Ortstermin
„Endstation Woltersdorf Schleuse, bitte aussteigen, Kalksee und Flakensee warten schon.“
Die Woltersdorfer Straßenbahn, seit 1913 durch den Wald zur Schleuse
→ Ein Ortstermin im Osten von Berlin.
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Kurz gesagt
Die Woltersdorfer Straßenbahn verbindet seit dem 17. Mai 1913 den S-Bahnhof Berlin-Rahnsdorf mit Woltersdorf. Die Gemeinde gilt als kleinste Kommune Deutschlands mit eigener Straßenbahn.
Am östlichen Rand von Berlin endet für viele die Stadt, doch am S-Bahnhof Rahnsdorf wartet noch eine Straßenbahn.
Sie fährt durch den Wald hinaus nach Woltersdorf in Brandenburg.
Seit über hundert Jahren ist ihre Strecke genau gleich lang geblieben.

Villen, Seen und ein weiter Weg zum Zug
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zogen immer mehr Berliner nach Woltersdorf.
Ab 1876 fuhr ein Dampfschiff von Kalkberge über Woltersdorf nach Erkner, später kamen Pferdeomnibusse dazu.
Im Jahr 1903 entstand westlich des Dorfkerns die Villenkolonie Schönblick.
Ihr Grundbesitzerverein regte 1905 eine Straßenbahn vom Bahnhof Rahnsdorf nach Woltersdorf an.
Ältere Pläne für eine Bahn von Erkner nach Kalkberge waren zuvor gescheitert.

Eröffnung im Mai 1913
Am 10. April 1913 wurde der Fahrplan veröffentlicht, und für Reklame standen 1000 Mark bereit.
Am 17. Mai 1913 nahm die Straßenbahn den regulären Betrieb auf.
Sie fuhr vom Bahnhof Rahnsdorf bis Woltersdorf Schleuse, mit vier Trieb- und sechs Beiwagen.
Die Strecke ist 5,6 Kilometer lang und liegt auf Normalspur.
Trotz vieler Pläne zum Ausbau ist sie seit der Eröffnung an beiden Enden unverändert geblieben.

Gut zu wissen
Die Woltersdorfer Straßenbahn fährt seit dem 17. Mai 1913 auf Normalspur vom S-Bahnhof Berlin-Rahnsdorf nach Woltersdorf Schleuse. Die Strecke ist 5,6 Kilometer lang.
In den Jahren 2024 und 2025 kamen neue Niederflurwagen aus Polen, die alten Gothawagen sind seit März 2025 nur noch Reserve. Den Betrieb führt seit 2020 die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn.
Die kleinste Straßenbahngemeinde
Woltersdorf gilt als kleinste Kommune in Deutschland mit eigener Straßenbahn.
Der Betrieb zählt zu den kleinsten Straßenbahnbetrieben des Landes.
Seit 1991 gehört die Bahn der Woltersdorfer Straßenbahn GmbH, je zur Hälfte der Gemeinde und dem Landkreis Oder-Spree.
Seit dem 1. Januar 2020 führt die Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn den Betrieb.
Seit 1998 arbeitet die Bahn mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg zusammen.

Durch den Köpenicker Forst
Die Strecke führt durch den Berliner Forst Köpenick und durch Woltersdorf bis an den Rand der Rüdersdorfer Heide.
Deshalb spielt die Bahn auch für Ausflügler aus Berlin eine wichtige Rolle.
Vor allem aber bringt sie die Menschen aus Woltersdorf zur S-Bahn nach Rahnsdorf.
Nach dem Krieg fuhr sie ab Juli 1945 mit drei Zügen im 20-Minuten-Takt.
Im Sommer rollten damals Züge aus drei Wagen, im Winter oft nur ein einzelner Triebwagen.

Gothawagen aus der DDR
Ab 1977 kamen gebrauchte Gothawagen aus Schwerin nach Woltersdorf.
Bis Ende der 1980er Jahre folgten weitere Wagen unter anderem aus Dessau und Dresden.
Woltersdorf war einer der letzten Betriebe, die diese in der DDR gebauten Wagen einsetzten.
Im Linienbetrieb fuhren sie bis zum 1. März 2025.
Drei von ihnen stehen heute noch als Reserve bereit.

Neue Wagen aus Polen
Im Jahr 2021 schrieb der Betreiber neue Fahrzeuge aus.
Am 17. Februar 2022 wurde bekannt, dass drei Wagen vom Typ Moderus Gamma beim Hersteller Modertrans in Poznań bestellt sind.
Sie sind 15 Meter lang und durchgehend niederflurig.
Im Dezember 2023 kam die Bestellung eines vierten Wagens hinzu.
Die neuen Fahrzeuge kamen in den Jahren 2024 und 2025 nach Woltersdorf.

Eine Ausweiche am Berliner Platz
Ab Dezember 2005 wurde am Berliner Platz eine neue Ausweiche gebaut, wo damals ein Neubaugebiet entstand.
Sie ging am 15. Mai 2006 in Betrieb, die Haltestelle wird seit dem 23. Juni 2006 bedient.
Damit endete auch der planmäßige Einsatz von Beiwagen.
Schon 1980 war die Haltestelle Blumenstraße aus einer Kurve heraus versetzt worden.
So konnten die Fahrer den Fahrgastwechsel im Rückspiegel sehen, und Schaffner in den Beiwagen wurden überflüssig.

Die Schleuse zwischen zwei Seen
Die Endstation heißt Woltersdorf Schleuse.
Die Schleuse ist seit 1882 in Betrieb und wurde zuletzt 1998 aufwendig saniert.
Sie verbindet den Kalksee auf der Rüdersdorfer Seite mit dem Flakensee auf der Seite von Erkner.
Im Mittel beträgt die Fallhöhe 2,10 Meter.
Für Ruder- und Paddelboote gibt es eine Bootsschleppe, die von Hand bedient wird.

Ankommen in Woltersdorf
Woltersdorf liegt an drei Seen, dem Bauersee, dem Flakensee und dem Kalksee.
Im Osten und Südwesten grenzen große Wälder an die Gemeinde.
Auf dem Kranichsberg ließ der Verschönerungsverein im Jahr 1886 einen Aussichtsturm errichten.
Die Kranichsberge sind die höchsten Erhebungen des Ortes.
Zurück nach Berlin geht es mit der Straßenbahn zum S-Bahnhof Rahnsdorf.

Häufige Fragen
Wo fährt die Woltersdorfer Straßenbahn?
Wie lang ist die Strecke?
Seit wann fährt die Bahn?
Welche Wagen sind unterwegs?
Was verbindet die Woltersdorfer Schleuse?
Weiterfahrt
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