Ortstermin
„Nächster Halt: Litoměřice. Bitte achten Sie auf den Kelch, der hier nicht im Schrank, sondern auf dem Dach steht.“
Der Bahnhof Litoměřice, zwei Gleise und ein Kelch auf dem Dach
→ Ein Ortstermin in Nordböhmen.
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Kurz gesagt
Litoměřice, deutsch Leitmeritz, ist eine Bischofsstadt an der Elbe im Norden Böhmens. Die Stadt hat gleich zwei Bahnhöfe, und vom Zentrum grüßt das Kelchhaus mit einem Hussitenkelch auf dem Dach.
Manche Städte tragen ihr Wahrzeichen nicht im Namen, sondern auf dem Dach.
In Litoměřice sitzt auf einem Haus am Markt ein großer Kelch, der schon von Weitem auffällt.
Dieser Ortstermin führt von zwei Bahnhöfen in eine Bischofsstadt an der Elbe.

Die Bischofsstadt an der Elbe
Litoměřice, auf Deutsch Leitmeritz, liegt im Norden Böhmens am rechten Ufer der Elbe.
Die Stadt ist seit Langem Sitz des Bistums Leitmeritz und damit eine der kirchlichen Hauptstädte der Region.
Ihr historisches Zentrum steht seit 1978 als städtisches Denkmalreservat unter Schutz.
Wer mit dem Zug anreist, erreicht eine Stadt, die sich zwischen Fluss, Weinbergen und Obstgärten ausbreitet.
Schon vom Bahnsteig aus lässt sich die Lage im weiten Tal der Elbe erahnen.
Litoměřice gilt wegen seiner fruchtbaren Umgebung als eine Art Garten Böhmens.

Zwei Bahnhöfe, zwei Strecken
Eine Besonderheit von Litoměřice sind seine zwei Bahnhöfe.
Der eine, Litoměřice město, liegt näher an der Stadt und gehört zur Strecke 072 von Lysá nad Labem nach Ústí nad Labem.
Diese Linie ist Teil der langen Verbindung von Kolín nach Děčín entlang der Elbe.
Der andere, das Horní nádraží, gehört zur Strecke 087 in Richtung Česká Lípa.
Diese Strecke war einst Teil der Nordböhmischen Transversalbahn, die das Land in Ost-West-Richtung erschloss.
So trifft in Litoměřice eine Linie entlang des Flusses auf eine Linie quer durch das Land.

Gut zu wissen
Litoměřice liegt im Norden Böhmens an der Elbe und ist Sitz des Bistums Leitmeritz.
Die Stadt hat zwei Bahnhöfe: Litoměřice město an der Strecke 072 und das Horní nádraží an der Strecke 087.
Das historische Zentrum steht seit 1978 unter Denkmalschutz, bekanntestes Bauwerk ist das Kelchhaus am Marktplatz.
Über die Elbe und quer durch den Norden
Die Strecke 087 überquert bei Litoměřice die Elbe über eine eigene Eisenbahnbrücke.
Die Nordböhmische Transversalbahn verband einst entlegene Landstriche des Nordens miteinander.
Von Litoměřice aus führen die Gleise damit in mehrere Richtungen Nordböhmens.
Reisende können über die größeren Knoten der Umgebung weiterfahren.
Für Ausflügler ist die Stadt so ein guter Ausgangspunkt in die Region.
Die Bahn bindet die Bischofsstadt an das Netz zwischen Elbe und Bergland an.

Vom Fluss gelebt
Lange vor der Eisenbahn lebte Litoměřice vom Verkehr auf der Elbe.
Die Elbschifffahrtsakte von 1821 sicherte die freie Schifffahrt auf dem Fluss.
In der Folge entstand ein regelmäßiger Dampfschiffverkehr bis nach Sachsen.
Der Abriss der alten Stadtbefestigung verbesserte zusätzlich die Wege in die Stadt.
Zwischen 1787 und 1854 verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Stadt.
Fluss und später die Bahn machten Litoměřice zu einem lebhaften Handelsplatz.

Der Marktplatz und das Kelchhaus
Das Herz der Stadt ist der weite Marktplatz, das Mírové náměstí.
Er misst rund 1,8 Hektar und ist von bedeutenden Bauten gesäumt.
Am auffälligsten ist das Kelchhaus, auf dessen Dach ein großer Hussitenkelch sitzt.
Das Gebäude war früher ein Salzamt und dient heute als Sitz des Stadtrats.
Der Kelch erinnert an die hussitische Tradition der Region.
Zusammen mit den Bürgerhäusern bildet er ein unverwechselbares Platzbild.

Der Dom auf dem Domhügel
Über der Stadt erhebt sich auf dem Domhügel der St.-Stephans-Dom.
Er zählt zu den herausragenden Bauwerken von Litoměřice.
Im Dombezirk befindet sich der Sitz des Bischofs der Diözese Leitmeritz.
Von hier aus wird das kirchliche Leben der Region geleitet.
Der Hügel bietet zugleich einen ruhigen Blick über die Dächer der Altstadt.
Dom und Bischofssitz machen die geistliche Bedeutung der Stadt sichtbar.

Türme und das Alte Rathaus
Das Alte Rathaus am Platz wurde im gotischen Stil errichtet.
Heute beherbergt es das Heimatmuseum der Stadt.
Auf einer Säule steht eine seltene Figur, die oft fälschlich als Roland gedeutet wird.
Der Stadtturm gilt als ältestes Bauwerk von Litoměřice.
An ihn schließt die Allerheiligenkirche an, die das Bild der Altstadt mitprägt.
So reihen sich rund um den Platz Türme, Kirchen und alte Höfe aneinander.

Garten Böhmens
Rund um Litoměřice breitet sich eine der fruchtbarsten Landschaften Böhmens aus.
Obstgärten, Weinberge und Felder prägen das weite Tal der Elbe.
Diese Fülle hat der Stadt den Beinamen Garten Böhmens eingetragen.
Nicht weit entfernt liegt Terezín, dessen Gedenkstätte an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnert.
Wer die Stadt besucht, kann Ausflüge an den Fluss und in die Weinlagen unternehmen.
Die Umgebung lädt zum Wandern und zu ruhigen Fahrten entlang der Elbe ein.

Ankommen in Litoměřice
Ankommen in Litoměřice heißt, vom Bahnhof den kurzen Weg in die Altstadt zu nehmen.
Von der Station město ist das Zentrum besonders schnell zu erreichen.
Der Weg führt hinein zum weiten Marktplatz mit dem Kelchhaus.
Von dort ist es nur ein kurzer Anstieg hinauf zum Dom auf dem Domhügel.
Wer mag, schließt einen Spaziergang an die Elbe an.
Der Rückweg zum Bahnhof rundet den Ausflug in die Bischofsstadt ab.

Häufige Fragen
Wo liegt Litoměřice?
Hat Litoměřice mehrere Bahnhöfe?
Was ist das Kelchhaus?
Wofür ist Litoměřice bekannt?
Was kann man in Litoměřice sehen?
Weiterfahrt
→ Der Bahnhof Prag hlavní nádraží, Fantas Jugendstilbau – Von Litoměřice führt die Bahn entlang der Elbe in Richtung der Hauptstadt Prag.
→ Der Bahnhof Tábor, Umsteigepunkt zwischen Prager Hauptstrecke und der ältesten Elektrobahn Böhmens – ein weiterer Ortstermin in der Nähe
