Chiemgauer Lokalbahn: Die Halte zwischen Bad Endorf und Obing
Der Linienverkehr zwischen Bad Endorf und Obing endete 1968, seit 2006 fährt dort ein Museumsverkehr. Der Beitrag geht die Halte Grafing, Halfing, Amerang, Pittenhart und Obing durch.

Lage: Oberbayern, von Bad Endorf nach Obing, 18,507 Kilometer. Status: Kein Linienverkehr mehr, seit 2006 Museumsverkehr der Chiemgauer Lokalbahn. Heute: Das Viadukt bei Amerang und das Bahnhofsgebäude Obing stehen unter Denkmalschutz.
Die Bahnstrecke Bad Endorf–Obing ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn in Oberbayern.
Den Linienverkehr gibt es dort nicht mehr.
Auf der Strecke findet nur noch Museumszugverkehr statt, den der Verein Chiemgauer Lokalbahn durchführt, auch LEO für Lokalbahn Endorf–Obing genannt.
Die Halte sind deshalb keine toten Halte, sondern Museumshalte.
Dieser Beitrag geht die Halte Grafing, Halfing, Amerang, Pittenhart und Obing einzeln durch.
Die Strecke: Eine Bahn für den Wald
Der westliche Chiemgau ist waldreich, doch der Abtransport der Forstprodukte war schwierig, weil nur schlechte Forststraßen vorhanden waren.
Ab 1890 gab es Bestrebungen, das Gebiet an die Bahn anzuschließen.
In Rosenheim wurde ein Eisenbahnkomitee gegründet, das eine Lokalbahn nach Frabertsham plante.
In Eggstätt entstand ein zweites Komitee, das eine Bahn von Bad Endorf nach Obing plante.
1901 einigten sich beide auf eine Führung von Bad Endorf über Pittenhart nach Obing.
Eine spätere Verlängerung nach Frabertsham und Schnaitsee war vorgesehen, wurde aber nie verwirklicht.
Am 10. August 1904 wurde der Bau in einem Lokalbahngesetz festgelegt.
Dafür standen 1.195.100 Mark zur Verfügung.
Im August 1907 begann der Bau.
Am 15. Oktober 1908 wurde die Strecke eröffnet.
Bis Ende der 1950er Jahre fuhren bayerische Lokalbahnlokomotiven, vor allem die Baureihe 70.
Später kamen Schienenbusse der Baureihe 795, im Güterverkehr Dieselloks der Baureihe 211.
Am 26. Mai 1968 stellte die Deutsche Bundesbahn den planmäßigen Personenverkehr ein.
Der Güterverkehr folgte zum 1. Januar 1996.
Die Strecke wurde aber nicht juristisch stillgelegt.
Seit 2002 versuchte der Verein Chiemgauer Lokalbahn mit Sitz in Obing, die Strecke zu sichern.
2005 fand er mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn einen Betreiber.
Im September 2014 kaufte der Verein die Strecke von DB Netz.
Der Betrieb als Touristikeisenbahn begann am 1. Juli 2006.
Die Strecke ist 18,507 Kilometer lang und hat sieben Haltepunkte und acht Brückenbauwerke.
Dazu kommen 62 Durchlässe, 52 Bahnübergänge und 7 Weichen.
Grafing (b Endorf): Der erste Halt hinter Bad Endorf
Der Haltepunkt Grafing (b Endorf) liegt bei Streckenkilometer 3,25.
Die Infrastrukturgrenze zwischen DB InfraGO und der Rhein-Sieg-Eisenbahn liegt bei Kilometer 0,35 hinter dem Bahnhof Bad Endorf.
Zu Geschichte und Gebäuden des Halts ist nichts weiter belegt.
Halfing: Ein kleiner Bahnhof
Der Haltepunkt Halfing liegt bei Streckenkilometer 5,760 in 504 Metern Höhe.
In Halfing gibt es einen kleinen Bahnhof der Chiemgauer Lokalbahn.
Der nächstgelegene Bahnhof mit regulärem Halt ist Bad Endorf.

Amerang: Das Viadukt im Todtmannstal
Der Haltepunkt Amerang liegt bei Streckenkilometer 10,334 in 544 Metern Höhe.
Seit 2006 ist Amerang wieder mit der Chiemgauer Lokalbahn erreichbar.
Das Stampfbetonviadukt über das Todtmannstal bei Amerang gehört zu den acht Brückenbauwerken der Strecke.
Es steht unter Denkmalschutz.


Pittenhart: Zwei Bedarfshalte und der Torfstich
Pittenhart hat zwei Bedarfshaltestellen an der Strecke, Aindorf und Pittenhart.
Der Haltepunkt Aindorf liegt bei Streckenkilometer 14,340, der Haltepunkt Pittenhart bei Kilometer 15,725.
Pittenhart wird außerdem mit dem Torfstich in Verbindung gebracht.
Zu Gebäuden an den beiden Halten ist nichts belegt.
Obing: Der Endbahnhof
Der Bahnhof Obing ist der Endpunkt der Strecke bei Kilometer 18,460 in 569 Metern Höhe.
Das Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Der Verein Chiemgauer Lokalbahn hat seinen Sitz in Obing.
Ein Foto vom März 1995 zeigt den Bahnhof ein Jahr vor der Betriebseinstellung durch die Bundesbahn.





Der Museumsverkehr heute
Bis Frühjahr 2014 kam in der Regel der Triebwagen VT 103 zum Einsatz.
Seitdem wird der 2011 übernommene und aufgearbeitete VT 26 eingesetzt.
Tageweise sind auch Dampfzüge auf der Strecke unterwegs.
2023 kam nach einem Fahrzeugausfall ein Esslinger Beiwagen zum Einsatz, gezogen von einer V 60 und der vereinseigenen Köf 322 699.
Die Gleisbaumaschinenhersteller Robel und Speno nutzen die Strecke für Testfahrten.
Die Geschichte in Daten
1890: In Rosenheim wird ein Eisenbahnkomitee für eine Lokalbahn gegründet.
1901: Die Komitees einigen sich auf die Führung über Pittenhart.
10. August 1904: Das Lokalbahngesetz legt den Bau fest.
August 1907: Der Bau beginnt.
15. Oktober 1908: Die Strecke wird eröffnet.
26. Mai 1968: Die Bundesbahn stellt den planmäßigen Personenverkehr ein.
1. Januar 1996: Der Güterverkehr endet.
1. Juli 2006: Der Betrieb als Touristikeisenbahn beginnt.
September 2014: Der Verein Chiemgauer Lokalbahn kauft die Strecke von DB Netz.
Häufige Fragen
Ist die Strecke Bad Endorf–Obing stillgelegt?
Wer betreibt die Chiemgauer Lokalbahn?
Wie lang ist die Strecke?
Was steht unter Denkmalschutz?
Wann wurde die Strecke eröffnet?
Die Halte der Chiemgauer Lokalbahn sind keine Ruinen, sondern Museumshalte.
Am meisten belegt ist über Obing und das Viadukt bei Amerang.
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