Der Bahnhof Mělník, vom Elbtal hinauf zur Weinstadt

Ortstermin

„Nächster Halt: Mělník. Bitte beachten Sie den Blick auf das Schloss über der Mündung von Elbe und Moldau.“

Der Bahnhof Mělník, vom Elbtal hinauf zur Weinstadt

→ Ein Ortstermin in Mittelböhmen.

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Kurz gesagt

Mělník ist eine böhmische Königsstadt über der Mündung von Moldau und Elbe. Seit 1874 hat die Weinstadt einen Eisenbahnanschluss, und vom Bahnhof am Fuß des Stadtbergs führt ein kurzer Aufstieg hinauf zu Schloss und Altstadt.

Es gibt Bahnhöfe, die liegen unten am Fluss, während die Stadt über ihnen auf dem Berg thront.

Mělník ist so ein Ort, wo der Zug im Tal hält und der Blick nach oben zur Königsstadt wandert.

Dieser Ortstermin führt von den Gleisen im Elbtal hinauf zu Schloss, Wein und zwei Flüssen.

Hřbitov sv. Václava, Mělník
Foto: Kacir, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Zwei Flüsse, eine Königsstadt

Mělník liegt rund dreißig Kilometer nördlich von Prag, dort wo die Moldau in die Elbe mündet.

Die ehemalige Königsstadt thront auf einem Felssporn über dem Zusammenfluss der beiden Flüsse.

Schon von Weitem sind das Schloss und der Kirchturm zu erkennen, die zusammen die Silhouette der Stadt prägen.

Wer mit dem Zug anreist, steigt zunächst unterhalb des Stadtbergs aus und blickt zur Altstadt hinauf.

Der kurze Aufstieg vom Bahnhof in die obere Stadt ist Teil des Ankommens.

Mělník gilt seit der Jungsteinzeit als besiedelt und blickt damit auf eine sehr lange Geschichte zurück.

Mělník, Vodárenská věž
Foto: Horakvlado, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Empfangsgebäude unterhalb der Stadt

Der Bahnhof Mělník liegt am Fuß des Stadtbergs, ein Stück abseits des historischen Zentrums.

Die Stadt erhielt im Jahr 1874 ihren Eisenbahnanschluss und rückte damit näher an das wachsende Streckennetz Böhmens heran.

Das Empfangsgebäude ist ein schlichter Zweckbau, wie er für viele mittelböhmische Stationen dieser Zeit typisch ist.

Von den Bahnsteigen aus fällt der Blick auf die Gleisanlagen und das Umland im Elbtal.

Für Reisende ist der Bahnhof vor allem der Ausgangspunkt für den Weg in die Oberstadt.

So verbindet die Station den Alltag der Pendler mit dem Besuch der Weinstadt.

Mělník Palackého2017
Foto: Ben Skála, Benfoto, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Mělník liegt am Zusammenfluss von Moldau und Elbe, rund dreißig Kilometer nördlich von Prag.

Die Stadt erhielt 1874 ihren Eisenbahnanschluss, 1897 kam ein Frachtschiffhafen hinzu.

Das Schloss in seiner heutigen barocken Form geht auf die Herren von Lobkowicz zurück, und 1884 wurde hier die erste Weinbauschule Böhmens gegründet.

Regionalzüge im Elbtal

Von Mělník aus verkehren überwiegend Regionalzüge, die die Stadt mit dem Umland verbinden.

Die Strecke folgt dem Lauf der Elbe und bindet Mělník an das Netz Mittelböhmens an.

Für die Fahrt nach Prag ist nach Angaben der Fahrpläne in der Regel ein Umstieg nötig.

Damit ist die Stadt trotz ihrer Nähe zur Hauptstadt eher ein ruhiger Punkt im Netz als ein großer Knoten.

Gerade das macht die Anreise für Ausflügler entspannt und überschaubar.

Wer Zeit mitbringt, erlebt die Landschaft des Elbtals schon aus dem Zugfenster.

Mělník, městská památková zóna (1)
Foto: Vlach Pavel, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Schiene und Fluss, Hand in Hand

Mělník war immer eine Stadt am Wasser, und das prägte auch den Güterverkehr.

Im Jahr 1897 entstand ein Frachtschiffhafen, der die Stadt an die Elbschifffahrt anschloss.

Um die Jahrhundertwende wurde die Wasserstraße entlang der Elbe in Richtung Ústí nad Labem ausgebaut.

So trafen hier Schiene und Fluss aufeinander und ergänzten sich beim Transport von Waren.

Der Hafen und die Bahn machten Mělník zu einem Umschlagplatz zwischen Land und Strom.

Noch heute erinnert die Lage am Zusammenfluss an diese Rolle als Verkehrsknoten im Kleinen.

Mělník, Pražská brána (vnější strana) 02
Foto: František Šťastný, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Das Schloss der Lobkowicz

Das Schloss Mělník wurde im 16. Jahrhundert aus einer mittelalterlichen Burg umgebaut.

Im 17. Jahrhundert veränderten es die Grafen Czernin, bevor die Herren von Lobkowicz die heutige barocke Gestalt schufen.

Vom Schloss aus öffnet sich einer der schönsten Ausblicke auf die Mündung von Moldau und Elbe.

An den Hängen unterhalb des Schlosses wird seit Langem Wein angebaut.

Im Jahr 1884 wurde in Mělník die erste Weinbauschule Böhmens gegründet.

Damit gilt die Stadt bis heute als ein Zentrum des böhmischen Weinbaus.

Vlakové nádraží2 Mělník
Foto: Kacir, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Kirche, Turm und das Prager Tor

Die Propsteikirche St. Peter und Paul geht auf eine Burgkapelle des 11. Jahrhunderts zurück.

Aus dieser frühen Zeit stammt noch der viereckige Turm, der weithin sichtbar ist.

Das Prager Tor aus dem 15. Jahrhundert ist das einzige erhaltene Fragment der alten Stadtbefestigung.

Die St.-Ludmilla-Kirche wurde im Jahr 1583 errichtet.

Das Rathaus stammt im Kern aus dem Jahr 1398 und wurde später barock überformt.

Zusammen bilden diese Bauten das dicht gestaffelte Bild der Altstadt.

Vlakové nádraží3 Mělník
Foto: Kacir, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Pšov, Ludmilla und die Přemysliden

An der Stelle des heutigen Mělník stand ursprünglich eine slawische Burgstätte des Stammes der Pschowanen.

Sie trug den alten Namen Pšov und lag dort, wo sich heute das Schloss erhebt.

Von hier stammte Ludmilla von Böhmen, die später heiliggesprochene Großmutter des Fürsten Wenzel.

Um das Jahr 880 wurde sie mit dem Přemyslidenfürsten Bořivoj verheiratet.

Nach dem Tod ihres Vaters fielen die Besitzungen an die Přemysliden.

Gegen Ende des 10. Jahrhunderts setzte sich für den Ort der Name Mělník durch.

Vlakové nádraží Mělník
Foto: Kacir, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Der Berg Říp und die Weinberge

Nicht weit von Mělník erhebt sich der sagenumwobene Berg Říp aus der Ebene.

Er gilt in den böhmischen Sagen als jener Berg, von dem aus der Urvater Čech das Land überblickt haben soll.

Rund um die Stadt breiten sich Weinberge und die weite Landschaft des Elbtals aus.

Die Lage am Zusammenfluss zweier großer Flüsse macht die Umgebung besonders fruchtbar.

Ausflügler finden hier Wege entlang des Wassers und Blicke über die Ebene.

So verbindet sich der Besuch der Stadt leicht mit einer Wanderung ins Umland.

Nádraží Mělník, z Nádražní ulice
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Mělník

Ankommen in Mělník heißt, vom Bahnhof zunächst den Weg in die Oberstadt zu nehmen.

Der Aufstieg führt vom Gleis hinauf zu den Gassen rund um das Schloss.

Oben angekommen, öffnet sich der Blick über die Mündung von Moldau und Elbe.

Von dort sind die Kirche, das Prager Tor und der Marktplatz in wenigen Minuten zu erreichen.

Wer mag, kehrt in einem der Weinlokale ein und probiert den Wein aus den umliegenden Hängen.

Der Rückweg zum Bahnhof schließt den kleinen Ausflug in die Weinstadt an der Elbe ab.

Nádraží Mělník, budova ze strany kolejiště
Foto: ŠJů, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Wo liegt Mělník?
Mělník liegt in Mittelböhmen, etwa dreißig Kilometer nördlich von Prag, dort wo die Moldau in die Elbe mündet.
Seit wann hat Mělník einen Bahnhof?
Die Stadt erhielt im Jahr 1874 ihren Eisenbahnanschluss.
Wie kommt man von Mělník nach Prag?
Es verkehren überwiegend Regionalzüge; für die Fahrt nach Prag ist nach den Fahrplänen in der Regel ein Umstieg nötig.
Was kann man in Mělník sehen?
Sehenswert sind das Schloss der Lobkowicz, die Propsteikirche St. Peter und Paul, das Prager Tor und der Blick auf den Zusammenfluss von Moldau und Elbe.
Wofür ist Mělník bekannt?
Mělník gilt als eines der Zentren des böhmischen Weinbaus und beherbergte ab 1884 die erste Weinbauschule Böhmens.

Weiterfahrt

→ Der Bahnhof Prag hlavní nádraží, Fantas Jugendstilbau – Die Hauptstadt Prag liegt rund dreißig Kilometer südlich und ist der große Nachbar der Region.

→ Der Bahnhof Tábor, Umsteigepunkt zwischen Prager Hauptstrecke und der ältesten Elektrobahn Böhmens – ein weiterer Ortstermin in der Nähe

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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