappenbach (Wikipedia) · Mönchherrnsdorf (Wikipedia) · Unterneuses (Burgebrach) (Wikipedia)

Alle Fotos stammen von Wikimedia Commons und sind gemeinfrei oder stehen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz. Urheber, Lizenz und Quelle stehen direkt am Bild.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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