Zahlen, bitte!
„Dieser Triebwagen hatte einen Propeller wie ein Flugzeug und war damit schneller als jeder Zug der Welt.“
Wie schnell fuhr der Schienenzeppelin?
→ Ein Rekord in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der Schienenzeppelin erreichte am 21. Juni 1931 230,2 km/h. Dieser Geschwindigkeitsweltrekord hielt 24 Jahre lang.
Anfang der 1930er Jahre sah man auf deutschen Gleisen ein Fahrzeug, das eher an ein Flugzeug erinnerte.
Es hatte eine stromlinienförmige Form und am Heck einen großen hölzernen Propeller.
Und es war schneller als alle Züge, die es bis dahin gegeben hatte.

Die wichtigsten Zahlen
230,2 km/h
Weltrekord
am 21. Juni 1931
98 Minuten
Hamburg–Berlin
257 Kilometer
24 Jahre
hielt der Rekord
für Schienenfahrzeuge
Gebaut 1930 in Hannover-Leinhausen, nur ein Exemplar, verschrottet 1939.
230,2 km/h
Am 21. Juni 1931 erreichte der Schienenzeppelin zwischen Karstädt und Dergenthin eine Spitzengeschwindigkeit von 230,2 km/h.
Das war ein Geschwindigkeitsweltrekord für Schienenfahrzeuge.
Er hatte 24 Jahre lang Bestand.
Am Steuer saß der Konstrukteur selbst, Franz Kruckenberg.

Ein Propeller am Heck
Angetrieben wurde der Triebwagen von einem hölzernen Flugzeugpropeller am Heck.
Der Propeller schob das Fahrzeug nach vorne, ganz ohne Antrieb über die Räder.
Kruckenberg selbst nannte seine Konstruktion Flugbahn-Wagen.
Im Volksmund setzte sich der Name Schienenzeppelin durch.
Gut zu wissen
Der Schienenzeppelin erreichte am 21. Juni 1931 zwischen Karstädt und Dergenthin 230,2 km/h, ein Weltrekord für 24 Jahre. Am selben Tag fuhr er die 257 Kilometer von Hamburg-Bergedorf nach Berlin in 98 Minuten.
Der Triebwagen wurde von Franz Kruckenberg konstruiert, 1930 in Hannover-Leinhausen gebaut und von einem Propeller am Heck angetrieben. Es gab nur ein Exemplar, das 1939 verschrottet wurde.
98 Minuten von Hamburg nach Berlin
Am Tag des Rekords fuhr der Schienenzeppelin von Hamburg-Bergedorf zum Lehrter Bahnhof in Berlin.
Für die 257 Kilometer brauchte er nur 98 Minuten.
Er startete um 3:27 Uhr und kam um 5:05 Uhr an.
Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,3 km/h.
Gebaut im Jahr 1930
Entworfen hatte Franz Kruckenberg den Wagen bereits im Jahr 1929.
Gebaut wurde er 1930 im Eisenbahn-Ausbesserungswerk Hannover-Leinhausen.
Am 18. Oktober 1930 führte man der Presse eine Fahrt mit 182 km/h vor.
Die Strecke Hannover–Celle diente dabei als Teststrecke.
Über 200 km/h im Mai 1931
Am 10. Mai 1931 fuhr der Wagen zwischen Plockhorst und Lehrte erstmals schneller als 200 km/h.
Anschließend wurde er in ganz Deutschland vorgeführt.
Überall staunten die Menschen über das ungewöhnliche Fahrzeug.
Wenige Wochen später folgte die Rekordfahrt.
Der alte Rekord von 1903
Vor dem Schienenzeppelin hielt ein elektrischer Schnellbahnwagen der AEG den Rekord.
Er hatte am 28. Oktober 1903 auf der Militärbahn zwischen Marienfelde und Zossen 210,2 km/h erreicht.
Der Schienenzeppelin war also rund 20 km/h schneller.
Und das fast drei Jahrzehnte später.
Nur ein einziges Exemplar
Vom Schienenzeppelin wurde nur ein einziges Fahrzeug gebaut.
Im Jahr 1939 wurde es wieder verschrottet.
Die Technik setzte sich nicht durch und wurde nicht weiterverfolgt.
Ein Propeller an einem Zug war im Alltag einfach zu gefährlich und zu unpraktisch.
Warum der Propeller scheiterte
Ein offener Propeller ist an Bahnsteigen eine große Gefahr für Menschen.
Außerdem konnte der Wagen keine weiteren Wagen ziehen.
Auch Steigungen und das Rückwärtsfahren waren schwierig.
Für einen regelmäßigen Zugverkehr taugte das Konzept deshalb nicht.
Ein Vorbild für die Stromlinie
Trotzdem hatte der Schienenzeppelin großen Einfluss.
Seine windschnittige Form zeigte, wie wichtig der Luftwiderstand bei hohem Tempo ist.
Spätere Schnelltriebwagen übernahmen diese Erkenntnis.
So lebt ein Teil seiner Idee in modernen Zügen weiter.
Ein Vorgänger aus Russland
Der Schienenzeppelin war nicht das erste Schienenfahrzeug mit Propeller.
Schon vorher hatte Walerian Abakowski in Russland einen Aerowagon gebaut.
Doch keiner dieser Versuche wurde so bekannt wie Kruckenbergs Wagen.
Sein Rekord machte ihn zu einer Legende.
Wie schnell man heute fährt
Heute fahren ICE im Alltag bis zu 300 km/h.
Das ist deutlich mehr als der Rekord des Schienenzeppelins.
Doch im Jahr 1931 war sein Tempo eine Sensation.
Kein anderes Schienenfahrzeug der Welt war damals schneller.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
