Wie lang ist das Straßenbahnnetz von Mannheim und Ludwigshafen?

Zahlen, bitte!

„Nächster Halt Paradeplatz, hier treffen sich alle Linien, und gleich geht es über den Rhein in ein anderes Bundesland.“

Wie lang ist das Straßenbahnnetz von Mannheim und Ludwigshafen?

→ Ein Netz in Zahlen.

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Kurz gesagt

Das Straßenbahnnetz umfasste 2012 79,4 Kilometer in Mannheim und 24 Kilometer in Ludwigshafen, zusammen also gut 103 Kilometer. Seitdem sind weitere Neubaustrecken hinzugekommen.

Mannheim und Ludwigshafen liegen sich am Rhein direkt gegenüber.

Seit dem 19. Jahrhundert verbindet eine gemeinsame Straßenbahn die beiden Städte.

Wie groß dieses Netz ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Streetcar Straßenbahn Tram Mannheim RNV Rhein Neckar Verbund 02
Foto: Jan Rehschuh, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

79,4 km

Strecke in Mannheim

Stand 2012

24 km

Strecke in Ludwigshafen

Stand 2012

114

neue Bahnen bestellt

Rhein-Neckar-Tram

Die erste elektrische Straßenbahn fuhr in Mannheim im Jahr 1900.

Gut 100 Kilometer auf beiden Rheinseiten

Im Jahr 2012 umfasste das Straßenbahnnetz 79,4 Kilometer auf Mannheimer Stadtgebiet.

Auf Ludwigshafener Seite kamen noch einmal 24 Kilometer hinzu.

Zusammen ergibt das gut 103 Kilometer Strecke, und seitdem wurde das Netz weiter ausgebaut.

Die Gleise sind in Meterspur verlegt, also mit einem Meter Abstand zwischen den Schienen.

Streetcar Straßenbahn Tram Mannheim RNV Rhein Neckar Verbund 03
Foto: Jan Rehschuh, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Zwei Städte, zwei Bundesländer

Mannheim liegt in Baden-Württemberg, Ludwigshafen auf der anderen Rheinseite in Rheinland-Pfalz.

Ludwigshafen hieß bis 1843 Mannheimer Rheinschanze und war schon damals durch eine Landesgrenze von Mannheim getrennt.

1867 wurde die Rheinbrücke zwischen beiden Städten für die Eisenbahn eröffnet, ein Jahr später auch für die Straße.

Heute ist die Straßenbahn das wichtigste Verkehrsmittel des Nahverkehrs in beiden Städten.

Gut zu wissen

Das Straßenbahnnetz umfasste 2012 79,4 Kilometer in Mannheim und 24 Kilometer in Ludwigshafen. Seitdem kamen unter anderem die Stadtbahn Nord (2016) und die Strecke ins Franklin-Quartier (2023) hinzu.

Betreiber ist seit 2005 die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH. Über Überlandstrecken ist das Netz mit Heidelberg, Weinheim und Bad Dürkheim verbunden.

Die RNV nennt sie Stadtbahn

Seit 2005 betreibt die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, kurz RNV, das Netz.

Sie bezeichnet es als Stadtbahn, weil die Bahnen oft auf eigenen Gleiskörpern fahren und nur selten im Straßenverkehr.

Über zwei Überlandstrecken, die als Eisenbahn zugelassen sind, ist das Netz mit der Straßenbahn Heidelberg verknüpft.

Eine Linie fährt sogar bis nach Bad Dürkheim an der Weinstraße.

Paradeplatz und Berliner Platz

Die wichtigsten Knoten sind der Paradeplatz in Mannheim und der Berliner Platz in Ludwigshafen.

Dort kann man zwischen allen Linien umsteigen.

Weil die Fußgängerzonen für die Bahnen freigegeben sind, halten sie direkt vor den Geschäften der Innenstadt.

Montags bis freitags fahren tagsüber die meisten Stadtlinien im Zehn-Minuten-Takt.

Die Linie 5 fährt im Ring

Eine Besonderheit ist die Linie 5 der früheren Oberrheinischen Eisenbahn, kurz OEG.

Sie verbindet Mannheim, Heidelberg und Weinheim zu einem großen Ring.

Auf dem Ring fährt sie alle 20 Minuten, zwischen Schriesheim und Käfertal über Heidelberg alle zehn Minuten.

Anders als die übrigen Mannheimer Linien fährt sie mit Zweirichtungswagen, die an beiden Enden einen Fahrerplatz haben.

Eine Pferdebahn aus Brüssel

1877 erhielt Charles de Féral, Direktor der belgischen Gesellschaft Les Tramways Bruxellois, die Konzession für eine Pferdebahn in Mannheim.

Im Juli 1877 begannen die Bauarbeiten, ab Juni 1878 wurden die ersten Linien eröffnet.

De Féral erhielt auch eine Konzession für Ludwigshafen, sodass die Pferdebahn beide Städte gemeinsam bediente.

Sie fuhr noch auf Normalspur, und zuletzt waren 38 Wagen im Einsatz.

Mit Dampf nach Feudenheim

Auch die Gemeinden rund um Mannheim wollten eine bessere Verbindung in die Innenstadt.

Im September 1883 begann eine private Firma mit dem Bau einer Dampfstraßenbahn von Feudenheim nach Mannheim.

Am 3. Mai 1884 wurde sie eröffnet.

So rollten in Mannheim eine Zeit lang Pferdebahn und Dampfstraßenbahn nebeneinander.

Elektrisch ab 1900

1900 fuhren die ersten Linien der elektrischen Straßenbahn, gebaut in Meterspur und betrieben mit 600 Volt Gleichstrom.

Ab 1902 wurde auch sie gemeinsam mit Ludwigshafen betrieben.

Ludwigshafen baute auf seinem Gebiet Gleise und Oberleitung, Mannheim stellte Wagen und Personal.

Der Ausbau ging so schnell, dass Ende 1902 bereits ein rund 50 Kilometer langes Netz in Betrieb war.

Über die neue Rheinbrücke

1972 wurde mit der Kurt-Schumacher-Brücke eine zweite Rheinquerung zwischen beiden Städten eröffnet.

Auf ihr fährt die Straßenbahn zwischen den Fahrspuren der Autos.

In Ludwigshafen entstanden in den 1970er Jahren nach großen U-Bahn-Plänen mehrere Tunnelstrecken, 1974 etwa die Tunnelhaltestelle am heutigen Rathaus.

2008 wurde ein Teil dieser Tunnel wieder stillgelegt.

Der Neustart von 1995

1995 setzte Mannheim ein neues Konzept für sein Netz um.

Es gab nur noch sechs Straßenbahnlinien, die alle über den Paradeplatz fuhren, und tagsüber galt montags bis freitags der Zehn-Minuten-Takt.

Am 23. September 1995 eröffnete eine neue Strecke vom Hauptbahnhof über den Lindenhof nach Neckarau West.

Damit sie in enge Straßen passte, wurde sie abschnittsweise mit ineinander verschlungenen Gleisen gebaut.

Neue Strecken im Norden

Am 11. Juni 2016 wurde die Stadtbahn Nord eröffnet, die die Gartenstadt mit der Innenstadt verbindet.

Entlang dieser Neubaustrecke entstanden 14 barrierefreie Haltestellen.

Am 17. Dezember 2023 folgte eine 1,8 Kilometer lange Strecke in das neue Franklin-Quartier auf dem Gelände einer früheren US-Kaserne.

Diese Strecke mit drei Stationen bedient die Linie 16 alle 20 Minuten.

114 neue Bahnen bestellt

Unter dem Namen Rhein-Neckar-Tram werden seit Oktober 2022 neue Niederflurwagen des Herstellers Škoda geliefert.

Insgesamt wurden 114 dieser Fahrzeuge für das ganze Verkehrsgebiet der RNV bestellt.

Im Mai 2025 waren bereits 48 von ihnen im Einsatz.

Sie lösen nach und nach ältere Wagen ab, darunter Niederflurwagen aus den 1990er Jahren.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Wie lang ist das Straßenbahnnetz von Mannheim und Ludwigshafen?
Im Jahr 2012 waren es 79,4 Kilometer in Mannheim und 24 Kilometer in Ludwigshafen, zusammen gut 103 Kilometer. Seitdem kamen neue Strecken hinzu.
Wer betreibt die Straßenbahn in Mannheim und Ludwigshafen?
Seit 2005 die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, kurz RNV.
Welche Spurweite hat die Mannheimer Straßenbahn?
Meterspur. Die frühere Pferdebahn fuhr dagegen noch auf Normalspur.
Wann fuhr die erste Straßenbahn in Mannheim?
Die Pferdebahn ab Juni 1878, die erste elektrische Straßenbahn im Jahr 1900.
Ist Heidelberg mit dem Netz verbunden?
Ja, über zwei als Eisenbahn zugelassene Überlandstrecken ist das Netz mit der Straßenbahn Heidelberg verknüpft.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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