Ortstermin
„Nächster Halt: Jičín, Tor zum Böhmischen Paradies. Bitte denken Sie an das Umsteigen für die Wege in die Felsen.“
Der Bahnhof Jičín, Tor zum Böhmischen Paradies
→ Ein Ortstermin in Nordostböhmen.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Jičín ist eine kleine barocke Residenzstadt in Nordostböhmen und gilt als Tor zum Böhmischen Paradies. Albrecht von Wallenstein baute die Stadt ab 1625 zu seiner Residenz aus, und vom Bahnhof am Rand der Altstadt sind Marktplatz und Torturm in wenigen Minuten erreicht.
Manche Städte sind vor allem ein Tor, durch das man in eine andere Landschaft tritt.
Jičín ist so ein Ort, wo hinter der barocken Altstadt das Felsenland des Böhmischen Paradieses beginnt.
Dieser Ortstermin führt vom Bahnhof durch Wallensteins Residenzstadt bis an den Rand der Felsen.

Das Tor zum Böhmischen Paradies
Jičín liegt im Nordosten Böhmens, am Fluss Cidlina und am Rand einer Landschaft aus Sandsteinfelsen.
Die Stadt trägt den Beinamen Tor zum Böhmischen Paradies, weil von hier aus das Felsengebiet Český ráj beginnt.
Wer mit dem Zug anreist, nimmt Jičín oft als Ausgangspunkt für Wanderungen in dieses Felsenland.
Schon beim Blick aus dem Zugfenster kündigen sich die bewaldeten Höhen ringsum an.
Die Altstadt selbst ist klein, geschlossen und von barocken Bauten geprägt.
Jičín ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks und ein ruhiges Zentrum der Region Hradec Králové.

Der Bahnhof am Rand der Altstadt
Der Bahnhof Jičín liegt am Rand der Altstadt, nur einen kurzen Weg vom historischen Zentrum entfernt.
Das Empfangsgebäude dient den Reisenden als Einstieg in die kleine Residenzstadt.
Von den Bahnsteigen aus lässt sich die Lage der Stadt zwischen Fluss und Hügeln gut erahnen.
Für viele Fahrgäste ist die Station vor allem ein Umsteige- und Ausgangspunkt.
Die Gleise verbinden Jičín mit mehreren Nachbarstädten in Nordostböhmen.
Damit ist der Bahnhof das Scharnier zwischen der Stadt und ihrer weiteren Umgebung.

Gut zu wissen
Jičín liegt in Nordostböhmen an der Cidlina und gilt als Tor zum Böhmischen Paradies.
Von 1625 bis 1634 baute Albrecht von Wallenstein den Ort zur Residenzstadt seines Herzogtums Friedland aus.
Bahnverbindungen bestehen unter anderem nach Mladá Boleslav, Turnov und Hradec Králové.
Knoten nach drei Richtungen
Von Jičín bestehen Bahnverbindungen in mehrere Richtungen des nordostböhmischen Netzes.
Gute Verbindungen führen nach Mladá Boleslav, nach Turnov und nach Hradec Králové.
Damit ist die Stadt an gleich drei größere Nachbarorte angebunden.
Die Züge, die hier halten, sind überwiegend Regionalzüge des Nahverkehrs.
Jičín wirkt so weniger wie ein großer Knoten, sondern wie ein verlässlicher Umsteigepunkt in der Fläche.
Für Ausflügler ergeben sich daraus viele Möglichkeiten, die Region ohne Auto zu erkunden.

Mit dem Zug ins Felsenland
Das Böhmische Paradies zählt zu den ältesten Schutzgebieten seiner Art in Tschechien.
Von Jičín aus lässt sich ein Teil dieser Felslandschaft gut mit Bahn und zu Fuß erreichen.
Besonders die nahen Prachover Felsen gehören zu den bekannten Zielen der Umgebung.
Die Bahn bringt Reisende in die Region, von wo aus Wanderwege und Busse zu den Felsen führen.
So verbindet sich die Anreise mit dem Zug und der Weg durch die Felsen zu einem Ausflug.
Gerade im Frühling und Herbst ist diese Verbindung von Schiene und Natur reizvoll.

Wallensteins Residenzstadt
Seine größte Zeit erlebte Jičín unter Albrecht von Wallenstein.
Von 1625 bis 1634 baute der Feldherr den Ort zur Residenzstadt seines Herzogtums Friedland aus.
Wallenstein entwarf groß angelegte Pläne, Stadt und Umgebung in eine frühbarocke Landschaft zu verwandeln.
Dazu gehörte eine lange Lindenallee, die vom Schloss in die umliegende Landschaft führte.
Nach Wallensteins Tod kam die Herrschaft an die Herren von Trauttmansdorff.
Unter ihnen hielt der Hochbarock endgültig Einzug in Jičín.

Die Valdická brána und der Marktplatz
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Valdická brána, ein hoher Torturm am Marktplatz.
Von seiner Aussichtsgalerie öffnet sich der Blick über die Dächer der Altstadt und ins Umland.
Der zentrale Platz wird von Arkadengängen und Bürgerhäusern gesäumt.
An ihn schließt das Schloss an, das auf die Zeit Wallensteins zurückgeht.
Im Februar 1620 war ein älteres Schloss durch eine Schießpulverexplosion zerstört worden.
Das heutige Ensemble aus Tor, Platz und Schloss bildet das geschlossene Herz der Stadt.

Von Veliš an die Cidlina
Die ursprüngliche Siedlung lag einige Kilometer entfernt bei Staré Místo, unterhalb der Burg Veliš.
Später wurde der Ort an das Ufer der Cidlina verlegt, wo ein Fernhandelsweg verlief.
Dieser Weg verband Hradec Králové mit dem fernen Zittau.
Zunächst war Jičín landesherrlicher Besitz der böhmischen Krone.
Im Jahr 1437 gelangte die Stadt an die Herren von Waldstein.
Über wechselnde Besitzer kam sie schließlich in die Zeit Wallensteins.

Rumcajs und das Böhmische Paradies
Die Wälder rund um Jičín gelten als Heimat der Märchenfigur Rumcajs.
Der freundliche Räuber aus dem Wald Řáholec ist in Tschechien weithin bekannt.
In der Stadt und der Umgebung begegnet man seinen Spuren an vielen Stellen.
Rings um Jičín erstreckt sich das hügelige Land des Böhmischen Paradieses.
Teiche, Wälder und Felsen prägen diese beliebte Ausflugsregion.
So verbindet sich in Jičín die Geschichte der Residenzstadt mit der Natur ringsum.

Ankommen in Jičín
Ankommen in Jičín heißt, vom Bahnhof in wenigen Minuten den Marktplatz zu erreichen.
Der Weg führt vom Empfangsgebäude hinein in die geschlossene barocke Altstadt.
Dort bietet sich der Aufstieg auf die Valdická brána für den ersten Überblick an.
Von oben lässt sich die Lage der Stadt zwischen Fluss und Felsen gut erkennen.
Wer weiter möchte, bricht von hier zu den Wegen ins Böhmische Paradies auf.
Der Bahnhof bleibt dabei der ruhige Ausgangspunkt für den Ausflug.

Häufige Fragen
Wo liegt Jičín?
Warum heißt Jičín Tor zum Böhmischen Paradies?
Welche Bahnverbindungen hat Jičín?
Was hat Wallenstein mit Jičín zu tun?
Was kann man in Jičín sehen?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Prag hlavní nádraží, Fantas Jugendstilbau – Die Hauptstadt Prag ist über die Bahn der große Nachbar im Südwesten der Region.
→ Der Bahnhof Tábor, Umsteigepunkt zwischen Prager Hauptstrecke und der ältesten Elektrobahn Böhmens – ein weiterer Ortstermin in der Nähe
