Sollte die Bahn auch unrentable Strecken erhalten? Pro und Contra

Bahn-Slam · Standpunkt

„Sehr geehrte Fahrgäste, diese Nebenstrecke rechnet sich nicht – und ist für viele trotzdem lebenswichtig.“

Sollte die Bahn auch unrentable Strecken erhalten?

→ Leere Nebenbahnen kosten Geld. Aber ohne sie sind ganze Regionen abgehängt.

Lesezeit: 7 Minuten · Netz & Fläche

Worum es geht

Viele kleine Nebenstrecken bringen der Bahn kein Geld: Es steigen zu wenige Menschen ein, um die Kosten zu decken. Trotzdem sind sie für die Orte an der Strecke oft die einzige Verbindung. Die Frage: Sollte die Bahn solche unrentablen Strecken als Grundversorgung erhalten – oder konsequent stilllegen?

Nicht jede Bahnstrecke ist ein Geschäft. Auf manchen Nebenbahnen sitzen nur eine Handvoll Fahrgäste im Zug.

Betriebswirtschaftlich müsste man solche Strecken schließen.

Doch für die Menschen dort ist die Bahn oft die einzige Anbindung. Was wiegt schwerer?

Regionalzug auf einer Nebenstrecke
Foto: Regionalbahn 77, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Dilemma der Nebenbahn

Eine Strecke kostet Geld – für Gleise, Signale, Personal –, egal wie viele mitfahren. Sind es zu wenige, macht sie Verlust.

Über Jahrzehnte wurden deshalb viele Nebenstrecken stillgelegt. Einmal weg, kommen sie fast nie zurück.

Was die Strecke wert ist

Für die Fläche ist so eine Bahn oft unbezahlbar wichtig: für Pendler, Schüler, Menschen ohne Auto.

Und sie ist Zubringer: Wer auf der Nebenbahn anfängt, fährt später auf der Hauptstrecke weiter.

Die Argumente

Dafür

+  Daseinsvorsorge: Mobilität gehört zur Grundversorgung – auch abseits der großen Städte.

+  Verkehrswende: Ohne Bahn in der Fläche bleibt nur das Auto; das widerspricht den Klimazielen.

+  Zubringer: Nebenbahnen füllen die Hauptstrecken; fallen sie weg, fehlen dort Fahrgäste.

+  Einmal weg, für immer weg: Stillgelegte Strecken werden fast nie wieder aufgebaut.

Dagegen

  Teuer je Fahrgast: Auf leeren Strecken kostet jeder einzelne Reisende sehr viel Geld.

  Busse sind flexibler: Wo kaum jemand fährt, kann ein Bus günstiger und bedarfsgerecht bedienen.

  Besser konzentrieren: Das Geld bringt auf vollen Strecken mehr Nutzen für mehr Menschen.

  Leere Züge: Ein fast leerer Zug ist weder wirtschaftlich noch besonders klimafreundlich.

Rentabel oder nicht?

Ob eine Strecke sich „rechnet“, hängt davon ab, was man einrechnet. Rein betriebswirtschaftlich zählen nur Kosten und Ticketeinnahmen. Rechnet man den Nutzen für die Region, entlastete Straßen und Klimaeffekte mit, sieht die Bilanz anders aus. Deshalb werden Nebenstrecken meist nicht vom Unternehmen allein, sondern von den Bundesländern über Bestellungen im Nahverkehr finanziert.

Und nun?

Rein nach Rendite zu entscheiden, wäre für die Fläche fatal – Mobilität ist Grundversorgung, kein reines Geschäft.

Aber jede leere Strecke um jeden Preis zu halten, ist auch nicht klug.

Der vernünftige Weg ist differenziert: Strecken mit echtem Potenzial erhalten und attraktiver machen, dort wo wirklich kaum jemand fährt clevere Busangebote schaffen – und den Nutzen für die Region ehrlich mitrechnen, nicht nur die Ticketkasse.

Weiterfahrt

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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