Ortstermin
„Nächster Halt Merzig (Saar), Anschluss an die Busse am Busbahnhof vor dem Bahnhof.“
Der Bahnhof Merzig, erste Endstation der Saarstrecke
→ Ein Ortstermin an der Saar.
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Kurz gesagt
Als die Saarstrecke im Dezember 1858 eröffnet wurde, endete sie zunächst in Merzig, erst 1860 ging es weiter bis Trier. Das Empfangsgebäude aus dieser Zeit steht heute unter Denkmalschutz.
Merzig ist die Kreisstadt des Landkreises Merzig-Wadern im Saarland und hat rund 30.000 Einwohner in 17 Stadtteilen.
Die Stadt liegt an der Saar und zieht sich weit hinauf in die umliegenden Höhen des Saargaus und in die Seitentäler.
Heute hat Merzig drei Stationen an der Saarstrecke, und früher fuhren von hier auch Züge nach Büschfeld und bis nach Frankreich.

Erste Endstation der Saarstrecke
Im Dezember 1858 ging die Saarstrecke von Saarbrücken aus in Betrieb, und ihr erster Endpunkt war Merzig.
Erst am 26. Mai 1860 war die 88 Kilometer lange Strecke bis Trier West auf dem linken Moselufer fertig.
Die Bahn sollte die Wirtschaftsräume um Trier, Mettlach mit seinem Steingut, Völklingen mit seiner Eisenverhüttung und Saarbrücken miteinander verbinden.
Heute halten am Bahnhof Merzig (Saar) alle Regional-Express- und Regionalbahn-Züge, sodass es etwa jede halbe Stunde eine Verbindung in Richtung Saarbrücken, Homburg und Trier gibt.

Ein Bauplan vom April 1858
Schon während der Arbeiten an der Strecke von Saarbrücken nach Merzig machte man sich Gedanken über das Merziger Empfangsgebäude.
Seine Bauzeit lässt sich recht genau bestimmen, weil eine Kopie der Ausführungszeichnung aus dem Jahr 1884 erhalten ist.
Die Originalzeichnung mit Grundrissen, Schnitten und Ansichten trug das Datum April 1858 und die Unterschrift des Abteilungsbaumeisters Lieber, sodass der Bau kurz danach begonnen haben muss.
Das Empfangsgebäude steht heute als Einzeldenkmal auf der Denkmalliste der Stadt.

Gut zu wissen
Der Bahnhof Merzig (Saar) liegt an der Saarstrecke zwischen Saarbrücken und Trier und war im Dezember 1858 ihr erster Endpunkt. Sein Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz.
Alle drei Bahnsteige sind seit Dezember 2016 barrierefrei erreichbar. Weitere Halte im Stadtgebiet sind Merzig Stadtmitte und Merzig-Besseringen.
Die Kleinbahn nach Büschfeld
Am 27. September 1901 wurde die Kleinbahn Merzig-Büschfeld GmbH gegründet, an der der preußische Staat, die Rheinprovinz und der Kreis Merzig zu je einem Drittel beteiligt waren.
Am 6. Juli 1903 eröffnete sie eine 22 Kilometer lange normalspurige Strecke, die das Saartal bei Merzig mit der Staatsbahn von Saarbrücken über Lebach nach Nonnweiler verband.
Die Strecke begann in Merzig Süd, und an ihr liegt in der Stadt auch der Bahnhof Merzig Ost, dessen Empfangsgebäude um 1903 entstand und heute zusammen mit einem Stellwerk und Teilen der Trasse als Ensemble unter Denkmalschutz steht.
1942 wurde das Unternehmen in Merzig-Büschfelder Eisenbahn GmbH umbenannt, und später wurde das Saarland ihr einziger Gesellschafter.

Eine Kleinbahn über die Grenze
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Kreis Merzig geteilt, und die Bahn überquerte zwischen Bachem und Losheim die Grenze zwischen dem Saargebiet und der Rheinprovinz, wo Zollämter eingerichtet wurden.
Die Trennung der Wirtschaftsräume brachte das Unternehmen in große Schwierigkeiten, und erst nach der Rückgliederung des Saargebiets im Jahr 1935 ging es wieder bergauf.
Im Zweiten Weltkrieg diente die Strecke zweimal der Evakuierung der Bewohner von Merzig, Brotdorf und den Orten links der Saar.
Nach dem Krieg wurde der Betrieb in drei Schritten wieder aufgenommen, und ab dem 21. Juli 1947 fuhren die Züge über die wieder aufgebaute Primsbrücke auf der ganzen Strecke.

Busse, Güter und das Ende
Ab 1953 betrieb die Merzig-Büschfelder Eisenbahn selbst eine Buslinie, die sie bis nach Merzig verlängerte und die so zur Konkurrenz für die eigene Bahn wurde.
Ab dem 1. November 1959 fuhren die Triebwagen nur noch bis Losheim, und seit dem 26. Mai 1962 gibt es auf der ganzen Strecke keinen regulären Personenverkehr mehr.
Der größte Kunde im Güterverkehr war bis zuletzt Villeroy & Boch mit seinem Werk in Merzig, und auf einem Teil der Strecke rollten Güterzüge noch bis Ende 1987.
Danach erlosch die Konzession, und die Deutsche Bahn übernahm den Güterverkehr zwischen Merzig und Merzig Ost noch bis zum 15. Dezember 2002.

Die Museumsbahn nach Losheim
Auf einem Teil der alten Strecke wurde später eine Museumseisenbahn betrieben, die in Merzig Ost beginnt und nach Losheim führt.
Zwischen dem Industriepark Holz bei Niederlosheim und Büschfeld sind die Gleise inzwischen abgebaut.
Nach dem zuletzt bekannten Stand ist die Strecke wegen Schäden an der Bahntrasse stillgelegt.
Die Anlagen der Merzig-Büschfelder Eisenbahn im Stadtgebiet erinnern aber weiter an die Zeit, als hier Triebwagen und Güterzüge unterwegs waren.

Eine Brücke nach Frankreich
Seit 1917 zweigte in Merzig eine Bahnstrecke ab, die über Mechern und Mondorf bis ins französische Bettelainville führte.
Nach der Sprengung der Brücke über die Saar im Jahr 1939 konnte diese Strecke nicht mehr befahren werden.
Nach dem Ausbau der Saar wurden auch die Pfeiler als letzte Reste dieser Brücke abgetragen.
Neben drei Bahnsteiggleisen und einigen Güter- und Abstellgleisen besitzt der Bahnhof Merzig bis heute eine Verladerampe für Panzer.

Aufzüge und ein entgleister Erzzug
In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2004 entgleiste gegen 0.10 Uhr im Bahnhof Merzig ein Erzzug auf dem Weg von Rotterdam nach Dillingen, wobei 16 Wagen umkippten.
Verletzt wurde niemand, als Ursache galt offenbar ein Achsbruch an einem der Waggons, und den Schaden bezifferte die Deutsche Bahn auf 2 bis 4 Millionen Euro.
Bis zum 5. Dezember 2016 war nur Gleis 1 barrierefrei erreichbar, dann wurden nach dem Neubau des Mittelbahnsteigs Aufzüge eingebaut, sodass nun alle drei Bahnsteige barrierefrei sind.
Seit 2000 gibt es zusätzlich den Halt Merzig Stadtmitte direkt in der Innenstadt, an dem wie in Besseringen nur die Regionalbahn RB 71 hält.

Ankommen in Merzig
Der Bahnhof liegt etwas abseits der Innenstadt, und vor dem Empfangsgebäude befinden sich der Busbahnhof der Stadt und ein Taxistand.
Das wichtigste Bauwerk ist die Kirche St. Peter, eine spätromanische Basilika aus der Zeit um 1190 bis 1230, die als bedeutendste romanische Kirche im Saarland gilt.
Das Alte Rathaus wurde zwischen 1647 und 1649 als kurfürstliches Jagdschloss für den Trierer Erzbischof Philipp Christoph von Sötern gebaut und hat zwei weit vorspringende Ecktürme.
Von der Kreuzbergkapelle reicht der Blick über fast die ganze Stadt, auf dem Kreuzberg liegt der Garten der Sinne, und seit 2007 wächst dort auch wieder ein historischer Weinberg.

Häufige Fragen
Warum war Merzig zuerst Endstation?
Wie viele Stationen hat Merzig?
Was war die Merzig-Büschfelder Eisenbahn?
Ist der Bahnhof barrierefrei?
Was ist in Merzig sehenswert?
Weiterfahrt
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