Die Bregenzerwaldbahn: Das Wälderbähnle zwischen Achschlucht und Museumsgleis

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Bregenzerwaldbahn: Das Wälderbähnle zwischen Achschlucht und Museumsgleis

Die Bregenzerwaldbahn verband von 1902 bis 1983 Bregenz mit Bezau, zuletzt fuhr kein Zug mehr durch die Achschlucht. Nur ein gut fünf Kilometer langes Stück zwischen Bezau und Schwarzenberg ist heute als Museumsbahn in Betrieb.

Die Bregenzerwaldbahn im September 1979 bei Kilometer 6,4 auf der Fahrt Richtung Bregenz.
Die Bregenzerwaldbahn im September 1979 bei Kilometer 6,4 auf der Fahrt Richtung Bregenz. Foto: Helmut Klapper, Vorarlberger Landesbibliothek, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1902
Eröffnung Bregenz–Bezau
1980
Gesamtverkehr eingestellt
1983
Letzter Planzug
1987
Museumsbahn startet

Lage: Vorarlberg, von Bregenz am Bodensee durch die Bregenzerachschlucht nach Bezau im Bregenzerwald. Status: Die Strecke ist bis auf ein Stück stillgelegt. Zwischen Bezau und Schwarzenberg fährt saisonal die Museumsbahn Wälderbähnle, dieser Abschnitt ist nicht tot. Heute: Teile der Trasse sind Rad- und Wanderweg. Der Abschnitt zwischen Kennelbach und dem Rotachtunnel ist nicht offiziell freigegeben und nur auf eigene Gefahr begehbar.

Die Bregenzerwaldbahn, im Land als Wälderbähnle bekannt, war eine Schmalspurbahn mit 760 Millimetern Spurweite in Vorarlberg.

Sie verband von 1902 bis in die frühen 1980er Jahre auf rund 35 Kilometern Bregenz am Bodensee mit Bezau im Bregenzerwald.

Auf der Strecke waren 244 Höhenmeter zu überwinden, und der größte Teil führte durch die Bregenzerachschlucht.

Der Gesamtverkehr endete 1980, der letzte Planzug mit Fahrgästen fuhr am 9. Jänner 1983.

Von der Strecke ist nur ein gut fünf Kilometer langes Stück zwischen Bezau und Schwarzenberg als Museumsbahn in Betrieb, alles andere ist stillgelegt oder abgebaut.

Dieser Beitrag beschreibt die stillgelegte Strecke mit ihren Halten und nennt die Museumsbahn ausdrücklich als solche.

Warum eine Bahn in den Bregenzerwald?

Bis zum Bau von Straßen führten nur Saumpfade in den Bregenzerwald.

Das gefällte Blockholz wurde auf der Bregenzer Ach zum Bodensee getriftet, wobei hohe Verluste entstanden.

Eine Fahrt mit der Postkutsche von Bregenz nach Bezau dauerte rund fünfeinhalb Stunden.

Der Bregenzerwald verlor Einwohner durch Abwanderung ins industrialisierte Rheintal, und die Hoffnung richtete sich auf die Bahn.

Man erwartete Vorteile für Industrie, Gewerbe und Fremdenverkehr sowie ein Ende des verlustreichen Holztransports.

Auch die Braunkohle im Wirtatobel sollte durch die Bahn günstiger abtransportiert werden.

Jahrzehnte des Zögerns

Bereits 1864 regte der Bezauer Bezirksförster Johann Karl Heribert Koderle eine Pferdeeisenbahn von Bregenz bis Au an.

1870 gründeten 34 Gemeindevertretungen des Bregenzerwaldes einen Ausschuss zur Vorbereitung des Bahnbaus.

Koderle schrieb 1871 in einer Denkschrift, dass jährlich mehr als 20.000 Personen die Bahn für Einkäufe, Arztbesuche und Behördengänge nützen würden.

Bei einer Volksversammlung in Au im Jänner 1871 überwogen jedoch die Gegner, die an der Wirtschaftlichkeit zweifelten.

In konservativen Kreisen galt die Bahn zudem als Gefahr für Sitte und Ordnung.

Im Juli 1891 stellte ein Konsortium aus örtlichen Honoratioren ein neues Ansuchen für eine schmalspurige Lokalbahn, die Vorkonzession wurde am 2. September 1891 erteilt.

Der Vorarlberger Landtag entschied am 17. Jänner 1894 mit 13 zu drei Stimmen für den Bahnbau.

Die endgültige Konzession wurde am 11. August 1899 erteilt, sie galt für 90 Jahre, also bis 1975.

Der Bau der Bregenzerwaldbahn über den Pfisterbach-Viadukt bei Andelsbuch, erbaut 1901.
Der Bau der Bregenzerwaldbahn über den Pfisterbach-Viadukt bei Andelsbuch, erbaut 1901. Foto: unknown, reproduction by Jodok und flora, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Der Bau durch die Achschlucht

Am 25. Mai 1900 gründeten die Beteiligten die Aktiengesellschaft, und am 7. September 1900 erfolgte der erste Spatenstich am Ölrain beim Riedentunnel.

Weil im Tobel der Bregenzer Ach keine Zufahrtsstraße lag, mussten die Baumaterialien oft von Bregenz aus zugetragen werden.

Im Bereich der Weißachmündung wurde der Flusslauf eigens verlegt, damit die Brücke möglichst kurz ausfiel.

Beim Rickenbachtunnel und bei Kilometer 16,0 legte man Steinbrüche für das Baumaterial an.

Der erste Zug der Bregenzerwaldbahn im Bahnhof Egg, Aufnahme von Josef Heimhuber.
Der erste Zug der Bregenzerwaldbahn im Bahnhof Egg, Aufnahme von Josef Heimhuber. Foto: Josef Heimhuber (1853–1923), gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Am 8. Juni 1902 fuhr eine geschmückte Lokomotive mit Festgästen erstmals von Vorkloster bis zum späteren Bahnhof Doren-Sulzberg.

Der erste Bauzug erreichte Egg am 8. September 1902, und die Gesamtstrecke wurde am 15. September 1902 eröffnet.

Bei der Eröffnung gab es neun Stationen für den Gesamtverkehr, fünf Haltestellen für den Personen- und Gepäckverkehr und eine Verladestelle.

Die Betriebslänge betrug 35,437 Kilometer.

Die Bregenzerwaldbahn war die westlichste Eisenbahnstrecke der Monarchie, die in Bosnischer Spurweite gebaut wurde.

Am 21. und 22. September 1902 wurde die Strecke in Egg mit dem größten Volkstrachtenfest des Bregenzerwaldes auch offiziell eröffnet.

Die k.k. Staatsbahnen legten für die 6.000 Besucher je drei zusätzliche Zugpaare ein, trotzdem mussten an den Zwischenstationen Fahrgäste zurückbleiben.

So sah es vorher aus: Die Halte der Strecke

In Bregenz lagen die schmalspurigen Gleise zwischen dem Aufnahmegebäude von 1872 und den normalspurigen Gleisen nach Bludenz.

Der eigentliche Betriebsmittelpunkt war der Bahnhofsteil Vorkloster, wo alle Güter zwischen Normalspur und Schmalspur umgeladen wurden.

Dort standen auch das Heizhaus, die Wagenwerkstatt und die Bahnmeisterei.

Die Haltestelle Rieden hatte als einzige Haltestelle der Bahn ein steinernes Stationsgebäude.

Kennelbach war wegen des starken Güterverkehrs der Textilfirma Jenny & Schindler seit 1906 mit einem zweiten Gleis ausgestattet und während der gesamten Betriebszeit besetzt.

Die Lingenauer Hochbrücke mit der Bregenzerwaldbahn, aufgenommen 1968.
Die Lingenauer Hochbrücke mit der Bregenzerwaldbahn, aufgenommen 1968. Foto: Sammlung Risch-Lau, Vorarlberger Landesbibliothek, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Ab Kennelbach verlief die Trasse 19 Kilometer lang unmittelbar an der Bregenzer Ach durch die Schlucht, und außer der Bahn gab es dort keine andere Verkehrsverbindung.

Die Stationen im Achtal lagen weit abseits und tief unterhalb der Siedlungen, deshalb wurden zu drei Stationen eigene Zufahrtsstraßen gebaut.

Von einigen Orten aus war die Bahn nur über Wanderpfade erreichbar, wozu man zwei Fußgänger-Hängebrücken errichtete.

Die Haltestelle Fluh, 1937 nachträglich eingerichtet, lag zweieinhalb Kilometer und 300 Höhenmeter unterhalb des gleichnamigen Ortsteils und war nur über einen Fußweg erreichbar.

An der Verladestelle Wirtatobel ging 1920 die Kohle aus dem Pechkohleabbau auf die Bahn, die eine 1.900 Meter lange Materialseilbahn heranführte.

Die Haltestelle Langen-Buch wurde bereits am 21. Mai 1977 aufgelassen, für die Bewohner von Buch hatte man 1906 eigens eine Hängebrücke gebaut.

Das Hochwasser von 1910 zerstörte diese Brücke, und die wiederaufgebaute Brücke stürzte in den 1960er Jahren bei einem Hochwasser erneut ein.

Der Bahnhof Doren-Sulzberg lag in der Bozenau und erhielt seinen Doppelnamen erst am 15. November 1904.

Er war als einzige Station in der Achschlucht bis zuletzt besetzt, weil dort vorrangig die Zugkreuzungen stattfanden.

Ein Dampfsägewerk am Bahnhof machte das Areal zu einem wichtigen Holzumschlagplatz.

1906 bekam der Bahnhof sein zweites Gleis.

Erst in Egg erreichte die Strecke wieder belebtes Gebiet, in Andelsbuch fuhren die Züge mitten durch den Ort und dicht an der Pfarrkirche vorbei.

Endstation war Bezau, rund einen halben Kilometer vom Ortszentrum entfernt.

Der Bahnhof Bezau im Jahr 1971.
Der Bahnhof Bezau im Jahr 1971. Foto: Dr. E. Scherer, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Rutschungen, Defizit und das Ende

Die Trasse war Erdrutschen, Felsstürzen und Hochwasser ausgesetzt, und der Bregenzerwald ist sehr niederschlagsreich.

In den letzten Betriebsjahren nutzten jährlich rund 300.000 Fahrgäste die Züge, der Güterverkehr lag bei nur 10.000 Tonnen im Jahr.

Am 14. Juli 1980 löste sich bei Kilometer 7,1 eine Hangrutschung von etwa 6.000 bis 7.000 Kubikmetern, die die Strecke auf rund 100 Metern beschädigte.

Der 13. Juli 1980 war damit der letzte Tag mit durchgehendem Gesamtverkehr, der Güterverkehr endete ganz.

Ein Gutachten stellte im September 1980 eine Gefährdung der Strecke im Bersbucher Wald fest, der letzte Planzug zwischen Egg und Bezau fuhr am 20. Oktober 1980.

Ab dem 21. Oktober 1980 verkehrten nur noch Züge zwischen Bregenz und Kennelbach, den Rest übernahmen Ersatzbusse.

Am 22. Oktober 1981 verschütteten rund 30.000 Kubikmeter Erdmassen unterhalb der Nellenburg die Trasse und verschoben das Gleis teilweise bis in den Fluss.

Der Rieden-Tunnel der ehemaligen Bregenzerwaldbahn, Ostportal, 2015.
Der Rieden-Tunnel der ehemaligen Bregenzerwaldbahn, Ostportal, 2015. Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Verkehrsminister Karl Lausecker verwies auf einen jährlichen Verlust von 43 Millionen Schilling.

Die Sanierung der Bahnanlage wurde auf 700 Millionen bis 1,2 Milliarden Schilling geschätzt.

Am 25. Juli 1981 demonstrierten Menschen für den Erhalt, und eine Unterschriftensammlung brachte 25.000 Unterschriften, blieb aber ohne Erfolg.

Am 9. Jänner 1983 endete der Pendelverkehr zwischen Bregenz und Kennelbach, offiziell wegen Kanalarbeiten im Bahnhof Bregenz.

Der reguläre Schmalspurverkehr wurde danach nie wieder aufgenommen.

Seit dem Sommerfahrplan am 3. Juni 1984 führte das Kursbuch die Bahn nicht mehr, ein Buskonzept löste den Schienenersatzverkehr ab.

Am 29. Jänner 1985 erteilte das Land die eisenbahnrechtliche Bewilligung für die dauernde Einstellung.

Abbau der Gleise

Schon am 22. Oktober 1984 begann man im Bersbucher Wald damit, die Bahntrasse zugunsten der Verbreiterung der Bregenzerwaldstraße zu entfernen.

Der Abbau der Gleise im Achtal begann 1988, zuerst zwischen der Weißachbrücke und Langenegg-Krumbach.

1989 wurden die Gleise durch Andelsbuch entfernt, 1992 zwischen Egg und Andelsbuch, um dort einen Radweg einzurichten.

Die letzten Gleise wurden 1997 zwischen Doren-Sulzberg und dem Rotachtunnel abgebaut.

Die ÖBB zahlten der Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald 60 Millionen Schilling Entschädigung und waren damit von der Pflicht zum Abbau befreit.

Die nicht mehr genutzte Rotachbrücke beim Rotachtunnel der ehemaligen Bregenzerwaldbahn, 2009.
Die nicht mehr genutzte Rotachbrücke beim Rotachtunnel der ehemaligen Bregenzerwaldbahn, 2009. Foto: Munf, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Museumsbahn Wälderbähnle

Schon in den ersten Wochen nach der Einstellung wurden Forderungen nach einer Museumsbahn laut.

Am 29. November 1985 wurde in Bezau der Verein Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn gegründet.

Der offizielle Museumsbetrieb begann am 26. September 1987 zwischen Schwarzenberg und Bezau.

1989 erreichte die Museumsbahn mit 6,03 Kilometern ihre größte Länge und beförderte 29.600 Fahrgäste.

Seit 1990 fahren auch Dampflokomotiven, und seit 1995 verkehrt die Museumsbahn auch im Winter.

Am 22. Mai 1999 stürzte die Sporeneggbrücke bei Hochwasser großteils ein, im Jahr 2000 wurde sie nach dem Wiederaufbau wieder eröffnet.

Die Brücke ist nun 68 Meter lang, und der Wiederaufbau kostete über sieben Millionen Schilling.

Zum Jahresende 2004 kündigte das Land den Pachtvertrag für den Abschnitt Bersbuch bis Schwarzenberg wegen der Ortsumfahrung Bersbuch, die Strecke verkürzte sich um 1,2 Kilometer.

Seit dem 17. Jänner 2014 führt die Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn Betriebsgesellschaft den Fahrbetrieb, der Verein besitzt die Fahrbetriebsmittel.

Das Wälderbähnle überquert auf der Sporenbrücke die Bregenzer Ach.
Das Wälderbähnle überquert auf der Sporenbrücke die Bregenzer Ach. Foto: Herbert Heim, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der für die Museumsbahn renovierte Bahnhof Schwarzenberg im Jahr 2013.
Der für die Museumsbahn renovierte Bahnhof Schwarzenberg im Jahr 2013. Foto: Feel free to use my photos, but please mention me as the aut, CC BY-SA 3.0 at, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Heute fährt die Museumsbahn rund fünf Kilometer zwischen Bezau und Schwarzenberg, in der Saison von April bis Anfang November auf Bestellung auch an Wochentagen.

Eingesetzt wird eine historische Diesellokomotive von 1940 oder eine von zwei Dampflokomotiven von 1902 und 1931.

Eine Fahrt dauert rund 25 Minuten.

Gemessen an den Fahrgastzahlen ist sie trotz der kurzen Strecke die erfolgreichste Museumsbahn Österreichs, 2013 wurden jährlich rund 50.000 Fahrkarten verkauft.

Auf der Segmentdrehscheibe am Bahnhof Bezau wird die Dampflokomotive umgesetzt.
Auf der Segmentdrehscheibe am Bahnhof Bezau wird die Dampflokomotive umgesetzt. Foto: Bonjour35, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Der Bahnhof Bezau mit dem Museumsbetrieb im Jahr 2007.
Der Bahnhof Bezau mit dem Museumsbetrieb im Jahr 2007. Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.

So sieht es jetzt aus: Spuren an der Trasse

Die Heizhaus-Halle in Vorkloster an der Vorklostergasse 51 blieb samt einem kurzen Gleisrest erhalten und beherbergt heute ein Reparaturcafé für Fahrräder.

Das übrige Bahnhofsgelände ist mit Wohnhäusern und der Max-Haller-Straße überbaut.

Das steinerne Stationsgebäude von Rieden blieb erhalten, ebenso das Aufnahmegebäude von Kennelbach, das einen Garagenanbau bekam.

Das Aufnahmegebäude von Doren-Sulzberg erhielt 2004 einen neuen Dachstuhl, in seinem Umkreis liegt ein Campingplatz.

Die alte Remise der Bregenzerwaldbahn in Kennelbach, 2015.
Die alte Remise der Bregenzerwaldbahn in Kennelbach, 2015. Foto: Asurnipal, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Zwischen dem Bahnhof Bregenz und dem Knoten Weidach wurde die Trasse zum größten Teil in einen asphaltierten Fuß- und Radweg umgewandelt.

Der Riedentunnel ist dort seit 2014 für den Fuß- und Radverkehr freigegeben und beleuchtet.

Zwischen Egg und Andelsbuch ist die Trasse seit 1992 ein geschotterter Radweg, seit 2013 gilt das auch für den Abschnitt von der Rotachbrücke bis Egg.

Seit 1998 existiert zwischen Kennelbach und der Rotachbrücke ein Wanderweg, und ab Kennelbach besteht auf der Trasse generell ein Bauverbot.

Die Achschlucht wurde nach der Stilllegung zum Europaschutzgebiet erklärt, in dem sich seltene Tiere und Pflanzen ansiedeln konnten.

Die ehemalige Wälderbahntrasse an der Bregenzer Ach bei Wolfurt und Kennelbach, 2012.
Die ehemalige Wälderbahntrasse an der Bregenzer Ach bei Wolfurt und Kennelbach, 2012. Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Der rund 7,5 Kilometer lange Abschnitt am Steilufer zwischen Kennelbach und dem Rotachtunnel ist nicht offiziell freigegeben.

Ein Bregenzer Pensionist räumte ihn ab etwa 2010 in Privatinitiative von Steinen und umgestürzten Bäumen.

Die verfallenden Tunnel und Kunstbauten sind weiterhin eine Gefahr, 2021 begannen Sicherungsmaßnahmen an Rickenbach- und Rotachtunnel.

Ein Ausbau und eine offizielle Freigabe als Wander- oder Radweg sind nicht vorgesehen, nach dem Stand von 2024 ist der Abschnitt nur auf eigene Gefahr begehbar.

Vorher und nachher: Der Bahnhof Doren-Sulzberg

Die beiden Aufnahmen zeigen den Bahnhof Doren-Sulzberg im Abstand von 34 Jahren.

VORHER · 1974

Ein Planzug überholt einen Dampfsonderzug im Bahnhof Doren-Sulzberg.

Ein Planzug überholt einen Dampfsonderzug im Bahnhof Doren-Sulzberg. Foto: Dcdw_thx1138, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
NACHHER · 2008

Der stillgelegte Bahnhof Doren-Sulzberg in der Bozenau.

Der stillgelegte Bahnhof Doren-Sulzberg in der Bozenau. Foto: böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Geschichte in Daten

1864: Eine Pferdeeisenbahn von Bregenz bis Au wird angeregt.

1894: Der Landtag stimmt am 17. Jänner mit 13 zu drei Stimmen für den Bahnbau.

1899: Die Konzession wird am 11. August erteilt.

1900: Der erste Spatenstich erfolgt am 7. September.

1902: Die Gesamtstrecke wird am 15. September eröffnet.

1980: Letzter Tag mit durchgehendem Verkehr ist der 13. Juli, der letzte Zug Egg–Bezau fährt am 20. Oktober.

1983: Der Pendelverkehr Bregenz–Kennelbach endet am 9. Jänner.

1985: Die Einstellung wird am 29. Jänner bewilligt, am 29. November gründet sich der Museumsbahn-Verein.

1987: Der Museumsbetrieb beginnt am 26. September.

1997: Die letzten Gleise im Achtal werden abgebaut.

1999: Die Sporeneggbrücke stürzt am 22. Mai bei Hochwasser ein.

2014: Die Museumsbahn-Betriebsgesellschaft wird am 17. Jänner gegründet.

Häufige Fragen

Fährt die Bregenzerwaldbahn noch?
Nur als Museumsbahn zwischen Bezau und Schwarzenberg auf rund fünf Kilometern, der Rest der Strecke ist stillgelegt oder abgebaut.
Wann endete der Bahnverkehr?
Der durchgehende Gesamtverkehr endete am 13. Juli 1980, der letzte Planzug mit Fahrgästen fuhr am 9. Jänner 1983.
Warum wurde die Bahn eingestellt?
Hangrutschungen und Murenabgänge beschädigten die Trasse, und die ÖBB wollten den jährlichen Verlust von rund 43 Millionen Schilling nicht mehr tragen.
Kann man die alte Trasse begehen?
Teile sind Rad- und Wanderwege, der Abschnitt zwischen Kennelbach und dem Rotachtunnel ist nicht offiziell freigegeben und nur auf eigene Gefahr begehbar.
Wer betreibt die Museumsbahn?
Der Fahrbetrieb liegt bei der Bregenzerwaldbahn-Museumsbahn Betriebsgesellschaft, die Fahrzeuge gehören dem Museumsbahn-Verein.
Wie breit war die Spur?
Die Bahn hatte 760 Millimeter Spurweite, die sogenannte Bosnische Spurweite.

Ein Bähnle, das nicht ganz verschwunden ist

Die Bregenzerwaldbahn verschwand zwischen 1980 und 1997 Stück für Stück aus der Achschlucht.

Erhalten blieben ein Museumsgleis bei Bezau, mehrere Bahnhofsgebäude und eine Trasse, die zum Teil Rad- und Wanderweg ist.

Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Bregenzerwaldbahn · VOL.AT: Das Wälderbähnle stirbt nie (13.09.2014)

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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