Ortstermin
„Nächster Halt Völklingen, hier aussteigen für das Weltkulturerbe Völklinger Hütte.“
Der Bahnhof Völklingen, Nachbar eines Weltkulturerbes
→ Ein Ortstermin an der Saar.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Völklingen wurde am 16. Dezember 1858 an der Saarstrecke eröffnet. Westlich davon liegt die Völklinger Hütte, deren Gleisanschlüsse einst von den Bahnanlagen bedient wurden und die seit 1994 zum Weltkulturerbe gehört.
Völklingen ist eine Mittelstadt an der Saar mit rund 40.000 Einwohnern und nach Saarbrücken die zweitgrößte Stadt im Regionalverband Saarbrücken.
Die Stadt war und ist stark von Kohle und Stahl geprägt, und bis heute hat hier die Saarstahl AG ihren Sitz.
Wer mit dem Zug ankommt, hat es nicht weit zur Völklinger Hütte, denn das Weltkulturerbe liegt gleich westlich des Bahnhofs.

Eröffnet mit der Saarstrecke
Der Bahnhof Völklingen wurde am 16. Dezember 1858 eröffnet, als die Saarstrecke von Saarbrücken aus zunächst bis Merzig in Betrieb ging.
Am 26. Mai 1860 war die 88 Kilometer lange Strecke bis Trier West auf dem linken Moselufer fertig.
Ihre Aufgabe war es, die Wirtschaftsräume um Trier, Mettlach, Völklingen und Saarbrücken zu verbinden, und in Völklingen ging es dabei vor allem um die Eisenverhüttung.
Das erste Empfangsgebäude entstand 1860 und stand etwas östlich des heutigen Gebäudes.

Neue Strecken nach Püttlingen und Lothringen
Schon 1872 kam eine Stichstrecke zur Grube Viktoria in Püttlingen hinzu, die östlich des Bahnhofs von der Saarstrecke abzweigte.
Ab 1880 eröffneten die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen eine Strecke nach Diedenhofen, dem heutigen Thionville, und am 15. Oktober 1880 war der Abschnitt von Hostenbach nach Völklingen fertig.
Diese Strecke, die in der Region auch Bisttalbahn heißt, war eine von sieben Bahnverbindungen zwischen dem Saarland und Frankreich.
Die Bahn nach Püttlingen wurde 1911 bis Lebach verlängert und 1985 eingestellt, und heute rollen auf ihrem Abschnitt bei Völklingen Fahrräder statt Züge.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Völklingen liegt an der Saarstrecke von Saarbrücken nach Trier und wurde am 16. Dezember 1858 eröffnet. Das Empfangsgebäude Alter Bahnhof von 1893/94 steht unter Denkmalschutz und beherbergt heute die Tourist-Information.
Die Völklinger Hütte wurde 1873 gegründet, 1986 stillgelegt und 1994 Weltkulturerbe. Von 1909 bis 1959 fuhr die Straßenbahn Völklingen bis zum Bahnhof.
Der Alte Bahnhof von 1893
Im Deutsch-Französischen Krieg geriet der Bahnhof unter französisches Artilleriefeuer, mit dem der Bahnbetrieb unterbrochen werden sollte.
Weil das erste Empfangsgebäude bald zu klein war, wurde es 1893 durch einen Neubau ersetzt, der heute Alter Bahnhof heißt.
Das dreigliedrige Gebäude wurde in den Jahren 1893 und 1894 aus Ziegelsichtmauerwerk auf großen Sandsteinsockeln errichtet.
Zusammen mit seiner Ausstattung, dem Fußgängertunnel unter den Gleisen und einem späteren Vorbau steht es heute unter Denkmalschutz.

Neues Leben im alten Empfangsgebäude
1997 kaufte die Landesentwicklungsgesellschaft Saarland das 1600 Quadratmeter große Gebäude und modernisierte es für 2,9 Millionen Euro, die teils vom Land, vom Bund und von der Europäischen Union kamen.
Dabei wurden auch das Deckengebälk und die 1893 angebrachten Wandmedaillons mit territorialen Wappen restauriert.
Seit 1998 gibt es im Alten Bahnhof einen Theater- und Kinosaal, die Tourist-Information der Stadt Völklingen und ein Restaurant.
Seit 2002 hat dort außerdem die Volkshochschule Völklingen ein EDV-Bildungszentrum.

Knoten für Hütte und Hüttenarbeiter
Zur Blütezeit der Völklinger Hütte war der Bahnhof ein wichtiger Verkehrsknoten, über den Hüttenarbeiter und Rohstoffe ankamen.
Der Personenbahnhof liegt mitten in umfangreichen Gleisanlagen, die dem Güterverkehr der benachbarten Eisen- und Stahlwerke dienten.
Im Jahr 1970 war Völklingen sogar das Ziel des damals schwersten Güterzugs der Deutschen Bundesbahn.
Die um 1900 gebaute Wagenmeisterei des Bahnhofs gehört heute zum denkmalgeschützten Ensemble der Völklinger Hütte.

Vom Puddelwerk zum Weltkulturerbe
1873 gründete der Hütteningenieur Julius Buch bei Völklingen ein Puddel- und Walzwerk, das jedoch bald wieder stillgelegt wurde.
1881 kauften die Gebrüder Röchling unter der Leitung von Carl Röchling die Anlagen, und wenig später ging der erste Hochofen in Betrieb.
1890 waren die Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke der größte Hersteller von Eisenträgern in Deutschland, und zwischen 1911 und 1914 entstand die Hängebahn mit ihren Schrägaufzügen zur Beschickung der Hochöfen.
1986 wurde die Hütte stillgelegt, und 1994 nahm die UNESCO ihre Roheisenerzeugung als erstes Industriedenkmal aus der Zeit der Industrialisierung in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Stellwerk, Strom und ein neues Gebäude
1964 ging in Völklingen ein Spurplan-Drucktastenstellwerk in Betrieb, von dem aus auch die Betriebsstellen in Luisenthal, Bous und Ensdorf ferngesteuert werden.
Ab Mitte der 1960er Jahre wurde die Saarstrecke elektrifiziert, nachdem eine Elektrifizierung mit dem französischen Stromsystem nach der Eingliederung des Saarlands in die Bundesrepublik unterblieben war.
1992 wurde direkt neben dem Alten Bahnhof ein neues Empfangsgebäude eingeweiht, über das man schon seit 1975 diskutiert hatte.
Von den einst fünf Bahnsteiggleisen sind die Gleise 1 bis 3 barrierefrei erreichbar, während die Gleise 4 und 5 am äußeren Mittelbahnsteig nur noch zum Abstellen dienen.

Nahverkehr im Halbstundentakt
Bis 2002 hielten in Völklingen noch Interregio-Züge, seitdem wird der Bahnhof nur noch von Zügen des Regionalverkehrs bedient.
Die Linien RB70 und RB71 ergänzen sich zwischen Merzig und Homburg zu einem Takt von 30 Minuten, und Verbindungen gibt es unter anderem nach Trier, Koblenz, Kaiserslautern und Mannheim.
Auf der Bisttalbahn nach Überherrn endete der Personenverkehr schon am 30. Mai 1992, und der Abschnitt bis zur Grenze wurde am 30. September 2003 stillgelegt.
Vor dem Bahnhof liegt ein Busbahnhof mit Linien in alle Stadtteile, nach Frankreich und in Orte wie Püttlingen, Lebach und Wadgassen.

Ankommen in Völklingen
Westlich des Bahnhofs wartet die Völklinger Hütte, die als weltweit einziges vollständig erhaltenes Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung gilt.
Die Hütte ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur, und der Alte Bahnhof soll mit einer Multimedia-Show als ihr Eingangstor dienen.
In der Stadt stehen die katholische Kirche St. Eligius, das Alte Rathaus und die 1928 vollendete neobarocke Versöhnungskirche, die als Ersatz für die 1922 abgebrannte Martinskirche gebaut wurde.
Am Ufer der Saar führt die Saarpromenade als Rad- und Wanderweg an der Stadt entlang.

Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof Völklingen eröffnet?
Welche Züge halten in Völklingen?
Was ist im Alten Bahnhof untergebracht?
Wo liegt die Völklinger Hütte vom Bahnhof aus?
Seit wann ist die Völklinger Hütte Weltkulturerbe?
Weiterfahrt
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