Wie lang ist das Dresdner Straßenbahnnetz?

Zahlen, bitte!

„Treffpunkt Postplatz: Seit 1925 warten hier nachts die Straßenbahnen aufeinander, damit niemand seinen Anschluss verpasst.“

Wie lang ist das Dresdner Straßenbahnnetz?

→ Ein Netz in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Das Streckennetz der Dresdner Straßenbahn ist rund 134 Kilometer lang. Auf ihm fahren zwölf Linien mit einer Spurweite, die es nur in Dresden gibt.

Die Straßenbahn ist das wichtigste Verkehrsmittel im Dresdner Nahverkehr.

Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1872 zurück, als die ersten Wagen noch von Pferden gezogen wurden.

Wie lang das Netz heute ist und was es besonders macht, zeigen die Zahlen.

Dresdner Verkehrsbetriebe Linie E3 Plauen und Straßenbahn mit Sonderbekl
Foto: Lupus in Saxonia, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

134,3 km

Streckenlänge

dazu 296,1 km Gleise

259

Haltestellen

auf zwölf Linien

1450 mm

Spurweite

15 mm breiter als Normalspur

Im Durchschnitt sind die Dresdner Straßenbahnen mit 20,2 Kilometern pro Stunde unterwegs.

134 Kilometer Strecke

Das Straßenbahnnetz in Dresden hat eine Streckenlänge von rund 134,3 Kilometern.

Betrieben wird es von den Dresdner Verkehrsbetrieben, kurz DVB.

Auf dem Netz fahren zwölf Linien, die zum Tarif des Verkehrsverbunds Oberelbe unterwegs sind.

Damit ist die Straßenbahn der wichtigste Träger des Nahverkehrs in der sächsischen Landeshauptstadt.

Dresdner Verkehrsbetriebe Straßenbahn mit Sonderbeklebung 112 Feuerwehr
Foto: Lupus in Saxonia, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fast 300 Kilometer Gleis

Weil die meisten Strecken zweigleisig sind, liegen im Netz insgesamt 296,1 Kilometer Gleise.

Zählt man die Wege aller Linien zusammen, ergibt sich eine Linienlänge von 207,5 Kilometern.

Die Bahnen halten an 259 Haltestellen.

Untergebracht sind die Fahrzeuge in drei Betriebshöfen.

Gut zu wissen

In Dresden sind keine Strecken nach Art einer U-Bahn geplant. In der Innenstadt, etwa am Theaterplatz, soll auch künftig eine klassische Straßenbahn fahren, weil Hochflurbahnen dort wegen der Sichtbeziehungen früh ausgeschlossen wurden.

Die Tatra-Wagen fuhren anfangs in einer rot-beigen Lackierung. Der Tatra T6A2D wurde 1986 in Dresden erprobt und blieb bis 2001 im Einsatz.

Eine Spurweite nur für Dresden

Die Dresdner Straßenbahn fährt auf einer Spurweite von 1450 Millimetern.

Diese Spurweite ist einzigartig und 15 Millimeter breiter als die Normalspur der Eisenbahn.

Schon die erste Pferdebahnstrecke hatte mit 1440 Millimetern ein ungewöhnliches Maß.

Den Strom holen sich die Bahnen aus einer Oberleitung mit 600 Volt Gleichspannung.

Alle zehn Minuten

Montags bis freitags fahren die Straßenbahnen im Grundtakt alle 10 Minuten.

An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gilt ein Takt von 15 Minuten.

Wegen der höheren Nachfrage fahren die Linien 3, 4, 7, 9 und 11 auch samstags alle 10 Minuten.

Seit April 2025 gibt es auch für die Oster-, Herbst- und Winterferien einen eigenen Ferienfahrplan.

Die ganze Nacht unterwegs

Die meisten Linien fahren die ganze Nacht hindurch, zumindest auf einem Teil ihres Weges.

Bis etwa 22.45 Uhr kommen sie alle 15 Minuten, danach alle 30 Minuten und nach etwa 0.45 Uhr stündlich.

Seit 2018 fahren sie am Wochenende und vor Feiertagen die ganze Nacht im 30-Minuten-Takt.

Am Postplatz treffen sich nachts fast alle Linien mit garantierten Anschlüssen, und dieses sogenannte Postplatztreffen gibt es schon seit 1925.

Mit Pferden nach Blasewitz

Der Nahverkehr in Dresden begann am 14. Oktober 1838 mit einem Pferdeomnibus.

Die erste Pferdestraßenbahn fuhr am 26. September 1872 vom Pirnaischen Platz in den Vorort Blasewitz.

Bis 1880 bestand das Netz aus einer einzigen Linie von Blasewitz über den Böhmischen Bahnhof nach Plauen.

Betreiber war damals die Tramways Company of Germany mit Sitz in London.

Elektrisch ab 1893

Die erste elektrische Straßenbahn verkehrte in Dresden im Jahr 1893.

Im Jahr 1905 übernahm die Stadt die beiden bis dahin bestehenden Straßenbahngesellschaften.

Ab dem 1. Januar 1906 fuhren sie gemeinsam als Städtische Straßenbahn zu Dresden.

Später wurden auch frühere Vorortbahnen mit schmaler Spur umgebaut und in das Netz eingegliedert.

Im Jahr 1927 entstand am Postplatz als Wartehalle die heute denkmalgeschützte Käseglocke.

Der Hecht fährt vor

Am 1. Januar 1930 wurde aus der städtischen Straßenbahn die Dresdner Straßenbahn AG.

Im Herbst 1931 ging der Große Hechtwagen in Betrieb, einer der damals längsten Straßenbahnwagen.

Neu war auch, dass der Fahrer darin einen Sitzplatz hatte.

Im Jahr 1934 folgte mit dem Kleinen Hecht eine kürzere Variante auf zwei Achsen.

Zerstörung im Jahr 1945

Die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 zerstörten viele Strecken der Straßenbahn.

Einige wurden danach nur provisorisch wiederhergestellt, andere endgültig aufgegeben.

Nach dem ersten Luftangriff im Oktober 1944 waren die Gleisschäden größtenteils noch binnen 24 Stunden beseitigt worden.

Auch das Postplatztreffen wurde durch die Zerstörung der Stadt unterbrochen.

Die Tatra kam über Dresden

Von Dezember 1964 bis Mai 1965 testete Dresden drei Triebwagen vom Typ Tatra T3.

Unter der Federführung der Dresdner Verkehrsbetriebe entstand daraus der Tatra T4D mit 2,2 Metern Breite, speziell für die Verkehrsbetriebe der DDR.

Am 14. September 1967 wurde der erste T4D beschafft, bis 1984 kamen immer neue Wagen hinzu.

Ab 1969 fuhren in Dresden erstmals bis zu 45 Meter lange Großzüge.

Neue Strecke zu den Chipfabriken

Im Mai 2024 wurden Pläne für eine Neubaustrecke zum geplanten TSMC-Werk sowie zu Globalfoundries und Bosch im Dresdner Norden bekannt.

Dafür soll die Linie 8 ab Hellerau verlängert werden.

Frühestens ab 2028 könnten dort Straßenbahnen fahren und bis zu 25.000 Arbeitsplätze anbinden.

Zur Flotte gehören heute verschiedene Niederflurwagen, darunter die neuen Züge vom Typ NGT DXDD.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Häufige Fragen

Wie lang ist das Dresdner Straßenbahnnetz?
Das Netz hat eine Streckenlänge von rund 134,3 Kilometern und 296,1 Kilometer Gleise. Rechnet man alle Linienwege zusammen, sind es 207,5 Kilometer.
Wie viele Haltestellen hat die Straßenbahn in Dresden?
Die zwölf Linien halten an 259 Haltestellen. Im Durchschnitt sind die Bahnen dabei mit 20,2 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Warum hat Dresden eine besondere Spurweite?
Die Spurweite von 1450 Millimetern ist 15 Millimeter breiter als die Normalspur und gibt es nur in Dresden.
Seit wann fährt in Dresden eine Straßenbahn?
Die erste Pferdebahn fuhr am 26. September 1872, die erste elektrische Straßenbahn im Jahr 1893. Der Nahverkehr begann aber schon 1838 mit einem Pferdeomnibus.
Fahren die Straßenbahnen in Dresden auch nachts?
Ja, die meisten Linien fahren die ganze Nacht, am Wochenende seit 2018 durchgehend im 30-Minuten-Takt.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →