Zahlen, bitte!
„Zwischen Josephsplatz und Theresienstraße sind es nur 513 Meter, zwischen Fröttmaning und Garching-Hochbrück dagegen über vier Kilometer.“
Wie lang ist das Münchner U-Bahn-Netz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Netz der Münchner U-Bahn ist 103,1 Kilometer lang. Es hat 96 Haltestellen und reicht bis in die Nachbarstadt Garching.
Die U-Bahn ist neben der S-Bahn das wichtigste Verkehrsmittel im Münchner Nahverkehr.
Seit der ersten Fahrt im Oktober 1971 ist unter der Stadt ein großes Netz entstanden.
Wie lang es ist und wie es gewachsen ist, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
103,1 km
Streckenlänge
des gesamten Netzes
96
Haltestellen
mit vier doppelstöckigen Bahnhöfen
452 Mio.
Fahrgäste im Jahr 2024
betrieben von der MVG
Die längste Linie ist die U6 mit 27,4 Kilometern und 26 Stationen.
103,1 Kilometer unter der Stadt
Das Netz der Münchner U-Bahn hat eine Gesamtlänge von 103,1 Kilometern.
Dazu gehören 96 Haltestellen, von denen einige auch außerhalb der Stadtgrenze liegen.
Angeschlossen ist nämlich auch die Nachbarstadt Garching bei München im Landkreis München.
Zählt man die vier Turmbahnhöfe mit ihren zwei Ebenen doppelt, kommt man sogar auf 100 U-Bahnhöfe.

Acht Linien auf drei Stammstrecken
Die Münchner Verkehrsgesellschaft betreibt acht U-Bahn-Linien, zwei davon sind nur zeitweise fahrende Verstärkerlinien.
Durch die Innenstadt führen drei Stammstrecken, auf denen jeweils zwei Linien gemeinsam fahren.
Die älteste nutzen die U3 und die U6, erkennbar an der Kennfarbe Blau, die zweite teilen sich die U1 und die U2 mit der Farbe Rot.
Auf der jüngsten Stammstrecke zwischen Westendstraße und Max-Weber-Platz fahren die U4 und die U5 unter gelber Kennfarbe.
Gut zu wissen
Seit 2025 fahren die U-Bahnen in den Nächten auf Samstag, Sonntag und Feiertage durchgehend im 30-Minuten-Takt. Die U6 fährt dann allerdings nur bis Fröttmaning und nicht bis Garching.
Turmbahnhöfe haben zwei Bahnsteigebenen übereinander. In München gibt es vier davon, nämlich Olympia-Einkaufszentrum, Hauptbahnhof, Sendlinger Tor und Odeonsplatz.
Drei statt vier Stammstrecken
Am 7. Oktober 1970 fiel die Entscheidung, nur drei statt vier Stammstrecken durch das Zentrum zu bauen.
Unterirdische Bauwerke in der eng bebauten Altstadt waren sehr teuer.
Außerdem versprach man sich ein besseres Netz mit weniger Umsteigen.
Etwa eine halbe Milliarde D-Mark sollte durch diese Entscheidung eingespart werden.
Die U6 ist die längste Linie
Mit 27,4 Kilometern und 26 Stationen ist die U6 die längste Linie der Münchner U-Bahn.
Sie ist auch die einzige Linie mit längeren Abschnitten an der Oberfläche, vor allem im Norden zwischen Studentenstadt und Garching-Hochbrück.
Ein Stück ihres Tunnels unter der Lindwurmstraße wurde schon zwischen 1938 und 1941 gebaut.
Damals war es als Teil einer Nord-Süd-Strecke für die S-Bahn gedacht.
Die U4 ist die kürzeste Linie
Die kürzeste Linie ist die U4 mit 9,247 Kilometern und nur 13 Stationen.
Ursprünglich war sie unter der Nummer U9 geplant.
Die U3 kommt auf eine Streckenlänge von 19 Kilometern, die U5 auf derzeit 15,4 Kilometer.
Bis Ende 2006 fuhr die U4 als einzige Linie in der Regel nur mit kurzen Zügen aus vier Wagen.
Von 513 bis 4208 Metern
Der kürzeste Abstand zwischen zwei Haltestellen beträgt 513 Meter zwischen Josephsplatz und Theresienstraße.
Der größte Abstand liegt mit 4208 Metern zwischen Fröttmaning und Garching-Hochbrück.
Bis auf die U5 und die U6 fahren alle Linien komplett im Tunnel.
Im ganzen Netz dürfen die Züge höchstens 80 Kilometer pro Stunde schnell fahren.
Start am 19. Oktober 1971
Am 19. Oktober 1971 begann der Fahrgastbetrieb auf der ersten Münchner U-Bahn-Linie.
Die Strecke der U6 zwischen Kieferngarten und Goetheplatz war 10,5 Kilometer lang.
Sie ging rund drei Jahre früher in Betrieb als zunächst geplant.
München war nach Berlin, Schöneberg und Hamburg die vierte Stadt in Deutschland mit einer eigenen U-Bahn.
Olympia als Beschleuniger
Der Bau begann am 1. Februar 1965 mit dem ersten Spatenstich an der heutigen Station Nordfriedhof.
Geplant war zunächst eine 13,2 Kilometer lange Strecke von Kieferngarten bis Harras, die 1974 fertig werden sollte.
Dann erhielt München am 26. April 1966 den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972.
Der Stadtrat gab daraufhin der Strecke zum Olympiagelände den Vorrang, und das Tempo beim Bau stieg deutlich.
Nürnberg musste warten
Auch in Nürnberg wurde zur selben Zeit bereits eine U-Bahn gebaut.
Sie durfte aus Prestigegründen aber nicht vor der Münchner U-Bahn eröffnet werden.
Die Nürnberger U-Bahn startete deshalb erst am 1. März 1972, etwa dreieinhalb Monate nach München.
Bei Großereignissen wie den Olympischen Spielen 1972 oder dem Papstbesuch 1980 halfen sich beide Städte sogar gegenseitig mit Wagen aus.
452 Millionen Fahrgäste
Im Jahr 2024 zählte die Münchner U-Bahn 452 Millionen Fahrgäste.
Tagsüber fahren die Züge alle 10 Minuten und vor allem in der Hauptverkehrszeit alle 5 Minuten.
Wo sich zwei Linien eine Stammstrecke teilen, folgen die Züge entsprechend dichter aufeinander.
Die meisten Linien fahren dabei mit Langzügen aus sechs Wagen.
Das Netz wächst weiter
Die U5 wird derzeit um rund 3,8 Kilometer bis zum Bahnhof Pasing verlängert.
Unterwegs sind die neuen Stationen Willibaldstraße und Am Knie geplant.
Die U6 soll um 1,3 Kilometer vom Klinikum Großhadern bis nach Martinsried wachsen.
Nach dem Stand von Anfang 2023 war die Eröffnung dieser Verlängerung für 2027 geplant.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
