Die Aartalbahn in Hessen: Halte einer Museumsstrecke zwischen Pflege und Verfall

Lost Place · Stillgelegte Bahnhöfe

Die Aartalbahn in Hessen: Halte einer Museumsstrecke zwischen Pflege und Verfall

Die Aartalbahn kletterte von Wiesbaden über den Taunuskamm nach Bad Schwalbach und weiter ins Aartal. Heute stehen an der Strecke ein Museumsbahnhof, eine Gaststätte, Ruinen und Wiesen.

VORHER · 1983

Bahnübergang am Bahnhof Dotzheim mit dem Akkutriebwagen 517 008 als Zug N 5677, 10. Juni 1983.

Bahnübergang am Bahnhof Dotzheim mit dem Akkutriebwagen 517 008 als Zug N 5677, 10. Juni 1983. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
NACHHER · 2018

Der Bahnübergang am Bahnhof Dotzheim im Jahr 2018.

Der Bahnübergang am Bahnhof Dotzheim im Jahr 2018. Foto: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Kurz erklärt
1889
Eröffnung Wiesbaden bis Langenschwalbach
1983
Personenverkehr Wiesbaden bis Bad Schwalbach endet
1987
Strecke wird Kulturdenkmal
40 km
längstes Baudenkmal Hessens

Lage: Wiesbaden bis zur Landesgrenze bei Aarbergen-Rückershausen. Status: stillgelegt, nicht abgebaut, unter Denkmalschutz, in Teilen Museumsbahn. Heute: Museumsbahnhof in Dotzheim, mehrere Bahnhofsgebäude in Privatbesitz, Zutritt zu Gleisen und Privatgebäuden nicht erlaubt.

Die Aartalbahn führt von Wiesbaden über den Taunuskamm und durch das Aartal bis nach Diez, und sie ist als Strecke stillgelegt, aber nicht abgebaut.

Dieser Beitrag begleitet den hessischen Teil, also den Weg von Wiesbaden bis zur Landesgrenze bei Aarbergen-Rückershausen, Halt für Halt.

Aus dem Alltag der Strecke stammen freie Fotos vor allem aus den frühen 1980er Jahren, Bilder aus der Eröffnungszeit stehen nicht zur Verfügung.

Auf Teilen der Strecke fahren Museumszüge der Nassauischen Touristik-Bahn, deshalb sind die Halte hier ein Nebeneinander aus Museumsbahnhof, Gaststätte, Privathaus und Ruine.

Viele Empfangsgebäude gehören Privatleuten und dürfen nicht betreten werden, und die Gleise sind Bahngelände.

Wie die Strecke entstand

Nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen im Jahr 1866 griff die Preußische Staatsbahn alte nassauische Pläne für eine Verbindung zwischen Wiesbaden und dem Raum Limburg wieder auf.

Mit der Planung wurde Moritz Hilf betraut, der seit 1862 technischer Direktor der Nassauischen Staatsbahn war.

Gebaut wurde in drei großen Abschnitten zwischen 1869/70 und 1894.

Am 1. Juni 1870 ging zuerst das Stück zwischen Limburg und Zollhaus in Betrieb, das vor allem Eisenerz, Kalkstein, Marmor und Porphyr aus dem Raum Zollhaus abfuhr.

Am 15. November 1889 folgte der südliche Abschnitt zwischen dem Wiesbadener Rheinbahnhof und dem Kurbad Langenschwalbach.

Dafür musste der Taunushauptkamm überwunden werden, und auf der rund 420 Meter hohen Passhöhe entstand mit der Eisernen Hand der höchstgelegene Bahnhof des Mittelgebirges.

Der Anstieg vom Chausseehaus dorthin war mit einer Steigung von 1 : 30 bei der Eröffnung der steilste Abschnitt im Deutschen Reich, der noch ohne Zahnschiene auskam.

Die Kurvenradien lagen bei nur 180 Metern, deshalb waren auf diesem Stück lediglich 40 km/h erlaubt, dafür kam die Strecke ohne aufwendige Tunnel und Brücken aus.

Am 1. Mai 1894 war die Lücke zwischen Langenschwalbach und Zollhaus geschlossen, vor allem auf Betreiben des Industriellen Adolph Passavant in Kettenbach, der dort die Michelbacher Hütte betrieb.

Weil das Aartal in diesem Abschnitt eng und gewunden ist, wurden vier Tunnel gebaut, die Talschleifen abkürzen.

So sah es vorher aus: die Bäderbahn

Der südliche Teil trug den Beinamen Langenschwalbacher Bahn und diente im wilhelminischen Zeitalter vor allem dem Bäderverkehr zwischen der „Weltkurstadt“ Wiesbaden und dem Frauenheilbad Langenschwalbach.

Die steile und kurvenreiche Strecke über die Eiserne Hand verlangte nach kurzen Personenwagen mit Drehgestellen, die als „Langenschwalbacher“ bekannt wurden.

Ab 1892 kamen Tenderlokomotiven der Bauart Langenschwalbach zum Einsatz, weil die zuerst eingesetzte preußische T 3 für die Steigung zu schwach war.

Nach dem Ersten Weltkrieg durchquerte die Bahn bei Laufenselden den Freistaat Flaschenhals, einen schmalen unbesetzten Landstreifen zwischen den Brückenköpfen von Koblenz und Mainz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zerschnitt die Grenze zwischen der amerikanischen und der französischen Besatzungszone die Strecke zwischen Zollhaus und Kettenbach, und Reisende brauchten Passierscheine.

Ab 1957 prägten Schienenbusse der Baureihe VT 98 das Bild, ab 1979/80 dominierten Akkumulatortriebwagen der Baureihen 515 und 517.

Das Ende des Linienverkehrs

Im September 1983 fuhr der letzte planmäßige Personenzug zwischen Wiesbaden und Bad Schwalbach.

Auf dem nördlichen Abschnitt endete der Personenverkehr am 28. September 1986, zuletzt mit Schienenbussen.

Bad Schwalbach ist damit eine der wenigen deutschen Kreisstädte ohne fahrplanmäßigen Eisenbahnverkehr.

Den Güterverkehr stellte die Bahn schrittweise ein: bis Bad Schwalbach am 28. Dezember 1990, bis Hohenstein am 1. Dezember 1992.

Der letzte Zug zwischen Kettenbach und dem nördlichen Streckenende verkehrte am 1. Juni 1999.

Zum Jahreswechsel 1985/86 rollten erstmals wieder gemietete Loks und Wagen über die stillgelegte Strecke, und der große Zuspruch führte zur Gründung des Vereins Nassauische Touristik-Bahn.

1986 übernahm die Nassauische Touristik-Bahn den Betrieb und setzte ihren Sitz in den Dotzheimer Bahnhof.

1987 wurde bekannt, dass die Gebäude und technischen Anlagen des hessischen Teils Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz sind.

Der Abschnitt zwischen Wiesbaden Ost und der Landesgrenze bei Aarbergen-Rückershausen ist mit 40 Streckenkilometern das längste Baudenkmal Hessens, nur der römische Limes ist länger.

Landesdenkmal

Das frühere Empfangsgebäude des Haltepunkts Landesdenkmal an der Biebricher Allee, 2009.
Das frühere Empfangsgebäude des Haltepunkts Landesdenkmal an der Biebricher Allee, 2009. Foto: Brühl, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Der Haltepunkt Landesdenkmal ging am 2. Mai 1904 in Betrieb, als die Strecke wegen des Neubaus des Wiesbadener Hauptbahnhofs südlich von Dotzheim neu trassiert wurde.

Das Empfangsgebäude liegt bei Kilometer 2,159 und ist in Privatbesitz.

An dieser Stelle zweigt der Anschluss der Sektkellerei Henkell ab, der den Güterverkehr hielt.

Der Weinverkehr vom Bahnhof Wiesbaden Ost zur Sektkellerei wurde Mitte 2007 wieder aufgenommen und bis zur Abbestellung im September 2014 durch die Brohltalbahn gefahren.

Die Verbindung vom Landesdenkmal zum Wiesbadener Hauptbahnhof über die Brücke am Theodor-Heuss-Ring ist seit Mitte der 1990er Jahre zugewachsen.

Blick vom früheren Bahnsteig am Bahnhof Landesdenkmal, 2009.
Blick vom früheren Bahnsteig am Bahnhof Landesdenkmal, 2009. Foto: Brühl, gemeinfrei, via Wikimedia Commons.

Waldstraße

Der Bahnhof Waldstraße war ein Kreuzungsbahnhof, an dem die Strecke aus Richtung Wiesbaden Hauptbahnhof und die Güterstrecke aus Richtung Wiesbaden Ost zusammenliefen.

Die Quellen widersprechen sich beim Eröffnungsjahr: genannt werden 1904 und 1905.

Weil der Güterbahnhof Wiesbaden West sehr bedeutend war, hatte Waldstraße ursprünglich zwei Bahnsteige, ein Güterüberholungsgleis, eine Doppelkreuzungsweiche und acht normale Weichen.

Zwischen 1956 und 1961 baute die Deutsche Bundesbahn den Bahnhof radikal zurück und stufte ihn zur Haltestelle herab.

Das zweite Streckengleis und das Überholungsgleis entfielen, und die Unterführung zwischen Empfangsgebäude und Bahnsteig wurde aufgegeben.

Die Stellwerke wurden später vollständig demontiert, die Weichen auf Handverschluss zurückgebaut.

Heute endet ein Gleis an einem Prellbock, und das Empfangsgebäude gehört Privatleuten.

Der benachbarte Güterbahnhof Wiesbaden West wurde 2006 entwidmet und vollständig demontiert, auf dem Gelände entstand das Wohnquartier „Künstlerinnenviertel“.

Stellpult des Stellwerks im Dienstgebäude des Bahnhofs Waldstraße, 1981.
Stellpult des Stellwerks im Dienstgebäude des Bahnhofs Waldstraße, 1981. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Die Lok 290 339 mit der Übergabe 67343 vom Bahnhof Wiesbaden West zum Bahnhof Wiesbaden Ost im Bahnhof Waldstraße, 1982.
Die Lok 290 339 mit der Übergabe 67343 vom Bahnhof Wiesbaden West zum Bahnhof Wiesbaden Ost im Bahnhof Waldstraße, 1982. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Dotzheim

Der Bahnhof Dotzheim wurde am 15. November 1889 zusammen mit dem Abschnitt nach Langenschwalbach eröffnet.

Der zunächst gebaute barackenähnliche Fachwerkbau hielt dem wachsenden Verkehr nicht lange stand, deshalb wurde 1905 das heutige Bahnhofsgebäude eingeweiht.

Es hat einen Fachwerkgiebel unter Schopfwalmen, südlich schließt der aus Sichtfachwerk gebaute „Sommerbahnhof“ an.

Am 7. Oktober 1928 erhielt der Bahnhof den Namen Wiesbaden-Dotzheim, nachdem Dotzheim eingemeindet worden war.

Der Bahnhofsvorplatz trägt den Namen des Streckenplaners Moritz Hilf und war zwischen 1948 und 1961 Endstelle einer Oberleitungsbus-Linie nach Biebrich.

Heute ist der Bahnhof das Zentrum der Museumsbahn: Hier sitzt die Nassauische Touristik-Bahn, das Empfangsgebäude dient als Fahrkartenschalter und Vereinsheim, und in der früheren Gaststätte hängen Fotos und Dokumente zur Streckengeschichte.

Im Februar 2011 eröffnete der Verein im Empfangsgebäude das Aartalbahnmuseum mit der Dauerausstellung „Die Aartalbahn als Fürsten- und Bäderbahn“.

Der Museumsbetrieb ruhte ab 2009, weil ein Lastwagen eine Brücke unmittelbar nördlich des Bahnhofs zerstört hatte, schon im Mai 2007 war dieselbe Brücke von einem Bagger beschädigt worden.

Am 3. November 2024 wurden die ersten 2,4 Kilometer von Wiesbaden Ost bis zum Anschluss der Sektkellerei Henkell feierlich eröffnet.

Seit September 2026 sind wieder Fahrten bis zum Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim möglich.

Im Bahnhof steht inzwischen auch das denkmalgeschützte Stellwerk des Bahnhofs Wiesbaden-Igstadt.

Die Vorderseite des Bahnhofs Dotzheim, 2018.
Die Vorderseite des Bahnhofs Dotzheim, 2018. Foto: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Chausseehaus

Der Name geht auf das nassauische Zollhaus an der 1764 als Chaussee erbauten Bäderstraße zurück, wo Reisende Wegegeld und Zoll zahlten.

Im wilhelminischen Zeitalter entstand dort eine Sommerfrische mit Gaststätte, Erholungsheim und Hotel, die mit dem Bahnhof an der Aartalbahn angeschlossen war.

Der Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Schläferskopf, anderthalb Kilometer nördlich, diente als Aussichtspunkt.

Die Bundesbahn stufte den Bahnhof am 28. Mai 1967 zum Haltepunkt zurück und demontierte Weichen und zusätzliche Gleise.

Im Gelände sind die ursprünglichen Gleisanlagen bis heute erkennbar, und im Gebüsch hat sich eine Tafel des früheren Bahnhofs erhalten.

Das Empfangsgebäude ist in Privatbesitz.

Beim Chausseehaus quert die Strecke bei Kilometer 9,692 einen Bahnübergang mit Blinklichtern und Halbschranken.

Eiserne Hand

VORHER · 1981

Der Prüfwagen 724 001 am Haltepunkt Eiserne Hand, 1981.

Der Prüfwagen 724 001 am Haltepunkt Eiserne Hand, 1981. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
NACHHER · 2019

Das frühere Bahnhofsgebäude Eiserne Hand dient als Gaststätte Waldgeist.

Das frühere Bahnhofsgebäude Eiserne Hand dient als Gaststätte Waldgeist. Foto: FkMohr, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Die Eiserne Hand liegt auf dem Gebiet von Taunusstein und ist der höchste Punkt der Strecke.

Der Name stammt von einem Pass über den Taunushauptkamm, den schon die alte Aarstraße nutzte.

Als Empfangsgebäude entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach, um Ausflügler in das Waldgebiet am Schläferskopf zu bringen.

1910 kamen eine große, zu den Gleisen hin offene Wartehalle auf Holzstützen und ein Anbau für die Gastronomie hinzu.

Der Bahnhof hatte zunächst mehrere Gleise und wurde 1962 zum Haltepunkt zurückgebaut.

In der Nacht zum 13. Oktober 2004 beschädigte ein Feuer das zuvor etwa ein Jahr leer stehende Gebäude stark.

Es wurde der ursprünglichen Substanz angenähert wieder aufgebaut, die Original-Bahnhofsuhr aus den Trümmern geborgen.

Seit Herbst 2007 nutzt eine Gaststätte das Haus, der Wanderweg Rheinhöhenweg führt in der Nähe vorbei.

Die Trasse der Aartalbahn südlich des Bahnhofs Eiserne Hand, 2015.
Die Trasse der Aartalbahn südlich des Bahnhofs Eiserne Hand, 2015. Foto: DIZer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Hahn-Wehen

Hahn-Wehen liegt in Hahn, das seit dem 1. Oktober 1971 ein Stadtteil von Taunusstein ist.

Der Bahnhof ist einer von zehn Bahnhöfen der Strecke, in denen Züge kreuzen können.

Als die Museumsbahn 1986 ihren Betrieb aufnahm, fuhren die historischen Züge zunächst von Wiesbaden-Dotzheim bis nach Hahn-Wehen.

Das Stellwerk wurde vollständig demontiert, und auch nach dem Denkmalschutz gingen Gleise verloren: Nach heutigem Kenntnisstand wurden ohne denkmalrechtliche Genehmigung die Abstellgleise 3 und 4 gekappt und eine Weiche demontiert.

Ebenfalls entfernt wurde die Weiche zum früheren Postgleis.

Für 2028 ist Zugbetrieb bis Hahn-Wehen geplant.

Blick vom Bahnübergang Gottfried-Keller-Straße zu den Überresten des Bahnhofs Hahn-Wehen, 2024.
Blick vom Bahnübergang Gottfried-Keller-Straße zu den Überresten des Bahnhofs Hahn-Wehen, 2024. Foto: ManuelB701, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.
Reste eines Bahnsteigs in Taunusstein-Hahn, 2024.
Reste eines Bahnsteigs in Taunusstein-Hahn, 2024. Foto: ManuelB701, CC0 1.0, via Wikimedia Commons.

Bleidenstadt

Bleidenstadt ist der größte Stadtteil von Taunusstein, seine Geschichte beginnt um das Jahr 800 mit einer rund 700 Jahre langen Klosterzeit.

Der Bahnhof wurde am 23. Mai 1966 zum Haltepunkt zurückgestuft, ein Rückbau aller Weichen und Zusatzgleise folgte.

Das Empfangsgebäude bei Kilometer 18,295 ist in Privatbesitz.

In der Machbarkeitsstudie von 2023 ist Bleidenstadt als möglicher Halt einer reaktivierten Strecke vorgesehen.

Bad Schwalbach

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Schwalbach, 2015.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Bad Schwalbach, 2015. Foto: Nixnubix, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Der Bahnhof Langenschwalbach, der 1927 in Bad Schwalbach umbenannt wurde, öffnete am 15. November 1889, die Grundsteinlegung des Empfangsgebäudes war 1888.

1908 wurde das Gebäude erweitert, die Presse lobte es damals als „gotisierend“, mit zweifarbigen Backsteinen, reich verzierten Dächern und einer geschwungenen Holztreppe.

Das zweigeschossige Haus steht seit 1987 unter Denkmalschutz, wurde aber verputzt, und viele Zierelemente wurden entfernt.

Heute befindet sich darin ein Restaurant, auch Fahrkartenschalter, eine hölzerne Wartebank und die Original-Eingangstür sind erhalten.

Südlich des Bahnhofs steht der zwischen 1896 und 1905 gebaute Lokschuppen aus Backstein, der Platz für vier Lokomotiven bot und heute als Lagerhalle dient.

Nördlich liegt die Bahnmeisterei von etwa 1900, die weitgehend unverändert erhalten ist.

Der Stellwerksraum im Gebäude wird von der Aartalbahn Infrastruktur gGmbH genutzt.

Museumszüge fuhren ab 28. März 1991 bis hierher, Defekte an Weichen im Bahnhof verhindern den Museumsverkehr seit Jahren.

Adolfseck

Der Haltepunkt Adolfseck wurde aufgegeben und vollständig zurückgebaut, er ist heute nicht mehr vorhanden.

Südlich der früheren Schanze und des Kleinkastells Adolfseck verschwindet die Strecke im 150 Meter langen Adolfsecker Tunnel und tritt an der Burg Adolfseck wieder aus.

Das Südportal ist mit Bruchsteinen verkleidet und hat eine gequaderte Bogenöffnung.

Breithardt

Für den Haltepunkt Breithardt bei Kilometer 28,715 ist ein Bahnübergang mit Blinklichtern verzeichnet.

Zwischen Breithardt und Adolfseck kreuzt die Strecke den römischen Limes, das Bodendenkmal, das länger ist als die Bahn selbst.

Weitere Angaben zum Haltepunkt sind nicht belegt.

Hohenstein

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hohenstein, 2020; es liegt etwas außerhalb von Burg Hohenstein.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Hohenstein, 2020; es liegt etwas außerhalb von Burg Hohenstein. Foto: Ebi46, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Der Bahnhof Hohenstein gehört zu den Bahnhöfen mit Kreuzungsmöglichkeit und wurde mit dem Abschnitt von 1894 eröffnet.

Bis hierher verlängerte die Nassauische Touristik-Bahn 1994 ihre Fahrten, und der Güterverkehr bis Hohenstein endete am 1. Dezember 1992.

Der 169 Meter lange Hohensteiner Tunnel durchquert den Fels, auf dem die Ruine der Burg Hohenstein steht.

Das Empfangsgebäude ist in Privatbesitz.

In den 2000er Jahren wurde es entwidmet, und das Stellwerk wurde in einen Fertiggaragenbau versetzt.

Detailansicht des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Hohenstein, Januar 1982.
Detailansicht des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Hohenstein, Januar 1982. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.
Zugang zum Bahnhof Hohenstein mit Aarbrücke, 1982.
Zugang zum Bahnhof Hohenstein mit Aarbrücke, 1982. Foto: Joachim Seyferth, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Laufenselden

Auch der Haltepunkt Laufenselden wurde aufgegeben und vollständig zurückgebaut.

Hier lag der Freistaat Flaschenhals, den die Bahn nach dem Ersten Weltkrieg durchquerte.

Der 287 Meter lange Laufenseldener Tunnel verbindet Laufenselden mit Michelbach und ist der längste der vier Tunnel, er wurde zur Abdichtung mit Spritzbeton ausgekleidet.

Der Abzweig Laufenselden mit Bahnübergang bei Kilometer 31,361 wurde durch Vandalismus zerstört.

Michelbach

Michelbach hat einen Kreuzungsbahnhof, dessen Empfangsgebäude bei Kilometer 35,650 in Privatbesitz ist.

Das Gebäude wurde vom Eigentümer dem Verfall überlassen und ist inzwischen eine Ruine.

Der Verbleib des Stellwerks ist unbekannt.

Der 156 Meter lange Michelbacher Tunnel gehört zum Abschnitt, auf dem Draisinen fahren oder fahren sollen.

Ein Ausweichen der Draisinenfahrten auf den Abschnitt Zollhaus bis Hohenstein ist geplant, derzeit ist dort aber eine Brücke beschädigt.

Kettenbach

Der Bahnhof Kettenbach der stillgelegten Aartalbahn, 2015.
Der Bahnhof Kettenbach der stillgelegten Aartalbahn, 2015. Foto: DIZer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons, verkleinert.

Kettenbach liegt am nördlichen Ende des hessischen Abschnitts und hat bei Kilometer 37,530 sein Empfangsgebäude, das in Privatbesitz ist.

Die Eisenhütte am Ort, die Michelbacher Hütte, lag unmittelbar an der Strecke und lieferte Güterverkehr.

Der Industrielle Adolph Passavant hatte sie betrieben, und er trieb den Lückenschluss von 1894 voran.

Das Stellwerk wurde in den 2010er Jahren zerstört.

Der Bahnhof war mit Michelbach einer der letzten, in denen Güterzüge bis 1999 fuhren.

Vorher und nachher

Der Vergleich zweier Bahnübergänge in Dotzheim zeigt, wie wenig sich die Anlage äußerlich verändert hat: Nur die Fahrzeuge fehlen.

An der Eisernen Hand dagegen hat sich die Nutzung gewandelt, aus dem Haltepunkt für Ausflügler ist eine Gaststätte geworden.

Der denkmalgeschützte Rest der Strecke wartet auf eine Entscheidung über Reaktivierung oder weiteren Museumsbetrieb.

Wie geht es weiter?

Eine Wiederinbetriebnahme für den Nahverkehr wird diskutiert, wegen des Denkmalschutzes dürfen die Gleise nicht abgebaut werden.

Das Citybahn-Projekt in Wiesbaden scheiterte am 1. November 2020 an einem Bürgerentscheid.

Ende April 2023 stellte eine Machbarkeitsstudie für Wiesbaden bis Bad Schwalbach ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,1 vor.

2026 beschloss die hessische Landesregierung, 45 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes unter anderem für die Reaktivierung zu nutzen.

1866: Preußen annektiert das Herzogtum Nassau.

1. Juni 1870: Limburg bis Zollhaus eröffnet.

15. November 1889: Wiesbaden Rheinbahnhof bis Langenschwalbach eröffnet.

1. Mai 1894: Lücke zwischen Langenschwalbach und Zollhaus geschlossen.

2. Mai 1904: Haltepunkt Landesdenkmal und neue Trasse eröffnet.

September 1983: Letzter planmäßiger Personenzug Wiesbaden bis Bad Schwalbach.

28. September 1986: Personenverkehr auf dem nördlichen Abschnitt endet.

1987: Gebäude und Anlagen werden als Kulturdenkmäler erkannt.

1. Juni 1999: Letzter Zug zwischen Kettenbach und dem nördlichen Ende.

3. November 2024: Erste 2,4 Kilometer der Museumsbahn eröffnet.

September 2026: Fahrten bis Wiesbaden-Dotzheim wieder möglich.

Kann man mit der Aartalbahn fahren?
Die Nassauische Touristik-Bahn betreibt Museumsverkehr, seit September 2026 sind Fahrten bis Wiesbaden-Dotzheim wieder möglich.
Darf man die Gebäude und Gleise betreten?
Viele Empfangsgebäude sind in Privatbesitz, und die Gleise sind Bahngelände, deshalb ist ein Betreten ohne Erlaubnis nicht zulässig.
Warum heißt die Strecke auch Langenschwalbacher Bahn?
So wurde vor allem der südliche Abschnitt nach dem Kurbad Langenschwalbach genannt, das erst 1927 Bad Schwalbach hieß.
Wo ist das Aartalbahnmuseum?
Im Empfangsgebäude des Bahnhofs Wiesbaden-Dotzheim.
Wird die Strecke reaktiviert?
Eine Wiederinbetriebnahme wird diskutiert, 2026 wurden Mittel des Landes Hessen dafür beschlossen.
Quellen und Bildrechte

Wikipedia: Aartalbahn · Wikipedia: Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim · Wikipedia: Bahnhof Eiserne Hand · Wikipedia: Bahnhof Bad Schwalbach · Wikipedia: Chausseehaus (Wiesbaden) · Wikipedia: Hahn (Taunusstein) · Wikipedia: Bleidenstadt · Aartalbahn Infrastruktur gGmbH: Denkmalpflegerisches Konzept Aartalbahn

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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