Ortstermin
„Nächster Halt Nürnberg, wo im Jahr 1835 die erste Eisenbahn Deutschlands mit einer Dampflok losfuhr.“
Das DB Museum in Nürnberg, vom Adler bis zum ICE
→ Ein Ortstermin in Franken.
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Kurz gesagt
Das DB Museum in Nürnberg wurde 1899 eröffnet und gilt als ältestes technikgeschichtliches Museum im deutschsprachigen Raum. Es zeigt die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland, vom Nachbau des Adlers bis zum ICE.
In Nürnberg begann im Jahr 1835 das Zeitalter der Eisenbahn in Deutschland.
Passend dazu steht hier das Museum der Deutschen Bahn, das Verkehrsmuseum Nürnberg.
Es erzählt die Geschichte der Bahn, von einem Kohlewagen aus dem Jahr 1829 bis zum ICE.

Die erste Eisenbahn nach Fürth
Am 7. Dezember 1835 fand zwischen Nürnberg und Fürth die Eröffnungsfahrt der Ludwigseisenbahn statt.
Es war die erste Eisenbahn in Deutschland, die mit Lokomotiven betrieben wurde.
Die Lokomotive Adler stammte von Robert Stephenson and Company aus dem englischen Newcastle.
Die Konkurrenz der Straßenbahn und die Inflation führten dazu, dass der Betrieb am 31. Oktober 1922 endete.
Seit 1985 fährt die U-Bahn-Linie U1 fast vollständig entlang der alten Trasse zwischen den beiden Städten.

Von München nach Nürnberg
Die Anfänge des Museums liegen in München, wo die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen 1882 eine kleine Sammlung einrichteten.
Ab 1885 durfte auch die Öffentlichkeit hinein, jeden Mittwochnachmittag von Mai bis Oktober.
Der Nürnberger Bürgermeister Georg von Schuh holte die Sammlung dann in seine Stadt.
Am 1. Oktober 1899 eröffnete dort das Königlich Bayerische Eisenbahnmuseum.
Weil 1901 eine Abteilung für Post und Telegrafie hinzukam, hieß es fortan Verkehrsmuseum.

Gut zu wissen
Das DB Museum gehört zur Deutsche Bahn Stiftung und gilt als ältestes technikgeschichtliches Museum im deutschsprachigen Raum. Eröffnet wurde es in Nürnberg am 1. Oktober 1899.
Die Dauerausstellung führt in zeitlicher Folge von den Anfängen in England bis zur deutschen Wiedervereinigung. Außenstellen gibt es in Koblenz-Lützel und in Halle an der Saale.
Ein Haus an der Lessingstraße
Für einen Neubau stellte die Stadt kostenlos einen Bauplatz an der Lessingstraße zur Verfügung.
Der erste Spatenstich erfolgte im Sommer 1914, kurz bevor der Erste Weltkrieg die Arbeiten unterbrach.
Erst am 22. April 1925 konnte das Museum im neuen Gebäude eröffnen.
Es bot 8000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, davon 6650 für die Bahn.
Im selben Haus befindet sich bis heute auch das Museum für Kommunikation Nürnberg.

Der Adler aus dem Jahr 1935
Zum 100. Geburtstag der deutschen Eisenbahn bekam das Museum 1935 einen Nachbau des Adlers mit einigen Wagen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude mehrmals schwer getroffen.
Ab 1953 öffneten wieder Teile des Museums, alle Räume aber erst in den 1960er Jahren.
Im früheren Schmuckhof entstand der Adlersaal, wo der Nachbau auf Schienen nach dem Vorbild von 1835 stand.
Nach einer großen Neugestaltung zum 150. Jubiläum weihte Bundesverkehrsminister Werner Dollinger das Museum am 7. Dezember 1984 ein.

Das Feuer im Oktober 2005
In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2005 brannte im Stadtteil Gostenhof ein Ringlokschuppen nieder, den das Museum als Depot nutzte.
Insgesamt 19 historische Lokomotiven und Triebwagen wurden zerstört oder beschädigt.
Auch der betriebsfähige Adler-Nachbau wurde schwer beschädigt, seine hölzernen Wagen verbrannten fast vollständig.
Im Dampflokwerk Meiningen wurde die Lok in zwei Jahren wiederhergestellt.
Am 26. April 2008 fuhr der restaurierte Adler zum ersten Mal wieder.

Königliche Wagen und alte Loks
Zu den Glanzstücken gehören der Salonwagen und der Terrassenwagen von König Ludwig II. von Bayern.
Auch der Salonwagen von Otto von Bismarck ist zu sehen.
Der Wagen Nr. 8 der Ludwigsbahn gilt als ältestes erhaltenes Eisenbahnfahrzeug Deutschlands.
Die Nordgau aus dem Jahr 1853 ist die älteste im Original erhaltene Dampflokomotive Deutschlands.
Ein Kohlewagen von 1829 aus England ist sogar das älteste erhaltene Eisenbahnfahrzeug auf dem europäischen Festland.

Stromlinie, Stellwerke und ICE
In den Fahrzeughallen stehen auch die Stromlinienlokomotive 05 001 und die bayerische Schnellzuglok S 2/6.
Vom Schnelltriebwagen Fliegender Hamburger ist ein Bruchstück zu sehen.
Aus jüngerer Zeit stammt ein Segment eines Endwagens des ICE 3.
Im Freigelände stehen echte Stellwerke, darunter das Rangierstellwerk 7 von 1909 aus dem Nürnberger Rangierbahnhof.
Dazu kommt das frühere Stellwerk 2 des Nürnberger Hauptbahnhofs.

Modelle und ein Kinder-Bahnland
Das Museum besitzt 160 Modelle im Maßstab 1 zu 10, die ersten bauten Lehrlinge der Staatsbahn im Jahr 1882.
Im Modellarium sind über 2000 detailgetreue Modelle zu sehen.
Eine 80 Quadratmeter große Modellbahn wird über ein echtes Spurplan-Stellwerk von Hand gesteuert.
Seit Januar 2013 gibt es im zweiten Stock das Kinder-Bahnland KIBALA auf über 1000 Quadratmetern.
Dort können Kinder mit einer kleinen 5-Zoll-Bahn eine Runde drehen.

Ankommen in Nürnberg
Das Museum steht in der Lessingstraße, und für die zweite Fahrzeughalle und das Freigelände geht es über die Sandstraße.
Im Jahr 2023 kamen rund 190.000 Menschen, so viele wie seit zehn Jahren nicht.
Seit Anfang 2026 ist das Museum wegen Sparmaßnahmen montags und dienstags geschlossen.
Wer der Spur der ersten Eisenbahn folgen möchte, fährt danach mit der U1 nach Fürth.
So wird aus dem Museumsbesuch ein kleiner Ausflug entlang der Trasse der ersten deutschen Eisenbahn.

Häufige Fragen
Wo ist das DB Museum?
Seit wann gibt es das Museum?
Ist der Adler im Museum echt?
Welches ist das älteste Fahrzeug im Museum?
Wann ist das Museum geschlossen?
Weiterfahrt
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→ Ortstermin: Fürth Hauptbahnhof – das Ziel der ersten deutschen Eisenbahn von 1835
