Wie lang ist der längste Bahnsteig Deutschlands? Die Zahlen

Zahlen, bitte

„Bitte gehen Sie zum Zugende – bei diesem Bahnsteig kann das ein kleiner Spaziergang sein.“

Wie lang ist der längste Bahnsteig Deutschlands?

→ Rund 400 Meter misst ein Bahnsteig für den längsten ICE – wir erklären, warum.

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Kurz gesagt

Ein Bahnsteig muss zum Zug passen. Und weil manche Züge sehr lang sind, werden auch die Bahnsteige mächtig. Wir schauen, wie lang sie in Deutschland werden.

Ein Bahnsteig ist genau so lang, wie es der längste Zug verlangt, der dort hält.

Bei kurzen Regionalzügen genügen wenige Wagenlängen.

Bei einem vollen ICE wird es dagegen richtig lang.

Güterzuglok der Baureihe 185
Foto: Thomas Wolf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Rund 400 Meter für den ICE

Das Maß der Dinge im Fernverkehr sind rund 400 Meter.

So lang ist ein Bahnsteig, an dem zwei gekuppelte ICE-Züge Platz finden sollen.

Für einen einzelnen Zug reicht weniger, doch oft fahren zwei zusammen.

Vierhundert Meter sind eine beachtliche Strecke.

Wer am falschen Ende steht, hat einen ordentlichen Fußmarsch vor sich, bis er seinen Wagen erreicht.

Deshalb sind die Bahnsteige in Abschnitte eingeteilt.

Bahnsteiglängen

~400 m

für den langen ICE

zwei gekuppelte Züge

~210 m

im Regionalverkehr

je nach Zuglänge

A bis G

Abschnitte

zur Orientierung

Das System der Abschnitte

Damit man bei so langen Bahnsteigen den richtigen Platz findet, sind sie in Abschnitte von A bis G unterteilt.

Auf der Anzeige steht, in welchem Abschnitt der eigene Wagen hält.

So spart man sich den Marsch am ganzen Zug entlang.

Wer weiß, dass sein Wagen in Abschnitt C hält, stellt sich gleich dorthin.

Das beschleunigt das Ein- und Aussteigen erheblich.

Ein Blick in die Welt

International geht es noch viel länger.

Der längste Bahnsteig der Welt steht in Indien und misst über 1.300 Meter – mehr als das Dreifache eines langen deutschen Bahnsteigs.

In Deutschland sind solche Längen nicht nötig.

Die Züge sind kürzer, und statt riesiger Einzelbahnsteige setzt man auf viele Gleise nebeneinander.

Das ist flexibler und übersichtlicher.

Warum nicht einfach länger?

Längere Bahnsteige klingen praktisch, sind aber teuer und brauchen viel Platz.

In dicht bebauten Städten ist beides knapp.

Deshalb bleibt man bei der bewährten Länge für den längsten ICE.

Wird ein Zug doch einmal länger, teilt man den Halt auf oder lässt Teile des Zuges an einem anderen Abschnitt halten.

So kommt man auch mit begrenzter Bahnsteiglänge gut zurecht.

Warum Züge unterschiedlich lang sind

Nicht jeder Zug braucht einen langen Bahnsteig.

Eine kurze Regionalbahn besteht manchmal nur aus zwei Wagen.

Ein voll besetzter ICE dagegen kann fast einen halben Kilometer messen.

Der Bahnsteig muss zum längsten Zug passen, der dort regelmäßig hält.

Deshalb gibt es an großen Fernbahnhöfen lange Bahnsteige, während kleine Haltepunkte mit wenig Länge auskommen.

Wenn der Zug länger ist als der Bahnsteig

Manchmal ist ein Zug länger als der Bahnsteig.

Dann öffnen sich nicht alle Türen.

Eine Ansage bittet die Fahrgäste, in die vorderen Wagen zu gehen, um sicher aussteigen zu können.

Solche Fälle sind aber die Ausnahme.

In der Regel sind Bahnsteig und Zug aufeinander abgestimmt.

Die Planung sorgt dafür, dass jeder Wagen am Bahnsteig zum Stehen kommt.

Baureihe 112 im Kölner Hauptbahnhof
Foto: Leonhard. 628, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Die Höhe zählt auch

Nicht nur die Länge eines Bahnsteigs ist wichtig, sondern auch seine Höhe.

Idealerweise liegt sie genau auf Höhe des Zugbodens, damit man ohne Stufe ein- und aussteigen kann.

Doch die Züge haben unterschiedliche Einstiegshöhen, und die Bahnsteige sind über Jahrzehnte gewachsen.

Ein einheitlicher, stufenloser Einstieg überall bleibt deshalb eine große Aufgabe.

Bahnsteige im Wandel

Bahnsteige sind über viele Jahrzehnte gewachsen.

Manche stammen noch aus der Dampfzeit und wurden immer wieder umgebaut.

Deshalb sind Länge und Höhe im Netz sehr unterschiedlich.

Heute versucht man, sie zu vereinheitlichen.

Neue Bahnsteige werden auf gängige Zuglängen und eine passende Höhe ausgelegt, damit das Ein- und Aussteigen überall gleich bequem ist.

Mehr als nur eine Kante

Ein guter Bahnsteig ist mehr als eine lange Kante am Gleis.

Er braucht ein Dach gegen Regen, Anzeigen, Sitzgelegenheiten und einen barrierefreien Zugang über Aufzüge oder Rampen.

All das muss auf der ganzen Länge funktionieren.

Je länger der Bahnsteig, desto mehr Aufwand steckt darin – ein Grund mehr, die Längen nicht unnötig zu übertreiben.

Am Ende gilt eine einfache Regel: Der Bahnsteig richtet sich nach dem Zug.

Rund 400 Meter für den längsten ICE sind das Maß der Dinge – lang genug für den Verkehr, ohne unnötig Platz und Geld zu verschlingen.

Wer das nächste Mal einen langen Bahnsteig entlanggeht, weiß nun: Diese Länge ist kein Zufall, sondern genau auf die Züge abgestimmt, die hier halten.

Kurz gesagt: Länge, Höhe und Ausstattung machen erst zusammen einen guten Bahnsteig aus – und alle drei richten sich danach, welche Züge hier täglich halten.

Kurz erklärt

Ein Bahnsteig ist so lang wie der längste Zug, der dort hält.

Im Fernverkehr sind rund 400 Meter üblich – Platz für zwei gekuppelte ICE.

Zur Orientierung sind lange Bahnsteige in Abschnitte von A bis G unterteilt.

Der längste Bahnsteig der Welt steht in Indien und misst über 1.300 Meter.

Häufige Fragen

Wie lang ist ein Bahnsteig für den ICE?
Rund 400 Meter. So finden zwei gekuppelte ICE-Züge Platz. Für einen einzelnen Zug reicht weniger.
Wozu die Abschnitte A bis G?
Sie helfen bei der Orientierung. Die Anzeige zeigt, in welchem Abschnitt der eigene Wagen hält, damit man nicht den ganzen Bahnsteig ablaufen muss.
Wo steht der längste Bahnsteig der Welt?
In Indien. Er misst über 1.300 Meter – mehr als das Dreifache eines langen deutschen Bahnsteigs.

Weiterfahrt

→ Wie viele nutzen das Deutschlandticket? – noch eine Zahl

→ Ortstermin: Nürnberg Hauptbahnhof – 25 Gleise

→ Kommen Züge keine Berge hoch? – ein Mythen-Check

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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