Zahlen, bitte!
„Nächster Halt Plärrer, bitte umsteigen zur U-Bahn, die Straßenbahn fährt trotzdem weiter.“
Wie lang ist das Nürnberger Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Nürnberger Straßenbahnnetz war im Jahr 2008 rund 38,6 Kilometer lang. Es hat 78 Haltestellen und ist neben S-Bahn und U-Bahn das dritte Schienenverkehrsmittel der Stadt.
In Nürnberg fahren S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn nebeneinander.
Die Straßenbahn ist davon die älteste und sollte eigentlich längst verschwunden sein.
Wie groß ihr Netz ist und warum es noch existiert, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
38,6 km
Streckennetz
Stand 2008
78
Haltestellen
156 Richtungshaltestellen
1881
Start als Pferdebahn
auf Initiative von Heinrich Alfes
Im Jahr 2008 beförderte die Nürnberger Straßenbahn 39,152 Millionen Fahrgäste.
Rund 38,6 Kilometer Strecke
Das Netz der Nürnberger Straßenbahn hatte im Jahr 2008 eine Länge von 38,6 Kilometern.
17,37 Kilometer davon, also 45 Prozent, liegen auf einem eigenen Bahnkörper.
Die übrigen 21,13 Kilometer, gut die Hälfte, verlaufen straßenbündig mitten im Straßenraum.
Betrieben wird die Straßenbahn von der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg, kurz VAG.

Sieben Linien im Netz
Im heutigen Liniennetz fahren die Linien 4, 5, 6, 7, 8, 10 und 11.
Im Jahr 2008 waren es noch sechs Linien, die zusammen 39,152 Millionen Fahrgäste beförderten.
Fast alle Endstellen sind als Wendeschleifen gebaut.
Nur an der Haltestelle Doku-Zentrum wechseln die Bahnen von der Linie 6 auf die Linie 8 und umgekehrt.
Gut zu wissen
Das Nürnberger Straßenbahnnetz war 2008 rund 38,6 Kilometer lang und hat 78 Haltestellen. 45 Prozent der Strecken liegen auf eigenem Bahnkörper.
Die Straßenbahn begann 1881 als Pferdebahn und fährt seit 1896 bis 1898 elektrisch. Bis 1981 reichte das Netz bis nach Fürth.
78 Haltestellen
Im Netz gibt es 78 Haltestellen, die sich in 156 Richtungshaltestellen aufteilen.
38 davon liegen als Insel in der Fahrbahnmitte, 29 sind sogenannte dynamische Haltestellen und 9 liegen am Straßenrand.
Die übrigen 80 Richtungshaltestellen sind vollständig vom Autoverkehr getrennt.
Seit 1999 werden die Haltestellen barrierefrei umgebaut und dabei auf höchstens 25 Zentimeter über Schienenoberkante angehoben.
Drei Millimeter für die Normalspur
Heute liegen im ganzen Netz Gleise in Normalspur mit 1435 Millimetern Spurweite.
Bis in die 1990er Jahre betrug die Spurweite in Nürnberg aber nur 1432 Millimeter.
Erst mit dem Beschluss, die Straßenbahn zu erhalten und zu modernisieren, wurde die Normalspur festgelegt und die fehlenden drei Millimeter wurden aufgeschliffen.
Gefahren wird mit 600 Volt Gleichstrom aus der Oberleitung.
Die Pferdebahn eines Bremer Kaufmanns
Die Nürnberger Straßenbahn ging 1881 als private Pferdebahn in Betrieb.
Die Initiative dazu kam vom Bremer Kaufmann Heinrich Alfes, und der heutige Betriebshof liegt an der Heinrich-Alfes-Straße.
Noch im selben Jahr ging eine Strecke nach Fürth in Betrieb.
Sie konkurrierte mit der berühmten Ludwigseisenbahn zwischen beiden Städten, bis diese 1922 ihren Betrieb einstellte.
Elektrisch ab 1896
1894 fiel die Entscheidung, die Straßenbahn zu elektrifizieren.
Von 1896 bis 1898 wurde das ganze Netz auf elektrischen Betrieb umgestellt.
Weil der private Betreiber das Geld für neue Strecken nicht aufbringen konnte, kaufte die Stadt Nürnberg die Straßenbahn 1903.
Im Ersten Weltkrieg fuhren zeitweise Frauen als Schaffnerinnen und Fahrerinnen, weil die Männer im Kriegsdienst waren.
73 Kilometer vor dem Krieg
Für den Verkehr zu den Reichsparteitagen der NSDAP wurde das Netz in den 1930er Jahren ausgebaut.
Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs erreichte es mit 73 Kilometern seine bisher größte Länge.
Bei den Luftangriffen auf Nürnberg wurde das Netz teilweise beschädigt.
Die meisten Schäden waren jedoch wenige Jahre nach Kriegsende behoben.
Die U-Bahn als Konkurrenz
Einen tieferen Einschnitt brachte der Bau der U-Bahn, die die Straßenbahn ursprünglich vollständig ersetzen sollte.
Immer wieder wurden deshalb Straßenbahnlinien eingestellt.
Am 20. Juni 1981, wenige Tage vor dem 100. Jubiläum, endete der Betrieb nach Fürth.
Bis dahin hatte der Betreiber noch Nürnberg-Fürther Straßenbahn geheißen.
Das Umdenken der 1990er Jahre
Im Laufe der 1990er Jahre setzte ein Umdenken ein, und die Straßenbahn sollte nun doch bleiben.
Es kamen sogar neue Strecken hinzu, etwa zum Doku-Zentrum und nach Am Wegfeld.
In den 2020er Jahren folgte eine Angebotsoffensive mit mehr Direktverbindungen.
Auf vielen Abschnitten überlagern sich die Linien seitdem zu einem Fünf-Minuten-Takt.
Ohne Tunnel und mit Nachtruhe
Früher fuhr die Nürnberger Straßenbahn öfter durch Tunnel, heute gibt es im Fahrgastbetrieb keinen mehr.
Der letzte Straßenbahntunnel in der Bayernstraße wurde wegen Baufälligkeit zur reinen Betriebsstrecke herabgestuft.
Wie bei der U-Bahn gilt von ungefähr 1 Uhr bis 5 Uhr Betriebsruhe.
Alle Fahrzeuge sind im Betriebshof Heinrich-Alfes-Straße zu Hause, dem modernsten und inzwischen einzigen Betriebshof.
Neue Wagen mit Klimaanlage
Im Sommer 2005 bestellte die VAG sechs Variobahnen von Stadler, um die über 30 Jahre alten Wagen vom Typ N8 zu ersetzen.
Im November 2019 folgte eine Bestellung über zwölf Wagen vom Typ Avenio bei Siemens Mobility.
Es ist der erste Nürnberger Straßenbahntyp, der serienmäßig eine Klimaanlage hat.
Im Dezember 2021 löste die VAG eine erste Option über 14 weitere Avenio-Wagen ein, und bis Mitte der 2030er Jahre bestehen Optionen für insgesamt 75 weitere Fahrzeuge.
Die Idee einer Bahn nach Erlangen
Pläne für eine Straßenbahn von Nürnberg nach Erlangen gab es schon 1911.
Der Erste Weltkrieg unterbrach sie, und 1922 wurden sie aus wirtschaftlichen Gründen erneut aufgegeben.
Anfang der 1990er Jahre rückte die Idee als Stadt-Umland-Bahn wieder in den Blick.
Nach einem Bürgerbegehren, das 60 zu 40 Prozent für die Bahn ausging, trat Erlangen im März 2016 dem Zweckverband für Planung und Bau bei.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
