Ortstermin
„Nächster Halt Staßfurt, Umstieg in Richtung Güsten und Schönebeck.“
Der Bahnhof Staßfurt, Halt in der Wiege des Kalibergbaus
→ Ein Ortstermin im Salzlandkreis.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Staßfurt im Salzlandkreis gilt als Wiege des weltweiten Kalibergbaus, der hier 1852 begann. Die Eisenbahn erreichte die Stadt 1856, und im alten Bahnbetriebswerk erinnert heute ein Museum an die Zeit der Dampflokomotiven.
Staßfurt ist eine Stadt, in der Bergbau und Eisenbahn von Anfang an eng zusammengehörten.
Das Salz unter der Erde brachte Arbeit und Wohlstand, und die Bahn brachte es hinaus in die Welt.
Noch heute lässt sich diese doppelte Geschichte an den Resten der Stadtmauer und an einem alten Lokschuppen ablesen.

Die Stadt des Salzes
Staßfurt liegt im Salzlandkreis im Süden von Sachsen-Anhalt an der Bode, südlich von Magdeburg.
Seit dem Jahr 2026 trägt die Stadt offiziell den Zusatznamen Salzstadt.
Am 31. Januar 1852 wurde Staßfurt zum Geburtsort und zur Wiege des weltweiten Kalibergbaus.
Das dortige Königlich Preußische Salzbergwerk mit den Schächten von der Heydt und von Manteuffel war das erste Kalibergwerk der Erde.

Bergbau prägt den Untergrund
Der jahrzehntelange Abbau unter der Stadt hat den Boden an einigen Stellen absinken lassen.
Diese bergbaubedingten Senkungen haben das Stadtbild im Zentrum sichtbar verändert.
Auch der Bahnhof bekam die Folgen zu spüren, wie die Geschichte seines alten Gebäudes zeigt.
Der Salzabbau brachte der Stadt im 19. Jahrhundert zugleich einen großen wirtschaftlichen Aufschwung.

Gut zu wissen
Die Eisenbahn erreichte Staßfurt im Jahr 1856 von Schönebeck aus, 1866 folgte die Teilstrecke nach Güsten.
Das Empfangsgebäude von 1884 wurde 1977 nach bergbaubedingten Bodenabsenkungen abgerissen.
Im ehemaligen Bahnbetriebswerk mit seinem Ringschuppen für 24 Lokomotiven befindet sich heute ein Eisenbahnmuseum.
Als die Eisenbahn Staßfurt erreichte
Im Jahr 1856 erreichte die Eisenbahn von Schönebeck her Staßfurt, zunächst nur bis zum Güterbahnhof Gollnowstraße.
1866 ging dann die Teilstrecke von Staßfurt nach Güsten in Betrieb.
Damit war die Stadt fest in das wachsende Netz zwischen Magdeburg und dem Harzvorland eingebunden.
Die Bahn transportierte vor allem das Salz und die Erzeugnisse der späteren Chemieindustrie.

Das Empfangsgebäude und sein Schicksal
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Staßfurt stammte aus dem Jahr 1884.
Durch die bergbaubedingten Bodenabsenkungen wurde es im Lauf der Zeit stark beschädigt.
Im Jahr 1977 musste das alte Gebäude schließlich abgerissen werden.
So verlor die Stadt einen sichtbaren Teil ihrer frühen Eisenbahngeschichte.

Züge und Strecken von heute
Regional-Express und Regionalbahn befahren die Bahnstrecke von Schönebeck nach Güsten über den Staßfurter Bahnhof.
Auch im Schienengüterverkehr wird Staßfurt nach wie vor regelmäßig bedient.
Dazu gehören unter anderem Transporte für das Sodawerk und zur Abfallverwertung EVZA.
Die Bahnstrecke von Staßfurt nach Blumenberg wird von einem privaten Betreiber genutzt.

Das Bahnbetriebswerk und sein Ringschuppen
An der Strecke von Schönebeck nach Güsten wurde 1856 das Bahnbetriebswerk Staßfurt in Betrieb genommen.
Sein über hundert Jahre alter Ringschuppen kann bis zu 24 Lokomotiven aufnehmen.
Die dazugehörige Drehscheibe misst 20 Meter im Durchmesser.
Die Reichsbahn der DDR setzte hier bis 1988 planmäßig Dampflokomotiven der Baureihen 41 und 50 ein.

Ein Museum für die Dampflokzeit
Im ehemaligen Bahnbetriebswerk ist heute das Eisenbahnmuseum der Eisenbahnfreunde Traditions-Bw Staßfurt untergebracht.
Dort wird die Geschichte des Betriebswerks und der schweren Dampflokomotiven bewahrt.
Der historische Ringschuppen mit der großen Drehscheibe ist dabei das Herzstück der Anlage.
Für Freunde der Eisenbahn ist der Ort ein lohnendes Ziel direkt an der Strecke.

Zwischen Stadtmauer und Museen
In der Altstadt haben sich Reste der mittelalterlichen Stadtmauer mit Zwinger und einem gut erhaltenen Rondell erhalten.
Das Von-Werdenslebensche Haus mit dem Tillysaal diente einst als Bürgermeisterhaus und später als Theatercafé.
Im Stadt- und Bergbaumuseum wird die Geschichte des Salzes und der Stadt anschaulich erzählt.
Daneben laden das Rundfunkmuseum und das Fahrzeugmuseum zu einem Besuch ein.

Ankommen in Staßfurt
Vom Bahnhof aus ist die Innenstadt mit ihren Museen gut zu Fuß zu erreichen.
Wer sich für Technik begeistert, steuert zuerst das alte Bahnbetriebswerk an der Strecke an.
Von dort führt der Weg weiter zu den Resten der Stadtmauer und zum Marktplatz.
So verbindet ein Besuch in Staßfurt die Geschichte des Salzes mit der Geschichte der Eisenbahn.

Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Häufige Fragen
Wo liegt Staßfurt?
Seit wann hat Staßfurt eine Eisenbahn?
Was geschah mit dem alten Bahnhofsgebäude?
Welche Züge halten in Staßfurt?
Warum ist Staßfurt für den Bergbau bekannt?
Weiterfahrt
→ Ortstermin: Der Bahnhof Bernburg an der Saale – die Kreisstadt an der Saale mit eigenem Ortstermin
→ Der Bahnhof Könnern, ein Knoten zwischen Halle, Halberstadt und Bernburg – die Stadt der Türme im nördlichen Harzvorland
