Hausach–Schiltach: Zwei Halte ohne Zug

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Hausach–Schiltach: Zwei Halte ohne Zug

Auf der Kinzigtalbahn zwischen Hausach und Schiltach fahren heute Züge, aber nicht mehr an jedem früheren Halt. Kirnbach und St. Roman stehen in der Streckenübersicht als ehemalig.

Lok 038 772 mit Wagen bei St. Roman im Juni 1974.
Lok 038 772 mit Wagen bei St. Roman im Juni 1974. Foto: Thomas Knauer, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1878
Eröffnung bis Wolfach
1886
Verlängerung bis Schiltach
1920
Haltepunkt St. Roman
2004
Ortenau-S-Bahn übernimmt

Lage: Kinzigtal im Schwarzwald, Kirnbach bei Streckenkilometer 2,94 und St. Roman bei 11,18. Status: Die Strecke ist in Betrieb, Kirnbach und St. Roman sind in der Streckenübersicht als ehemalig geführt. Heute: Zu beiden Halten ist wenig belegt.

Die Bahnstrecke Hausach–Schiltach ist in Betrieb.

Nicht jeder Halt an ihr ist es.

Kirnbach und St. Roman stehen in der Streckenübersicht als ehemalige Halte.

Dieser Beitrag sagt, was über beide belegt ist.

Das ist nicht viel, und dort, wo nichts belegt ist, steht es auch nicht im Text.

Die Strecke im Kinzigtal

Die Strecke von Hausach nach Schiltach ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn.

Sie ist 14,191 Kilometer lang und folgt auf ganzer Länge der Kinzig.

Außer an den beiden Endbahnhöfen gibt es keine Ausweichstellen.

Die Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen eröffneten sie am 5. Juli 1878 bis Wolfach.

Am 4. November 1886 wurde sie bis Schiltach verlängert.

Am selben Tag nahmen die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen die Strecke von Schiltach nach Freudenstadt in Betrieb.

Beide Strecken zusammen heißen Kinzigtalbahn.

Dem Bau war 1873 ein Staatsvertrag zwischen Baden und Württemberg vorausgegangen.

Baden baute bis Schiltach, Württemberg ab dort weiter.

Auf der Strecke liegen der Wolfacher Tunnel mit 285 Metern und der Tunnel an der Schmelze mit 87 Metern Länge.

1894 endete die Flößerei auf der Kinzig, das Holz wurde seither auf der Schiene befördert.

Ein Zug der Ortenau-S-Bahn in Wolfach, Aufnahme vom April 2010.
Ein Zug der Ortenau-S-Bahn in Wolfach, Aufnahme vom April 2010. Foto: Marion Schneider & Christoph Aistleitner, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Seit dem 12. Dezember 2004 bedient die Ortenau-S-Bahn die Strecke.

Sie wurde 2014 mit der SWEG verschmolzen, die seither fährt.

Die Züge fahren durchgehend zwischen Offenburg und Freudenstadt.

Im Herbst 2022 war die Strecke voll gesperrt, um Gleise, Schwellen und Schotter zu tauschen.

Dabei wurden auch Bahnübergänge, mehrere Brücken und die Stationen Hausach und Halbmeil saniert.

Insgesamt flossen 35 Millionen Euro in die Strecke.

Kirnbach: Der Halt bei Kilometer 2,94

Kirnbach liegt bei Streckenkilometer 2,94, zwischen Hausach und Wolfach.

In der Streckenübersicht ist der Halt als ehemaliger Bahnhof geführt.

Der Ort Kirnbach war eine eigenständige Gemeinde.

Am 1. Januar 1975 wurde er in die Stadt Wolfach eingegliedert.

Zu Eröffnung und Aufgabe des Halts sind keine Jahre belegt.

Auch ein Gebäude oder Gleisreste sind nicht belegt.

Zwischen Hausach und Wolfach liegt in der Streckenübersicht kein aktiver Halt.

Die nächsten bedienten Stationen sind Hausach und Wolfach.

St. Roman: Der Halt von 1920

St. Roman lag bei Streckenkilometer 11,18, zwischen Halbmeil und Schiltach.

Der Haltepunkt wurde am 1. Mai 1920 eröffnet und lag bei Vorderlehengericht.

Er kam damit über vier Jahrzehnte nach der Streckeneröffnung hinzu.

Das Dorf St. Roman liegt im Sulzbächletal, einem kleinen Seitental der Kinzig.

Es gehört zum Ortsteil Kinzigtal der Stadt Wolfach, der seit dem 1. Dezember 1971 zu Wolfach zählt.

Der Bahnübergang in Halbmeil, Aufnahme von 2022.
Der Bahnübergang in Halbmeil, Aufnahme von 2022. Foto: Xocolatl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Eine Aufnahme vom Juni 1974 zeigt die Lok 038 772 mit Wagen bei St. Roman.

Wann der Halt aufgegeben wurde, ist nicht belegt.

Der Halt Wolfach, wo die Züge noch halten

Wolfach liegt bei Streckenkilometer 4,425 und gehört zu den Halten, die heute noch bedient werden.

Die Strecke ist damit nicht stillgelegt, nur zwei ihrer früheren Halte sind es.

Hinter Wolfach folgt der Halt Halbmeil, dann St. Roman bei 11,18 und schließlich Schiltach.

Der Bahnhof Wolfach im Jahr 2025.
Der Bahnhof Wolfach im Jahr 2025. Foto: Gerd Eichmann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Das Bahnhofsgebäude in Wolfach, Aufnahme von 2025.
Das Bahnhofsgebäude in Wolfach, Aufnahme von 2025. Foto: Gerd Eichmann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Wolfach, Bahnhof mit Umgebung, Aufnahme von 2025.
Wolfach, Bahnhof mit Umgebung, Aufnahme von 2025. Foto: Gerd Eichmann, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Geschichte in Daten

1873: Staatsvertrag zwischen Baden und Württemberg über den Bau.

5. Juli 1878: Die Strecke wird bis Wolfach eröffnet.

4. November 1886: Die Strecke wird bis Schiltach verlängert.

1894: Die Flößerei auf der Kinzig endet, das Holz geht auf die Schiene.

1. Mai 1920: Der Haltepunkt St. Roman geht in Betrieb.

1. Januar 1975: Kirnbach wird in die Stadt Wolfach eingegliedert.

12. Dezember 2004: Die Ortenau-S-Bahn übernimmt den Personenverkehr.

Herbst 2022: Vollsperrung zum Erneuern von Gleisen, Schwellen und Schotter.

Häufige Fragen

Ist die Strecke Hausach–Schiltach stillgelegt?
Nein, sie ist in Betrieb. Nur die Halte Kirnbach und St. Roman sind in der Streckenübersicht als ehemalig geführt.
Wann wurde der Haltepunkt St. Roman eröffnet?
Am 1. Mai 1920, bei Vorderlehengericht.
Wann wurde der Halt Kirnbach aufgegeben?
Das ist nicht belegt.
Wie lang ist die Strecke?
Sie ist 14,191 Kilometer lang und verläuft auf ganzer Länge entlang der Kinzig.

Zu Kirnbach und St. Roman ist wenig überliefert, am besten ist die Eröffnung von St. Roman im Jahr 1920 belegt.

Quellen und Bildrechte

Bahnstrecke Hausach–Schiltach, Wikipedia · Kinzigtal (Wolfach), Wikipedia · Kirnbach (Wolfach), Wikipedia · Die Geschichte des Eisenbahnwesens rund um Schiltach, Stadt Schiltach

Alle Fotos stammen von Wikimedia Commons und sind gemeinfrei oder stehen unter einer freien Creative-Commons-Lizenz. Urheber, Lizenz und Quelle stehen direkt am Bild.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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