Ortstermin
„Nächster Halt Otterndorf, Ausstieg für Fachwerk, Deich und die Mündung der Medem.“
Der Bahnhof Otterndorf, ein Halt zwischen Elbdeich und Fachwerkgassen
→ Ein Ortstermin an der Elbmündung.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Otterndorf wurde 1881 an der Niederelbebahn eröffnet und ist heute ein Haltepunkt der Regional-Express-Züge zwischen Hamburg und Cuxhaven. Die Stadt selbst besitzt seit 1400 das Stadtrecht und lockt mit Fachwerk, Deich und Elbe.
Otterndorf liegt im Norden Niedersachsens an der Elbmündung, an der hier in den Strom mündenden Medem und am Elbe-Weser-Schifffahrtsweg.
Die Kleinstadt ist ein Nordseebad mit einer Altstadt voller Fachwerkhäuser und war jahrhundertelang der Hauptort des Landes Hadeln.
Seit 1881 hält hier die Eisenbahn, die auf dem Weg von Hamburg nach Cuxhaven durch die flache Marsch rollt.

Ein Halt an der Niederelbebahn
Otterndorf liegt an der Niederelbebahn, die auf 103,6 Kilometern von Hamburg-Harburg in nordwestlicher Richtung parallel zur Unterelbe bis nach Cuxhaven führt.
Der Bahnhof der Stadt wurde 1881 eröffnet und ist heute nur noch ein Haltepunkt, an dem die Regional-Express-Züge zwischen Hamburg und Cuxhaven halten.
Seit 1964 ist die Strecke als Hauptbahn eingestuft, und offiziell gehört sie zur Bahnstrecke Lehrte–Cuxhaven, weshalb ihre Kilometrierung erst im Bahnhof Lehrte bei Hannover beginnt.
Im Kursbuch findet man die Verbindung unter der Nummer 121, und neben den Schienen verläuft über weite Strecken auch die Bundesstraße 73.

Gebaut in nur zwei Jahren
Die Unterelbe’sche Eisenbahngesellschaft baute die Strecke in den Jahren 1880 und 1881 in der damaligen preußischen Provinz Hannover.
Am 1. April 1881 ging das erste Teilstück von Harburg bis Stade in Betrieb, und in der zweiten Jahreshälfte konnte der Verkehr über Stade hinaus aufgenommen werden.
Ab 1882 fuhren durchgehende Züge vom damaligen Venloer Bahnhof in Hamburg bis nach Cuxhaven an die Elbmündung.
Für Otterndorf, den alten Hauptort des Landes Hadeln, begann damit das Zeitalter der Eisenbahn.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Otterndorf wurde 1881 an der Niederelbebahn eröffnet und ist heute ein Haltepunkt. Die Strecke von Hamburg-Harburg nach Cuxhaven ist 103,6 Kilometer lang und zwischen Stade und Cuxhaven nicht elektrifiziert.
Die Linie RE 5 wird seit Dezember 2018 von DB Regio betrieben, für die Zeit ab Dezember 2027 erhielt Metronom den Zuschlag. Otterndorf besitzt seit 1400 das Stadtrecht und war bis 1977 Kreisstadt des Landkreises Land Hadeln.
Durch die Hadelner Marsch
Zwischen Cadenberge und Cuxhaven führt die Trasse durch die Hadelner Marsch, ein weitgehend ebenes, aber oft morastiges Gelände.
Unterwegs überquert die Bahn alle linken Nebenflüsse am Unterlauf der Elbe, darunter die Oste, den Hadelner Kanal und in Otterndorf die Medem.
Die Strecke ist fast durchgehend zweigleisig, nur zwischen Himmelpforten und Hechthausen gibt es ein kurzes eingleisiges Stück.
Der Grund dafür ist die Eisenbahnbrücke über die Oste bei Hechthausen, die 1945 von englischen Pionieren nur eingleisig errichtet wurde.

Vom Bahnhof zum Haltepunkt
Zwischen Stade und Cuxhaven gibt es heute nur noch einen Bahnhof in Cadenberge, dazu Überleitstellen in Hechthausen und Himmelpforten sowie Blockstellen in Otterndorf und Hemmoor.
Seit dem 24. November 2014 steuert ein elektronisches Stellwerk in Hechthausen den Bereich von Stade bis Cadenberge.
Mehrere kleine Halte an der Strecke wurden aufgegeben, darunter im Jahr 1991 Altenbruch, Neuhaus (Oste) und Warstade-Hemmoor.
Otterndorf dagegen hat seinen Halt behalten und gilt neben Buxtehude und Stade als eine der bedeutenden Städte an der Strecke.

Diesel, Doppelstock und neue Betreiber
Anders als zwischen Harburg und Stade, wo seit 1968 eine Oberleitung hängt, fahren die Züge nach Cuxhaven bis heute mit Dieselantrieb.
Bis in die 1980er Jahre zogen Lokomotiven der Baureihe 220 die Eilzüge, danach bis zum 8. Dezember 2007 Maschinen der Baureihe 218.
Ab Dezember 2007 übernahm die Metronom Eisenbahngesellschaft den Verkehr mit modernen Doppelstockwagen und Dieselloks der Baureihe 246, die in der Regel stündlich bis Hamburg Hauptbahnhof fuhren.
Seit Dezember 2014 heißt die Linie RE 5, und seit Dezember 2018 betreibt DB Regio den Verkehr mit denselben Fahrzeugen.

Ein Blick in die Zukunft
Für die Zeit von Dezember 2027 bis Dezember 2037 wurde die Linie RE 5 neu ausgeschrieben, und im Juli 2026 erhielt Metronom den Zuschlag.
Auch dann sollen Lokomotiven und Wagen aus dem Fahrzeugpool der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen zum Einsatz kommen.
Im Bundesverkehrswegeplan 2030 steht außerdem ein Ausbau im vordringlichen Bedarf, bei dem die Strecke zwischen Stade und Cuxhaven elektrifiziert und für Tempo 160 ausgebaut werden soll.
Nach diesen Plänen würde der Personenverkehr um ungefähr zwölf Minuten schneller.

Der alte Hauptort des Landes Hadeln
Otterndorf entstand aus einer Wurtsiedlung und wird 1261 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt, in der ein Pfarrer des Ortes genannt ist.
Im Jahr 1400 verlieh Herzog Erich von Sachsen-Lauenburg dem Hauptort des Landes Hadeln die Stadtrechte.
Das Rathaus wurde 1583 auf herzoglichen Befehl erbaut, und bis 1977 war Otterndorf Kreisstadt des Landkreises Land Hadeln.
Im Kranichhaus, dessen ältester Teil von 1696 stammt, ist heute das Museum des alten Landes Hadeln untergebracht.

Homer, Voß und ein Bauerndom
Von 1778 bis 1782 war Johann Heinrich Voß Rektor der Otterndorfer Lateinschule, jener Dichter, der vor allem durch seine Übertragungen von Homers Ilias und Odyssee berühmt wurde.
Das ehemalige Rektorhaus in der Johann-Heinrich-Voß-Straße ist ein Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert und beherbergt heute ein Literaturmuseum.
Die St.-Severi-Kirche mit ihrem farbenfroh gestalteten Innenraum gilt als größter Bauerndom im Land Hadeln.
In den Straßen der Altstadt stehen zahlreiche Fachwerkhäuser, etwa das Haus Wallstraße 10 von 1563 oder ein Haus im Himmelreich mit einem Hexenbesen im Giebel.

Ankommen in Otterndorf
An der Medem steht die Medemschleuse von 1864, zu der zwei Schöpfwerke aus den Jahren 1929 und 1955 gehören.
Sturmfluten und Deichbrüche haben die Stadt mehrfach getroffen, etwa die Weihnachtsflut 1717 und die Sturmfluten von 1962 und 1976.
Direkt hinter dem Deich liegt die Freizeitanlage See achtern Diek mit mehreren Seen für den Wassersport und einem Campingplatz mit rund 500 Plätzen.
Radfahrer finden in Otterndorf den Startpunkt des Elbe-Weser-Radwegs und den Hadler Sagenweg, der in 32 Stationen die Sagen der Region erzählt.

Häufige Fragen
Seit wann hat Otterndorf einen Bahnhof?
Welche Züge halten in Otterndorf?
Ist die Strecke elektrifiziert?
Wer war Johann Heinrich Voß?
Was ist das Kranichhaus?
Weiterfahrt
→ Ortstermin Cuxhaven: Endstation an der Elbmündung – die Endstation der Niederelbebahn an der Elbmündung
→ Ortstermin Stade: Hansestadt am Rand des Alten Landes – die Hansestadt, bis zu der die S-Bahn aus Hamburg fährt
