Wie lang war die Leipzig-Dresdner Eisenbahn?

Zahlen, bitte!

„Der Dampfwagen nach Dresden fährt ab, Ankunft nach 116 Kilometern in drei Stunden und 40 Minuten.“

Wie lang war die Leipzig-Dresdner Eisenbahn?

→ Eine Strecke in Zahlen.

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Kurz gesagt

Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn war die erste deutsche Fernbahn und rund 116 Kilometer lang. So viel ergeben die zehn Teilstücke, mit denen sie von 1837 bis 1839 eröffnet wurde.

Im April 1839 war die Strecke von Leipzig nach Dresden zum ersten Mal durchgehend befahrbar.

Vorher gab es nur kurze Bahnen wie die zwischen Nürnberg und Fürth.

Wie lang die erste Fernbahn war und was dafür gebaut werden musste, zeigen die Zahlen.

Erste Dampfwagenfahrt aud der Leipzig Dresdner Eisenbahn den 24. April 1
Foto: Wikimedia Commons, Public domain, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

rund 116 km

Streckenlänge

Summe der zehn Teilstücke

7. April 1839

Gesamteröffnung

mit der Elbbrücke in Riesa

3 h 40 min

Fahrzeit 1839

von Leipzig nach Dresden

Der 2020 vorgelegte Zielfahrplan des Deutschlandtakts sieht für die Strecke 64 Minuten vor.

Rund 116 Kilometer

Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn wurde zwischen 1837 und 1839 in zehn Teilstücken eröffnet.

Zählt man deren Längen zusammen, kommt man auf rund 116 Kilometer.

Sie war damit die erste deutsche Ferneisenbahn und gehört zu den ältesten Bahnstrecken des Landes.

Die Strecke führt von Leipzig über Wurzen, Oschatz und Riesa nach Dresden.

2014 05 05 Radebeul Railway lines 6239 and 6363 towards Dresden
Foto: Kleeblatt187, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Idee eines Kaufmanns

Schon vor 1830 hatte der Leipziger Kramermeister Carl Gottlieb Tenner eine Bahn von Leipzig an die Elbe bei Strehla vorgeschlagen.

Neuen Schwung bekam die Idee 1833, als der Ökonom Friedrich List in Leipzig seine Pläne für ein deutsches Eisenbahnnetz veröffentlichte.

Darin war Leipzig als zentraler Knotenpunkt vorgesehen.

Noch im selben Jahr bat ein Eisenbahn-Comité am 20. November 1833 den sächsischen Landtag um den Bau einer Bahn nach Dresden.

Gut zu wissen

Die Strecke gilt als erste deutsche Ferneisenbahn, weil sie zwei große Städte über eine lange Distanz verband. Die Ludwigseisenbahn von 1835 zwischen Nürnberg und Fürth war dagegen nur rund sechs Kilometer lang.

In Leipzig endete die Bahn im Dresdner Bahnhof. Von 1851 bis 1878 gab es in Leipzig zusätzlich eine 5,0 Kilometer lange Verbindungsbahn zum Bayerischen Bahnhof.

Aktien in wenigen Stunden verkauft

Im Jahr 1835 gründeten zwölf Leipziger Bürger die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie als private Aktiengesellschaft.

Zur Ostermesse 1835 waren die Aktien zu je 100 Taler innerhalb weniger Stunden vollständig gezeichnet.

So stand mehr als eine Million Taler zur Verfügung.

Mit weiteren 500.000 Talern in Kassenscheinen, die der Staat am 6. Mai 1835 genehmigte, betrug das Kapital 1,5 Millionen Taler.

Riesa statt Strehla

Im Oktober 1835 prüften die englischen Ingenieure James Walker und Hawkshaw die geplanten Trassen.

Sie empfahlen die nördliche Route über Strehla, die mit 1.808.500 Talern billiger war als die Route über Meißen mit 1.956.000 Talern.

Doch der Rat der Stadt Strehla lehnte die Eisenbahn ab.

Deshalb führte man die Strecke im sieben Kilometer weiter südlich gelegenen Riesa über die Elbe.

Zehn Etappen in zwei Jahren

Der erste Spatenstich erfolgte am 1. März 1836, die Bauleitung hatte der sächsische Oberwasserbaudirektor Karl Theodor Kunz.

Als erstes Stück ging am 24. April 1837 der 10,60 Kilometer lange Abschnitt von Leipzig nach Althen in Betrieb.

Das längste Teilstück war mit 28,45 Kilometern der Abschnitt von Riesa nach Oberau.

Mit ihm und der neuen Elbbrücke in Riesa war die ganze Strecke am 7. April 1839 befahrbar.

Ein Tunnel für das Festland

Bei Oberau musste die Bahn durch einen Berg, und dafür entstand der 515 Meter lange Oberauer Tunnel.

500 Freiberger Bergleute und 2000 Hilfskräfte brauchten drei Jahre für den 9,6 Meter breiten Tunnel.

Er war der zweite Eisenbahntunnel Deutschlands, aber der erste Tunnel einer Vollbahn auf dem europäischen Festland.

In den Jahren 1933 und 1934 wurde er abgetragen, heute erinnert ein Obelisk an ihn.

Die erste Eisenbahnbrücke

Auch bei den Brücken betrat die Bahn Neuland.

Die Muldenbrücke bei Wurzen entstand 1837/38 als einfache Holzkonstruktion und gilt als erste deutsche Eisenbahnbrücke.

Am 7. April 1839 fuhr dann der erste Zug über die Elbbrücke bei Riesa.

Nach dem Bau des zweiten Gleises fuhren die Züge nach englischem Vorbild bis 1884 im Linksverkehr.

Drei Stunden und 40 Minuten

Die Reise von Leipzig nach Dresden dauerte im Jahr 1839 drei Stunden und 40 Minuten.

Nach Abschluss der Elektrifizierung lag die kürzeste Fahrzeit mit nur einem Halt bei 68 Minuten in Richtung Dresden.

Weil schadhafte Betonschwellen das Tempo drückten, dauerte die Fahrt 1990 wieder 90 Minuten.

Der Zielfahrplan des Deutschlandtakts von 2020 sieht 64 Minuten mit Halten in Riesa und Dresden-Neustadt vor.

Die Saxonia

Auf der Strecke fuhr auch die Saxonia, die erste funktionstüchtige Dampflok, die in Deutschland gebaut wurde.

Sie entstand 1838 in Übigau bei Dresden und war bis 1849 im Einsatz.

Die Loks der Gesellschaft trugen übrigens keine Nummern, sondern ausschließlich Namen.

Zum 150. Jubiläum der Strecke im Jahr 1989 baute die Deutsche Reichsbahn einen fahrfähigen Nachbau, der heute im Verkehrsmuseum Dresden steht.

Vom Privatunternehmen zur Staatsbahn

Die Gesellschaft baute bald weitere Strecken, zum Beispiel ab dem 1. Dezember 1860 einen Abzweig von Coswig nach Meißen.

Am 15. Oktober 1875 eröffnete sie zusätzlich eine Verbindung von Riesa nach Elsterwerda.

Nach dem Einsturz der Elbbrücke in Riesa beschlossen die Aktionäre am 29. März 1876, die Bahn an den sächsischen Staat zu verkaufen.

Noch im selben Jahr ging sie in den Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen auf, und seit 1878 erinnert in Leipzig ein Eisenbahndenkmal an sie.

Ausbau bis 2030

Seit 1993 wird die Strecke als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nummer 9 ausgebaut.

Nach Angaben des Bundes waren bis Ende 2019 von geschätzt 1,56 Milliarden Euro Gesamtkosten bereits 1,317 Milliarden Euro investiert.

Die Fertigstellung des Ausbaus ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Aus der ersten deutschen Fernbahn ist so eine zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn geworden.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Häufige Fragen

Wie lang war die Leipzig-Dresdner Eisenbahn?
Rund 116 Kilometer, so viel ergeben die zehn Teilstücke, mit denen sie eröffnet wurde.
Wann wurde die Strecke eröffnet?
Das erste Teilstück fuhr am 24. April 1837, die ganze Strecke am 7. April 1839.
Wie lange dauerte die Fahrt 1839?
Drei Stunden und 40 Minuten von Leipzig nach Dresden.
Was war die Saxonia?
Die erste funktionstüchtige in Deutschland gebaute Dampflok. Sie entstand 1838 und fuhr bis 1849 auf dieser Strecke.
Gibt es den Oberauer Tunnel noch?
Nein, er wurde 1933 und 1934 zu einem Einschnitt umgebaut. Heute erinnert ein Obelisk an ihn.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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