Wie lang ist das Münchner Straßenbahnnetz?

Zahlen, bitte!

„Die Tram in München sollte einmal ganz verschwinden, heute fahren mit ihr 120 Millionen Menschen im Jahr.“

Wie lang ist das Münchner Straßenbahnnetz?

→ Ein Netz in Zahlen.

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Kurz gesagt

Das Streckennetz der Münchner Straßenbahn ist nach Angaben der MVG 83,5 Kilometer lang. Zu seinen besten Zeiten im Jahr 1964 waren es 134 Kilometer.

Die Tram ist neben der U-Bahn und der S-Bahn das dritte Schienenverkehrsmittel in München.

Fast wäre sie in den 1970er und 1980er Jahren ganz verschwunden, doch heute wächst ihr Netz wieder.

Wie lang es ist und wie es sich verändert hat, zeigen die Zahlen.

Trams in Munich in 2011 3
Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

83,5 km

Streckenlänge

nach Angaben der MVG

173

Haltestellen

107 davon rund um die Uhr bedient

120 Mio.

Fahrgäste im Jahr 2024

knapp 20 Prozent aller MVG-Fahrgäste

Im Jahr 1964 hatte das Netz mit 134 Kilometern seine größte Ausdehnung.

Rund 83 Kilometer

Nach Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft ist das Streckennetz der Tram 83,5 Kilometer lang, an anderer Stelle ist von rund 82 Kilometern die Rede.

Fast das gesamte Netz liegt im Münchner Stadtgebiet.

Nur ein Abschnitt der Linie 25 führt über die Stadtgrenze hinaus bis nach Grünwald.

Geplant und betrieben wird die Tram von der MVG, und sie gehört zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund.

Tram 27 Richtung Schwanseestr. in München
Foto: High Contrast, CC BY 3.0 de, via Wikimedia Commons

Einst waren es 134 Kilometer

Seine größte Ausdehnung hatte das Netz im Jahr 1964 mit 134 Kilometern.

Danach sollte die Straßenbahn nach und nach durch die neue U-Bahn ersetzt werden.

Viele Strecken wurden stillgelegt, weil sie parallel zu den neuen Schnellbahnen lagen.

Im Vergleich zu 1964 ist das heutige Netz deshalb um rund 50 Kilometer kürzer.

Gut zu wissen

In München heißt die Straßenbahn offiziell und im Alltag Tram oder Trambahn. Zu Beginn der 1990er Jahre war ihre Fahrzeugflotte technisch veraltet und wurde deshalb nach und nach erneuert.

Bisher hat die Tram nur einen einzigen Betriebshof, an der Einsteinstraße. Der neue Betriebshof an der Ständlerstraße soll zusätzlichen Platz für die wachsende Flotte schaffen.

Zehn Linien und drei Verstärker

Das Netz besteht aus zehn Straßenbahnlinien, die tagsüber in der Regel alle 10 Minuten fahren.

Drei weitere Linien verstärken sie zeitweise auf verkürzten Strecken.

Im August 2024 waren auf den Linien bis zu 105 der insgesamt 139 Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz.

Im Durchschnitt erreichen die Bahnen eine Reisegeschwindigkeit von 18,4 Kilometern pro Stunde.

Fast rund um die Uhr

Die Tageslinien fahren von etwa 4.45 Uhr bis 1.30 Uhr am nächsten Morgen, spätabends alle 20 Minuten.

In der Betriebspause übernehmen vier Nachtlinien den Verkehr.

Von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag fahren sie alle 15 oder 30 Minuten, in den übrigen Nächten stündlich.

So werden 107 der 173 Haltestellen rund um die Uhr bedient.

120 Millionen Fahrgäste

Im Jahr 2024 beförderte die Münchner Tram 120 Millionen Fahrgäste.

Insgesamt zählte die MVG in diesem Jahr 615 Millionen Fahrgäste.

Knapp jeder fünfte Fahrgast der MVG war also mit der Straßenbahn unterwegs.

Die Züge fahren auf Normalspur und beziehen ihren Strom aus einer Oberleitung mit 750 Volt Gleichspannung.

Mit Pferden ab 1876

Schon ab 1861 gab es in München ein Netz aus Pferdeomnibussen, das schließlich fünf Linien im 20-Minuten-Takt umfasste.

Eine Pferdebahn auf Schienen genehmigte der Magistrat 1873, doch die Polizei verbot zunächst Gleise in der Innenstadt.

Erst nachdem am 26. März 1876 ein belgischer Unternehmer die Konzession erhalten hatte, durfte gebaut werden.

Am 21. Oktober 1876 nahm die Münchner Straßenbahn schließlich den Betrieb auf.

Akku-Loks vor dem Hofgarten

Zwischen 1895 und 1900 wurde das Netz nach und nach elektrifiziert.

Entlang des Hofgartens wollte der königliche Hof jedoch keine Oberleitung sehen.

Deshalb zogen dort zwischen 1900 und 1906 Akku-Lokomotiven mit je zwei Motoren zu 25 PS die Züge über das Stück ohne Fahrdraht.

Insgesamt sechs solcher Lokomotiven wurden dafür angeschafft.

Krieg und Stillstand

In beiden Weltkriegen und während der Räterevolution konnte die Tram nur eingeschränkt fahren.

Im Jahr 1945 musste der Betrieb für knapp einen Monat ganz eingestellt werden.

Nach der Wiederinbetriebnahme wurde das Netz ausgebaut, bis es 1964 seine größte Länge erreichte.

Danach begann mit dem Bau der U-Bahn eine lange Zeit des Rückbaus.

Die Tram sollte verschwinden

In den 1970er Jahren war geplant, die Münchner Straßenbahn nach und nach komplett stillzulegen.

Das Restnetz sollte nach dem Bau der U-Bahn auf Busse umgestellt werden.

Anfang der 1980er Jahre begann unter dem Druck von Bürgerinitiativen ein Umdenken.

Im Juli 1986 beschloss der Stadtrat, die Tram als Teil des Gesamtsystems zu erhalten.

Neue Strecken seit 1996

Seit 1996 wird das Straßenbahnnetz in München wieder ausgebaut.

Am 15. Dezember 2013 wurde die Linie 19 um eine Station bis zum Pasinger Bahnhof verlängert.

Im Dezember 2016 folgte die Verlängerung der Linie 25 vom Max-Weber-Platz bis zum S-Bahnhof Berg am Laim.

Auch die Fahrzeugflotte wurde erneuert, weil sie in den Jahren der Einstellungsdebatte vernachlässigt worden war.

Was gerade gebaut wird

Im Bau ist die Tram-Westtangente, die vom U-Bahnhof Aidenbachstraße nach Norden bis zum Romanplatz führen soll.

Sie folgt dabei der Route der heutigen Buslinie 51, auf der von 1948 bis 1966 ein Oberleitungsbus fuhr.

Außerdem entsteht ein neuer Betriebshof an der Ständlerstraße.

Weitere Strecken wie die Tram Münchner Norden sind ebenfalls im Bau oder in Planung.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Häufige Fragen

Wie lang ist das Münchner Straßenbahnnetz?
Nach Angaben der MVG ist es 83,5 Kilometer lang. Im Jahr 1964 waren es sogar 134 Kilometer.
Wie viele Linien hat die Tram in München?
Es gibt zehn Tageslinien, drei Verstärkerlinien und vier Nachtlinien. Tagsüber fahren die Bahnen in der Regel alle 10 Minuten.
Wie viele Fahrgäste fahren mit der Münchner Tram?
Im Jahr 2024 waren es 120 Millionen, knapp 20 Prozent aller Fahrgäste der MVG.
Seit wann fährt in München eine Straßenbahn?
Seit dem 21. Oktober 1876, zuerst als Pferdebahn, ab 1895 schrittweise elektrisch.
Warum gibt es die Tram in München noch?
Nach Protesten von Bürgerinitiativen beschloss der Stadtrat im Juli 1986, die Tram zu erhalten, seit 1996 wird sie wieder ausgebaut.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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