Zahlen, bitte!
„Diese Bahn fährt in der Innenstadt als Straßenbahn und draußen im Land als Zug, willkommen im Karlsruher Modell.“
Wie lang ist das Karlsruher Stadtbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der Karlsruher Stadtbahn war nach dem Stand von Dezember 2020 rund 503,6 Kilometer lang. In seiner größten Ausdehnung umfasste es sogar rund 660 Kilometer.
Die Stadtbahn Karlsruhe fährt mitten durch die Stadt wie eine Straßenbahn und im Umland auf Eisenbahngleisen.
Diese Idee ist als Karlsruher Modell bekannt geworden und wurde inzwischen auch in anderen Städten Europas übernommen.
Wie lang das Netz ist und wie es entstand, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
503,6 km
Streckenlänge
Stand Dezember 2020
660 km
größte Ausdehnung
in früheren Jahren
230
Stadtbahnwagen
mehr als so viele im Einsatz
Die längste Linie führte einst rund 145 Kilometer weit von Achern bis nach Öhringen.
Straßenbahn und Eisenbahn in einem
Die Stadtbahn Karlsruhe ist eine sogenannte Zweisystem-Stadtbahn auf Normalspur.
Sie verbindet Straßenbahnstrecken in der Stadt mit Eisenbahnstrecken im Umland.
So erschließt sie das gesamte Gebiet der Region Karlsruhe und fährt bis in benachbarte Regionen.
Als Logo dient das grün-weiße S-Bahn-Zeichen, auch wenn der Begriff S-Bahn im Alltag nur selten benutzt wird.

Rund 500 Kilometer Strecke
Nach dem Stand von Dezember 2020 war das Streckennetz der Karlsruher Stadtbahn rund 503,6 Kilometer lang.
In seiner größten Ausdehnung umfasste es rund 660 Kilometer.
Ein Grund für den Rückgang ist, dass der Abschnitt von Pforzheim nach Bietigheim-Bissingen nicht mehr von Stadtbahnen bedient wird.
Aufgebaut wurde dieses Netz Schritt für Schritt vor allem in den 1980er und 1990er Jahren.
Gut zu wissen
Zwischen 1987 und 1990 testete man in Karlsruhe auch einen Antrieb mit neu entwickelten Akkus. Diese Technik wurde zugunsten der Zweisystemfahrzeuge aber nicht weiterentwickelt.
Die Zugänge der Tunnelhaltestellen sind mit einem gelben U gekennzeichnet. Für die Zukunft sind weitere Strecken geplant, etwa eine Anbindung an den Baden-Airpark.
Drei Stunden mit einer Linie
Die längste Stadtbahnlinie war die S4 von Achern bis nach Öhringen.
Für ihre rund 145 Kilometer lange Strecke brauchte sie etwa drei Stunden.
Im Dezember 2016 wurde die Linie in Karlsruhe geteilt.
So sollten sich Verspätungen nicht mehr über die ganze Strecke ausbreiten.
Sieben Verbünde, zwei Betreiber
Betrieben wird die Stadtbahn gemeinsam von der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und den Verkehrsbetrieben Karlsruhe.
Bis Juni 2019 war auch die Deutsche Bahn beteiligt und hielt dafür vier eigene Fahrzeuge vor.
Weil das Netz so weit reicht, fahren die Bahnen im Gebiet von sieben verschiedenen Verkehrs- und Tarifverbünden.
Dazu gehören neben dem Karlsruher Verkehrsverbund auch die Verbünde rund um Heilbronn, Pforzheim und Freudenstadt.
Zwei Stromsysteme
In der Stadt fahren die Bahnen mit 750 Volt Gleichspannung wie eine Straßenbahn.
Auf den Eisenbahnstrecken nutzen sie den Bahnstrom mit 15.000 Volt Wechselspannung.
Dazwischen liegen Systemwechselstellen, an denen die Fahrzeuge von einem Stromsystem ins andere wechseln.
Nur die Linie S2 fährt ausschließlich auf Straßenbahnstrecken und nutzt dafür niederflurige Fahrzeuge.
Der Anfang mit der Albtalbahn
Am 17. April 1957 wurde die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft gegründet.
Sie übernahm die 25,8 Kilometer lange Albtalbahn nach Herrenalb und eine 13,9 Kilometer lange Zweigstrecke nach Ittersbach.
Die Strecken wurden auf Normalspur umgebaut und am Albtalbahnhof mit dem Karlsruher Straßenbahnnetz verbunden.
Am 18. April 1958 begann der Betrieb der Linie A, zunächst bis Rüppurr.
Wagen 501 auf großer Fahrt
Eine Studie ergab 1985, dass sich Straßenbahn und Bundesbahn an einigen Stellen ohne großen Aufwand verbinden ließen.
Dafür wurde in den Stadtbahnwagen 501 provisorisch ein Transformator eingebaut.
Am 5. September 1986 verließ er den Betriebshof und legte in wenigen Wochen mehr als 1000 Kilometer auf Bundesbahngleisen zurück.
Ab 1991 lieferte die Industrie die ersten Serienwagen, die mit beiden Stromsystemen fahren konnten.
Der Durchbruch nach Bretten
Am 25. September 1992 ging die Stadtbahnlinie B zwischen Karlsruhe und Bretten-Gölshausen in Betrieb.
Sie war die erste Linie, die Straßenbahn und Eisenbahn mit zwei Stromsystemen verband.
Innerhalb weniger Wochen verfünffachten sich dort die Fahrgastzahlen.
Dieser unerwartet große Erfolg führte in den 1990er Jahren zu einem schnellen Ausbau des Netzes.
Immer weiter ins Land
Mit der Gründung des Karlsruher Verkehrsverbunds im Jahr 1994 wurden die Linien neu nummeriert, und neue Stadtbahnlinien kamen hinzu.
Im Jahr 1997 folgte die S5 von Wörth am Rhein über Karlsruhe nach Pforzheim.
Später erreichte die Stadtbahn auch Freudenstadt und Eutingen im Gäu.
In Heilbronn fährt die Stadtbahn seit 2001 als Straßenbahn durch die Innenstadt, 46 Jahre nachdem die dortige Straßenbahn stillgelegt worden war.
Der Tunnel unter der Innenstadt
Ende 2021 ging in der Karlsruher Innenstadt ein Stadtbahntunnel in Betrieb.
Er hat sieben Haltestellen mit 80 Meter langen Bahnsteigen.
Damit alle Fahrzeuge stufenlos erreichbar sind, haben die Bahnsteige zwei Höhen, nämlich 34 und 55 Zentimeter.
Die Haltestelle Marktplatz besitzt als einzige ein drittes Gleis.
Sechs Fahrzeugtypen
Auf dem Netz sind mehr als 230 Stadtbahnwagen im Einsatz.
Sie verteilen sich auf sechs verschiedene Fahrzeugtypen.
Zwei niederflurige Typen fahren nur auf dem Netz mit Gleichstrom.
Die vier übrigen Typen sind Zweisystemfahrzeuge mit höherem Fußboden, die auch auf den Eisenbahnstrecken unterwegs sind.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
