Zahlen, bitte!
„Treffpunkt Postplatz: Seit 1925 warten hier nachts die Straßenbahnen aufeinander, damit niemand seinen Anschluss verpasst.“
Wie lang ist das Dresdner Straßenbahnnetz?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Streckennetz der Dresdner Straßenbahn ist rund 134 Kilometer lang. Auf ihm fahren zwölf Linien mit einer Spurweite, die es nur in Dresden gibt.
Die Straßenbahn ist das wichtigste Verkehrsmittel im Dresdner Nahverkehr.
Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1872 zurück, als die ersten Wagen noch von Pferden gezogen wurden.
Wie lang das Netz heute ist und was es besonders macht, zeigen die Zahlen.

Die wichtigsten Zahlen
134,3 km
Streckenlänge
dazu 296,1 km Gleise
259
Haltestellen
auf zwölf Linien
1450 mm
Spurweite
15 mm breiter als Normalspur
Im Durchschnitt sind die Dresdner Straßenbahnen mit 20,2 Kilometern pro Stunde unterwegs.
134 Kilometer Strecke
Das Straßenbahnnetz in Dresden hat eine Streckenlänge von rund 134,3 Kilometern.
Betrieben wird es von den Dresdner Verkehrsbetrieben, kurz DVB.
Auf dem Netz fahren zwölf Linien, die zum Tarif des Verkehrsverbunds Oberelbe unterwegs sind.
Damit ist die Straßenbahn der wichtigste Träger des Nahverkehrs in der sächsischen Landeshauptstadt.

Fast 300 Kilometer Gleis
Weil die meisten Strecken zweigleisig sind, liegen im Netz insgesamt 296,1 Kilometer Gleise.
Zählt man die Wege aller Linien zusammen, ergibt sich eine Linienlänge von 207,5 Kilometern.
Die Bahnen halten an 259 Haltestellen.
Untergebracht sind die Fahrzeuge in drei Betriebshöfen.
Gut zu wissen
In Dresden sind keine Strecken nach Art einer U-Bahn geplant. In der Innenstadt, etwa am Theaterplatz, soll auch künftig eine klassische Straßenbahn fahren, weil Hochflurbahnen dort wegen der Sichtbeziehungen früh ausgeschlossen wurden.
Die Tatra-Wagen fuhren anfangs in einer rot-beigen Lackierung. Der Tatra T6A2D wurde 1986 in Dresden erprobt und blieb bis 2001 im Einsatz.
Eine Spurweite nur für Dresden
Die Dresdner Straßenbahn fährt auf einer Spurweite von 1450 Millimetern.
Diese Spurweite ist einzigartig und 15 Millimeter breiter als die Normalspur der Eisenbahn.
Schon die erste Pferdebahnstrecke hatte mit 1440 Millimetern ein ungewöhnliches Maß.
Den Strom holen sich die Bahnen aus einer Oberleitung mit 600 Volt Gleichspannung.
Alle zehn Minuten
Montags bis freitags fahren die Straßenbahnen im Grundtakt alle 10 Minuten.
An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gilt ein Takt von 15 Minuten.
Wegen der höheren Nachfrage fahren die Linien 3, 4, 7, 9 und 11 auch samstags alle 10 Minuten.
Seit April 2025 gibt es auch für die Oster-, Herbst- und Winterferien einen eigenen Ferienfahrplan.
Die ganze Nacht unterwegs
Die meisten Linien fahren die ganze Nacht hindurch, zumindest auf einem Teil ihres Weges.
Bis etwa 22.45 Uhr kommen sie alle 15 Minuten, danach alle 30 Minuten und nach etwa 0.45 Uhr stündlich.
Seit 2018 fahren sie am Wochenende und vor Feiertagen die ganze Nacht im 30-Minuten-Takt.
Am Postplatz treffen sich nachts fast alle Linien mit garantierten Anschlüssen, und dieses sogenannte Postplatztreffen gibt es schon seit 1925.
Mit Pferden nach Blasewitz
Der Nahverkehr in Dresden begann am 14. Oktober 1838 mit einem Pferdeomnibus.
Die erste Pferdestraßenbahn fuhr am 26. September 1872 vom Pirnaischen Platz in den Vorort Blasewitz.
Bis 1880 bestand das Netz aus einer einzigen Linie von Blasewitz über den Böhmischen Bahnhof nach Plauen.
Betreiber war damals die Tramways Company of Germany mit Sitz in London.
Elektrisch ab 1893
Die erste elektrische Straßenbahn verkehrte in Dresden im Jahr 1893.
Im Jahr 1905 übernahm die Stadt die beiden bis dahin bestehenden Straßenbahngesellschaften.
Ab dem 1. Januar 1906 fuhren sie gemeinsam als Städtische Straßenbahn zu Dresden.
Später wurden auch frühere Vorortbahnen mit schmaler Spur umgebaut und in das Netz eingegliedert.
Im Jahr 1927 entstand am Postplatz als Wartehalle die heute denkmalgeschützte Käseglocke.
Der Hecht fährt vor
Am 1. Januar 1930 wurde aus der städtischen Straßenbahn die Dresdner Straßenbahn AG.
Im Herbst 1931 ging der Große Hechtwagen in Betrieb, einer der damals längsten Straßenbahnwagen.
Neu war auch, dass der Fahrer darin einen Sitzplatz hatte.
Im Jahr 1934 folgte mit dem Kleinen Hecht eine kürzere Variante auf zwei Achsen.
Zerstörung im Jahr 1945
Die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 zerstörten viele Strecken der Straßenbahn.
Einige wurden danach nur provisorisch wiederhergestellt, andere endgültig aufgegeben.
Nach dem ersten Luftangriff im Oktober 1944 waren die Gleisschäden größtenteils noch binnen 24 Stunden beseitigt worden.
Auch das Postplatztreffen wurde durch die Zerstörung der Stadt unterbrochen.
Die Tatra kam über Dresden
Von Dezember 1964 bis Mai 1965 testete Dresden drei Triebwagen vom Typ Tatra T3.
Unter der Federführung der Dresdner Verkehrsbetriebe entstand daraus der Tatra T4D mit 2,2 Metern Breite, speziell für die Verkehrsbetriebe der DDR.
Am 14. September 1967 wurde der erste T4D beschafft, bis 1984 kamen immer neue Wagen hinzu.
Ab 1969 fuhren in Dresden erstmals bis zu 45 Meter lange Großzüge.
Neue Strecke zu den Chipfabriken
Im Mai 2024 wurden Pläne für eine Neubaustrecke zum geplanten TSMC-Werk sowie zu Globalfoundries und Bosch im Dresdner Norden bekannt.
Dafür soll die Linie 8 ab Hellerau verlängert werden.
Frühestens ab 2028 könnten dort Straßenbahnen fahren und bis zu 25.000 Arbeitsplätze anbinden.
Zur Flotte gehören heute verschiedene Niederflurwagen, darunter die neuen Züge vom Typ NGT DXDD.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
