Wie viele S-Bahn-Netze gibt es in Deutschland?

Zahlen, bitte

„Sehr geehrte Fahrgäste, diese S-Bahn ist eine von vierzehn in Deutschland.“

Wie viele S-Bahn-Netze gibt es in Deutschland?

→ Vierzehn Städte und Regionen haben ihr eigenes S-Bahn-Netz – von Berlin bis Rostock.

Lesezeit: 6 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte

Kurz gesagt

In Deutschland gibt es 14 S-Bahn-Netze. Die größten fahren in Berlin und München. Allein die fünf großen Metropol-S-Bahnen befördern zusammen rund 1,3 Milliarden Fahrgäste im Jahr.

Die S-Bahn ist das Arbeitstier der Städte: dichter Takt, viele Halte, immer voll zur Rushhour.

Aber wie viele dieser Netze gibt es eigentlich in Deutschland?

Es sind 14 S-Bahn-Systeme: in Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Magdeburg, Mitteldeutschland, München, Nürnberg, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Rostock und Stuttgart.

Die größten – gemessen an den Stationen – sind Berlin und München.

S-Bahnen in Zahlen

14

S-Bahn-Netze

in ganz Deutschland

~1,3 Mrd

Fahrgäste im Jahr

allein die fünf großen

2013

jüngstes Netz

S-Bahn Mitteldeutschland

Größte Netze: Berlin und München.

Quelle: Wikipedia (S-Bahn).

ICE 1 der Baureihe 401
Foto: Nelso Silva, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Vierzehn Netze

Die S-Bahn ist eine besondere Gattung: schneller und mit weniger Halten als die Straßenbahn, aber dichter getaktet und stadtnäher als der Regionalverkehr.

Sie verbindet die Innenstädte mit dem Umland.

Jedes der 14 Netze hat seinen eigenen Charakter.

Manche fahren durch Tunnel mitten unter der Stadt, andere über eigene Trassen an der Oberfläche.

Gemeinsam ist ihnen der dichte Takt, der sie zum Rückgrat des Nahverkehrs macht.

Die kleinen Netze wie Rostock oder Magdeburg umfassen nur wenige Linien.

Die großen in Berlin, München oder Rhein-Ruhr dagegen sind riesige Systeme mit hunderten Kilometern Strecke und dutzenden Stationen.

Berlin und München an der Spitze

Die Berliner S-Bahn ist ein System für sich: Sie fährt mit einer eigenen Stromschiene am Boden und mit besonderen Fahrzeugen.

Über hundert Jahre hat sie das Bild der Hauptstadt geprägt.

Die Münchner S-Bahn wiederum bündelt fast alle Linien in einem einzigen Tunnel quer durch die Innenstadt, der Stammstrecke.

Sie ist einer der meistbefahrenen Bahnabschnitte Deutschlands – und stößt regelmäßig an ihre Grenzen.

Zusammen mit Hamburg, Rhein-Main und Rhein-Ruhr bilden sie die fünf großen Netze.

Allein sie befördern rund 1,3 Milliarden Fahrgäste im Jahr – ein gewaltiger Teil des gesamten Nahverkehrs in Deutschland.

Ein wachsendes System

Neue Netze kommen hinzu: Das jüngste, die S-Bahn Mitteldeutschland rund um Leipzig und Halle, entstand 2013. Sie zeigt, dass das Konzept S-Bahn auch heute noch überzeugt und ausgebaut wird.

Denn die S-Bahn löst ein Grundproblem der Städte: Sie bringt viele Menschen schnell und ohne Stau in die Zentren.

Angesichts voller Straßen und des Klimawandels ist das aktueller denn je – die Netze wachsen weiter.

Baureihe 101 in Ozeanblau-Beige im Frankfurter Hauptbahnhof
Foto: Wwbread, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was eine S-Bahn ausmacht

Nicht jeder Nahverkehrszug ist eine S-Bahn.

Die Gattung zeichnet sich durch einen dichten Takt aus, oft alle zehn oder zwanzig Minuten, und durch viele Halte im Stadtgebiet.

Sie ist auf schnelles Ein- und Aussteigen ausgelegt.

Typisch sind breite Türen, viel Stehfläche und Fahrzeuge, die rasch beschleunigen.

So bewältigt die S-Bahn große Menschenmengen zur Rushhour – sie ist das Massenverkehrsmittel der Ballungsräume schlechthin.

Viele S-Bahnen fahren durch eigene Tunnel unter der Innenstadt, die Stammstrecken.

Dort bündeln sich die Linien und fahren im dichtesten Takt.

An den Enden fächern sie sich ins Umland auf und binden ganze Regionen an.

Rückgrat der Ballungsräume

Die S-Bahn ist für viele Millionen Menschen der tägliche Weg zur Arbeit.

Ohne sie würden die Straßen der Großstädte im Stau ersticken.

Jede volle S-Bahn ersetzt hunderte Autos, die sonst in die Stadt drängen würden.

Gerade deshalb sind die Netze so wertvoll – und so verletzlich.

Fällt eine Stammstrecke aus, steht schnell der halbe Nahverkehr einer Stadt still.

Der dichte Takt ist ein Segen, macht das System aber auch anfällig für Störungen.

Die Zukunft gehört dem Ausbau.

Viele Städte planen neue Linien und zweite Stammstrecken, um die überlasteten Netze zu entlasten.

Die S-Bahn bleibt das Rückgrat des städtischen Verkehrs – und wächst mit den Städten weiter.

Ein Blick auf die einzelnen Netze zeigt die Vielfalt.

Hamburgs S-Bahn nutzt wie Berlin eine Stromschiene, die meisten anderen dagegen die normale Oberleitung.

Jedes Netz ist über Jahrzehnte an seine Stadt angepasst gewachsen.

Auch die Größe variiert stark.

Während Berlin und München hunderte Kilometer Strecke haben, umfassen kleine Netze wie Rostock nur wenige Linien.

Trotzdem tragen sie denselben Namen und folgen demselben Grundprinzip.

Verbindend ist das Versprechen an die Fahrgäste: dichter Takt, gute Anbindung, verlässliche Fahrt.

Wer eine S-Bahn nutzt, erwartet, dass bald die nächste kommt.

Dieses Vertrauen ist das eigentliche Kapital der S-Bahn.

So sind die vierzehn Netze zusammen ein tragendes Element des deutschen Nahverkehrs.

Sie bewegen Milliarden Menschen im Jahr und halten die Ballungsräume am Laufen – oft unbemerkt, aber unverzichtbar.

Wer das nächste Mal in eine S-Bahn steigt, kann sich also bewusst machen: Er nutzt eines von vierzehn Netzen, die zusammen das Rückgrat des Nahverkehrs in Deutschlands Städten bilden – vom kleinen Rostock bis zum riesigen Berlin.

Zum Einordnen

14 S-Bahn-Netze in Deutschland, die größten in Berlin und München.

Die fünf großen Netze befördern zusammen rund 1,3 Milliarden Fahrgäste im Jahr.

Das jüngste Netz ist die S-Bahn Mitteldeutschland von 2013.

Häufige Fragen

Wie viele S-Bahn-Netze gibt es in Deutschland?
Es sind 14 – von Berlin und München bis zu kleineren wie Rostock und Magdeburg.
Welche sind die größten?
Berlin und München, gemessen an der Zahl der Stationen und Fahrgäste.
Wie viele Menschen nutzen die S-Bahn?
Allein die fünf großen Netze befördern rund 1,3 Milliarden Fahrgäste im Jahr.
Was ist das jüngste Netz?
Die S-Bahn Mitteldeutschland rund um Leipzig und Halle, entstanden 2013.

Weiterfahrt

→ Höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands? – noch eine Zahl

→ Wie schnell fährt eine Straßenbahn? – der Stadtverkehr

→ Wie voll wird ein Zug? – die S-Bahn zur Rushhour

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →