Ortstermin
„Dieser Bahnhof wurde im Krieg zerstört, und sein Neubau steht heute selbst unter Denkmalschutz.“
Der Bahnhof Pritzwalk, neu gebaut nach der Katastrophe von 1945
→ Ein Ortstermin in der Prignitz.
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Kurz gesagt
Der Bahnhof Pritzwalk wurde 1886 eröffnet und ist ein Knoten mehrerer Nebenbahnen. Nach der Zerstörung im April 1945 entstand in den 1950er Jahren ein neues Empfangsgebäude.
Mitten in der Prignitz liegt die Kleinstadt Pritzwalk, die einst von Tuchmachern und Brauern geprägt wurde.
Ihr Bahnhof ist ein Knoten, an dem sich bis heute mehrere Strecken begegnen.
Seine Geschichte erzählt aber auch von einem der schwersten Tage der Stadt.

Eröffnet im Jahr 1886
Der Bahnhof Pritzwalk wurde im Jahr 1886 eröffnet.
Zuerst war die Stadt an die Strecke von Wittenberge zur mecklenburgischen Grenze bei Buschhof angeschlossen.
Nach dieser ersten Strecke richtet sich bis heute die Ost-West-Lage des Bahnhofs.
Sie liegt etwas südlich des Stadtzentrums.

Ein Knoten für Nebenbahnen
Später kamen weitere Strecken hinzu, etwa die Bahn aus Neustadt an der Dosse, die hier nach Norden weiterführt.
Außerdem beginnt in Pritzwalk die Strecke nach Suckow.
So wurde der Bahnhof zu einem wichtigen Knoten der Nebenbahnen in der Prignitz.
Heute hält hier unter anderem der Prignitz-Express zwischen Wittenberge und Berlin.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Pritzwalk wurde 1886 eröffnet und ist ein Knoten mehrerer Nebenbahnen. Im April 1945 wurden die Anlagen bei einem Luftangriff und der Explosion eines Munitionszuges zerstört.
Das neue Empfangsgebäude aus den 1950er Jahren, der Wasserturm, der Lokschuppen der Ostprignitzer Kreisbahnen und ein Denkmal für die Opfer stehen unter Denkmalschutz.
Der April 1945
Im April 1945 wurde das Bahnhofsgelände bei einem Luftangriff schwer getroffen.
Nachdem von einem Flakgeschütz auf dem Bahngelände aus auf ein alliiertes Flugzeug geschossen worden war, feuerte die Maschine auf den Bahnhof.
Dabei explodierte ein Munitionszug, und es gab zahlreiche Opfer.
Ganze Straßenzüge in der Nähe wurden zerstört, darunter ein Kino, in dem gerade eine Vorstellung lief.

Ein Denkmal für die Opfer
An die Explosion erinnert heute ein Denkmal am Bahnhof.
Es steht selbst unter Denkmalschutz.
Für viele Familien in Pritzwalk ist der Ort bis heute mit Trauer verbunden.
Er macht sichtbar, wie nah der Krieg der kleinen Stadt kam.

Ein Neubau aus den 1950er Jahren
Nach dem Krieg wurden die Anlagen neu aufgebaut.
Anfang der 1950er Jahre entstand ein neues Empfangsgebäude, das 1955 fertig war.
Auch dieser Nachkriegsbau steht heute unter Denkmalschutz.
Er ist ein seltenes Beispiel für die Bahnarchitektur dieser Zeit.

Wasserturm und Lokschuppen
Zum Bahnhof gehört ein Wasserturm aus dem Ende der 1930er Jahre, der die Explosion überstand.
Auch der frühere Lokschuppen der Ostprignitzer Kreisbahnen ist erhalten und geschützt.
Die Kreisbahnen verbanden Pritzwalk mit vielen Dörfern der Umgebung.
Ihre Bauten erinnern an eine Zeit, als fast jedes Dorf an der Schiene lag.

Ein Museum im Stellwerk
Am Westkopf des Bahnhofs steht das alte Fahrdienstleiterstellwerk Pritzwalk B1.
Ein Verein nutzt es heute für ein Eisenbahnmuseum.
Dort erfahren Besucher, wie Züge früher mit Hebeln und Seilzügen gesteuert wurden.
So wird ein Stück Bahntechnik lebendig gehalten.

Tuch, Bier und ein hoher Turm
Die Stadt wurde einst von einer großen Tuchfabrik und einer Brauerei geprägt.
Die Museumsfabrik Pritzwalk zeigt seit 2018 in alten Fabrikräumen, wie die Industrie auf das Land kam.
Weithin sichtbar ist der 72 Meter hohe neugotische Turm der St.-Nikolai-Kirche von 1882.
Das Rathaus stammt aus dem Jahr 1840.

Ankommen in Pritzwalk
Vom Bahnhof ist es nicht weit in die Innenstadt mit Kirche, Rathaus und Resten der Stadtmauer.
Ein Bismarckturm aus dem Jahr 1905 bietet einen Blick über die Landschaft.
Rundherum liegen Felder, Wälder und kleine Dörfer der Prignitz.
So ist Pritzwalk ein ruhiger Ausgangspunkt für Touren mit Rad und Bahn.

Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Häufige Fragen
Wann wurde der Bahnhof eröffnet?
Was geschah im April 1945?
Wann entstand das heutige Empfangsgebäude?
Gibt es ein Eisenbahnmuseum?
Wie hoch ist der Turm von St. Nikolai?
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