Ortstermin
„Nächster Halt Altefähr auf Rügen, vorher geht es über Klappbrücke, Damm und Strelasundbrücke.“
Der Rügendamm, mit dem Zug über den Strelasund nach Rügen
→ Ein Ortstermin in Vorpommern.
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Kurz gesagt
Seit dem 5. Oktober 1936 fahren Züge über den Rügendamm von Stralsund auf die Insel Rügen. Vorher mussten die Wagen auf Fährschiffen über den Strelasund gebracht werden.
Zwischen Stralsund und Rügen liegt der Strelasund, eine schmale Meerenge der Ostsee.
Seit fast 90 Jahren verbindet der Rügendamm die Insel mit dem Festland, für Züge, Autos, Radfahrer und Fußgänger.
Wer mit dem Zug hinüberfährt, überquert dabei drei ganz verschiedene Bauwerke.

Mit dem Trajekt über den Sund
Bevor es den Damm gab, setzten die Züge mit Fährschiffen über den Strelasund.
Am 1. Juli 1883 nahm das Trajekt zwischen Stralsund und Altefähr seinen Betrieb auf.
Gleichzeitig ging auch die Bahnstrecke von Altefähr nach Bergen in Betrieb.
Die ersten beiden Fährschiffe hießen Prinz Heinrich und Rügen und waren je 30 Meter lang.
Ab 1897 fuhren Schnellzüge von Berlin bis Saßnitz, wo Schiffe nach Schweden ablegten.

Der Bau ab 1931
Der Grundstein für die feste Verbindung wurde am 1. August 1931 gelegt.
Weil zugesagte Kredite aus Schweden ausblieben, geriet der Bau zunächst ins Stocken.
Ab September 1933 ging es weiter, und die Erdarbeiten liefen zunächst von Hand, vor allem um Arbeitslosen Beschäftigung zu geben.
Ab Herbst 1934 übernahmen Bagger die immer schwierigere Arbeit.
Allein aus der neuen Fahrrinne im Ziegelgraben wurden eine Million Kubikmeter Schlick und Sand gebaggert.

Gut zu wissen
Der Rügendamm ist die erste feste Verbindung über den Strelasund. Der Eisenbahnverkehr begann am 5. Oktober 1936, die Straße folgte am 13. Mai 1937.
Die Rügendammbrücke ist 540 Meter lang, die Klappbrücke am Ziegelgraben 133 Meter. Geschlossen lässt die Klappbrücke Schiffen 6 Meter Durchfahrtshöhe, die Rügendammbrücke 8 Meter.
Eröffnung im Oktober 1936
Am 5. Oktober 1936 wurde der Eisenbahnbetrieb über den Rügendamm eröffnet.
Dabei war auch Reichsbahn-Generaldirektor Julius Dorpmüller anwesend.
Zur Feier fuhren die beiden ersten Schnellzüge von und nach Schweden vorbei.
Die Straße über den Damm wurde erst am 13. Mai 1937 freigegeben.
Dass die Reichsbahn ihre Eröffnung allein feierte, sorgte damals zwischen den Ministerien für Verstimmung.

Drei Bauwerke hintereinander
Von Stralsund aus geht es zuerst über die Ziegelgrabenbrücke auf die kleine Insel Dänholm.
Auf dem Dänholm beginnt der eigentliche Damm, der noch ein Stück in den Strelasund hinausreicht.
Dann folgt die Rügendammbrücke, eine 540 Meter lange Stahlbrücke mit zehn Feldern.
Sie endet auf Rügen beim Ort Altefähr.
Straße und Bahn verlaufen auf allen drei Abschnitten nebeneinander, die Bahn dabei auf einem einzigen Gleis.

Die Klappbrücke am Ziegelgraben
Die Ziegelgrabenbrücke ist 133 Meter lang, ihr beweglicher Teil hat eine Stützweite von 29 Metern.
Mehrmals am Tag klappt sie zu festen Zeiten für jeweils 20 Minuten auf.
So können Schiffe auf dem Weg zum Hafen Stralsund den Damm passieren.
Die Zeiten liegen in Pausen des Fahrplans, damit die Züge normalerweise nicht warten müssen.
Als die Strecke in den 1980er Jahren Fahrleitungen bekam, erhielt die Klappbrücke eine steife Stromschiene, damit sie sich weiter gefahrlos öffnen lässt.

Gesprengt und wieder aufgebaut
In der Nacht zum 1. Mai 1945 sprengten deutsche Truppen auf dem Rückzug Teile der Brücken.
Die Straßenbrücke und die Eisenbahnbrücke über den Ziegelgraben stürzten ins Wasser.
Für den Wiederaufbau setzte man ausgemusterte Kriegsbrücken in Fachwerkbauweise ein.
Am 12. Oktober 1947 fuhr wieder der erste Zug über den Damm.
Bis dahin brachte die alte Fähre die Menschen über den Sund, allein im August 1946 waren es 50.000.

Neue Stahlteile im Mai 1990
Im Jahr 1989 rollten fünf Millionen Tonnen Güter mit der Bahn über den Damm.
Die stark beanspruchten Stahlüberbauten zeigten zunehmend Ermüdungserscheinungen.
In Mukran wurden deshalb vier neue Brückenteile gebaut, jedes 135 Meter lang und 583 Tonnen schwer.
Am 9. Mai 1990 fuhr der letzte Zug über die alte Strelasundbrücke, dann hoben Schwimmkräne die alten Teile aus und die neuen ein.
Schon am 13. Mai 1990 rollte der erste reguläre Zug über die erneuerte Brücke.

Die große Schwester von 2007
Seit 2007 steht neben dem Rügendamm die Rügenbrücke, eine Hochbrücke nur für Kraftfahrzeuge.
Ihr hellblauer Pylon ist 128 Meter hoch.
Unter ihr können Schiffe mit bis zu 40 Metern Höhe hindurchfahren.
Die Bahn nutzt aber weiterhin den alten Rügendamm.
Über ihn führen heute auch die alte Bundesstraße 96 und ein Weg für Fußgänger und Radfahrer.

Ankommen in Altefähr
Der erste Bahnhof auf Rügen ist Altefähr, seit 2016 ein staatlich anerkanntes Seebad.
Hier legten früher die Fähren und die Trajektschiffe an.
Eine kleine Fähre der Weißen Flotte bringt noch heute Fußgänger und Radfahrer nach Stralsund.
Auf dem Dänholm lohnt das Marinemuseum, eine Außenstelle des Stralsund Museums.
Von Altefähr fahren die Züge weiter über Bergen auf Rügen bis nach Sassnitz.

Häufige Fragen
Seit wann fahren Züge über den Rügendamm?
Wie lang ist die Brücke über den Strelasund?
Warum öffnet sich die Brücke?
Fährt die Bahn über die neue Rügenbrücke?
Welcher Bahnhof folgt auf der Insel?
Weiterfahrt
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