Der Bahnhof Melle, ein Halt im Tal der Else

Ortstermin

„Nächster Halt Melle, Ausstieg zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald.“

Der Bahnhof Melle, ein Halt im Tal der Else

→ Ein Ortstermin im Osnabrücker Land.

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Kurz gesagt

Melle liegt an der Hannoverschen Westbahn, deren Abschnitt von Löhne nach Osnabrück am 21. November 1855 in Betrieb ging. Heute nutzen täglich rund 1.300 Fahrgäste den Bahnhof.

Melle ist mit rund 46.500 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Osnabrück und liegt etwa in der Mitte zwischen Osnabrück und Bielefeld.

Nördlich der Stadt erhebt sich das Wiehengebirge, im Süden der Teutoburger Wald, und dazwischen fließt die Else nach Osten.

Durch genau dieses Tal legten die hannoverschen Staatsbahnen vor mehr als 170 Jahren ihre Westbahn.

Bahnhof Melle • Vorplatz • 1
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Westbahn des Königreichs Hannover

Die Hannoversche Westbahn wurde in den 1850er Jahren von den Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen gebaut, um die westlichen Teile des Königreichs zu erschließen.

Weil die Strecke an mehreren Stellen über preußisches Gebiet führte, schlossen beide Länder am 27. Januar 1852 einen Staatsvertrag.

Die Bahn zweigt in Löhne von der Strecke Hamm–Minden ab und verläuft im Tal von Else und Hase südlich des Wiehengebirges über Bünde und Melle nach Osnabrück.

So ersparte man sich eine nochmalige Überquerung des Wiehengebirges südlich von Minden.

Bahnhof Melle • Bahnsteig vom Vorplatz aus gesehen
Foto: Geogast, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eröffnet am 21. November 1855

Am 21. November 1855 ging der Abschnitt zwischen Löhne und Osnabrück für den Personenverkehr in Betrieb, und seitdem hält die Bahn in Melle.

In Osnabrück entstand am vorläufigen Ende der Strecke der Hannoversche Bahnhof.

Den Abschnitt von Osnabrück über Ibbenbüren nach Rheine baute der preußische Staat und verpachtete ihn an die hannoverschen Staatsbahnen.

Am 23. Juni 1856 wurde das letzte Stück von Osnabrück nach Lingen eröffnet, und im Juni 1856 fuhren durchgehende Personenzüge zwischen Minden und Emden.

ET 4.02, 1, Düingdorf, Bruchmühlen, Melle, Landkreis Osnabrück
Foto: GeorgDerReisende, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Gut zu wissen

Der Bahnhof Melle liegt an der Bahnstrecke Löhne–Rheine, deren Abschnitt von Löhne nach Osnabrück am 21. November 1855 eröffnet wurde. Seit dem 30. Mai 1976 ist dieser Abschnitt elektrifiziert.

Es halten die Linien RE 60 und RE 62 im Zweistundentakt sowie die RB 61 im Stundentakt. Täglich nutzen rund 1.300 Fahrgäste den Bahnhof.

Zwei Gleise und eine Oberleitung

Zwischen 1902 und 1916 wurde die Strecke nach und nach durchgehend zweigleisig ausgebaut.

Am 29. September 1974 bekam zunächst der Abschnitt zwischen Osnabrück und Rheine eine Oberleitung.

Am 30. Mai 1976 folgte die Elektrifizierung zwischen Osnabrück und Löhne, und seitdem fahren auch durch Melle elektrische Züge.

Heute ist die Bahnstrecke Löhne–Rheine eine zweigleisige und durchgehend elektrifizierte Hauptstrecke.

Bahnhof Melle • Bahnhofsmission
Foto: Geogast, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Drei Linien im Takt

Der Bahnhof Melle wird im Zweistundentakt von der Linie RE 60 Ems-Leine-Express der Westfalenbahn und von der Linie RE 62 der DB Regio bedient.

Der RE 60 fährt dabei von Rheine über Osnabrück, Löhne und Hannover bis nach Braunschweig.

Die Linie RE 62 wurde im Dezember 2017 eingeführt und ergänzt die Fahrten des RE 60 zwischen Löhne und Rheine zu einem Stundentakt.

Täglich nutzen rund 1.300 Fahrgäste den Bahnhof Melle.

Else in Bruchmühlen
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Wiehengebirgsbahn

Stündlich hält außerdem die Regionalbahn RB 61, die Wiehengebirgsbahn, die von der Eurobahn betrieben wird.

Die Eurobahn übernahm die Linie im Dezember 2017 von der Westfalenbahn, nachdem sie sich in einer europaweiten Ausschreibung den Betrieb für 15 Jahre gesichert hatte.

Seitdem fährt die RB 61 über Bad Bentheim hinaus bis ins niederländische Hengelo und in der anderen Richtung bis Bielefeld.

Im Stadtgebiet von Melle hält sie außerdem in Bruchmühlen und Westerhausen.

Naturdenkmal Bifurkation (Teilung von Hase und Else) Melle Gesmold Datei
Foto: Eloise65, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zwei Tarife an der Landesgrenze

Mehrere Stadtteile von Melle, darunter Buer, Bruchmühlen und Neuenkirchen, grenzen an Nordrhein-Westfalen.

In den Regionalzügen gilt der Niedersachsentarif, und zusätzlich können die Pauschalangebote des NRW-Tarifs genutzt werden.

Über die Strecke rollt alle zwei Stunden auch die Intercity-Linie 77 von Berlin über Hannover, Osnabrück und Rheine nach Amsterdam.

So verbindet die Schiene, die durch das ruhige Tal der Else führt, am Ende sogar zwei Hauptstädte.

Naturdenkmal Bifurkation (Teilung von Hase und Else) Melle Gesmold Datei
Foto: Eloise65, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Eine Kirchenburg aus dem Mittelalter

Nach der Gründung des Bistums Osnabrück um 780 entstand in Melle eine von zehn Gau- oder Taufkirchen der Region, gebaut auf einem bischöflichen Meyerhof.

Die älteste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1169, und 2019 feierte die Stadt ihr 850-jähriges Bestehen.

Zum Schutz umgab eine viereckige Kirchenburg aus Wohnhäusern mit hohen Speichern das Gotteshaus, und sie ist bis heute gut zu erkennen.

Nach dem Westfälischen Frieden wurde 1651 die evangelische Petrikirche gebaut, während die Matthäuskirche den Katholiken blieb.

Melle Grönenbergpark
Foto: Corradox, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Wo sich die Hase teilt

Im Ortsteil Gesmold teilt sich die Hase an einer der wenigen natürlichen Bifurkationen Deutschlands, denn hier zweigt die Else ab.

Die Else fließt ostwärts durch Gesmold, Melle-Mitte und Bruchmühlen nach Nordrhein-Westfalen und mündet nach etwa 35 Kilometern in die Werre.

Ein Teil des Stadtgebiets entwässert so über Else und Werre in das Flusssystem der Weser.

In ihrer heutigen Form entstand die Stadt bei der Gebietsreform am 1. Juli 1972, und unter den flächengrößten Gemeinden Deutschlands steht Melle auf Platz 41.

Melle Grönenbergpark Fachwerkhaus BT 01
Foto: Basotxerri, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ankommen in Melle

Mitten in der Stadt liegt der Grönenbergpark mit dem Grönegaumuseum, das die bäuerliche und handwerkliche Tradition des Grönegaus und des Altkreises Melle zeigt.

Neben den Türmen der beiden großen Kirchen wirkt der Rathausturm fast zierlich.

Rund um die Stadt liegen Herrensitze wie Schloss Bruche, Gut Sondermühlen und Schloss Königsbrück, eine frühere Wasserburg im Stil der Weserrenaissance.

Im Haus vor Melle lebte einst Jenny von Voigts, die Tochter von Justus Möser und eine Brieffreundin Goethes.

Melle Grönenbergpark Fachwerkhaus BT 02
Foto: Basotxerri, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Häufige Fragen

Seit wann hat Melle einen Bahnhof?
Seit dem 21. November 1855, als der Abschnitt der Hannoverschen Westbahn von Löhne nach Osnabrück eröffnet wurde.
Welche Züge halten in Melle?
Die Linien RE 60 und RE 62 jeweils alle zwei Stunden sowie stündlich die Regionalbahn RB 61.
Wohin fährt die RB 61?
Von Bielefeld über Melle und Osnabrück bis ins niederländische Hengelo.
Welcher Tarif gilt in den Zügen?
Der Niedersachsentarif, zusätzlich können die Pauschalangebote des NRW-Tarifs genutzt werden.
Was ist die Bifurkation von Gesmold?
Eine natürliche Flussteilung, an der die Else von der Hase abzweigt und nach Osten zur Werre fließt.

Weiterfahrt

→ Ortstermin: Osnabrück Hauptbahnhof – die Friedensstadt, 23 Kilometer westlich

→ Ortstermin Osnabrück Hauptbahnhof: Turmbahnhof der Friedensstadt – die Großstadt im Südosten, Endpunkt der RB 61

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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